Darf ich Blut spenden oder Knochenmark spenden?

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17 Antworten

Ja darfst du

Der Gesetzgeber hat in der Hinsicht keine eigenen Kriterien festgelegt sondern die Verantwortung über das Aufstellen von Ausschlusskriterien an die Bundesärztekammer übertragen (§§ 12a u. 18 Transfusionsgesetz).


2.2.1 Kriterien für einen Dauerausschluss
Personen, die an
  • schweren neurologischen Erkrankungen,
  • schweren Herz- und Gefäßkrankheiten,
  • anderen chronischen Krankheiten, bei denen die Blutspende eine Gefährdung des Spenders oder des Empfängers nach sich ziehen kann, oder
  • bösartigen Neoplasien (Ausnahmen: in situ Karzinom und Basal-zellkarzinom nach kompletter Entfernung) leiden oder litten,
  • einer Allergie leiden, wobei die Entscheidung im Einzelfall beim Arzt liegt.

Personen, bei denen eine der folgenden Infektionen nachgewiesen wurde:
  • HIV-1 oder HIV-2,
  • HBV (Ausnahme: die Infektion bzw. Erkrankung liegt mehr als 5 Jahre zurück und virologische Kriterien – z. B. Nachweis von Anti-HBs mit einem Titer von 100 U/l und negatives Ergebnis eines Tests auf HBV-Genom mittels einer validierten, empfindlichen Nukleinsäure Amplifikationstechniksprechen für eine erloschene Kontagiosität),
  • HCV,
  • HTLV Typ 1 oder Typ 2 (HTLV-1/-2),
  • Protozoonosen: Babesiose, Trypanosomiasis (z. B. Chagas Krankheit), Leishmaniose,
  • Syphilis,
  • andere chronisch persistiere ande bakterielle Infektionen, wie Brucellose, Fleckfieber und andere Rickettsiosen, Lepra, Rückfallfieber, Melioidose oder Tularämie.

Personen mit dem Risiko der Übertragung spongiformer Enzephalopathien (TSE):
  • nach Behandlung mit aus menschlichen Hypophysen gewonnenen Hormonen,
  • nach Erhalt von Dura-mater- bzw. Korneatransplantaten,
  • bei nachgewiesener oder einem Verdacht auf TSE (Creutzfeldt- Jakob-Krankheit, Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit oder andere TSE),
  • wegen eines familiären Risikos, eine TSE zu entwickeln (bekannte Creutzfeldt-Jakob-Krankheit oder eine andere TSE bei einem oder mehreren Blutsverwandten),
  • nach einem Aufenthalt im Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland von insgesamt mehr als 6 Monaten in den Jahren 1980–1996,
  • nach einer Operation und/oder Transfusionen (Blutkomponenten) im Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland nach dem 01.01.1980
  • Empfänger von Xenotransplantaten.
  • Personen, die Drogen konsumieren und Medikamente missbräuchlich zu sich nehmen:
  • Alkoholkranke,
  • Personen, die medikamenten- oder rauschgiftabhängig sind oder bei denen ein begründeter Verdacht dessen besteht,
  • Personen, die Medikamente missbräuchlich verwenden,

Personen, deren Sexualverhalten ein gegenüber der Allgemeinbevölkerung deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko für durch Blut übertragbare schwere Infektionskrankheiten, wie HBV, HCV oder HIV bergen:
  • heterosexuelle Personen mit sexuellem Risikoverhalten, z. B. Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern,
  • Männer, die Sexualverkehr mit Männern haben (MSM),
  • männliche und weibliche Prostituierte.

Ausgeschlossen sind nur Männer die Geschlechtsverkehr mit anderen Männern haben und wohl ein "erhöhtes Übertragungsrisiko" darstellen. Weibliche homosexuelle sind von dieser pauschalisierung ausgeschlossen und können als Spenderin in Frage kommen.

