Darf ein Religionslehrer zum Beten zwingen?

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25 Antworten

Auch wenn du gehört hast, dass ein Religionslehrer die Schüler deiner Parallelklasse zum Beten zwingt ... so muss das noch lange nicht den Tatsachen entsprechen.

Und ... an einer "normalen" Schule wird es kaum möglich sein, dass ein Lehrer Zwang in dieser Hinsicht ausüben kann. Wie sollte das auch - abgesehen davon, dass er sich damit gegen mehrere Gesetze vergehen sollte - möglich sein? Wie könnte jemand gezwungen werden, ein Gebet zu sprechen?

Die Zeiten der Inquisition sind seit einigen Jahrhunderten vorbei ... und ... in unserem Säkularstaat gibt es keinerlei legale Möglichkeiten, Menschen zum Beten zu zwingen.

Das Einzige, worauf ein Religionslehrer bestehen kann (bestehen wohlgemerkt ... ohne jede unerlaubte Zwangsausübung) dass ist Respekt der nicht betenden Schüler den gläubigen und betenden Schülern gegenüber.

Das aber dürfte für dich ohnehin nicht das geringste Problem darstellen, denn wenn du - wie du selbst sagst - Ehrfurcht und Respekt von Religionen hast, dann würde du auch niemanden, der betet deswegen verspotten oder ähnliches.

Also ... mach dir keine Gedanken ... falls du - auch wenn du Atheist bist - am Religionsunterricht teilnimmst, wird von dir niemals ein Lehrer verlangen (dürfen) dass du Gebete sprichst oder ähnliches.

Wie will er den jemanden zum Beten zwingen. Die Aussage ist schon zweifelhaft. Ein Religionslehrer ist ein Erwachsener Mensch der weiß das man zum Beten niemanden zwingen kann.

Grundsätzlich haben die Kirchen das Recht, Inhalt und Form des Religionsunterrichts festzulegen. Dieser Lehrer, wenn er denn die Schüler wirklich "zwingt" (mir ist unklar, wie er das tut) sollte sich dann mal den Text der Deutschen Bischöfe zu Gemüte führen:

"Gebet und Liturgie dürfen nicht zu pädagogischen Zwecken instrumentalisiert werden." (S. 26)

http://www.uni-regensburg.de/theologie/religionspaedagogik-didaktik/medien/rp-leitdokumente/ru_vor_neuen_herausforderungen.pdf

earnest 28.06.2014, 08:56

Randbemerkung:
Interessanter Link: Das sollte in der Tat die Praxis sein.
Bischof Lehmann ist wie immer lesenswert.

Was mich hier aber wundert: der "Alleinvertretungsanspruch" der Autoren.
Die Schrift ist, wie zu lesen, ein Text "der Deutschen Bischöfe".
Er ist in Wirklichkeit ein Text der deutschen katholischen Bischöfe.

Gruß, earnest

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andreasolar 28.06.2014, 09:08
@earnest

Das könnte was mit der "Alleinseligmachenden" zu tun haben... (Ich habe so zitiert, wie es da stand, und mir mein Teil gedacht ;-). )

Gruß, andreasolar

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Der Versuch ist nicht strafbar .Aber der Lehrer hat echt einen an der Waffel. was will er denn tun wenn dein Bekannter oder wer auch immer nicht betet ? Also nur nicht aus der Ruhe bringen lassen entweder (um Frieden zu haben ) so tun als ob,oder bewusst lassen -was sich natürlich dann an der Note bemerkbar machen kann, aber dass muss der Lehrer ja auch begründen ..... bange machen ist (zumindest heute) nicht mehr.

also ich bin mir nicht sicher,aber ich glaube der Lehrer kann einen nicht dazu zwingen und selbst wenn hätte es keinen sinn .Der Religionslehrer scheint ja schließlich gläubig zu sein und dann macht es kein sinn schüler zum beten zu zwingen,denn entweder man glaubt an Gott oder nicht. Ich hoffe ich konnte dir irgendwie helfen ; )

Eigentlich finde ich es sehr schoen, wenn ein Religionslehrer mit seinen Schuelern beten moechte und nicht nur von Doktrinen spricht oder auf verschiedenen auswendig gelernten Sachen besteht. Er hat sicher die Absicht, euch mehr den Glauben selbst nahezubringen, als nur die rein kirchlichen Anglegenheiten zu erklaeren. Aber zum Beten zwingen kann er dich sicher nicht!

