Bis vor zwei Jahren hat man die Dinosauria in zwei Gruppen geteilt: Die Saurischia („Echsenbeckendinosaurier“) und die Ornithischia („Vogelbeckendinosaurier“).

Saurischia haben einen Beckenbau wie Echsen und umfassen die beiden Groß­grup­pen Sauropoda (z.B. Diplodocus, Brachiosaurus und die ganzen Titanosaurier, also größ­ten­teils riesige Tiere mit langen Hälsen und vierbeiniger Fortbewegung), und die Theropoda, das sind die zweibeinigen Raubdinosaurier, von denen auch die Vögel ein Teil sind.

Ornithischia sind einerseits die ganzen zwei- bis vierbeinig laufenden Pflanzen­fres­ser (Ornithopoda: Iguanodon, Hadrosaurier, etc), und andererseits das ganze ge­pan­zer­te Zeug (Thyreophora: Ankylosaurus, Stegosaurus; Ceratopsia: Psittacosaurus, Tri­cerat­ops, Styracosaurus).

Die Einteilung ist uralt, aber paradox: Die Vögel sind also Echsenbeckendinosaurier, die Vogelbeckendinoaurier sind dagegen sang- und klanglos ausgestorben.

Von zwei Jahren kam nun eine neue Studie heraus, die die Theropoden von den Sauro­poden entfernt und näher an die Ornithischia stellt. Diese neue Gruppe heißt jetzt Ornithoscelida, und sie besteht aus Theropoda plus Orthithischia.

Die Saurischia sind dagegen abgemagert und enthalten nur noch die Sauropoden plus die kleine Gruppe der Herrerasaurier (frühe zweibeinige kleine Fleischfresser, von denen man nie so genau wußte, wo sie hingehören).

Sauropodamorpha sind eine Gruppe, die etwas größer ist als Sauropoda. Du kannst Dir das als echte Sauropoden+Sauropodenvorläufer vorstellen. Einer der wenigen be­kann­teren nichtsauropoden Sauropodamorphen (laß Dir das auf der Zunge zer­ge­hen!) ist der Plateosaurus. Für den Hobbyisten bedeuten die beiden Worte fast dasselbe.

Ob sich diese neue Klassifikation in der Praxis bewährt, ist noch nicht klar.

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Chinesische Schriftzeichen sind an die chinesische Sprache gebunden und lassen sich da­her nur mit Krampf auf andere Sprachen übertragen. Im Japanischen wird es ge­­macht (allerdings gemildert durch „Hilfsalphabete“), und im Koreanischen und Việt­namesi­schen war es in der Vergangenheit üblich, wurde aber aufgegeben.

Alphabete wir die Lateinschrift sind viel flexibler und können leichter für andere Spra­chen adaptiert werden. Das gilt übrigens auch für die arabische Schrift (in Ge­brauch in Nord/Zentralafrika, West/Zentralasien für eine Vielzahl miteinander nicht ver­wand­ter Sprachen) und für die kyrillische (verwendet überall dort, wo die Sowjets das Sa­gen hatten: Osteuropa, Kaukasus, Zentralasien).

Die weltweite Verbreitung der Lateinschrift ist natürlich auf den europäischen Kolo­nia­lis­mus zurückzuführen. Hätten die Araber Amerika und Australien „entdeckt“ und be­siedelt, dann würde man dort heute Arabisch schreiben.

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Die Frage so wie hier gestellt ist nicht lösbar — Du mußt die Dichte einer 15%igen HNO₃ kennen, aber Dein Wert ρ=1.513 g/ml bezieht sich auf reine (100%) HNO₃. Der hilft Dir also nicht weiter.

Da ich ∞ schlau bin (oder vielleicht auch nur Google bedienen kann), verrate ich Dir, daß die gesuchte DIchte einer w=15% HNO₃ ρ=1.084 g/ml beträgt. Außerdem werden wir noch die molare Masse brauchen, M(HNO₃)=63.01 g/mol.

Jetzt können wir rechnen: Wir brauchen 4 Liter einer einmolaren HNO₃, darin sind insgesamt 4 mol enthalten. Wir haben eine 15%ige Säure; ein Liter davon wiegt ρ⋅V=1084 g, davon sind 15% also 162 g reine HNO₃, entsprechen n=m/M=2.58 mol. Unsere 15% HNO₃ ist also 2.58 mol/l stark, ums 4 mol HNO₃ zu bekommen müssen wir daher 4/2.58 1.55 Liter dieser Lösung nehmen.

Also: Nimm 1.55 Liter der 15% HNO₄ und verdünne auf 4 l.

