Deine Vorschläge sind weitgehend OK. Aber wenn Du einen Objektsatz oder eine Infinitivgruppe anschließt, dann empfehle ich ein es im Hauptsatz:

In Deutschland hat es Tradition, die Wahrheit zu sagen.
In Deutschland ist es Tradition, die Wahrheit zu sagen.

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Gibt es eine bessere Übersetzung für Bundesrepublik Deutschland als Federal Republic of Germany?

Die offizielle internationale Übersetzung für "Bundesrepublik Deutschland" ist "Federal Republic of Germany". Und sowohl technisch, juristisch als auch vom Sinn her ist das wohl auch die richtige und sinnige Übersetzung, aber ich dachte mir schon öfters, dass das deutsche Wort "Bund" dennoch etwas mehr aussagt bzw. eine etwas andere Konnotation hat als das sehr technisch-politische Wort "federal".
Das deutsche Wort "Bund" hat ja sehr deutlich etwas von "Bündnis", was dem Englischen "alliance" näher kommen würde, aber "Bund" hat auch etwas von einer Gemeinschaft in Richtung "community" oder "union".
Das Wort "Bund" wird im deutschen aber insbesondere auch bei sehr emotionalen Themen benutzt wie "Bund der Liebe" oder "Bund für's Leben" schließen bei einer Heirat.
Damit hat das deutsche Wort "Bund" in "Bundesrepublik Deutschland" für uns Deutsche noch mal viel mehr Bedeutungs- und Konnotationsebenen als das sehr technische Wort "federal", was ja eigentlich nur das politische System an sich beschreibt, hat.

Wahrscheinlich gibt es einfach keine 100%ig gute englische Übersetzung für unser Wort "Bund", aber könnte man eine Übersetzung für "Bundesrepublik Deutschland" finden, die den emotionalen Ebenen des deutschen Wortes näher kommt und gerechter wird als dieser rein technische Begriff "federal"?

Würde mich einfach interessieren und vielleicht gibt es hier ja Leute, die besser Englisch können und da eine Idee hätten :)

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Du schlägst sogar selbst eine realistische Alternative vor: union. Das hat im Engli­schen ein breites Spektrum von emotionalen (union of love) bis politischen Anwen­dungen, z.B. in der Bezeichnung des indischen Ministerrates.

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Ja, Vögel stammen von Dinosauriern ab und sind daher (im modernen biologischen Sprach­gebrauch) auch selbst welche, genauso wie Du unter anderem ein Affe und ein Säu­ge­tier und ein Wirbeltier bist.

Alle Vögel sind untereinander enger verwandt als mit allen anderen Dinosauriern. Vö­gel sind mit manchen Dinosauriern enger verwandt als mit anderen. Z.B. steht Velo­ci­raptor der Vogellinie sehr nahe, Tyrannosaurus ist ein Stück weiter entfernt, Allo­saurus noch weiter. Nichttheropode Dinosaurier wie Apatosaurus, Iguanodon oder Triceratops sind noch weniger mit Vögeln verwandt, und Säugetiere wie wir stehen den Vögeln dann schon ziemlich ferne, aber trotzdem ist die Verwandtschaft noch enger als mit modernen Amphibien oder gar Fischen.

Im letzten Absatz dient das Alter des letzten gemeinsamen Vorfahrens als Maß für den Verwandtschaftsgrad. Wenn ich also z.B. Sage, daß Du enger mit einem Schim­pan­sen verwandt bist als mit eiem Gorilla, dann bedeutet das strikt, daß der letzte ge­mein­sa­me Vor­fahre von Dir und einem Schimpansen später gelebt hat als der letz­te ge­mein­sa­me Vor­fahre von Dir und einem Gorilla.

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Dein Argument setzt voraus, daßs die Menge an Gold im Erebor so groß ist, daß sie zumindest die Größenordnung der Summe aller anderen Goldhorte in Mittelerde er­reicht. Und das ist nicht notwendigerweise wahr, denn die Elben und andere Zwergen­gruppen haben ja auch fleißig gebunkert.

