Solche Temperaturen sind fürchterlich unangenehm, aber (für gesunde Menschen) nicht lebensgefährlich. Ich habe selbst in Rājasthān einmal eine Hitzewelle erlebt (Puṣkar, Jodhpur), und es ist wirklich kein Spaß; besonders das Schlafen in dem Back­ofen ist problematisch (die Wände heizen sich über Nacht auf). Tagsüber zieht man sich einfach in den Schatten zurück, oder wenn man sich was ansehen will, dann geht man eben in die Sonne — solange man genug trinkt (>5 l/Tag), ist das ganz pas­sa­bel auszuhalten.

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Du weißt aus der Angabe, daß 1 mol Gold (also 6.022⋅10²³ Goldatome) genau 196.97 g wiegen, oder umgekehrt: In 196.97 g Gold sind 6.022⋅10²³ Atome enthalten.

In einem Gramm findet man also 6.022⋅10²³ / 196.97 = 3.06⋅10²¹ Atome.

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Die einfachen Zeichen bedeuten ‘kleiner’ bzw. ‘größer’. Z.B. wären 3<4 oder 6>1 wahr, aber 3>4 oder 6<1 oder auch 5<5 wären falsch (die kleinere Zahl muß immer dort stehen, wo das Zeichen seinen Spitz hat, den der ist ja enger bzw. optisch kleiner als die andere Seite).

Die anderen beiden Zeichen bedeuten fast dasselbe, erlauben zusätzlich aber auch noch Gleich­heit. Das Zeichen für ‘kleiner oder gleich’ schreibt sich ≤ oder auch ≦, richtige Aussagen wären also z.B. 6≤10 oder −2≤0 oder 2≤2, dagegen wäre ½≤⅓ falsch. Entsprechend gibt es auch einn Symbol für ‘größer oder gleich’, das schreibt sich ≥ oder ≧.

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  1. was für eines, welches
  2. was für einer, welcher
  3. Hier kannst Du das Wort einfach weglassen: Das ist meine, denn mein ist ja schon ein Pronomen.
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In der Chemie gibt es ein Verb disproportionieren, das bedeutet, daß eine Substanz mit mittlerer Oxidationsstufe ein zwei mit extremeren Oxidationsstufen zerfällt. Zum Bei­spiel disproportioniert Thiosulfat im Sauren zu Schwefel und Schwefeldioxid.

Es gibt auch ein seltenes Adjektiv disproportioniert, das heißt soviel wie ‘mit schlech­ten oder fehlerhaften Proportionen bzw. Verhältnissen’. Das kann also z.B. verwendet werden, wenn jemand übermäßig lange Beine hat, aber ich habe es kaum jemals in der Praxis gehört (und wenn, dann hatte ich den Eindruck, der Sprecher wollte ein­fach eine deutsche Entsprechung zu engl. disproportionate aus dem Hut zaubern).

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Na ganz so ist es auch wieder nicht: Holländisch und Afrikaans Duitsland, Norwe­gisch/Schwdisch Tyskland.

Aber das Elend habe ich als Österreicher auch, mit der zusätzlichen Komplikation, daß die größere Hälfte der Welt glaubt, ich komme von einer großen Insel im Süd­pazifik mit jeder Menge Beuteltiere.

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ZnS + 1½ O₂ ⟶ ZnO + SO₂

Du willst 500 Liter O₂ einsetzen. Je nach Temperatur und Druck entspricht das einer leicht unterschiedlichen Stoffmenge. Bei meinen atmosphärischen Verhältnissen (T=29 °C, p=1010 mbar) bekommen wir

n=pV/(RT) = 1.01⋅10⁵ Pa ⋅ 0.5 m³ / (8.3144 J mol⁻¹ K⁻¹ ⋅ 302.15 K) = 20.1 mol

Lt. Reaktionsgleichung entstehen aus 1 mol O₂ je ⅔ mol ZnO und SO₂, also in unse­rem Fall je n=13.4 mol. Das kannst Du über die molaren Massen in die Massen um­rech­nen und bekommst m=n⋅M=1.091 kg ZnO und 0.858 kg SO₂ (bzw. 333 l als Gas bei den­sel­ben Bedingungen).