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Selbstverständlich. Der pH ist eine intensive Größe, hängt also nicht davon ab, wieviel Lösung Du hast.

Analog gefragt: Wenn Du in einer Flasche 20 ml einer 0.1 mol/l NaCl-Lösung hast und in einer anderen 1 ml einer 0.1 mol/l NaCl-Lösung, welche schmeckt salziger?

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Sieht so aus als ob Dein Freund recht hätte: https://en.wiktionary.org/wiki/%D9%82%D8%AF%D8%B1#Etymology_4

Das bedeutet aber nicht, daß es das Standard-Wort für ‘Schicksal’ wäre.

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Das kannst Du ja leicht mit Newton ausrechnen: F = G m²/r² = m⋅a

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Ja, das Natrid-Ion Na⁻ gibt es. Man kann es bekommen, wenn man Natrium-Metall mit gewissen sehr starken Komplexbildnert („Cryptanden“) umsetzt:

2 Na ⟶ Na⁺ + Na⁻

Normalerweise läuft so eine Reaktion natürlich nicht ab, aber das Na⁺ hat eine so star­ke Bindungsaffinität an die Cryptaden, daß die Reaktion dann doch möglich wird. Salze des Typs [Na(Crypt)]⁺Na⁻ kann man auch als Festkörper isolieren, und es gibt sogar ein H⁺Na⁻, in dem das H⁺ in einem Kryptanden eingeschlossen ist (in der Mitte von 4 N-Atomen, die alle ihr einsames Elektronenpaar zum H⁺ recken).

Solltest Du Schüler sein, dann vergiß das ganze möglichst schnell wieder. Denn es ist sehr leicht möglich, daß Dein Lehrer diese Verbindungen gar nicht kennt und das alles für Blödsinn hält, sie widersprechen ja den üblichen chemischen Faustregeln, die man in der Schule lernt und lehrt.

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Bei jedem Partizip hast Du drei Möglichkeiten, es zu übersetzen: Als Hauptsatz, als Nebensatz oder als Präpositionalfügung. Die vierte Möglichkeit, das Partizip in der Übersetzung einfach beizubehalten, ist meistens nicht so toll (und funktioniert nur fürs participium coniunctum).

Daedalus flog durch die Luft und ermahnte seinen Sohn.

Während Daedalus durch die Luft flog, ermahnte er seinen Sohn.

Auf seinem Flug durch die Luft ermahnte Daedalus seinen Sohn.

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Ja, es handelt sich wirklich um eine Absorption. Wasser ist intrinsisch farbig, genau­so wie Blut oder Himbeersaft, nur eben viel, viel schwächer. Als ich studiert habe, dachte ich, für die Farbe wäre Streuung verantwortlich, aber inzwischen weiß ich es besser.

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Ja, ganz genau: Das galvanische Element liefert Energie durch eine Redoxreaktion, und bei der Elektrolye steckst Du Energie hinein, um die Redoxreaktion in die Gegen­richtung zu zwingen.

Das ist wirklich ganz gleich wie bei einem Stein, der nach unten fällt (und dabei En­ergie freisetzt): Mit einem Motor, also einer externen Energiequelle, kannst Du ihn wieder nach oben schieben.

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Das -e ist das Dativkennzeichen der starken Deklination (also der Substantive, deren Genetiv auf -s endet). Es wurde im Laufe der Entwicklung des Deutschen immer mehr zurückgedrängt; im 19. Jahrhundert war es für einsilbige Substantive noch üblich, aber im frühen 20. Jahrhundert starb es dann ganz aus. Wie oft in solchen Fällen, hat es sich in einzelnen Redewendungen erhalten (Das Kind im Manne), oder auch in er­starr­ten Dativ-Fügungen wie zugrunde.

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Die C≡C-Dreifachbindung ist prinzipiell auch stabil (Ethin dissoziiert ja nicht spon­tan in zwei Moleküle CH). Ethin ist sehr reaktionsfähig gegen Additions­reak­tionen, aber das liegt eher an der Stärke der C–C-Einfachbindung und der CH-Bindungen. Bei der Addition werden es ja mehr Bindungen, die tragen alle zur Stabilität des Produktes bei.

Bei der N≡N-Dreifachbindung kommt die Stabilität auch aus der extremen Schwä­che von N=N-Doppelbindungen und der fast ebenso schlimmen Lage bei N–N-Ein­fach­bin­dun­gen. Daher kann die Dreifachbindung nichts addieren, weil dabei ziem­lich er­schreckend instabile Moleküle entstehen würden: Das Diimin (analog Ethen) ist bei Raumtemperatur super­instabil, und Hydrazin (analog Ethan) kann zwar in Flaschen abfüllen, aber es ist endo­therm und explosiv im Reinzustand.