Natürlich muß Dáin aufpassen, daß er nicht zu viel Gold gleichzeitig auf den Markt wirft, aber bei der bekannten Geizigkeit der Zwerge sehe ich das nicht als große Ge­fahr.

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Möglicherweise, aber der Teufel steckt im Detail.

Zuerst einmal: Masse und Energie sind im Kontext der Relativitätstheorie dasselbe, man kann also ebensogut von negativer Energie sprechen. Das ist auch die bessere Wahl, weil man damit ein Mißverständnis vermeidet: Es gibt absolut keinen Hinweis darauf, daß es „Teilchen“ mit negativer Masse geben könnte. Insbesondere haben Antiteilchen wie Positronen oder Antiprotonen dieselbe positive Masse wie Elektro­nen und Proto­nen. Ihre gravitative Wirkung ist zugegebenermaßen noch nie gemes­sen worden, aber trotzdem zweifelt niemand daran, daß sie positiv sein muß.

Trotzdem könnte es so etwas wie negative Masse/Energie geben, also irgendein Ding, das zu gewöhnlicher Materie eine gravitative Abstoßung statt Anziehung zeigt. Die­ses Ob­jekt könnte in der Raumzeit selbst stecken. Nach allen theoretischen Über­le­gun­gen soll­te das Vakuum eine sehr viel Energie und deshalb auch Masse haben und sich selbst anziehen, aber das beo­bach­tet man in der Natur nicht. Eine Möglich­keit zur Er­klä­rung wäre es, zu ver­mu­ten, daß sich noch eine zweite Art von Energie im Va­ku­um ver­steckt, die selbst negativ ist und die die positive Energiekomponente genau oder fast genau wegkompensiert.

Wenn das so ist, dann besteht sogar eine geringe Hoffnung, daß man diese beiden Kom­ponenten trennen kann, also Volumina mit negativer Masse künstlich herstellen kann, z.B. über den Casimir-Effekt.

Andererseits ist das alles Spekulatius. Denn zuerst hatten wir eine Theorie, die eine ho­he Masse für das Vakuum vorhersagt. Da das experimentell nicht stimmt, postu­lier­te ich, daß es zusätzlich noch eine negative Energie im Vakuum gebe könnte, die aus un­bekannten Gründen für eine Gesamtenergie von ganz knapp an Null sorgt. Das ist ein aus dem Hut gezogenes Argument, und niemand muß es glauben; es kann ge­nau­sogut sein, daß die Erklärung ganz anders aussieht. Z.B., daß wir nicht ver­ste­hen, wie das Vakuum funktioniert oder daß wir nicht verstehen, wie die Gra­vi­ta­tion funk­ti­on­iert, und das klingt sogar ein Stückchen plausibler.

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CH₃–CH₂–CO–H                     Propionaldehyd, Propanal

CH₃–CH₂–CH₂–CO–H              Butyraldehyd, Butanal

CH₃–CH₂–CH₂–CH₂–CO–H     Valeraledehyd, Pentanal

(natürlich gibt es auch noch verzweigtkettige Isomere dazu)

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Gemeint ist: Länder bzw. Leute, die von der Aufklärung beeinflußt sind.

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So ein Alkanal besteht aus einem Alkylrest (also einem Alkan, dem ein H fehlt) plus der Aldehydgruppe. Ein Alkan hat die Summenformel CₙH₂ₙ₊₂, ein Alkylrest ist also CₙH₂ₙ₊₁, und für die Aldehydgruppe kommen noch je ein H, C und O dazu, das macht dann insgesamt Cₙ₊₁H₂ₙ₊₂O, und damit das hübscher aussieht, ersetzen wir n+1 durch m (und entsprechend 2n+2 durch 2m) und benennen das m wieder zu n um: CₙH₂ₙO.

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Im Gleichgewicht sind die Konzentrationen aller Produkte und Edukte stationär, än­dern sich also nicht mit der Zeit. Wenn Du die Reaktionsgeschwindigkeit makro­sko­pisch (also über die Konzentrationen) definierst, dann sind sie im Gleichgewicht Null, also „steht“ die Reaktion.