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Die beiden Staaten Indien und Pākistān sind seit der Unabhängigkeit miteinander ver­feindet. Es gab drei Kriege, dazu etliche Scharmützel, nicht anerkannte Grenzen und permanente Wach­sam­keit mit gelegentlichen Zwischenfällen entlang der ganzen Grenze. Gleichzeitig gibt es aber auch eine pragmatische Realität, in der die beiden zwar knurrend aber doch konstruktiv miteinander umgehen.

Ob Inder und Pākistāni Feinde sind, ist jedoch eine andere Frage; viele Familien habe ja Angehörige im anderen Land. Das hängt wohl vom Einzelfall ab, und auch, wie weit sie sich von der Staatspropaganda vereinnehmen lassen. Bei Cricketturnieren kommt es jedenfalls öfters zu Ausschreitungen zwischen den Fans.

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Das folgt zwingend aus der Aussprache ['giːsən]:

  • Das [s] in gießen ist stimmlos, anders als z.B. in wir bliesen ['bliːzən]. Stimmloses [s] zwischen zwei Vokalen wird niemals mit -s- geschrieben, sondern mit -ss- wenn der vorangehende Vokal kurz ist und mit -ß- wenn der Vokal lang ist.
  • Das [iː] in gießen ist lang, daher ist ein -ss- ausgeschlossen. Gegenbeispiel: wir rissen ['rɪsən] mit kurzem -i- und daher -ss-.
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Bei mir hat das immer hervorragend funktioniert, allerdings braucht man ziemlich konzentrierte Lauge, die beim Kochen gerne spritzt.

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Voraussagen zu machen ist schwer, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.

Aber manche Dinge kann man trotzdem ganz verläßlich abschätzen. Überlichtschnel­ler Transport von materiellen Objekten wird von den gegenwärtigen (sehr unvollstän­di­gen) Theorien zwar grundsätzlich verboten, aber ein paar Hintertürchen (z.B. Warp­antrieb oder Wurmlöcher) bleiben einen winzigen Spalt weit offen. Trotzdem glaube ich nicht, daß daraus je etwas wird (und würde mich sehr freuen, wenn ich damit falsch liege)

Bei Teleportation sieht es noch viel, viel schwieriger. Das halte ich im wesentlichen für denkunmöglich — so etwas läßt sich ja nicht mit lokalen Theorien beschreiben. Alle unsere Theorien sind aber lokal, und es gibt keinen Hinweis, daß wir damit falsch liegen (jaja, die Quantenmechanik enthält ein halbherzig nichtlokales Element, aber damit läßt sich nicht einmal Information übertragen, geschweige denn Materie ver­schieben). Anders sieht es für lokale Teleportation aus, aber die ist auch nicht mehr sexy als ein Faxgerät: Der Empfänger bekommt auf traditionellem Wege einen Bau­plan mitgteilt und druckt das gewünschte Objekt (eine Flasche Schnaps oder einen menschlichen Körper) mit einer Art 3D-Drucker aus.

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Das L¨osichkeitsprodukt vn AgCl ist Kₛₚ=1.2⋅10⁻¹⁰ mol²/l², also lösen sich in reinem Wasser √Kₛₚ=11 µmol/l. Nun wird durch Cl⁻-Zugabe die Löslichkeit auf 20.1 nmol/l gesenkt (also c(Ag⁺)=20.1 nmol/l). Das Lösungsgleichgewicht lautet

c(Ag⁺) ⋅ c(Cl⁻) = Kₛₚ     ⟹     c(Cl⁻)=Kₛₚ/c(Ag⁺)=6 mmol/l

Und damit haben wir auch schon die Cl⁻-Konzentration.

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Ungerechte Städtewahl

Deutscher Imperialismus zu Lasten von AT und CH (gar nicht zu reden von Luxem­burg, Belgien oder Südtiroll).

Mal echt, was interessieren mich diese komischen Käffer im Ausland?

