"Du hast recht" in Streitsituationen

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13 Antworten

Weil er dir mit dieser Bemerkung gar nicht beipflichtet sondern dir zu verstehen gibt, dass du der Dümmere bist und er nachgibt.

In einem Streit geht es nicht unbedingt darum im Recht zu sein, man will verstanden werden, erst dann kann man eine andere Meinung annehmen oder gelten lassen.

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Hallo Odiamo,

Streiten will gelernt sein. So, wie Du einen heftigen Streit beschreibst, kann es nur Gewinner und Verlierer geben.

Aber in einem Streit, wie Du ihn beschreibst bleibt etwas ganz wichtiges auf der Strecke: die gegenseitige Achtung, der gegenseitige Respekt. So wie Du den Streit beschreibst, ist das sehr unreif!

Denn wir leben heute in einer sehr komplexen Welt. Es ist heute nicht mehr möglich alles zu können, sich überall auszukennen. Selbst Fachleute, richtige Fachleute, die sogar international anerkannt sind, wissen oft nicht mehr alles aus ihrem Spezialgebiet. Aus diesem Grunde ist es oft so, dass jeder ein Stück weit recht hat, oder zumindest unter bestimmten Voraussetzungen. Ein vollkommen richtig und vollkommen falsch gibt es nur noch selten, und kann, wenn es so ist heute mit den Möglichkeiten des Internet leicht überprüft werden.

Weil aber die Welt heute viel komplexer ist, hat jeder meist ein bisschen recht. Plumpe Aussagen greifen meist zu kurz und sind deshalb falsch.

Wenn man eine Diskussion, was ja ein Streitgespräch ist, jedoch mit Achtung und Respekt führt, kann man ausloten, wie der Andere zu seinem Standpunkt kommt und welche Randbedingungen ihn zu seiner Meinung führten. Dann kann man sich darüber unterhalten, warum man selbst unter anderen Bedingungen zu einer Anderen Meinung kommt. Das ist aber nur unter der Voraussetzung der gegenseitigen Achtung möglich. Nur dann kann man sich bei unterschiedlichen Meinungen weiter respektieren und annähern oder unterschiedliche Meinungen unter gegenseitigem Respekt stehen lassen.

Wenn es nur darum geht Recht zu haben, dann bleibt die Beziehung zwischen den Menschen meist auf der Strecke. Und wenn dann einer, nach einer energisch geführten Debatte sagt: „Du hast Recht!“ heißt das nichts anderes: so ich habe jetzt die Nase voll, bin nicht mehr weiter an Dir und Deiner Meinung interessiert! Dann ist die Beziehung im Streit kaputt gegangen, und keiner hat gewonnen, beide haben verloren. Nämlich die Beziehung! Dann bist Du um den Sieg gebracht. Und das ärgert natürlich!

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Ich bin jetzt kein Experte würde aber sagen ,dass wir dies dann einfach nicht glauben können ,weil er doch davor dafür ,,gekämpft`` hat .

Es kommt bestimmt noch drauf an wie er das sagt , wenn er jetzt genervt ,du hast recht` sagt ,glauben wir dies sicher nicht ,aber wenn er das so sagen würde als wer der funke gekommen ist die wahrscheinlichkei größer das wir´s glauben

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Mich ärgert es manchmal auch... vielleicht, weil man damit die Chance/das Wort abgeschnitten bekommt, seinen Standpunkt erschöpfend (wenn man streitet, will man ja alles ganz haarklein darlegen) klarzumachen. Und ich empfinde es dann fast schon beleidigend - weil mir das Wort "der Klügere gibt nach" natürlich im Kopf ist - und ich bin doch nicht der Doofi!!!!

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Es gibt ein Sprichwort: "Der Klügere gibt nach."

In Deinem beschriebenen Fall ist genau das passiert. Dein Gegner h at nachgegeben und Du hörst zwischen den Worten: "Ich bin der Klügere und habe nun einfach meine Ruhe." Außerdem gibt er Dir zu verstehen, dass Du uneinsichtig bist und eine Diskussion mit Dir keinen Wert hat.

Es ist eine schöne Gabe sich so souverän geben zu können und einen Streit so ersteinmal beenden zu können. Vor allem, in einer Auseinandersetzung ruhig zu bleiben und nicht laut zu werden.

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Warum aber ärgert es uns so sehr, wenn der Streitgegner dann mitten im Streit plötzlich sagt "Du hast recht"? und sich ohne weitere Verteidigung zurückzieht? Im Grunde war das doch unser Ziel, ihm zu vermitteln, dass wir Recht haben.

