Braucht man heutzutage noch Spiegelreflexkameras?

18 Antworten

Also ich nutze ja beide Varianten. Meine spiegellose Systemkamera (Panasonic Lumix) und für zwischendurch auch mal mein Smartphone (Huawei P20).

Das Smartphone macht ja ganz nette Bildchen. Ist immer dabei und schnell einsatzbereit. So manches Bild sieht auf den ersten Blick auch ganz cool aus. Für Instagram oder so tuts das schon.

Wenn man sich die Fotos genauer ansieht, lässt die Begeisterung aber schon nach. Die Fotos sind halt sehr stark von der geräteinternen Software bearbeitet. Zumindest ist das bei meinem so. Fast schon überbearbeitet. Zu starke Kontraste, manchmal seltsame Farben, Gesichter werden glatt gebügelt usw., sowas hab ich bei der Systemknipse nicht. Da kann ich bei der Entwicklung am Computer selber entscheiden, wie stark das Bild am Ende bearbeitet wird.

Ich knipse gerne Nahaufnahmen mit meinem Makroobjektiv. Da kann das Handy auch nicht mithalten. Zoomen kann ich mit dem Handy auch vergessen. Nachtaufnahmen sehen unmöglich aus. Meine Systemkamera hat zwar auch nicht grade ein super Rauschverhalten, aber was mein Handy da anstellt ist ein Unding. :D Der unscharfe Hintergrund wird mit meinem Smartphone nur seltsam nachgeahmt. Ich kann zwar sogar die Blende einstellen, aber da passiert nicht wirklich was.

Wenn du nur ab und zu mal ein paar Schnappschüsse machen möchtest, schöne Momente festhalten möchtest, ist ein Smartphone durchaus ausreichend.

Für Fotografie bei DTM-Rennen würde ich schon lieber zu einer richtigen Kamera + dem passenden Motiv greifen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

nun, du liebst ja offenbar den rennsport....

daher möchte ich mal eine analogie aufbauen... brauchen wir noch formel1 autos? es gibt ja nascars...

mich würde mal intressieren, wie du auf den trichter kommst, zu behaupten, die qualität der handyknipse könne mit der spiegelreflex mithalten?

sicherlich! für schnappschüsse macht die handykamera sehr gute bilder. aber ohne eine gescheite optik kriegst du so was wie tiefenschärfe einfach nicht wirklich gebacken. da kannst du noch so viele softwarealgorythmen herbeiziehen...

die anzahl der megapixel jedenfalls ist noch lange kein indiz für die qualität einer kamera. je menr pixel sich die sensorfäche teilen müssen, desto weniger licht bleibt für ein einzelnes pixel über. dem entsprechend hast du dann ggf. extrem helle und eher dunkle gemischt, was zum sogenannten pixelrauschen führt. bei einer kamera mit einem ordentlich großen sensor wie einer spiegelreflex hast du diesen effekt eben lange nicht so stark

lg, Nicki

Die beste Kamera ist immer die, die man bei sich hat und mit der man gern fotografiert.

Wenn du mit deinem Smartphone zufrieden bist, es gern immer bei dir hast und gern damit fotografierst, dann brauchst du nichts anderes.

Ich persönlich habe gesundheitliche Probleme mit meinen Handgelenken, mehr als 500g Gewicht in der Hand wird auf Dauer schmerzhaft für mich. Wenn das Gesundheitsproblem nicht wäre, würde ich gern mehrere tausend Euro in eine DSLM (keine Spiegelreflex, sondern spiegellos) investieren, aber so ist das halt.
Die für mich beste Kamera ist meine Lumix FZ200 mit 588g Gewicht und 600mm Brennweite, an der habe ich Freude, und das Bildrauschen allein macht aus einem guten Foto noch lange kein schlechtes Foto, denn Motiv und Bildgestaltung sind viel wichtiger als rauschfreie Bildqualität.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Selbst mit meinem Huawei P20Pro kann ich die Blende nicht gezielt steuern, eines der wichtigsten Stilmittel an einer Kamera! Auch andere Eingriffe sind umständlich bis gar nicht realisierbar. Dazu ist der Sensor deutlich kleiner, was die Möglichkeit mit der Schärfentiefe zu spielen drastisch reduziert.

Motorsport verlangt nach lichtstarken Teleobjektiven, denn Du kommst nicht wirklich nah genug ran. Die kannst Du beim Smartphone suchen, Fehlanzeige. Und wenn ich dann die Top-Szene fotografiere- und mich ruft gleichzeitig einer an, dann lasse ich das Handy einfach klingeln und fotografiere mit der Kamera weiter.

Will ich nur ein wenig knipsen, und das Bild ist mir egal wenn das Handy klingelt, dann reicht das Schlaufon. Willst Du richtig gute Bilder, die vielleicht auch noch in groß ausdrucken, lernst richtig zu fotografieren und Dich darauf zu konzentrieren auch wenn das Handy laut gibt, dann brauchst Du eine richtige Kamera!

Spiegelreflexkameras, wie auch die spiegellosen Systeme, bilden mit ihrer Ausstattung und Leistungsfähigkeit die Spitze der Fotografie und sind gerade bei Profis nicht zu ersetzen. Sie sind Werkzeuge, die je nach Einsatzgebiet konfiguriert und erweitert werden.

Im Bereich der Hobbyfotografie stellt sich die Frage, was man letztlich mit seinen Fotos anfangen will. Für das Betrachten der Bilder auf dem Handy reicht natürlich auch ein eben Solches und moderne Handys machen da durchaus auch eine gute Figur, wenn es um Schnappschüsse und Urlaubserinnerungen geht!

Wenn ich aber z.B. auf eine Sportveranstaltung zum Fotografieren fahre, arbeite ich mit Brennweiten von 150-600mm, um möglichst nah ran zu kommen. Auf Hochzeiten habe ich zwei Kamerabodys mit unterschiedlichen und lichtstarken Objektiven, um den Erwartungen der Brautpaare an die Qualität der Fotos genüge zu leisten. Undenkbar, käme ich da nur mit einer Handykamera zu einem Auftrag! 🤦🏻‍♂️

Für dich soll das bedeuten, dass die Anschaffung eines Kamerasystems auch nur dann Sinn macht, wenn du die Vorteile gegenüber Handys oder anderen Kameraklassen nutzen und deine fotografischen Fähigkeiten erweitern oder sogar spezialisieren willst! Die spiegellosen Systeme sind zwar stark im Kommen, wenn du aber kein sehr großzügiges Budget zur Verfügung hast, würde ich dir eher zu einer gebrauchten Mittelklasse DSLR raten.

Aktuelle Bestenlisten mit Preisen und Wertungen findest du z.B. in jeder Ausgabe der CHIP Foto Video. 🙋🏻‍♂️

Woher ich das weiß:Hobby – Autodidakt seit 2007 und nebenberuflicher Hochzeitsfotograf

Was möchtest Du wissen?