Darf ich gezwungen werden samstags zu arbeiten als Minderjähriger?

12 Antworten

Also Arbeitsverweigerung lass mal schön bleiben, dann bist du deinen Ausbildungsplatz gleich los... . Das kommt nicht gut. Auch Rumbocken macht keinen guten Eindruck. Du musst sachlich bleiben, gegebenenfalls auf Gesetzestexte verweisen. 

Wie ist das mit dem Samstag? Bekommst du dafür einen anderen Tag in der Woche frei? Oder arbeitest du an allen 6 Werktagen? In Firmen, in denen auch samstags gearbeitet wird, kann dir auch da Arbeit aufgetragen werden, SOFERN du dafür einen anderen Tag in der Woche frei hast. Wenn nicht, ist das nicht rechtens, und solltest du mal mit jemandem von der Berufschule in Kontakt treten, damit die die Firma informieren.

https://www.aubi-plus.de/ausbildung/arbeitszeiten/jugendliche/

Rechtlich gesehen musst Du am Samstag nicht arbeiten, Dein Ausbildungsberuf fällt nicht unter die Aufzählung des § 16 Abs. 2 Jugendarbeitsschutzgesetz.

Prof. Dr. Peter Wedde schreibt dazu im Arbeitsrechtkommentar u.a.:

"§ 16 Abs. 2 JArbSchG zählt in insgesamt elf Nummern Branchen auf, in denen Jugendliche samstags beschäftigt werden dürfen. Diese Auflistung ist abschließend, so dass weitere gesetzliche Ausnahmen nicht existieren.

Allerdings ermöglichen §§ 21 a und 21 b JArbSchG zusätzliche Ausnahmen über Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen und Rechtsverordnungen."

Wenn in Deinem Betrieb kein entsprechender Tarifvertrag Anwendung findet, es keine Betriebsvereinbarung dazu gibt (Voraussetzung für eine BV: Es existiert ein Betriebsrat) und auch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales keine Ausnahme gegeben hat, musst Du Samstags nicht arbeiten.

Dein Meister soll Dir mal die Rechtsgrundlage für seine Forderung zeigen.

Dazu kommt in Deinem Fall, dass Du mit Samstagsarbeit über die für Jugendliche vorgeschriebene Höchstarbeitszeit von 40 Wochenstunden kommst, da der Feiertag mit den üblichen acht Stunden gerechnet wird und Samstagsarbeit somit unzulässige Überstunden wären.

Dein Meister sollte sich zusätzlich zum Entgeltfortzahlungsgesetz (bezieht sich auf meine Antwort in der vorigen Frage) auch noch den § 8 Abs. 1 Jugendarbeitsschutzgesetz anschauen:

"Jugendliche dürfen nicht mehr als acht Stunden täglich und nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden".

Ein AG der diese Gesetze wissentlich ignoriert und auch seiner Fürsorgepflicht nicht nachkommt, sollte doch mal die §§ 58 und 59 JArbSchG anschauen. Hier sind die Straf- und Bußgeldvorschriften geregelt.

Wenn Dein Meister nicht auch Dein Arbeitgeber sondern "nur" ein Arbeitnehmer ist, solltest Du Dich unbedingt auch an den AG wenden. Der ist in der Pflicht auf die Einhaltung geltenden Rechts zu schauen.

Du kannst Dich an Deinen Betriebsrat (falls vorhanden), Deine Gewerkschaft, Deinen Vertrauenslehrer an der Berufsschule und/oder die zuständige Kammer (z.B. IHK) wenden

Vielen Dank für deine Antwort ist aufjedenfall sehr hilfreich

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Den richtigen Paragrafen wurde dir genannt und darin sind Ausnahme, wo du doch am Samstag arbeiten darfst, aufgelistet. Metall sehe ich jetzt nicht aus eine der Ausnahme, wo es erlaubt ist.

Zwingen hört sich für mich wie Nötigung an. Es ist schon erstaunlich, dass der Meister so brutal die Gesetze missachtet. Im Grund müsste ihm die Ausbildungserlaubnis entzogen werden. Bespreche das Problem mal mit der Gewerkschaft, dem Berufsschullehrer und der Handwerkskammer, die haben dann auch noch entsprechende Druckmittel um den Meister zu überzeugen.

PS: Wenn ausnahmsweise mal Not am Mann ist und alle Samstag arbeiten sollen, ist das ja kein Problem, aber offenbar scheint es bei dir der Normalzustand zu werden.

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