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5 NaBO2⋅H2O2⋅3H2O + 2 KMnO4 +  3 H2SO4  ⟶ 
K
2SO4  + 2 MnSO4 +  5 NaBO2⋅4H2O  + 5 O2   + 3 H2O

Das seht schwieriger aus, als es ist. Als erstes bemerkst Du, daß das NaBO₂ gar nichts tut sondern nur zusieht — effektiv beschreibt die Gleichung die Reaktion von H₂O₂ mit KMnO₄:

H₂O⁻ᴵ₂ ⟶ O₂ + 2 e⁻
KMn⁺ⱽᴵᴵO₄ + 5 e⁻ ⟶ Mn²⁺

Das sind unsere Redoxpaare, wobei ich die Anzahl der umgesetzten Elektronen aus der Änderung der Oxidationszahl abgeleitet habe. Das addieren wir so zusammen, daß die e⁻ wegfallen (obere Gleichung mal 5, untere mal 2)

5 H₂O₂ + 2 KMnO₄ ⟶ 5 O₂ + 2 Mn²⁺

Und dann wollen wir noch ausgleichen: Als erstes schreiben wir alle Metallionen (Mn²⁺, K⁺) als Sulfate rechts an

5 H₂O₂ + 2 KMnO₄ ⟶ 5 O₂ + 2 MnSO₄ + K₂SO₄

und dann kommt links genug Schwefelsäure dazu, daß die Sulfatbilanz stimmt

5 H₂O₂ + 2 KMnO₄ + 3 H₂SO₄ ⟶ 5 O₂ + 2 MnSO₄ + K₂SO₄

und zuletzt rechts genug H₂O, daß die H-Bilanz stimmt:

5 H₂O₂ + 2 KMnO₄ + 3 H₂SO₄ ⟶ 5 O₂ + 2 MnSO₄ + K₂SO₄ + 8 H₂O

Mehr können wir nicht dazuschreiben, weil nicht mehr Stoffe beteiligt sind. Die O-Bi­lanz können wir also nicht mehr richten, sondern sie muß von selbst stimmen und tut das auch (30 Atome auf jeder Seite).

Und jetzt ersetzen wir links jedes H₂O₂ durch NaBO₂⋅H₂O₂⋅3H₂O, rechts komme eben­soviele NaBO₂⋅4H₂O dazu, und für jedes davon nehmen wir ein H₂O als Reaktions­pro­dukt weg (weil wir ja noch ein viertes H₂O für das Tetrahydrat brauchen). Und dann steht die Gleichung da, die ich ganz oben an den Beginn der Antwort geschrieben habe.

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Ich muß zugeben, daß ich es auch nicht verstehe. Mn²⁺ ist ein schwaches, HS⁻ ein kräftiges Reduktionsmittel, die können also kaum miteinander reagieren (außer zu MnS, was aber keine Redoxreaktion wäre). NO₃⁻ ist ein Oxidationsmittel, aber das scheint es nicht zu sein, und SO₄²⁻ tut redoxmäßig nur wenig.

Was soll da reagieren?

Deinen zweiten Absatz verstehe ich nicht, weil ich an “p_epsilon” und “EH” scheitere.

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Dein Gedankengang ist richtig: Das Massenwirkungsgesetz erklärt das Phänomen. Um das etwas genauer zu sehen, schreiben wir das MWG so um, daß der Dissozia­tions­grad α=Dissoziierte Säure durch Gesamtmenge der Säure explizit auftaucht. Für nicht extrem verdünnte Lösungen können wir die Autoprotolyse des Wassers ver­nach­­läs­sigen; dann ist c(H₃O⁺)=c(A⁻)=αc₀ wenn wir die Einwaagekonzentration der Säure als c₀ bezeichnen. Man erhält:

HA + H₂O ⟶ H₃O⁺ + A⁻

Die Funktion α(c₀} strebt für großes c₀ (c₀≫Kₐ) gegen Null und steigt mit fallender Kon­zentration an; für Essigsäure erhält man bei Verdünnung das folgende Diagramm:

Die Grenze zwischen dem roten (Säure) und blauen (Acetat) Bereich ist dabei genau die vorher ausgerechnete Funktion α(c₀), die x-Achse gibt die Konzentration logarith­misch an (c₀=10⁻ˣ), die schwarze Kurve entspricht dem pH-Wert bei der entsprechen­den Konzentration, und die weiße Kurve ist die Ableitung davon.

