Darf der Arbeitgeber die Arbeitszeit kürzen?

6 Antworten

wenn man keinen Arbeitsvertrag hat

Du hast einen Arbeitsvertrag, nur keinen schriftlichen.

es wurden 7 Stunden damals vereinbart.

Du hast diese 7 Stunden/Tag ja immer gearbeitet und das ist doch nachweisbar.

Darf er die Arbeitszeit einfach so kürzen?

Nein, darf er nicht. Die sieben Stunden täglich sind nachweislich immer erbracht worden und daher die reguläre Arbeitszeit.

Will er Dich jetzt kürzer beschäftigen und gibt Dir nicht genug Arbeit für eine 35-Stunden-Woche, befindet er sich nach § 615 BGB in Annahmeverzug. Er muss Dich dann so bezahlen, als hättest Du gearbeitet. Minusstunden können so nicht entstehen und man muss auch nicht nacharbeiten.

Wenn nicht mehr genug Arbeit da ist, ist das das Betriebsrisiko des AG und nicht Deines.

der Geschäftsführer muss Personalkosten einsparen

Will er das nur bei Dir?

Wie groß ist denn der Betrieb? Wenn es nicht mehr als 10 Vollzeitkräfte sind, kann der AG kündigen, da hier das Kündigungsschutzgesetz nur in wenigen Ausnahmen greift.

Wenn es kein Kleinbetrieb ist und es dem Betrieb nachweislich schlecht geht, sind evtl. betriebsbedingte Kündigungen möglich.

Will der AG Dich nicht kündigen sondern "nur" weniger arbeiten lassen, muss er Dir eine Änderungskündigung aussprechen. Hier gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Du nimmst an und arbeitest zu den neuen Bedingungen
  2. Du lehnst ab und aus einer Änderungskündigung wird eine Beendigungskündigung.
  3. Du nimmst unter Vorbehalt an, arbeitest vorerst zu den neuen Bedingungen und lässt gleichzeitig die Rechtmäßigkeit der Änderungskündigung beim Arbeitsgericht prüfen. Ist die Änderungskündigung nichtig, arbeitest Du weiter zu den bisherigen Vereinbarungen.

Bei 2. und 3. muss aber innerhalb von drei Wochen Klage beim Arbeitsgericht eingereicht werden. Außerdem gelten auch bei einer Änderungskündigung die vereinbarten Kündigungsfristen. Von "Jetzt auf Gleich" geht also nicht.

Selbst wenn man mit der Änderungskündigung einverstanden wäre, müsste man wenn man z.B. schon acht Jahre im Betrieb arbeitet erst mit der Frist von drei Monaten zum Ende eines Kalendermonats mit der reduzierten Stundenzahl arbeiten.

Woher ich das weiß:
Berufserfahrung

Da dein Arbeitgeber dich anscheinend linken will, solltest du folgendes machen:

- Die Kommunikation mit dem AG erfolgt ab jetzt nur noch SCHRIFTLICH (also auf Papier!) und NACHWEISBAR (d.h. Übergabe gegen Empfangsbestätigung, unter Zeugen oder mittels Einwurf-Einschreiben).

- Nach §2 NACHWG ist der AG verpflichtet binnen 1 Monat nach Beginn des Arbeitsverhältnisses einen SCHRIFTLICHEN Arbeitsvertrag zu erstellen!

- Du mahnt jetzt also SCHRIFTLICH und NACHWEISBAR (siehe oben!) die Erstellung des Arbeitsvertrag (natürlich mit 35h/Woche) beim AG an, setzt eine Frist von 1 Woche und drohst ansonsten rechtliche Konsequenzen an.

- Falls nach 1 Woche kein Vertrag da ist: Zum Amtsgericht gehen und Klage einreichen. Anwalt ist nicht notwendig, du gehst zum Gerichtshelfer und der formuliert das dann aus. Erste Instanz kostet unter 100€, aber wenn dein Chef kein hirnloser Prozess-Kasperle ist, knickt er sofort ein.

- Eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 25h/Woche ist gleichfalls nicht ohne weiteres möglich. Entweder dein Chef macht eine Änderungskündigung oder er meldet Kurzarbeit an. Dann hast du aber u. U. Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

- Wichtig: Auf keinen Fall irgendetwas vom AG unterschreiben ohne die Konsequenzen zu prüfen. Außerdem besonders genau und gründlich arbeiten, damit der AG keine Gründe für eine Kündigung findet. Und sich nicht provozieren lassen, sondern ruhig und professionell bleiben.

- Zu guter Letzt: Schon mal nach einem neuen Job suchen - es gibt auch ehrliche Chefs.

Woher ich das weiß:
eigene Erfahrung
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Da war doch noch was: Wie groß ist der Betrieb? Ab 5 AN kann ein Betriebsrat gegründet werden - falls es noch keinen gibt.

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Wir sind glaub 9 Arbeitnehmer und dann noch 4 die einfach nur gemeldet sind und lohn bekommen aber nicht hier arbeiten

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@Traberli

In diesem Fall mal bei den Kollegen nachfragen und wenn die auch solche Probleme haben: Betriebsrat gründen.

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Du hast einen mündlichen Arbeitsvertrag und der ist so gültig wie ein schriftlicher. Auch beim Nachweis sehe ich keine Probleme, denn du hast ja dein Gehalt überwiesen bekommen, aber auch einen Abrechnung bekommen.

So lässt sich nachweisen, dass 7 Stunden vereinbart wurde und soviel muss es auch in Zukunft geben, eine Reduzierung auf 5 Stunden geht nur mit deinem Einverständnis.

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Der Arbeitgeber ist doch verpflichtet den AN für 8 Stunden zu beschäftigen? Wenn er das nicht kann, kann er nicht den AN benachteiligen. Dann sitzt der AN seine restliche Zeit ohne Beschäftigung ab, oder der AG schenkt dem AN die restliche Zeit?! Aber einfach eine 6 Tage Woche draus zu machen um die Stunden wieder rein zu holen?!

Dazu muss gesagt werden, das der AG sein Geschäft 12h offen hat und somit in Schichten arbeitet. Aber alle AN arbeiten in Teilzeit, nur der Azubi arbeitet in Vollzeit. Was den AG scheinbar nicht interessiert und den Azubi auch auf Teilzeit einsetzt.

Diese Infos habe ich noch gefunden.

Minusstunden

http://www.azubi-azubine.de/mein-recht-als-azubi/arbeitszeit.html#Arbeitszeit%20f%C3%BCr%20Vollj%C3%A4hrige

"Wenn Auszubildenden Minusstunden aufgeschrieben werden, ist das in der Regel nicht rechtens. Auch hier gilt laut Berufsbildungsgesetz: Azubis sind keine normalen Arbeitnehmer - sie sind im Betrieb um zu lernen. Sie haben ein Recht darauf, ihre tägliche Arbeitszeit auch im Betrieb zu verbringen. Werden sie also zum Beispiel nach Hause geschickt, weil wenig los ist, ist dies als eine bezahlte Freistellung zu werten, und es entstehen keine Minusstunden. So steht es auch im Berufsbildungsgesetz § 19: Entfällt die Ausbildung, ohne dass der Azubi etwas dafür kann, dürfen ihm keine Minusstunden anrechnet werden!"

Was dann bedeuten würde, das der Azubi nie unter 8 Stunden pro Tag angerechnet werden dürfte!?

"Wenn im Ausbildungsvertrag eine geringere Arbeitszeit als 48 Stunden und eine Fünf-Tage-Woche angegeben sind, gilt laut Günstigkeitsprinzip diese Regelung."

Was dann bedeutet, das der Azubi den 6 Arbeitstag ein andermal Frei bekommen müsste?!

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