Chef zweifelt AU und Arzt an?

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8 Antworten

Ist diese Reaktion seitens AG rechtlich korrekt?

Ganz bestimmt nicht!

@PeterSchu hat Dir dazu ja schon ausführlich geschrieben und ich werde Dir meine Meinung jetzt auch noch sagen.

Dein Chef hat nicht nur ein sehr schlechtes Benehmen, ist unverschämt und rücksichtslos, er unterstellt dass Du nicht krank bist und verstößt auch gegen seine Pflicht als AG.

Statt seine Fürsorgepflicht wahrzunehmen versucht der AG dem AN ein schlechtes Gewissen zu machen um ihn trotz Krankheit dazu zu bewegen, arbeiten zu kommen (von den unverschämten Unterstellungen, dass Du evtl. gar nicht krank bist mal abgesehen). Er setzt hier nicht nur die Gesundheit des erkrankten Mitarbeiter aufs Spiel, er riskiert auch, dass sich andere AN anstecken und dann ebenfalls ausfallen.

Lass Dich von diesem "Herrn" nicht einschüchtern oder drängen. Du solltest jetzt erst einmal auf Dich schauen und alles tun, damit Du gesund wirst. Bei permanenten Schmerzen und Fieber ist auch ein gutes Arbeiten nicht möglich, im Gegenteil es kann gefährlich für Dich werden.

Du schickst die AU-Bescheinigung und tust was der Arzt sagt. Es ist Deine Gesundheit. Egal wie Dein AG jetzt jammert, drängt und droht, ignorier ihn.

Davon mal abgesehen würde ich mich an Deiner Stelle nach einem anderen AG umschauen. Ich habe ja schon viel gehört aber eine derartige unverblümte Unterstellung, man habe mehr oder weniger keine Lust zum Arbeiten, ist mir selten untergekommen. Meist wird so etwas "nur" angedeutet und/oder hinter dem Rücken des AN bemerkt (was auch noch schlimm genug ist wenn man nichts Genaues weiß).

Das ist unterste Schublade, was er da abzieht. Er meint wohl, den Betriebserfolg damit zu erreichen, dass er den Mitarbeitern ein schlechtes Gewissen einredet, wenn sie krank sind.  Darauf deutet seine Bemerkung "Besinne Dich bitte, was wir geschäftlich erreichen wollen und wo wir derzeit noch stehen." hin.

Es scheint also nicht so zu laufen, wie er sich das vorstellt. Woran das wohl liegen mag, darüber kann man als Außenstehender wenig sagen. Sicher liegt es nicht daran, dass man als Arbeitnehmer quasi einmal im Jahr arbeitsunfähig ist. Er meint aber, aus dem Betrieb möglichst viel herausholen zu können, indem er arbeitsunfähige Mitarbeiter unter Druck setzt.

Diese Haltung vieler Chefs führte übrigens dahin, dass heute viele Arbeitnehmer auch dann zur Arbeit gehen, wenn sie eigentlich krank sind. Denn sie befürchten eben genau dies, dass sie von Chef angemotzt werden und Angst um ihren Job haben müssen. Man hat für dieses Phänomen schon den Begriff "Präsentismus" gebildet. Kannst ja mal danach googeln.

Dabei wirst du auch Untersuchungen finden, bei denen festgestellt wurde, dass insgesamt gesehen es sogar schadet, wenn man krank zur Arbeit geht. Man macht mehr Fehler, arbeitet womöglich langsamer, infüiziert womöglich andere Kollegen oder Kunden und man bekommt evtl. anschließend einen Rückfall, durch den man viel länger auf der Nase liegt.

Zudem kann man durchaus annehmen, dass dieser Druck dafür verantwortlich ist, dass der Anteil psychischer Erkrankungen im Arbeitsleben deutlich zugenommen hat.

Ich weiß ja nicht, ob man mit diesem Chef vernünftig reden kann. Wenn du die Chance dazu siehst, kannst du es ja versuchen. Ansonsten würde ich mir diese Mail gut aufbewahren, denn im Falle weiterer Komplikationen könnte es durchaus als Beweismittel nützlich sein.

Eine AU-Bescheinigung anzuzweifeln, steht ihm nicht zu. Zumindest solange er keine  weiteren Anhaltspunkte dafür hat. Er hat zudem auch kein Recht, eine Diagnose zu erfahren.

Ich würde dir auf jeden Fall empfehlen, deine Gesundheit nicht auf Grund einer sochen Drohung in den Hintergrund zu stellen.

Neben den größtenteils richtigen Antworten zur Chefmail:

Dein Chef ist nicht nur egoistisch, sondern auch ziemlich dumm. Kranke zur Arbeit zu zwingen, ist betriebstechnischer Unsinn. Die Nachteile überwiegen ganz massiv.

In gut geführten Unternehmen werden kranke Mitarbeiter sehr häufig nach Hause geschickt. Ansteckungs- und Unfallgefahr sind einfach zu hoch, von der geminderten Arbeitsleistung nicht zu reden. 

Vielen Dank für die zahlreichen Antworten! 