Mikroskopisch kann sich aber noch sehr viel tun, weil hin- und Rückreaktion ja noch ab­laufen, möglicherweise sogar mit sehr hoher Geschwindigkeit. Meist nennt man das aber nicht Reaktionsgeschwindigkeit, sondern spricht z.B. von der Umsatzzahl (turn­over rate), also der Anzahl an Reaktionscyclen, die ein Molekül im Durchschnitt pro Zeit ein­geht. Das kann man mit verschiedenen Verfahren messen, z.B. über Isotopen­aus­tausch oder spektroskopisch.

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  1. Wasserstoff kommt in der Praxis als H₂ vor
  2. Wenn sich irgendwo einzelne H-Atome bilden, dann reagieren sie sofort mit irgendetwas, notfalls miteinander (das gibt dann H₂).
  3. Also ist die Bildung von H₂ aus 2 H exotherm, sonst würde sie ja nicht ablaufen
  4. Also ist die Umkehrreaktion davon (Die Spaltung von H₂ in 2 H) endotherm.
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Du willst V=2350 ml Lösung c(MgCl₂)=4 mol/l herstellen (M=95.211 g/mol). In dieser Suppe sind n=cV=9.4 mol MgCl₂ enthalten, das sind m=895 g.

Die Masse dieser Lösung beträgt mₜₒₜ=Vρ=2385 g, davon sind m=895 g reines MgCl₂, also ist der Massenanteil w=m/mₜₒₜ=37.5%.

Die m=400 g Lösung enthalten w=37.5% MgCl₂, das sind m(MgCl₂)=wm=150 g MgCl₂, der Rest ist Wasser, also m(H₂O)=250 g. Dazu kommen noch m(HCl)=120 g HCl, die Ge­samtmasse ist also jetzt mₜₒₜ=520 g. Die Massenanteile sind w(X)=m(X)/mₜₒₜ, also w(MgCl₂)=28.9%, w(H₂O)=48.1% und w(HCl)=23.1%.

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Propansäure ist eine schwach Säure, einen Hauch schwächer als Essigsäure. Du weißt doch, wie man den pH einer schwachen Säure in verdünnter Lösung ausrech­net? Dazu gibt es eine einfache Näherungsformel

wobei c₀=0.1 mol/l die Einwaagekonzentration der Säure ist. Das solltest Du leicht um­formen können, um Kₐ bzw. pKₐ=−lg(Kₐ) aus dem pH zu berechnen. Als Lösung soll­te ungefähr 4.84 herauskommen.

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Die drei Wörter brauchen, Brauch und Gebrauch sind miteinander verwandt (die bei­den Substantiva sind vom Verb abgeleitet). In den Details lauert aber Komplexität.

Im Zentrum steht natürlich das Verb, das althochdeutsch brūhhan hieß und ‘verwen­den, konsumieren’ bedeutete. Es hat Verwandte in allen germanischen Sprachen, z.B. das heute seltene englische brook oder holländisch bruiken. In der weiteren Ver­wandt­schaft steht lateinisch fruī ‘genießen’ (davon kommt Frucht). Die Bedeutung ‘verwen­den’ hielt sich bis ins 17. Jahrhundert, und wandelte sich ausgehend von der Verwendung in negativen Sätzen (ich verwende etwas nicht heißt ja oft dasselbe wie ich be­nöti­ge es nicht) zu ‘benötigen’.

Das Substantiv Brauch ist etwas älter als dieser Bedeutungswandel (14. Jhd) und be­deu­tete zu­nächst nur ‘Verwendung’. Wie es die heutige Bedeutung ‘Sitte, Tradition’ be­kom­men hat, sehe ich nicht ganz. Das Wörterbuch von Kluge schlägt vor, daß da­bei Wen­dun­gen wie rechter Brauch (=richtige Verwendung) oder unser Brauch (=so wie wir es immer machen) eine Rolle gespielt haben könnten.

Das Verb gebrauchen bzw. der davon abgeleitete Gebrauch hat die ursprüngliche Be­deu­tung von brauchen erhalten. Im Mittelalter konnte man die Silbe ge- jedem Verb vor­an­stel­len, wenn man das Resultat der Handlung betonen wollten; also bedeutete ge­brau­chen ein­fach ‘zu einem bestimmten Zweck verwenden’, und das ist ja fast das­selbe, was es heute auch tut. Beachte aber, daß Gebrauch im Plural meist syn­onym mit Brauch in der modernen Bedeutung ist („Die Sitten und Gebräuche der Klin­go­nen” = wie die Klingonen eben so leben) und nur selten mehrere Arten von Ver­wen­dung ausdruckt.

