Bioinformatik - ein Studium mit Chancen? Jobmöglichkeiten? Aussichten?

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6 Antworten

Hallo,

erstmal tut mir Leid den Artikel wieder auszugraben. Dachte mir nur, es könnte für andere Google Suchenende hilfreich bzw. ganz praktisch sein.

ich studiere derzeit Bioinformatik B.Sc. an der LMU und TU in München und kenne auch jmd der Diplom in Bioinformatik besitzt und in Forschung und im kommerziellen Bereich gleichzeitig arbeitet. So viel ich mitbekommen habe ist es inzwischen nicht mehr wichtig nur ein Fach zu können, so ist Bioinformatik nur sehr zuvorkommend, denn man lernt sehr breit gefächert. Meines Erachtens geht die Tiefe und die Theorie von Informatik und Biologie verloren, jedoch kann man sich in eine Menge Richtungen spezialisieren. Und darauf kommt es später an, was man genau machen möchte. Zu behaupten Bioinformatiker gehen nur in die Forschung ist meiner Meinung nach falsch. Du kannst auch genauso gut Systemadministrator werden.

Ich kenne viele Akademiker, die mir erzählten was man in der Uni für den Beruf und das Leben allgemein lernt, sind die Kompetenzen wie selbständig Arbeiten und vor allem Denken. Der Rest sei ganz gut um zu Wissen was man später Arbeiten will, aber ansonsten haben viele letztendlich ihren eigenen Weg eingeschlagen.

Nun zurück zu Bioinformatik, ich denke im Studiengang Bioinformatik hat man sehr gute Aussichten auf einen guten Job, da derzeit sowieso Fachkräfte-Mangel herrscht. Vor allem Wissenschaftler die auch Mathematik können oder auch Statistik sind gesucht. Außerdem zählt Biotechnologie, Genetik und der ganze DNA / Biologie / LifeScience Kram zu dem Feld, dass sich höchstwahrscheinlich als maßgebender Faktor für die Wirtschaft die nächsten 50 Jahre erweisen wird, so wie wir vorher das Informationszeitalter hatten von ca. 1950-2000 nun 2000-2050 Genetik & Co.

Und der letzte und für mich persönlich der wichtigste Punkt ist der, dass wenn man denn interessiert und auch etwas schlau/intelligent und gerne einen anspruchsvolleres Fach sucht, dann ist die Materie der Bioinformatik oder auch der Systembiologie oder der Biochemie wahnsinnig interessant. Es ist wirklich unglaublich wie viele Felder und Bereich und Experimente, neue Dinge, Ideen, Visionen und Ähnliches in diesem Feld gibt. Krebsforschung beispielsweise kann man gut mit Bioinformatik erreichen. Glaubt mir es gibt sooooo viele interessante Dinge in dieser "Branche" (Pharmazeutik/Medizin - Forschung und auch andere natürlich), dass man anfangs gar nicht weiß wohin man will.

Fazit: Bioinformatik ist eins der zukunftssichersten Fächer die es derzeit gibt. Die Auswahl ist enorm und die Möglichkeiten und Chancen, die sich für einen eröffnen enorm hoch. Bioinformatiker werden gesucht wie verrückt. Nur eins bitte merken: Mathe ist super wichtig!

Grüße Carsten.

PS: Hatte nun keine Lust mehr nach grammatikalischen Fehlern oder Rechtschreibfehlern zu suchen. Kein Bock. Also bitte keine dummen Kommentare.

Hallo. Ich arbeite bei der Berner Fachhochschule für den Studiengang in Medizininformatik. Du hast Dich da sehr auf Bioinformatik fixiert. Meines Wissens nach arbeiten Bioinformatiker hauptsächlich in der Forschung. Medizininformatiker hingegen arbeiten im gesamten Bereich des Gesundheitswesens, bei dem es um die Organisation und Administration von medizinischen Informationssystemen und deren Management geht. Das heisst, es gibt viele Jobmöglichkeiten in Kliniken, bei Versichereren, Behörden etc.