Lg, Anduri87

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Hey :)

Du siehst, hier wird bei Frauen und Männern mit zweierlei Maß gemessen. Hier findest du eine Petition, die vor einiger Zeit einmal genau zu diesem Thema aktiv war: https://www.change.org/p/hermann-gr%C3%B6he-prof-dr-ulrich-frank-montgomery-prof-dr-klaus-cichutek-schluss-mit-der-diskriminierung-von-bi-und-homosexuellen-m%C3%A4nnern-bei-blutspenden

Die Einteilung der Risikogruppen stammt aus einer Zeit, in der man der Auffassung war, dass nur schwule und bisexuelle Männer sich mit HIV infizieren können und häufig ungeschützten Geschlechtsverkehr haben.

In den späten 60ern und 70ern bis in die frühen 80er hinein mag das durchaus der Fall gewesen sein, bedingt dadurch, dass Schwule sich verstecken mussten und ihre Sexualität nur im Geheimen ausleben konnten. Damals war allgemein wenig über Safer Sex bekannt. Heterosexuelle waren mit dem Kondom damals schon besser geschützt, da sie damit oftmals verhüteten. In der Zeit kam die Antibabypille gerade erst auf.

In den frühen 80ern kam es dann zur AIDS-Krise mit einer rasanten Anzahl von Neuansteckungen. Seitdem änderte sich vieles an der Sicht auf diese Erkrankung und HIV, sodass viel zur Präventation und Aufklärung getan wurde. Was allerdings versäumt wurde, ist die Gesetze an die Realität anzupassen. So leben wir im Jahr 2016, die Gesetzgebung vermittelt uns aber nach wie vor ein antiquiertes Bild von Homo- und Bisexualität.

https://de.wikipedia.org/wiki/AIDS#Gesellschaftliche_Entwicklung

LG

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Dieser Bestimmung basiert auf der Annahme dass Schwule und Lesben häufig wechselnde Geschlechtspartner haben - natürlich ist das eine Pauschalisierung, aber eine Blutuntersuchung ist teuer, und wenn sich nach der Blutspende heraustellt, dass das Blut nicht spendefähig ist, war der Aufwand umsonst. Also legt man aufgrund grober Erfahrungswerte von Anfang an bestimmte Ausschlusskriterien fest.

Das trifft übrigens jede Menge Bevölkerungsgruppen, die sich alle diskriminiert fühlen könnten, z.B Menschen, die in Haft waren, Leute die in den letzten Jahren bestimmte Länder bereist haben, Menschen, die Kontakt zu einem Lebererkrankten haben, Leute mit einer Tätowierung usw.

Das dient ganz einfach der Sicherheit - darüber wäre ich im Zweifesfall auch an Deiner Stell froh oder glaubst Du wirklich das Rote Kreuz und all die andere medizinischen Dienste haben Interesse daran, irgendjemanden zu diskriminieren - die haben andere Sorgen , als sich mit diesem Thema zu beschäftigen

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Kommentar von Minilexikon
18.02.2016, 09:09

"Rote Kreuz und all die andere medizinischen Dienste" haben sicherlich kein Interesse daran, zu diskriminieren. Das hat auch die DKMS so verlauten lassen. Die Politik allerdings schon, wenn sie sich der wiederholten Forderungen widersetzt, diese Regel an das sich gewandelt habene Bild von homo- und bisexuellen Männern anzupassen.

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Diskriminierung hin oder her, es gibt halt für Blutspenden bestimmte Ausschlusskriterien. Ich darf zum Beispiel auch nicht spenden, weil ich in den 1980er Jahren in England studiert habe. Klingt merkwürdig, aber die haben offensichtlich Angst, ich könnte BSE haben. Und ich kann sie ja nicht zwingen, mein Blut zu akzeptieren.

Geh einfach hin und füll den Fragebogen aus (wahrheitsgemäß bitte), danach hast du sowieso noch das Gespräch und die Voruntersuchung. Dann sagen sie dir schon, ob du spenden darfst.

