Bürojob aber unglücklich! Was würden Sie tun?

13 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo Vatan87,

das ist eine meines Erachtens sehr 'ungesunde' Situation, die jeden Menschen über kurz oder lang vermutlich krank machen wird. Du hast ja bereits einige gute Vorschläge bekommen und z. B. von 'Kaltblueterin' auch einen sehr motivierenden Beitrag bekommen, was alles geht :)

Eine wichtige Frage ist auch Dein Alter. Davon hängt es ab, wie lange Du diese Situation noch 'durchhalten' müßtest bzw. wieviel 'Kraft' da ist für einen beruflichen Neustart. Es macht einen nicht unerheblichen Unterschied, ob man noch z. B. 10 oder deutlich mehr Berufsjahre vor sich hat!

Dein Job bietet Dir ein vergleichsweise hohes Maß an Sicherheit, aber eben auch 'deftige' Nachteile. Wäre ich an Deiner Stelle, würde ich mich für einen beruflichen Wechsel entscheiden.

Dann kämen die Fragen nach dem 'Wie' und 'wohin' soll die Reise gehen. Gegen die Büroarbeit selbst hast Du anscheinend nichts einzuwenden, für eine Selbstständigkeit scheint der 'zündende Funke' zu fehlen.

Wenn ich mal rechne: vermutlich hast Du eine Ausbildung gemacht und bist seit 15 J. in dieser Firma, demnach könntest Du so etwa um Mitte 30 sein. Sofern diese Annahmen korrekt sind, gäbe es z. B. folgende Möglichkeiten:

Abchecken der aktuellen Optionen auf dem Arbeitsmarkt im vorhandenen Beruf. (Bewerbungen und Vorstellungsgespräche zum Testen und Üben.)

Weiterbildung im jetzigen Beruf: würde das diese Nachteile 'keine Aufstiegsmöglichkeiten, keine große Gehaltserhöhung' ausgleichen können? Dann würde ich überlegen, mich in dieser Hinsicht in der noch sicheren Situation vom Arbeitgeber entsprechend fördern zu lassen (ohne mich jedoch danach vertraglich ans Unternehmen binden zu lassen!), die nervigen Kollegen solange in Kauf zu nehmen, um anschließend bessere Aussichten auf dem Arbeitsmarkt zu haben.

Neustart in einem anderen Beruf: Interessen und Hobbies auf evtl. Berufstauglichkeit checken. Evtl. Kombination mit bisherigem Beruf sondieren. Je nach Alter vielleicht sogar ein Studium in Betracht ziehen. Dabei würde ich auch die Möglichkeiten einer vorhandenen Unterstützung durch Partner etc. bedenken.

Die Idee des 'gelben Ausstiegs' mag zwar aufgrund der belastenden Situation reizvoll sein, birgt aber erhebliche Risiken: Es ist nicht planbar, wann Du den beruflichen Einstieg wieder schaffst. Selbst wenn Du erstmal Arbeitslosengeld bekommst, könnte auch die Situation eintreten, HartzIV-Empfänger zu werden und das würde einer künftigen beruflichen Verbesserung wohl eher hinderlich sein.

Außerdem wärest Du zu Hause, kämst aus dem Rhythmus heraus, würdest Dich vielleicht langweilen oder - auch das kommt vor - depressiv werden. Dieser Weg scheint mir nicht der 'Königsweg' zu sein ;)

Die ebenfalls nicht so tolle Alternative wäre die, dass Du versuchst, Deine Einstellung zum Job zu ändern, also z. B. 'Dienst nach Plan und Kollegen und Chef sind egal', aber das hält meist nicht dauerhaft an und die Frustration kann jederzeit wieder eintreten.

Fazit: Je nach Alter die für Dich geeignete berufliche Situation anstreben.

Wenn Du noch Fragen hast, schreibe mir gerne einen Kommentar :)

Alles Liebe und Gute für Dich wünscht

Buddhishi



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Frustration ist ein gutes Schlagwort: Wer sich nicht anerkannt fühlt, wird auch keine ´gute´ Leistung abgeben, das zieht alles einen Rattenschwanz nach sich, die Spirale läuft sozusagen nach unten weiter.

Aber es stimmt absolut, was du schreibst denn das Alter sowie auch evtl noch kleine Kinder , Familie usw spielen beim "Neustart" durchaus eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Weiterbildung finde ich durchaus interessant und ist auch für eingefahrene Mitarbeiter eine gute Möglichkeit, sich aus dem Trott zu befreien, sich wieder gebraucht zu fühlen und auch den Selbstwert neu zu überdenken.

Ein sehr guter Beitrag, Buddhishi der auch mich zum Überlegen anregt ;-) Danke hierfür.