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Faustregel: CN⁻ koordiniert mit dem C zum Metall. Bei einfacher Koordination ist das immer so (zumindest weiß ich ein Gegenbeispiel), aber die Festkörperstrukturen vieler Cyanide und Cyanokomplexe enthalten zweizähniges CN⁻, z.B. AgCN (lineare Ketten vom Typ …AgCNAgCN…) und das Berliner Blau (Würfel mit Eisen an den Ecken und CN⁻ als Kanten, mit Lücken, wobei das Fe³⁺ als harte Lewis-Säure mit dem N und das weichere Fe²⁺ mit dem C koordinieren).

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pH=6.98

Das ist nicht ganz einfach auszurechnen, und ich will jetzt nicht ins Detail gehen, wie man das macht. Aber Du siehst, daß der Wert sehr knapp an 7 liegt, und das war eigent­lich zu erwarten: In reinem Wasser beträgt ja c(H₃O⁺)=10⁻⁷ mol/l (entspricht pH=7), und wenn man nach 10⁻⁸ mol/l zusätzliche H₃O⁺ dazugibt, dann sind das ja nur 10% der bereits vorhandenen Menge, also wird sich der pH nicht viel ändern. Be­achte aber, daß sie korrekte Antwort nicht c(H₃O⁺)=1.1⋅10⁻⁷ mol/l beträgt, sondern nur 1.05⋅10⁻⁷ mol/l.

Vermutlich erwartet Dein Lehrer, daß Du pH≈7 antwortest, das ist gut genug. Für eine 10⁻⁷ mol/l HCl bekommt man übrigens pH=6.79 heraus.

(Ja, in der Praxis wird eine solche Lösung natürlich sowieso CO₂ aus der Luft lösen und dadurch merklich sauer reagieren, geschätzt pH≈6.)

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gravierend kann das aktive Partizip von gravieren sein — zu diesem Verb hibt es einen Haufen Substantive wie die Gravur (=der Vorgang des Gravierens oder das Resultat dieses Vorgang), der Graveur (jemand, der graviert) oder natürlich auch Zusammen­setzungen wie die Gravierarbeit.

Das Verb gravieren bedeutet natürlich ‘eine Verzierung in Form von geritzten Sym­bolen oder Ornamenten auf einer Oberfläche anbringen’ und hängt vermutlich ir­gend­wie mit dem deutschen Verb graben zusammen. Die Lautgestalt läßt sich nur erklären, wenn man annimmt daß das Wort über eine Fremdsprache ins Deutsche ge­kom­men ist (Fran­zösisch oder Holländisch sind die aussichtsreichsten Kandida­ten).

Andererseits gibt es noch das Adjektiv gravierend, von lat. gravis ‘schwer’ und ver­mut­lich auch übers Französische eingewandert. Es bedeutet ‘schwerwiegend, be­sorg­nis­erre­gend’ und steht im Deutschen allein allein da, hat also kein davon ab­gelei­te­tes Sub­stantiv, obwohl man es natürlich substantivieren kann: Das Gravieren­de an der Si­tua­tion ist uns leider zu spät bewußt geworden (=wir haben zu spät ge­merkt, wie schlimm die Lage wirklich war).

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Die Betonung liegt auf der letzten Silbe (wie bei schnell), das E der letzten Silbe ist kurz (weil ein Doppelkonsonant folgt) und die anderen Es sind kurz, weil sie unbetont sind: Mögliche Aussprachen sind [ɡənəˈʁɛl] oder [ˌɡenəˈʁɛl], also das E in der zweiten Silbe ist auf jeden Fall stark abgeschwächt [ə], das der ersten Silbe kann schwanken: Entweder ist es völlig unbetont und abgeschwächt [ə], oder es es trägt eine eine kleine Nebenbetonung, die die Vokalqualität von [e] erhält.

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