Es kann dir sogar passieren, dass sie dich erst nach der Voruntersuchung ablehnen, weil du zum Beispiel einen zu niedrigen Anteil an roten Blutkörperchen hast und sie dir durch ein zusätzliches "Abzapfen" nicht schaden wollen. Das gilt dann natürlich nur für diesen einen Termin.

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Kommentar von CocoKiki2
19.02.2016, 09:06

krass.

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Es gibt kein Verbot für homosexuelle Menschen, auch nicht homosexuelle Männer Blut zu Spenden, das ist ein Mythos.

Das Verbot betrifft Männer, die mit anderen Männern Sex hatten, das schließt a) nicht alle homosexuellen Männer ein, und b) betrifft es auch heterosexuelle Männer, die mit anderen Männern Sex hatten.

Frauen sind von dieser Regelung gar nicht betroffen, wohl aber von allen anderen Ausschlusskriterien.

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Kommentar von Minilexikon
18.02.2016, 09:19

Deine Differenzierung ist höchst abenteuerhaft. Wenn man schwul ist und sich nicht aus Angst vor der heteronormativen und teils auch homophoben Gesellschaft so versteckt, dass man entweder keinen Sex oder nur um den Schein zu wahren mit Frauen hat, dann hat man natürlich mit Männern Sex. Es sei denn, man ist noch Jungfrau oder asexuell.

Heterosexuelle Männer, die mit Männern Sex haben, haben ja offensichtlich Grund dazu und scheinen so heterosexuell nicht zu sein. Die, die das einmal ausprobiert haben, die werden damit sicher nicht hausieren gehen. Die die regelmäßig Sex mit Männern und Frauen haben, nennt man übrigens bisexuell ;)

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Das m. E. nicht sehr sinnvolle Verbot bezieht sich auf homosexuelle Männer, weil man unterstellt, dass sie öfter an sexuell üertragbaren Krankheiten leiden. Dieses Verbot ist vermutlich zu Beginn der Zeit entstanden, als HIV-Infektionen hauptächlich bei homosexuellen Männern auftraten.

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Das liegt daran, dass viele Homosexuelle eher an Geschlechtskrankheiten erkranken. Ich bin selber Bisexuell und wenn Menschen spenden wollen, dann sollte es auch jeder tun dürfen, man kann sich ja vorher auf Geschlechtskrankheiten testen lassen. 

Wenn ich du wäre, würde ich einfach hingehen und schauen was passiert. 

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Kommentar von Minilexikon
18.02.2016, 09:06

Dass sie daran leichter erkranken, ist eine völlig irrsinnige Annahme, die auf den Lebensstil von homo- und bisexuellen Männern bezogen wird. Hiermit bezieht man sich fälschlicherweise auf ein verzerrtes Bild der Realität. Einer Risikogruppe anzugehören, entscheidet nicht die sexuelle Orientierung, sondern wie wichtig man Safer Sex und ggf. verantwortungsvollen Umgang mit Drogen nimmt.

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Du darfst spenden, homoexuelle Männer dürfen nicht, Frauen schon. Aber nur schwul sein ist auch kein Grund. Erst der Geschlechtsverkehr mit einem anderen Schwulen oder bei Frauen mit einem bisexuellen Mann schließt aus. Und da ist in der Tat das Risiko von Erkrankungen höher. Genauso wie bei heterosexuellen Sextouristen oder Swingern. Ein Fakt. Im Moment bewegt sich da aber viel, weil die Testverfahren immer besser werden. Aber ganz abgesehen davon sollten nur Menschen spenden, die sicher sind, dass sie sich keinem Infektionsrisiko ausgesetzt haben. Und da ist die Wahrnehmung manchmal etwas gestört, was an Unwissen liegt.