Ich habe erst kürzlich eine Prognose über die Entwicklung des Gesundheitswesen gelesen: In einer Studie der Bewertungsagentur Standard & Poor's modellierten die Spezialisten die Kosten, die aufgrund der demographischen Entwicklung auf die verschiedenen Volkswirtschaften zukommen. Für die Schweiz sieht die Analyse eine Verdoppelung der Gesundheitskosten in den nächsten 40 Jahren vor (2010, Standard & Poor's: Global Aging 2010: An Irreversible Truth). Deutschland habe ich jetzt nicht im Kopf, aber auch dürfte sich hier eine ganz ähnliche Entwicklung zeigen (wir werden ja auch immer älter, die Medizin und die Technologien entwickelt sich weiter). Und da wird's auch immer auch Spezialisten brauchen. Im Gegensatz zur Meinung eines Vorschreiber, braucht es hier eben Personen mit interdisziplinärem Wissen - und das haben ausgebildete Medizininformatiker.

Wie man am besten dann zu einem Job kommt? Beziehungen sind natürlich immer gut, aber ich würde empfehlen eine Bachelor/Master/Diplomarbeit bei einem potentiellen interessanten Arbeitergeber zu machen. So haben bei uns einige Studierende eine Stelle gefunden.

Auch in Deutschland gibt es diesen Studiengang an verschiedenen Universitäten. Hier eine Liste von Wikibooks: http://de.wikibooks.org/wiki/MedizinischeInformatik:Studium

"Auf unzähligen Websiten und Veranstaltungen wird gepredigt, dass Bioinformatik eine Wissenschaft der Zukunft ist."

Bioinformatik ist keine Wissenschaft, sondern in diesem Falle ein Studiengang, der darauf ausgelegt ist, Leute für die Unternehmen auszubilden. Biologie und Informatik sind Wissenschaften, aber nicht Bioinformatik. In den Broschüren steht viel Unfug geschrieben.

Ich weiß nicht, was ein "normaler" Informatik-Job sein soll. Informatiker sind keine Programmierer, werden aber häufig als solche eingesetzt und das Potential wird nicht genutzt. Es heißt oft: Die Lösungen sollen einfach sein, dass die anderen Kollegen verstehen. Als Informatiker hat man das Pech, mit Nichtinformatikern Informatik zu betreiben.

Das Gehalt ist wie bei allen Informatikern, Ingenieuren und Mathematikern vergleichsweise schwach. MINT-Leute sind total unterbezahlt. Die goldenen Zeiten sind längst vorbei.

Das mit der Wissenschaft seh ich ein, war jetzt aber nicht wirklich meine Hauptsorge :)

Mir ist durchaus bewusst, dass Informatiker natürlich nicht entsprchend genutzt werden, oft ist es dann auch nur eine Art Wartungsberuf o.ä. Aber das ist zumindest etwas... Werden für diese Stellen auch Bioinformatiker genommen oder haben die Personaler keine Ahnung?

Was würdest du sonst empfehlen? In die Medizin? So toll werden Ärzte(am ANFANG ihrer Laufbahn) auch nicht bezahlt---

oder am besten gleich ne AUsbildung?

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@apexx

Studier was anspruchvolles, z. B. Informatik, schaffe es in der Regelstudienzeit und dann hast du gute Karten. Ich habe Informatik mit Nebenfach Elektrotechnik studiert. Das ist kein Zuckerschlecken wie z. B. Germanistik oder BWL.

Als Informatiker an der Uni lernst du, Systeme zu begreifen, System zu analysieren. Du lernst das Kategorisieren und das Schließen. Das ist ein hilfreicher Baustein für jedes Zweitstudium.

Ausbildung: Zwischen einem Fachinformatiker und einem Informatiker von der Universität liegen Welten. Bei den FHs gibt es auch eine große Streuung. Viele sind vom Niveau her näher an der Ausbildung zum Fachinformatiker dran, als am Informatikstudium an einer Universität.

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Der mit Abstand von Unternehmen nachgefragteste Informatiker-Abschluss ist Wirtschaftsnformatik. Das erkennt man an der Größe der entsprechenden Studiengänge/Fakultäten. Und von wegen "das Wichtigste der Informatik (Komplexitätstheorie) fehlt". Den Personaler möchte ich sehen, der bei der Einstellung nach Komplexitätstheorie fragt.

