Darf der alte Arbeitgeber beim neuen Arbeitgeber anrufen?

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10 Antworten

Hallo!

Na ja....Anrufen darf er natürlich. Aber der alte Arbeitgeber darf natürlich keine Auskünfte geben, die die Persönlichkeitsrechte des ehemaligen Angestellten verletzen, wegen Datenschutz und so.

Solche Anrufe werden aber sehr oft getätigt, wenn man sich in einem neuen Betrieb beworben hat. In den Branchen, kennt man sich sehr oft. Aber außer den beiden beteiligten, weiß natürlich niemand, was da genau besprochen wurde. Und so hat der Bewerber, bzw. der Angestellte, keine Möglichkeiten, zu beweisen, ob gegen den Datenschutz verstoßen, und/oder seine Persönlichkeitsrechte verletzt wurden.

Solche Anrufe kommen oft, wenn das Arbeitszeugnis, nicht ganz eindeutig ist.

Was deine Freundin angeht, wurde sie ja eingestellt. Offenbar wurde das Zeugnis nicht verlangt, oder es war nicht ersichtlich, dass es einen Grund, für eine fristlose Kündigung gab.

Das sie jetzt denunziert wurde, ist natürlich, ein ganz schlechter Stil. Ob sie jetzt Angst, vor einer Kündigung, haben muss, ist für Außenstehende, schwer zu beurteilen.

Eine Unterschlagung, bei einem früheren Arbeitgeber, wäre ein Grund sie nicht einzustellen, aber nicht sie jetzt zu kündigen. Aber die Frage ist, ob sie zum Beispiel falsche Angaben gemacht hat. Was die Frage nach Straftaten, oder dem Ausscheiden, beim früheren Arbeitgeber betrifft. Da könnte man schon argumentieren, dass dadurch ein Vertrauensverhältnis erschüttert ist, und zumindest eine fristgerechte Kündigung aussprechen.

Wenn sie noch in der Probezeit ist, kann man sie ja auch ohne Probleme, wieder los werden. Aber wenn sie die hinter sich hat, wird es schwer, einen vernünftigen Grund, zu benennen. Arbeitsgericht wäre dann eine Möglichkeit.

Man könnte dann Kündigungsschutzklage einreichen. Bei einem Prozess beim Arbeitsgericht könnte dann natürlich auch die Frage auftauchen, woher der neue Arbeitgeber, seine Informationen hatte.

Fakt ist: Solche Informationen dürfen nicht gegeben werden. Aber Tatsache ist auch: So etwas passiert, und es ist sehr schwer zu beweisen.

Wenn der neue Arbeitgeber halbwegs menschlich ist, wird er sie zwar im Auge behalten, wird sie aber weiter beschäftigen, wenn sie sich bisher nichts zu Schulden kommen ließ, und so gute Leistung zeigt, wie du schreibst.

LG :-)

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Kommentar von ts0495
23.06.2016, 13:26

Du scheinst dich in dem Bereich relativ gut auszukennen  deswegen spreche ich dich nochmal an.

Tatsächlich ist es so das es nur ein Aushilfsjob ist den sie aber dringend braucht. Sie ist erst seit 1 Monat da und hat sich nichts zu schulden kommen lassen. glaubst du man kann den alten Arbeitgeber anschreiben und den darauf hinweisen das er dies unterlassen soll? oder wäre das unklug ?

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Kommentar von DerHans
23.06.2016, 13:34

Wenn der neue Chef jetzt die Tatsachen kennt, wird er sicher nicht so dumm sein, das als Kündigungsgrund anzugeben.

Wahrscheinlich gibt es hier aber noch eine Probezeit, und damit muss überhaupt keine Begründung geliefert werden.

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Arbeitgeber sind auch Privatleute. Niemand kann ihnen verbieten, miteinander Kontakt aufzunehmen.

Wenn der ehemalige AG die Unwahrheit verbreiten würde. kann sie sich dagegen wehren. 

Tatsachen darf JEDER verbreiten.

Übrigens, 

dass sie sich jetzt ins Zeug gelegt hat, könnte man auch so auslegen, dass sie sich so am besten nach "neuen Gelegenheiten" umsehen kann.