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Kommentar von Minilexikon
18.02.2016, 09:12

da ist die Wahrnehmung manchmal etwas gestört, was an Unwissen liegt.

Auch bei der völlig aberwitzigen Annahme, dass es ein Fakt sei, dass "in ihrer sexuellen Orientierung sexuell aktive" homo- und bisexuelle Männer einem erhöhten HIV-Risiko ausgesetzt und sie somit "heterosexuellen Sextouristen oder Swingern" gleichzusetzen seien.

In welchem Jahrhundert lebst du eigentlich?

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du darfst Blut spenden...das Blut wird ja eh getestet bevor es verwendet werden kann...
Homosexuelle Männer gehören zu der "Risikogruppe" der Menschen mit sexuell übertragbaren Krankheiten und du hast Recht,das ist diskriminierend!Aber letztendlich muss ja niemand damit hausieren welche sexuelle Orientierung man hat...ergo kann im Prinzip auch jeder Blutspenden gehen...

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Homosexuelle Frauen durften schon immer Blut und Knochenmark spenden. Homosexuelle Männer dürfen noch immer kein Blut spenden, Knochenmark hingegen seit dem 18.12.2014 schon. Siehe auch http://www.dkms.de/de/faq

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als ich damals bei der dkms registriert wurde, wurde ich nicht nach der sexuelle gesinnung gefragt. diese fragen stellt du am besten mal deinem arzt. der kennt sich da bestimmt aus.

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Hallo,

also soweit ich weiß, darf jeder zur Spende gehen der möchte. Dort wird dein Blut sowieso auf alles mögliche getestet (Krankheiten, etc). Und nachdem das geprüft wurde, bekommst du eine Info, ob du spenden darfst oder nicht. Es hat nichts mit deiner sexuellen Neigung zu tun. Das Blut wird untersucht, um Krankheiten auszuschließen. Bei hetero als auch bei homo Paaren. 

Zudem muss man einen Fragebogen vorher ausfüllen (bitte gewissenhaft!) und klar gibt es dann Risikogruppen etc.

Manchmal scheint das Blut in Ordnung zu sein, und nach ein paar Wochen ist plötzlich eine Infektion vorhanden.

Was ich mir vorstellen könnte (weiß nicht, ob das stimmt) ist, dass bei homo/bisexuellen Männern evtl. nicht so oft gespendet werden darf, aufgrund erhöhter Infektionsgefahr. Bei gleichgeschlechtlichen Paaren die schon jahrelang zusammen sind und nur sich gegenseitig als Partner haben, dürften eigentlich keine Probleme bekommen.


Auch als hetero darf man nicht spenden, wenn man ständig wechselnde Geschlechtspartner hat. Es geht einfach darum, dass das Blut im Moment der Prüfung sauber sein kann und der Keim sich erst Wochen später entwickelt.

Die Gefahr ist bei gleichbleibendem Geschlechtspartner weniger groß.


Am besten gehst du einfach mal hin, dann lässt du dir die Probe entnehmen und füllst den Fragebogen aus und dann hast du ein Erstgespräch bei einem Arzt (Zumindest war das bei mir so).


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Größter shit den ich je gesehen habe,es sind auch nur Menschen und sie sollen anfälliger sein Krankheiten zu bekommen?
Echt shit

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Kommentar von Vampirfrau
19.02.2016, 00:42

Nicht anfälliger, sondern größere Chance eine Infektionskrankheit zu bekommen. Das ist ein Unterschied.

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Männer die mit Männern Sex haben dürfen nicht spenden. Zu lesbischen Menschen finde ich nichts.

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Ich glaube denn Ärzten dort ist es egal welche Sexuelle Orientierung du hast. Die werden froh sein das jemand bereit ist überhaubt zu spenden

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Also das Ausschlusskriterium für Homosexuelle bezieht sich, zumindest bei der Blutspende nur auf Männer :)

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Du darfst nicht spenden, da du Krebs hast. 

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