Du siehst, daß die Essigsäure bei c₀≈1 mol/l (x=0) kaum dissoziiert ist, aber unter­halb von c₀≈10⁻⁶ mol/l ist sie praktisch vollständig dissoziiert und verhält sich dann wie eine starke Säure (insbesondere gilt dann bizarrerweise pH=−lg(c₀).

Ein komplizierteres Beispiel ist die Zitronensäure mit drei Dissoziationsstufen (pKₐ=​3.09, 4.75, 5.41). Das kann man nur noch numerisch lösen. Im ersten Diagramm zeige ich nur die relativen Anteile der vier Zitronensäure-Spezies, das zweite ist analog zum obigen zu lesen, aber es sieht wegen der vielen Teilchenarten deutlich komplizierter aus:

Du siehst, daß je nach Konzentration die Lösungen deutlich verschieden zusammen­gesetzt sind und sehr unterschiedliche Ionen enthalten. Beachte auch die bekannte Beziehung, daß α=½ wenn pH=pKₐ (bei Bedarf kannst Du das leicht aus dem MWG ableiten).

Allerdings haben wir bisher das Autoprotolyse-Gleichgewicht verrnachlässigt. Der pH kann für eine Säurelösung nie über 7 steigen, daher können sehr schwache Säure (pKₐ≫7) niemals dissoziieren. Ein Beispiel dazu ist die Phosphorsäure (pKₐ=2.148, 7.198, 12.319). Da die zweite Dissoziationsstufe pKₐ≈7 hat, ist sie selbst bei unend­licher Verdünnung nur teilweise dissoziiert, und die dritte wird niemals aktiv:

Also siehst Du jetzt selbst, dass die oft gehörte Aussage „Mit Verdünnung steigt die Dissoziation“ nur teilweise richtig ist: Säuren mit pKₐ≪0 sind immer vollständig dis­soziiert, und solche mit pKₐ>>7 sind es niemals. Für den pKₐ-Bereich dazwischen stimmt die Aussage allerdings — auch eine landläufig als „schwach“ bezeichnete Säure wie Essigsäure kann in der richtigen Verdünnung zu 100% dissoziiert sein.

(Weitere Säuren rechne ich Dir gerne auf Anfrage durch).

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Pb(N₃)₂ ist Bleiazid, man kann es z.B. aus der Stickstoffwasserstoffsäure HN₃ und Pb(OH)₂ herstellen. Da das eine Neutralisationsreaktion ist, verändern sich dabei be­stimmt keine Oxidationszahlen:

Pb(OH)₂ + 2 HN₃ ⟶ Pb(N₃)₂ + 2 H₂O

Wir können uns also äquivalent die Oxidationszahlen im Pb(OH)₂ und in der HN₃ an­sehen, das müssen dieselben wie im Bleiazid sein. Für das Blei kriegen wir tri­via­ler­weise Pb⁺ᴵᴵ(OH)₂ und daher auch Pb⁺ᴵᴵ(N₃)₂.

Bei der Stickstoffwasserstoffsäure wird es wegen der insgesamt drei mesomeren Grenzstrukturen schwieriger, und wir können das abkürzen, indem wir direkt die Lewis-Struktur des Azid-Ions ansehen:

Strukturen (a) bis (c) zeigen die Grenzstrukturen der HN₃, die übergehe ich jetzt; statt­dessen blicke ich auf (d), und da sieht man sofort, daß die drei Stickstoffatome 6, 4 und 6 Valenzelektronen haben; fünf sind es im neutralen Atom, also haben wir die Oxi­dationszahlen −1,+1,−1 für die drei N-Atome im Azid (das zentrale N-Atom hat also eine höhere Oxidationszahl als die beiden terminalen).

Dasselbe Resultat hätte man mit ein paar Abkürzungen schneller bekommen können (z.B., wenn man weiß, dass Pb(N₃)₂ aus den Ionen Pb²⁺ und N₃⁻ aufgebaut ist). Je nach Aufgabenstellung hätte man sich auch damit zufriedengeben können, den N-​Ato­men im Azid nur die gemittelte Oxidationszahl −⅓ zuzuordnen.

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