Versuch doch einfach einmal mitzubeten und sieh, wie du dich dabei fuehlst! Wenn es gar nicht geht, dann neige nur den Kopf, waehrend die anderen ihr Gebet sprechen, und hoere einfach zu. Da du diesen Respekt vor Religionen hast, wird es dir nicht schwerfallen, dabei nicht aufzufallen und vielleicht andere glaeubige Mitschueler in Verlegenheit zu bringen.

Es koennte ja vielleicht sogar auch eine positive Erfahrung daraus werden!

hallo ich finde du solltest mit deiner mutter reden, dass du nächstes jahr nicht mehr den Religionsunterricht besuchen musst. erkläre ihr in ruhe dein anliegen da du heuer aber noch im unterricht gemeldet bist, hast du auch (wie es sich im religionsunterricht gehört) zu beten und keinen sinnlosen aufstand dagegen machen LG

Cockbert 27.06.2014, 22:10

Es betrifft ja nicht mich, sondern die Parallelklasse :D Trotzdem danke!

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leonorasophia 27.06.2014, 22:14

das hab ich dann wohl überlesen .. :)

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Hallo Cockbert!

Dein Freund aus der Parallelklasse und Du, Ihr seid doch sicher schon älter als 14 Jahre?!! Dann seid Ihr nämlich nach deutschen Recht religionsmündig , und könnt ohne die Erlaubnis Eurer Eltern aus der Religionsgemeinschaft, der Ihr angehört austreten und Euch vom Religionsunterricht abmelden. Einzelheiten kannst Du über den Link feststellen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_%C3%BCber_die_religi%C3%B6se_Kindererziehung

Dann kann Euch kein Lehrer mehr zum Beten nötigen.

Jemanden zum Beten zu zwingen, ist nicht im Sinn Gottes. Man sollte das Gebet als Gnade Gottes ansehen, so wie Jesus:

Mt 14,23 Und als er die Volksmengen entlassen hatte, stieg er für sich allein auf den Berg, um zu beten. Als es aber Abend geworden, war er dort allein.

Lk 6,12 Und es geschah in diesen Tagen, dass er auf den Berg hinausging, um zu beten; und er verbrachte die Nacht im Gebet zu Gott.

Das ist definitiv nicht erlaubt! In Deutschland herrscht Religionsfreiheit und das Recht auf persönliche Entfaltung. Und wenn ich nun mal nicht religiös bin, so muss ich auch nicht beten! Wäre ich bei dem Kerl Schüler würde ich mich aber mal ordentlich mit ihm anlegen und den Unterricht boykottieren, da würde dir jedes Schulamt in Deutschland recht geben!

Finde so etwas ist eine Unverschämtheit. Wenn Menschen ihren Glauben ausleben wollen schön und gut, aber dann sollen sie bitte andere Leute daraus halten.

scben 28.06.2014, 00:02

Der Besuch des Religionsunterrichtes ist freiwillig. Niemand wird dazu gezwungen. Wenn man sich aber dafür entscheidet, Religion in der Schule zu machen, dann gehört beten eben auch dazu, wenn es der Lehrer für sinnvoll erachtet. Der Schüler hat jederzeit die Möglichkeit dem zu entgehen, in dem er das Fach ablehnt.

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omikron 28.06.2014, 08:22
@scben
Der Besuch des Religionsunterrichtes ist freiwillig.

Das gilt nicht für alle Bundesländer. Vielfach ist Religion sozusagen Wahlpflichtfach bzw. ordentliches Unterrichtsfach, für das - nur ersatzweise - Ethik vorgesehen ist.

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Ein rein sachlicher Theologie Unterricht würde am Wesentlichen vorbeiführen. Rein Verkopftes Theologie studieren ohne die emotionale Komponente des Glaubens erleben zu lernen würde in eine pharisäerhafte knallharte Religiösität führen, wie Jesus sie NICHT wollte. Insofern ist es begrüßenswert dass der Lehrer auch zum Beten aufruft, nicht nur zum übersetzen der Schriften.

zwingen ist kein gutes wort. aber so wie der mathelehrer dich zum rechnen 'zwingt' kann der englischlehrer dich zum vokabelernen 'zwingen' und der religionslehrer in diesem sinne wohl zum beten, der turnlehrer zum turnen und der musiklehrer zum singen.

earnest 07.07.2014, 12:21

Nein, kann und darf er nicht.

Und zwischen Vokabellernen und Beten gibt es gewisse Unterschiede ...

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KLBG3400 08.07.2014, 22:37

Die da wären?

Klar könnte man auch rein sachlich Theologie unterrichten ohne den eigentlichen emotionalen Kontakt zu Gott ins Spiel zu bringen - aber das wäre eine ziemlich kühle Sache, die das wesentlichste am Glauben auslassen würde. Dann würdest Du eiskalte knallharte Theologen 'züchten', die voll verkopft Gott nur mit dem Verstand zu erfassen versuchen - genau das war es aber, das Jesus NICHT gut fand! Gebet gibt dem Glauben erst das Wesentliche!