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@kaltblueterin

Vielen Dank! Freut mich sehr :) Ich selbst kenne übrigens beides: Angestelltsein von der normalen Bürokraft bis zur Führungskraft mit mehreren Mitarbeitern und Selbständigkeit, und habe großen Respekt vor Deiner Leistung ;) LG

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@Buddhishi

Vielen Dank zurück ;-))

Wobei die "Leistung" die du ansprichst in meinem Fall eigentlich und so gesehen keine ist: ich liebe meine Aufgabenbereiche, es erfüllt mich mit Freude, egal ob es draußen im Wald ist, im Büro, im Stall mit den Pferden, Verhandlungen führen mit Angestellten/Aufgabenverteilung oder sonst eine Tätigkeit im laufenden Betrieb. Ich mache alles gern, darum stört mich auch die 80h-Woche + überhaupt nicht. Der nächste fasst sich an´s Hirn...

Viell. liegt´s auch an dem: wenn man mal alles aus verschiedenen Standpunkten aus gesehen hat, dass man dann das Komplettpaket anders sieht und auch versteht und ggf. erst dann eine Entscheidung treffen kann, wohin man eigentlich möchte? 

Ich weiß es nicht. Jedenfalls muss oder sollte man das machen, was einen auch innerlich erfüllt, was einen zufrieden macht, wo man sein Ziel verwirklichen kann und womit man tatsächlich glücklich werden kann.

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@kaltblueterin

Ich wage es einfach mal, es für uns beide zusammenzufassen: Was man liebt und was man aus Berufung tut, ist keine Arbeit ;) Richtig?

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Buddhishi, vielen Dank nochmal für deinen hilfreichen Beitrag. Es wurde immer gesagt, erhalten sie eine gute Schulausbildung damit sie eine Lehrstelle bekommen. Dann heißt es, machen sie eine Weiterbildung damit sie ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern, dann sagen sie, gehen sie studieren damit ich sich qualifizieren, dann heißt es, komm setzen sie noch den Master drauf damit sie perfekt sind. Anschließend sollten sie noch Sprachen lernen blablabla. Wir müssen doch mal ehrlich sein, arbeiten gehen ist doch nichts anderes als Zeit gegen Geld zu tauschen. Schließlich arbeiten die Menschen, sie konsumieren, verschulden sich und arbeiten dadurch mehr und mehr. Irgendwann sind die gefangen im Hamsterrad und können nicht mehr austreten. Zum Glück trifft das bei mir nicht zu, aber ist das nicht so? Die Menschen kaufen sich Sachen, die sie nicht benötigen, mit dem Geld was sie nicht haben um Menschen zu beeindrucken die sie nicht leiden können. Auf der einen Seite ist man froh das man ein sicheren Job hat aber auf der anderen Seite möchte man doch glücklich sein oder? Ich glaube das 40 St nicht mehr zeitgemäß ist oder? Vllt muss man weniger arbeiten weniger verdienen aber dadurch mehr Freiheit haben!

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@Vatan87

Gut erkannt und genauso lebe ich selbst. Lieber weniger Geld, aber gesund, glücklich und selbstbestimmt.  Darf ich fragen, wie alt Du bist und wie Du nun weitermachen möchtest?

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@Buddhishi

Ich bin 30 Jahre alt. Wie ich weitermachen möchte weiß ich ehrlich gesagt nicht aber ich werde mir was überlegen. Ich glaube ganz egal wo sie angestellt sind, dass sie immer jemand untergeordnet sind. Das ist etwas was mir nicht passt. Ich denke ich bin intelligent genug um mich selber zu beschäftigen. Ansonsten heißt es, arbeiten bis zum Feierabend, arbeiten bis zum Urlaub, arbeiten bis zur Rente, schließlich arbeiten bis zum Tod. Eventuell werde ich mich selbstständig machen und meine Leidenschaft folgen. Nur die passende Idee fehlt mir!

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Da würd ich mich aufhängen, das wär gar nix für mich! Und schon gar nicht mehr für jemand fremden.

Wie wär´s an diverse Wunscharbeitgeber Initiativbewerbungen zu schreiben, um auch mal den eigenen Marktwert abzuklopfen?

Bitte bei allem (doofer Chef, blöde Mitarbeiter usw.) nicht vergessen, so dick gesät sind solche Arbeitsplätze bei uns nicht mit Gleitzeit ggf. noch Gewinnausschüttung , betriebl.  Altersvorsorge etc, selbstständig ist man auch nicht von jetzt auf gleich und das zieht viele Risiken nach sich, ob ein Tapetenwechsel gut oder schlecht ist kann ich nicht beurteilen, das müsstest mit dir selbst ausmachen.