Wirtschaftsinformatik wäre auch eine Option gewesen.... ist aber nicht wirklich mein Interessensgebiet, obwohl ich mit dem Fach ganz gut klar komme... Aber man kennt ja nur VWL aus der Schule, vermutlich sind die (BWL?) - Inhalte im Studium ganz anders

Aber auch hier gilt diesselbe Frage wie bei Bioinformatikern .... Welche AUssicht haben d.M.n. Wirtschaftsinformatiker auf einen Beruf? Wenn ich einen ordentlichen Informatiker brauch nehm ich einen reinen Informatiker und für Wirtschaftsaufgaben wird denk ich auch nicht der Wirschaftsinformatiker hergenommen......

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@apexx

In den unternehmen draußen sind immer mehr die Generalisten gefragt, nicht mehr die Fachspezialisten (-idioten, sorry). Grund: das Wissen wächst so rasend schnell, gerade in der IT, dass es wichtiger ist, lernen zu lernen statt in einem langen 5-jährigen Studium Inhalte bis ins kleinste Detail zu lernen, denn es ist am Ende des Studiums schon wieder veraltet. Soziale Fähigkeiten sind ebenso wichtig .. un d das lehrt nunmal auch die BWL.

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Die Personaler wissen oft selbst nicht, was sie suchen. Die können gar nicht abschätzen, wie wichtig dieses oder jenes Thema ist. Meiner Erfahrung nach schult nichts so sehr den Geist und bringt ihn voran wie die theoretische Informatiker in Form von Graphentheorie, Komplexitätstheorie, Grammatiken usw.

Ich bin nun schon einige Jahre im Geschäft. In einem Bewerbungsgespräch habe mit dem einen Herrn sogar ein wenig über Turing und die Enigma gesprochen. Ich glaube, die wollten herausfinden, ob ich wirklich mit Leib und Seele Informatiker bin oder nur ein Oppertunist. Bei der Stelle ging es um Sicherheitstechnik und Verschlüsselung im Militärbereich. Wegen der militärischen Anwendung hatte ich Gewissensbisse, weshalb ich denen absagte.

Die hatten aber auch echte Informatikbücher über Grammatiken und Automaten im Bücherregal zu stehen. In anderen Firmen stehen Bücher über Ajax und Webservices im Regal... und die backen nicht unbedingt die kleineren Brötchen. Einfachere Brötchen backen die.

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@ruediger32

Mag schon sein, das Personal nicht genau wissen, was Sie suchen. Die Personal stellen aber die Leute ein.

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aha.... an der Größe der entsprechenden Studiengänge... na ja. Die Größe spiegelt doch nur die Anzahl der Personen wieder, die an dem Studiengang interessiert sind, nicht aber die Anzahl der Jobs die es in dem Beruf bzw. Bereich gibt. Ob diese Studenten nun auch wissen ob Sie dann einen Job kriegen ist eine ganz andere Frage.

Und so ganz mit Komplexitätstheorie stimmt das nicht. Es kommt eben auf den Beruf an für den man sich bewirbt.

"Personaler" was ist das für ein Ausdruck? Hört sich für mich nach BWL-Student an oder zumindest irgendwas in die Richtung.

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Ergänzung:

Könnt ihr aus euren persönlichem Umfeld berichten? Vlt. kennt der ein oder andere einen BIoinformatiker... als was arbeitet er? Wie schwierigm gestaltete sich der Jobfindungsprozess ?

Ich kenne da leider niemanden.

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Ich bin Diplom-Informatiker und ich halte nichts von dieses Bindestrich-Informatiken. Es ist nichts halbes und nichts ganzes. Es wird falsche Kompromisse geschlossen und dann passiert es, dass das Wichtigste der Informatik (Komplexitätstheorie) fehlt. Ich empfehle: Informatik und gegebenenfalls Biologie im Nebenfach. Oder zwei Studiengänge, was aber in Zeiten von Bachelor/Master schwierig sein dürfte.

Mag ja sein dass deiner Ansicht nach Bioinformatik nichts wahres ist... das war aber auch nicht meine Frage.

Meine Frage richtet(e) sich nach den Jobaussichten und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Komplexitätstheorie das entscheidende zünglein an der waage ist...

Wie sieht es denn mit dir aus? Kennst du Bioinformatiker? Hatten diese SChwierigkeiten (z.b. im Vergleich zu dir) einen Job zu finden?

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