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Kommentar von ts0495
23.06.2016, 13:35

Also dürfte der alte Arbeitgeber überall anrufen und das sagen ? Also somit muss sie immer Angst haben ohne Job und einkommen da zu stehen? oder gibt es irgendwo eine Grenze ab wann der alte Arbeitgeber nicht mehr so einfach diese Sache ausplaudern kann? Sprich nach einer bestimmten anzahl an Jahren? Gilt es nicht irgendwann als rufschädigend?

und was genau meinen Sie mit "nach "neuen Gelegenheiten" umsehen"? Kann man ihr das schlecht auslegen?

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Kommentar von zippo1970
23.06.2016, 13:48



Tatsachen darf JEDER verbreiten.

Rein rechtlich gesehen, begibst du dich, glaube ich, mit diesem Satz, auf relativ "dünnes Eis".

Warum muss ich dann, wenn ich ein Arbeitszeugnis schreibe, so genau auf meine Formulierungen achten? Und beschreibe, nicht klar die Tatsachen, der Arbeitsleistung, und des Verhaltens? Und warum darf ich nichts schreiben, was meinem ehemaligen Arbeitnehmer, schaden könnte?

Und im persönlichen Gespräch, darf ich dann alles so darstellen, wie es aus meiner subjektiven Sicht, den Tatsachen entspricht?

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Wer nicht Dumm ist, kann solche Sachen schon aus dem Arbeitszeugnis erfahren.Wenn Leute bei einer Bewerbung das letzte Abseitszeugnis nicht beilegen, frage ich gleich, ob ich den Ex Arbeitgeber mal kontaktieren darf.Verneint der Bewerber das, hat er Pech gehabt.

Aber der Fall ist ja noch anders. Aus Rachegelüsten darf ich nicht den neuen Arbeitgeber meines Ex Mitarbeiters über solche Sachen informieren. Allerdings wird das schwer zu beweisen sein.

Der Bewerber darf allerdings auch keine falschen Angaben zum Kündigungsgrund machen, damit ist eine sofortige, Fristlose Kündigung gerechtfertigt.

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Kommentar von Xipolis
23.06.2016, 16:34

Wenn Leute bei einer Bewerbung das letzte Abseitszeugnis nicht beilegen, frage ich gleich, ob ich den Ex Arbeitgeber mal kontaktieren darf.Verneint der Bewerber das, hat er Pech gehabt.

Wenn ich mich bei Dir bewerbe kann ich doch noch gar nicht das Zeugnis meines aktuellen Arbeitgebers beifügen. Und ein Kontaktieren ist alleine deshalb nicht gewünscht, damit der aktuelle Arbeitgeber nichts von meinen Wechselabsichten erfährt.

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Anrufe in umgekehrter Richtung kommen regelmäßig vor, obwohl auch das datenschutzrechtlich - naja - bedenklich ist. Dass der alte AG beim neuen anruft kommt glaube ich eher selten vor.

Wenn der alte AG von sich aus über diesen Diebstahl berichtet hat, ist auch das datenschutzrechtlich nicht zulässig. Das Problem dürfte für deine Freundin aber sein, wie sie nachweisen kann.

Interessant wäre noch zu wissen, ob deine Freundin wegen des Diebstahls vorbestraft ist oder ob es zumindest ein Ermittlungsverfahren gab. Wenn jemand im Verkauf tätig ist und wegen Diebstahls verurteilt wurde, wäre das ein Grund ihn/sie nicht einzustellen. Der potenzielle AG darf - je nach Aufgabengebiet der offenen Stelle - u. U. danach fragen und man wäre verpflichtet, wahrheitsgemäß zu antworten. Tut man das nicht und kommt das später raus, könnte der AG den Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten oder kündigen.

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Kommentar von ts0495
23.06.2016, 16:01

Was ist wenn meine Freundin sich anwaltliche Hilfe suchen würde und den neuen Arbeitgeber auffordern schriftlich zu erläutern das der Ex-Arbeitgeber von selbst auf den neuen Arbeitgeber zuging und was genau er gesagt hat? glauben sie das würde helfen?