Ich möcht dir erzählen, wie´s bei mir war:

Ich komm aus einer Unternehmerfamilie, wir waren eig. immer selbstständig, hab auch im elterlichen Betrieb erfolgreich meine Lehre als Lebensmittelkauffrau im EH abgelegt. Doch irgend wann hat mich das genervt: kein Wochenende im Verkauf also jeden Samstag von 6-18 Uhr gearbeitet und Abends totmüde, die Kunden nervten mich irgend wann also hab ich eine Zeit lang (da ich das auch für meinen BWL-Abschluss gebraucht hab) bei einem großen bayr. Automobilhersteller als Assistenz der Geschäftsleitung gearbeitet. War zuerst mal voll super, aber.... dann kam das mit den Kollegenneid dazu, erste Gerüchte machten die Runde, Hetzereien und ich begann irgend wie zu zweifeln und beschloss: Ich mach das jetzt fertig, zieh meinen Abschluß durch und ihr könnt mich dann alle mal am Abend begrüßen...

Bin wieder zurück in den elterlichen Betrieb, hab das noch eine gute Weile gemacht und mich dann für das Landleben bei meinem Mann auf dem Hof entschieden, wo ich dann noch meinen Landwirt nachgeholt hab.

Ich würd´s wieder machen. Geld ist nicht alles im Leben. Heut hab ich wesentlich mehr Arbeit, als damals, aber weißt du was? Ich bin glücklich, ich muss mich nicht mehr von irgend einem Hans-Wurst von der Seite anmachen lassen, ich kann selbst bestimmen was ich wann tu oder lasse, gehe nicht mehr für Fremde in die Tretmühle und habe selbst Angestellte.

Du musst dich selbst fragen, was das Ziel deiner Reise sein soll, was du möchtest und was du dafür geben kannst und willst.

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Vielen Dank für deine Geschichte. Ich komme aus ganz einfachen Verhältnissen. Ich muss definieren, was das Ziel meiner Reise ist, aber genau das fehlt mir. Ich möchte in der Regel einfach frei sein, selbst Entscheidungen treffen und meine Zeit nicht mit Menschen verbringen die mir nichts bedeuten. Schließlich verbringen wir die meiste Zeit bei der Arbeit. Selbstständigkeit würde mich erfüllen aber da fehlt mir nun auch die Idee und die Sicherheit.

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@Vatan87

Selbstständigkeit liegt auch nicht jedem, das muss auch mal ganz klar angesprochen sein. Nicht jeder hat Lust, ein Unternehmen zu führen mit Angestellten und deren Wehwehchen, nicht jeder mag urplötzlich für den kranken Arbeitnehmer in die Presche springen obwohl man eigentlich was ganz anderes geplant hat und nicht jeder packt auch die psychische wie auch die teils finanzielle Belastung, die die Selbstständigkeit (bedenke, du hast u.a. auch für deine Mitarbeiter die Verantwortung) eben mit sich bringt. Es muss Berufung sein, sonst ist´s nur ein Beruf ;-)

Irgend wie habe ich das Gefühl, dass du durchaus bereit bist, mehr zu leisten in deinem Beruf, wenn im Gegenzug die Arbeitsbedingungen (also grade dein Vorgesetzter und deine Kollegen) anders wären. Du hättest mehr Motivation, mehr Antrieb der dir unter Umständen auch ein Sprungbrett sein könnte? Sehe ich das richtig und wärst du denn in deinem jetzigen Job bereit, mehr Leistung abzurufen?

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Das klingt ziemlich nervenaufreibend.

Ich würde zusehen, dass ich da raus komme. Nicht einfach kündigen und auf arbeitslos machen, aber nebenher Bewerbungen schreiben, an Stellen, die dir interessant vorkommen.

Teilzeitarbeit ist unter Umständen nicht weniger nervenaufreibend. Es macht keinen Unterschied, ob dir der Job 8 Stunden zu schaffen macht, oder nur 4. Es ist einfach täglich oder mehrmals wöchentlich und geht dir nicht mehr aus dem Kopf, beeinflusst dein Leben... . Daher, wenn du das Geld brauchst, lass dich nicht auf Teilzeitarbeit ein. Du brauchst ja dann auch die entsprechenden Renteneinzahlungen. 

Dasselbe gilt für Selbständigkeit, da hast du auch keine Renteneinzahlungen, außer, du würdest selber einzahlen.

Ich kenne eure finanzielle Situation nicht. Davon ist es natürlich abhängig, was du dir erlauben kannst. 

Vorerst kannst du ja auch erstmal über deinen Hausarzt versuchen, an eine Kur zu kommen, dann hättest du mal eine Weile Luft, um darüber nachzudenken.

Auf jeden Fall solltest du nichts überstürzen. Viel Glück, dass sich alsbald etwas auftut, was Besserung verspricht :o) .

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