Darf der Gerichtsvollzieher Sachen pfänden die meinem Freund gehören?

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  1. Was geschieht mit den Gegenständen in der Wohnung, die dem Schuldner/der Schuldnerin gar nicht gehören ?

Wenn der Schuldner bzw. die Schuldnerin mit einem Partner zusammen wohnt oder in einer Wohngemeinschaft lebt, sollte dies dem Gerichtsvollzieher unbedingt sofort mitgeteilt werden, welche Gegenstände dem Partner, der Partnerin bzw. den Mitbewohnern gehören. Deren Eigentum wird er dann auch berücksichtigen. Besonderheiten gelten allerdings bei Verheirateten. In diesem Fall kann der Gerichtsvollzieher aufgrund der gesetzlichen Vorschriften erst einmal fast alles in dem gemeinsamen Haushalt, was nicht ohnehin unpfändbar ist, pfänden. Davon ausgenommen sind die Gegenstände, die erkennbar nicht dem Schuldner bzw. der Schuldnerin selbst gehören, sondern persönliche Sachen des Ehepartners bzw. der Ehepartnerin sind ( z.B. Uhr).

Sofern der Gerichtsvollzieher dann doch Sachen gepfändet hat, die einem/einer Partner/in ganz persönlich oder einem Dritten gehören, sollten sich diese sofort dagegen wehren.

Zunächst sollte der Eigentümer bzw. die Eigentümerin (d.h. Partner/in oder Dritte) den Gläubiger anschreiben und diesen auffordern, die gepfändete Sache innerhalb der Frist von z.B. einer Woche wieder freizugeben. Um zu beweisen, dass die Sache wirklich nur dem Partner/der Partnerin persönlich oder dem Dritten gehört, müssen dem Brief vorhandene Nachweise beigefügt werden. Als Eigentumsnachweis bietet sich u.a. der Kaufbeleg der gepfändeten Sache oder eine Eidesstattliche Versicherung an, entweder vom Eigentümer bzw. der Eigentümerin selbst oder im Falle einer geschenkten Sache z.B. von demjenigen, der die Sache geschenkt hat.

Reagiert der Gläubiger darauf nicht, kann der/die Eigentümer/in den gerichtlichen Weg einschlagen (sog. Drittwiderspruchsklage). Allerdings ist auch hierbei wiederum schnelles Handeln nötig. Um die mögliche Versteigerung der Sache zu verhindern, sollte beim örtlich zuständigen Amtsgericht eine einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung beantragt werden. Gegenstände (z.B. Videorecorder), die dem/der Schuldner/in noch nicht gehören, weil sie auf Raten gekauft wurden, können grundsätzlich auch vom Gerichtsvollzieher gepfändet werden. Der Gerichtsvollzieher sollte jedoch auf den Umstand, dass noch Ratenzahlungen ausstehen, unbedingt hingewiesen werden.

entgegen einiger Aussagen hier, ein klares JA. Der Vollzieher ist nicht verpflichtet die Eigentumsverhältnisse zu prüfen. Alles was er im Gewahrsam des Schuldners vorfindet, ist demnach erstmal pfändbar. Es obliegt dir nachzuweisen, dass die entsprechenden Gegenstände tatsächlich jemand anderem gehören. Dazu reicht ein Kaufbeleg nicht aus. Es muß eine namentliche Rechnung sein, oder zumindest anhand von Kontoauszügen (bei Kartenzahlung)nachgewiesen werden.

Hallo,

listet schriftlich sein Eigentum auf und unterschreibt es beide.

Dann kann der Gerichtsvollzieher daran auch nicht mehr rütteln.

Das ist doch Blödsinn im Quadrat. Dann könnte ich ja sagen mein 8-Familienhaus gehört meinem Untermieter aus dem Obergeschoss. So ein Mist !

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@westheim

Genau!

Du laberst grade Mist!

Ein Haus, eine Wohnung oder ein Grundstück sind wohl im Grundbuch eingetragen, also ist dort der Eigentümer eingetragen.

Bei Fahrzeugen ist der Besitzer im Fahrzeugbrief eingetragen.

Demnächst solltest Du vor dem schreiben nachdenken ;-)

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@RuedigerKaarst

eine schriftliche Auflistung, wem was gehört, ist nicht ausreichend. Es zählen nur Rechnungen oder Kontoauszüge.

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