Darf man in der Wohlverhaltensphase in der Insolvenz erben?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Nun erbt er den Pflichtteil.

Das widersprich sich.

Den Pflichtteil erbt man nicht, der Pflichtteil ist ein Anspruch gegen die Erben. Vorraussetzung für den Pflichtteil ist, das man von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen wurde, z.B. durch ein Testament. Der Pflichtteil ist ein reiner Geldanspruch, der geltende gemacht werden kann oder auf den verzichtet werden kann. Der Pflichtteil kann aber nicht vom Insolvenzverwalter, sondern nur vom berechtigten selbst geltend gemacht werden. Wird auf den Pflichtteil verzichtet, dann muß der Erbe den Pflichtteil schlicht nicht leisten.

Ganz anders beim Erbe. Das Erbe fällt dem Erben zu unter dem Vorbehalt der Ausschlaugung. Wenn ein Erbe ausgeschlagen wird, dann fällt es dem zu, der berufen wäre, wenn der Ausschlagende die Erbschaft nicht erlebt hätte.

steht dem Bruder meines Mannes dann auch ein Teil vom AUSGESCHLAGENEN Erbe zu,

Nein. Der Anteil geht an die Kinder Ihres Mannes zu gleichen Teilen über.

Sowohl der Pflichtteilsverzicht als auch die Ausschlagung stellt nach Auffassung des BGH keinen Grund für die Versagung der Restschuldbefreiung dar.

Man beachte, das der Pflichtteil oder die Erbschaft zur Hälfte in die Insolvenz einfließen, sofern nicht ausgeschlagen wird.

http://dejure.org/gesetze/InsO/295.html

Man beachte, das die First für die Ausschlagung 6 Wochen ab Kenntnis der Erbschaft beträgt. Die Frist kann nicht verlängert werden. Die Annahme ist nach Fristablauf also endgültig.

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er darf erben und er darf natürlich auch ganz viel geld verdienen oder gewinnen. er muss nur alle einkünfte dem insolvenzverwalter mitteilen. jede vergrößerung der insolvenzmasse verbessert seine zahlungsfähigkeit und somit ist er in der lage einen größeren teil seiner schulden zu begleichen. daher sollte er das erbe annehmen. mir wäre es jedenfalls wichtig meine schulden zu tilgen.
alles weitere besprecht bitte mit dem insolvenzverwalter

Er könnte im Lotto gewinnen und dieser Gewinn müsste nicht veräußert werden. Erbschaftsangelegenheiten werden allerdings zu einem Teil verrechnet und fließen in die Insolvenz ein. Das Erbe ausschlagen ist keine gute Idee. Wenn das rauskommt macht er sich strafbar und im schlimmsten Fall könnte es durchaus passieren das er aus dem Insolvenzverfahren ausgeschlossen wird da er eine Auskunftspflicht hat.

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