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Nein, niemand darf in Deutschland zum beten gezwungen werden. Daher ist der Besuch des Religionsunterrichtes ja auch freiwillig. Man kann je nach Bundesland statt dessen "Ethik" belegen oder wird freigestellt. Wer sich allerdings entscheidet, den Religionsunterricht zu besuchen, entscheidet sich eben auch dafür. Unter 14 dürfen diese Entscheidung die Eltern für ein Kind treffen, ab 14 kann man die selber treffen. Es wird also keiner über 14 dazu gezwungen, am Religionsunterricht teil zu nehmen und damit zu beten. Ein Religionsunterricht, in dem nicht auch mal jedem die Erfahrung geboten wird, wie es ist zu beten, ist auch kein Religionsunterricht mehr....

kayo1548 27.06.2014, 22:14

Wobei man sich (so kenne ich das zumindest aber meine Schulzeit ist auch schon eine Weile her^^) auch beim Ethik Unterricht mit ähnlichen Thematiken beschäfftig und ein Gebet zu lernen im Sinne von "wie sieht ein Gebet in dieser Religion aus" ist in jedem Falle zulässung und ja auch nichts verwefliche und düfrfte einem auch dort begegnen.

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scben 27.06.2014, 22:27
@kayo1548

Klar, aber es ist ja was anderes, ein Gebet zu analysieren (wozu ich es erst mal kennen muss), oder es im religiösen Sinne praktisch an zu wenden...

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kayo1548 27.06.2014, 22:48
@scben

das stimmt natürlich. Auch wenn das vllt auf den ersten Blick ähnlich aussieht ist die Heransgehensweise alleine von mentalen und der Zielsetzung her anders.

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Der Lehrer kann z.B. verlangen, dass ihr euch ordentlich hinsetzt und die Hände faltet oder so! Dass jeder dass Gebet mitspricht, kann man natürlich nicht erzwingen! Der Kedira und der Özil singen ja auch immer die Nationalhymne nicht mit! Aber sie stellen sich wenigstens ordentlich mit in die Reihe!

earnest 07.07.2014, 12:20

Wie bitte? Der Lehrer kann verlangen, daß jemand die Hände faltet???

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HugoGuth 07.07.2014, 12:33
@earnest

Ich habe geschrieben "oder so"! Es geht auch, dass man sie auf den Tisch legt etc.! Religionsunterricht ist auch eine religiöse Veranstaltung! Es ist ja kirchlicher Unterricht, keine "Konfessionskunde"!

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Cockbert 07.07.2014, 21:56
@HugoGuth

Um ehrlich zu sein haben "religiöse Veranstaltungen" in der Schule wenig verloren. Die Lehrer können ja nicht wissen wer an was glaubt.

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HugoGuth 08.07.2014, 09:30
@Cockbert

Das Thema wird immer wieder diskutiert! Die Kirchen haben aber aufgrund der geltenden Konkordate das Recht, konfessionellen Religionsunterricht in der Schule zu erteilen!

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Ich persönlich bin ziemlich atheistisch veranlagt, schreibst du.

Eine atheistische Veranlagung gibt es nicht. Jeder Mensch ist von Geburt an Heide, kennt nichts von Gott und Religion. Wenn er nichts dazu lernt, zum Glauben an einen Gott kommt, bleibt er Heide. Du hast die Möglichkeit in unserem Kulturkreis dazu zu lernen. Viele in der Dritten Welt habe diese Möglickeit nicht.

nein darf er nicht musst ihm einfach sagen mach ich nicht muss dich weigern dass zu machen

Nur weil du es gehört hast, heißt es nicht das es wahr ist. Man kann viel hören wenn man die Ohren weit öffnet. Aber wenn es stimmt geht es natürlich überhaupt nicht.

Religionsfreiheit - man darf glauben oder nicht glauben was man will und das auch leben. Dazu gezwungen werden kann keiner.

Kurz gesagt: Nein, das darf er nicht. In Deutschland herrscht Religionsfreiheit. Dazu gehört auch, dass niemand gezwungen werden darf, gegen seinen Willen religiöse Handlungen auszuüben.

Einen Dreck darf er!,Ich würde mich auf jeden fall beschweren gehen.

Seit wann zwingen Religionslehrer denn zum Beten? Auf was für einer Schule bist du? Diese Fragen meine ich ernst, ich kann mir die Situation irgendwie schlecht vorstellen...

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