Es bestärkt XY nur umso mehr, zu wissen, dass er mit seiner Meinung gegenüber des AG nicht alleine da steht. XY ist völlig schockiert und weiß einfach nicht mit so einer Situation umzugehen. Er verhielt sich bisher (10 Jahre!) immer loyal und fair seinem Arbeitgeber gegenüber und ist deshalb sehr entsetzt darüber, dass er sich wegen 2-3 Werktagen AU solch eine Anschuldigung gefallen lassen muss. XY ist bereits auf dem Weg zum Arzt und wird ihm auch in schriftlicher Form die "Aussage" seines AG vorlegen. Vielleicht ist der Hausarzt da eine gewisse Unterstützung. 

Menschlich gesehen ist die Enttäuschung über das "Maske-fallen-lassen" so hoch, dass sich für die Zukunft , falls es eine geben sollte, seitens XY alles verändert hat. Dienst nach Vorschrift und eingeschränkte Loyalität werden dann Tagesordnung sein. 

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@Gast45678

Er verhielt sich bisher (10 Jahre!) immer loyal und fair seinem
Arbeitgeber gegenüber und ist deshalb sehr entsetzt darüber, dass er sich wegen 2-3 Werktagen AU solch eine Anschuldigung gefallen muss.

Loyalität ist keine Einbahnstraße. Nicht nur der Arbeitgeber, auch der Arbeitnehmer kann Loyalität erwarten. Ein guter Chef ist das aber schon von sich aus.

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@Gast45678

Dann wünsche ich XY viel Kraft und viel Glückbei der Stellensuche.

Der Chef wird vermutlich noch ein paar Tage genervt / unfreundlich sein und danach tritt wieder der Alltag ein. Wichtig ist, dass XY sich nicht provozieren lässt und auf nichts eingeht. Diesem Chef sollte man keinen Grund für eine Abmahnung bieten!

October

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Oha!

Das ist aber heftig! Mein "Beileid" dafür, einen solchen Chef zu haben.

Diese e-mail solltest du unbedingt aufheben.

Für mich wäre das ein Grund mich ab sofort nach einem neuen Job umzusehen und bis dahin keine Überstunden oder ähnliches zu machen.

Geh' am Monatg zum Arzt und lass' dich krankschreiben (die email von deinem Chef würde ich dem Arzt zeigen). Wenn dein Chef wütend auf dich ist dann ist das so. Musst du durch. Verhalte dich höflich und korrekt und mache nur das, wozu du vertraglich verpflichtet bist.

Diese e-mail würde ich ansonsten vorläufig völlig ignorieren, also weder darauf antworten noch den Chef darauf ansprechen.

Und such' dir (aus einer ungekündigten Position heraus) einen neuen Job. Bei dem Chef wirst du langfristig gesehen mit diesem Job nicht glücklich werden.

October



Da hat dein Chef ganz schön den Bock abgeschossen. Arbeitsrechtlich verliert er damit komplett.

Wenn du krank bist, bist du krank. Stellt dir dein Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus, kann diese dein Chef zwar anzweifeln, aber muss sie dennoch hinnehmen und akzeptieren.

Was dein Chef hier abzieht ist unmoralisch und aus arbeitsrechtlicher Sicht schon illegal. Deine Gesundheit geht der betrieblichen Weiterentwicklung auf jedenfall vor. Also geh bitte zum Arzt, lass dich durchchecken und höre auf deinen Arzt, wenn er dich für den Rest der Woche krankschreiben will.

Dein Chef macht dich nicht gesund oder zahlt dir ein Leben lang Rente, solltest du die Grippe verschleppen und sollte diese sich dann aufs Herz legen. Durch so eine Verschleppung kannst du den Herzmuskel schädigen. Und wenn du dann berufsunfähig werden solltest, zahlt dir dein Chef auch keine Prämie.

Wie gesagt, dein Chef handelt mit dieser Antwort illegal. Du solltest den E-Mail Verkehr diesbezüglich auf jedenfall ausdrucken, damit du im Fall der Fälle zu einem Anwalt für Arbeitsrecht gehen kannst und ihm das vorlegen kannst.

Sollte dein Chef nämlich auf die dumme Idee kommen, dich nach deiner Gesundung zu entlassen, kannst du so auf jedenfall noch ordentlich Geld aus ihm und den Betrieb holen.

Du und deine Gesundheit sind wichtiger als alles andere. Da hat sich dein Chef ganz weit hinten anzustellen.

Für mich ganz persönlich, wäre diese Antwort meines Chefs, ein Grund nicht länger für ihn tätig zu sein, denn für sowas unverschämtes und freches würde ich keine Minute länger arbeiten.


Das ist eine Unverschämtheit seitens des AG.

Dies ist ein Fall für einen Anwalt. Die Mail vom Chef ist eine Unverschämtheit.

Warum ist das ein Fall für den Anwalt?

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Das habe ich ja noch nie gehört! Geh mit dieser Mail sofort zum Anwalt!

Was soll der Anwalt unternehmen?

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@ronnyarmin

Als Unterstützung, daß man so mit seinen Angestellten nicht umgeht, bzw. unter Druck setzt und ihn mal über die Rechte eines Arbeitnehmers aufklärt.

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