Chemiestudium: Periodensystem auswendig lernen?

13 Antworten

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Natürlich muß man im Chemiestudium zu jedem Element die Gruppe und die Nachbarn oben, unten, links und rechts wissen. Sonst kommt man durch keine Anorganik-Prüfung (die Lanthanoiden kann man auslassen, außer die Vor­tragenden haben ein Faible dafür).

Soweit die schlechte Nachricht. Es gibt aber auch eine gute: Das gehört zu den einfachsten Dingen, die man im Chemie­studium lernt.

Du brauchst als Chemiker eine hübsche Portion Mathematik, damit Du die abstrakten partiellen Differenziale in der Thermo­dynamik und die ziemlich haarigen Formalismen the Quanten­mechanik verstehst, ganz zu schweigen von der Fourier-Trans­formation, die immer dann auftaucht, wenn Licht mit Materie wechsel­wirkt (also überall in der Spektroskopie).

Du brauchst ein ziemliches Gedächtnis für Detailwissen, wenn Du zu jedem chemischen Element seine diversen typischen Reaktionen lernst (das Perioden­system, gelernt an einem halben Nach­mittag, wird Dir dabei eine ziemliche Hilfe sein). Oder die unzähligen Namens­reaktionen und verzwickten Reaktions­mechanis­men der Organischen Chemie, die zwar grob einigen wenigen Mustern folgen, aber im Detail immer wieder Über­raschun­gen präsentieren. Von der Bio­chemie red ich gar nicht erst.

Im Chemiestudium haben Knallen und Stinken durchaus ihren Platz. Aber da gibt es noch viel, viel mehr.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Chemiestudium mit Diss über Quanten­chemie und Thermodynamik

Man sollte sich davon aber nicht abschrecken lassen. Das alles, was hier erwähnt wird, musst du nicht schon nach zwei Semestern beherrschen. Das wird dir alles Stück für Stück beigebracht und wenn man am Ball bleibt, ist es gut schaffbar.

Mit Auswendiglernen allein kann man das Studium nicht schaffen. Verständnis ist ein muss. Und das sture Auswendiglernen, wie das PSE, hält sich in Grenzen.

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Hallo, eine kurze Zusatzfrage:

Ich habe momentan ein bisschen Zeit, und wollte fragen welche Werte ausser der Position (Gruppe, Nachbarn, ect) denn sonst noch sinnvoll oder notwendig zu lernen wären? Also Zeug wie Atommasse, Massezahl, Ionisierungsenergie, Elektronenkonfiguration (also halt stumpf auswendig lernen, im Gegensatz zu "jedes Mal nachdenken"), Oxidationszahlen, ect.?

Mit sinnvoll/notwendig mein ich, gibts einen Punkt wo man diese Infos denn wirklich exakt auswendig kennen muss oder wo das nützlich wäre (ala Mangan, 54.938049, etc)?

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@Gaiwa

Oxidationszahlen und Aggregatzustand sind sinnvoll, den Rest sieht man nach.

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Jetzt wundere ich mich schon über die Antworten (Ausnahme die von indiachinacook). Kein Mensch muss das PSE auswendig lernen, auch dann nicht wenn er/sie Chemie studieren will. Dieses Tabellenwerk steht heute doch in jeglicher Form ständig zur Verfügung. (per Internet mittels PC,Smartphone usw.) Zu meiner Zeit gabs das alles nicht. Das PSE konnte ich trotzdem auswendig, aber nicht, weil ich das gezielt gelernt habe, sondern wegen der täglichen routinemäßigen Beschäftigung damit.

Wir mussten es in mündlichen Prüfungen auswendig können und ich kenne Klausuren aus anderen Unis, wo in Klausuren "imaginäres Schach" aufm PSE gespielt wurde. "Wenn der Springer auf Kohlenstoff steht, welche Elemente kann er erreichen?". Vom fachlichen finde ich das auch nonsense. Wenn schon dann machen vom chemischen Verständnis nur Läufer und Turm Sinn.

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wenn sie es lernt, dann sollte sie es sich nicht mit irgentwelchen eselsbrücken lernen, sonder direkt auswendig, sowohl nach perioden als auch nach hauptgruppen. sonst erfüllt das wissen ja keinen zweck

Jaja ok. Meine freundin hat ihr Studium jetzt inzwischen angefangen und es ist alles halb so schlimm. Sie brauchte die Haupgruppen zu lernen und der Rest kommt nach und nach dazu meint sie. Aber trotzdem danke für eure Antworten!

Mehr oder weniger schon, vllt mit Ausnahme der Actiniden und Lanthaniden. Aber se soll sich darum mal keinen Kopf machen, das kommt im Laufe der Zeit automatisch, weil die Routine und die Teilprüfungen immer wieder auf das PSE abzielen und man sich immer mehr merken kann. Also das PSE sollte jetzt nicht das KO-Kriterium gegen das Chemiestudium sein.

Spannender wäre die Frage, was will sie danach damit machen, denn die wenigsten Chemiker finden eine Job in der Chemiebranche, in der Forschung/Entwicklung oder im Labor, darüber sollte sie sich im Vorfeld bewußt sein...

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