Als sie erwischt wurde hat der alte Arbeitgeber ihr versichert das er keine Anzeige stellt. Bei dem Bewerbungsgespräch des neuen Arbeitgebers wurde auch nichts der gleichen gefragt. Bevor sie dann den Vertrag des neuen Arbeitgebers unterschreiben sollte musste sie noch ein Formular ausfüllen. Dort war eine Frage wo ungefähr sowas stand: Haben sie eine Vorstrafe/Verurteilung was ihr Arbeitgeber wissen sollte hinsichtlich dieser Branche.
Nun hat sie jetzt doch eine Vorladung von der Polizei bekommen das gegen sie ermittelt wird. (Sprich es läuft noch ein Verfahren gegen sie)

Sie hat die Frage damals mit nein beantwortet  weil sie keine Vorstrafe hatte und weil sie davon ausgegangen ist das keine Anzeige mehr gestellt wird... könnte ihr das probleme bereiten?

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Ist der Anruf beim alten Arbeitgeber überhaupt erlaubt?

Die erste Frage, die sich Bewerberinnen und Bewerber in diesem
Zusammenhang stellen, lautet meist "Darf ein neuer Arbeitgeber überhaupt
beim früheren Arbeitgeber anrufen, um Auskünfte einzuholen?".

Eine eindeutige gesetzliche Regelung gibt es hier leider nicht. Allerdings gilt das Recht auf informationelle Selbstbestimmung,
aus dem sich ergibt, dass in Deutschland jeder Einzelne selbst über die
Preisgabe und die Verwendung seiner personenbezogenen Daten bestimmt.

Weiter wird auf das "Umittelbarkeitsgebot" verwiesen, wonach
personenbezogene Daten unmittelbar beim Betroffenen erhoben werden
sollen.

Daher ist davon auszugehen, dass ein Anruf beim früheren Arbeitgeber ohne Einwillung des Bewerbers nicht zulässig ist. Auch wenn zu beobachten ist, dass in der Bewerbungsrealität dennoch häufig ohne ausdrückliche Zustimmung angerufen wird.

https://www.karriereakademie.de/karriereblog/darf-der-neue-arbeitgeber-sich-beim-alten-erkundigen

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Kommentar von DerHans
23.06.2016, 13:41

Man kann zwar in eine Bewerbung einen Sperrvermerk gegen den bisherigen Arbeitgeber einfügen - der gilt aber nur um Schwierigkeiten WEGEN der Wechselabsicht zu vermeiden.

Aber direkt verhindrn, dass der neue Arbeitgeber Auskünfte einholt, kann man nicht wirklich.

Auch Arbeitgeber gehen u.U,. zusammen kegeln oder mal ein Bier trinken.

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Wüsste nicht, dass es verboten ist, es muss aber der Wahrheit entsprechen. Zudem ist es ja auch so, dass die meisten Unternehmer einannder gut kennen, und sich dahingehend auch verständigen.

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Prinzipiell darf man bei jedem anrufen.

Dass neue Chefs den alten anrufen, um sich über die Qualitäten eines Bewerbers zu informieren, kommt gar nicht so selten vor und ist absolut üblich.

Dass ein alter Chef den neuen anruft, kann allerdings kritisch sein. Immerhin hat der alte Chef die Gelegenheit, sich über die Kündigungsgründe o.ä. im Arbeitszeugnis zu äußern.

Wenn er sich erst später und auch pro-aktiv ohne Anfrage des neuen Chefs an diesen wendet um deiner Freundin zu schaden, kann er sich sehr wahrscheinlich schadenersatzpflichtig machen, wenn ihr dadurch Nachteile entstehen. Wie fände es der alte Chef, wenn sie sich vor seinen Laden stellen würde und jedem Interessenten, der in seinem Laden etwas kaufen will, erzählt, was er für ein Arbeitgeber ist?

Das würde ich aber auf jeden Fall von einem Rechtsanwalt klären lassen!! (Ich bin natürlich keiner, und obiger Text spiegelt nur meine Meinung wider...)

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Ja, das dient ja auch dem Schutz vor Betrügern im allgemeinen Sinne, dass sich betroffene Unternehmen mit dem neuen Arbeitgeber verständigen.

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Ich kenne kein Gesetz oder keinen Paragraphen, der Ihm das verbietet. Er darf halt keine Lügen verbreiten.

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