N₂ + 3 H₂ ⟶ 2 NH₃

Das ist eine exotherme (und exergonische) Reaktion, die Energie liefert. Sie ist nur kine­tisch gehemmt (deshalb braucht man einen Katalysator). Ich weiß den Mecha­nis­mus der Re­ak­tion nicht, aber sie kann nicht über die stufenweise Addition von H₂ ab­lau­fen, weil die dabei entstehenden Moleküle instabiler als die Edukte sind.

(Eventuell habe ich heute später Zeit, ein paar Zahlen nachzuschlagen. Dann werfe ich sie in einen Kommentar zur Antwort. Zuerst will ich aber schlafen gehen.)

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Naja, eigentlich entstehen KCl und KClO₄. Den Sauerstoff abzutrennen wäre einfach (der ist ein Gas und fliegt davon), aber bei KCl wird es schwieriger. Natürlich geht es mit frak­tionierter Kristallisation (KClO₄ ist in kaltem Wasser nur schlecht löslich), aber der ganze Syntheseweg ist nicht besonders gut, weil die Reaktion

4 KClO₃ ⟶ 3 KClO₄ + KCl

nur bei so hohen Temperaturen abläuft, daß sich das KClO₄ schon teilweise zersetzt (da­bei entsteht dann O₂).

Normalerweise macht man Perchlorate durch anodische Oxidation im leicht alkali­schen Medium.

ClO₃⁻ + 3 H₂O ⟶ ClO₄⁻ + 2 H₃O⁺ + 2 e⁻

Der Nachteil ist, daß Du die Elektrolyse-Bedingungen ziemlich präzise einhalten mußt (Pt-Anode, 0.3 A/m², 6.5 V), um Nebenreaktionen zu unterdrücken.

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nein

Wenn es Dich wirklich interessiert, dann kannst Du die Details hier nachlesen: http://scienceblogs.de/meertext/2018/11/08/mythbusting-ist-oumuamua-ein-sonnensegel-einer-interstellaren-zivilisation/?all=1

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Vοrtеіl für wеn?

Für еіn Μοlеkül kаnn lіnеаrе Gеοmеtrіе (Ν₂Ο, СΟ₂, ΧеF₂) еnеrgеtіѕсh vοrtеіlhаft ѕеіn, οdеr gеwіnkеltе Gеοmеtrіе (ЅΟ₂, Η₂Ѕ, Ο₃). Dа Μοlеkül ѕеhr аuf іhrеn еnеrgеtіѕсhеn Vοr­­tеіl (≈Ѕtаbіlіtӓt) асhtеn, kοmmеn mаnсhе еbеn nur lіеаr und аndеrе nur gе­wіn­kеlt vοr. Zwіѕсhеn dіеѕеn bеіdеn Fӓllеn kаnn mаn mіt dеn VЅΕΡR-Rеgеln untеr­ѕсhеі­dеn; dаzu muß mаn аußеrdеm nοсh wіѕѕеn, wіеvіеlе еіnѕаmе Εlеktrοnеnрааrе аm Zеntrаl­аtοm ѕіtzеn.

P.S.: Und wieder mal der Höflichkeitsfilter. Knn jemand mal diesem Kerl die Psycho­therapie bezahlen, damit er seine Paranoia ablegt?

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Zwei schüler euer dürfen nach Hause gehen.

Meiner Meinung nach ist der Satz grammatisch, aber extrem unidiomatisch. Die Kon­­struk­tion ist dieselbe wie bei Vater unser oder Brüderlein fein — ein dem Be­zugs­wort nach­gestelltes un­dekliniertes Adjektiv oder Possessivpronomen, und das ist extrem archaisch und grenzwertig.

Alternativ könnte man Vater unser oder auch Schüler euer als Konstruktion mit nach­gestelltem Genetiv des Personalpronomens interpretieren, aber das ist auch besten­falls windig.

In Deinem Beispiel kommt erschwerend hinzu, daß Zahlworte und Possesiv­pro­no­mina eine ganz spezielle Wechselwirkung haben, wie sie bei Adjektiven nicht auf­tritt: Man kann zwar problemlos sagen zwei kluge Schüler, aber nicht zwei meine/eure/seine Schüler. Stattdessen mußt Du Dich entscheiden, entweder das Pronomen vor das Zahlwort zu ziehen (meine zwei Schüler), aber dann impliziert das, daß Du nur zwei Schüler hast; oder Du verwendest den genetivus partitivus: zwei meiner/eurer/seiner Schüler. Vermutlich ist letzteres das, was Du willst.

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