Nein. In diesem Fall war das erklärte Ziel, zu gewinnen. Es ging nicht darum, im Recht zu sein. Wäre es so gewesen, dann wäre man damit auch zufrieden.

Da man aber einen Machtkampf geführt hat, bleibt nun der unbefriedigende Ausgang, nicht wirklich bewiesen zu haben, dass man der Stärkere war.

Übrigens eine typische Reaktion von Menschen mit eher schwachem Selbstbewusstsein. Sie brauchen die Niederlage des Gegners, um sich gut fühlen zu können.

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ponyfliege 24.03.2013, 20:12

Übrigens eine typische Reaktion von Menschen mit eher schwachem Selbstbewusstsein. Sie brauchen die Niederlage des Gegners, um sich gut fühlen zu können.

stimmt.

oder man hat einfach keine lust mehr.

taktik eben.

"du hast recht - und ich hab meine ruhe." - und auch das kann taktik sein...

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Jule59 24.03.2013, 20:46
@ponyfliege

Du sprichst von dem, der aufgibt - ich meinte den, der gerne gewonnen hätte :).

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ponyfliege 25.03.2013, 22:23
@Jule59

nein. der, der scheinbar "aufgibt", geht damit taktisch vor.

das gemeine daran ist, dass der der "aufgibt" gewonnen hat... wenns darum geht.

friedlichere leute sagen einfach, dass sie keine lust mehr haben, darüber zu reden.

und: definiere streiten...

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Jule59 26.03.2013, 19:47
@ponyfliege

Dennoch ist der, der unbedingt gewinnen will, der mit dem schwachen Selbstbewusstsein. Der andere mag ein Taktiker sein, ist in jedem Fall aber souveräner.

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MICH ärgert so ein Verhalten ganz und gar nicht - jeder irrt sich mal. Und wenn der "Gegner" bzw. "Streitpartner" es dann zugibt und den Streit beendet, ist doch gut so.

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Barney123 24.03.2013, 17:07

Wie so bist Du Dir so sicher, dass der Andere sagt, was er denkt? Vielleicht hat er einfach keine Lust mehr seine Zeit zu verplempern? Und dann bist Du zufrieden weil Du glaubst, Du hättest gewonnen?

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Naja, entweder man hat den Eindruck, dass dieses "Recht geben" nur oberflächlich ist, und im Grunde genommen nur ein Ausweg um den Streit zu beenden.

Oder man ärgert sich, dass man die gemeinsame Zeit mit sinnlosem Streiten verbracht hat.

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Weil einen das in Gedanken hinzugefügte ''und ich meine Ruhe'' förmlich ins Gesicht springt und man nicht umhin kommt festzustellen, dass man dem anderen keine weitere Überzeugungsarbeit mehr wert ist.

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Man hat dann keinen Grund weiterzustreiten. Das findet man dann schade weil man gerade in rage war^^

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Keine Ahnung wieso du dich dann so fühlst, aber ich habe damit in der Tat erreicht was ich wollte und damit ist dann der Streit auch beigelegt. Weitermachen, obwohl der andere aufgibt ist doch ziemlich sinnlos.

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Barney123 24.03.2013, 16:41

Ich würde eher sagen, wenn einer ganz plötzlich sagt "Du hast Recht!" ist damit oft das Gegenteil gemeint, und das spürt der Fragesteller und ist natürlich sauer. Denn eigentlich hat er nicht gewonnen, sondern der andere sagt, es ist es mir nicht Wert weiter zu streiten. Das ist dann eine klare Abwertung. 'Zu beobachten bliebe dann, ob derjenige, der scheinbar aufgibt sein Verhalten nach dem Fragesteller richtet, oder ob er einfach weiter macht, was er für richtig hält, und nur die Unterhaltung beendet hat. Das würde nämlich bedeuten, dass er dem Anderen gezeigt hat, dass er nicht die Macht, die Bedeutung, den Einfluss hat, auf die Meinung des vermeintlichen "Rectgebers" einzuwirken.

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ja.

aber nicht, recht zu bekommen.

daher heisst es ja auch "der klügere gibt nach".

damit kann man manchmal kampflos gewinnen. sowas nennt man "taktik". :-D

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Weil es häufig nicht ernst gemeint ist und es nur der Schlichtung wegen gesagt wird.

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Barney123 24.03.2013, 16:35

oder derjenige, der das sagt, denkt: "Rutsch mir den Buckel runter, ich weiß Du bist ein Sturkopf und ich habe keine weitere Lust an diesem dämlichen gezanke!"

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