Bewahrung des Nadelwaldes?

 - (Schule, Ferien, Erdkunde)

2 Antworten

Der boreale Nadelwald ist keineswegs der einzige Ort, wo noch Bäume wachsen ;-) Denn dann dürften weder bei uns hier als noch weiter im Süden Bäume wachsen und das ist doch offensichtlich noch der Fall.

Der boreale Nadelwald ist sehr empfindlich, da er sehr lange für diese Entwicklung gebraucht hat. Niedrige Temperaturen und kurze Vegetationsperioden ohne Frost sorgen für enorm langsames Wachstum (ganz im Gegensatz zu den Regenwäldern am Äquator). Ein Baum, der bei uns seine Gestalt in 70 Jahren erreicht hat, braucht dort oft mehr als doppelt so lang. Das zeigt sich auch im Holz mit sehr feinen, schmalen Jahrringen. Eben darin liegt seine Empfindlichkeit. Einmal geschädigt oder kahlgeschlagen, braucht es Jahrhunderte, ja eher Jahrtausende, bis die Fläche sich vollständig renaturiert hat. Anders als bei uns, wo das mit Unterstützung des Menschen immerhin nur Jahrhunderte dauert ;-)

Wir schaden dem borealen Nadelwald trotzdem ganz massiv - wie auch den Regenwäldern im äquatorialen Raum. Denn der Empflindlichkeit sind sich viele gar nicht bewusst oder die Dollarzeichen in den Augen lassen schnell darüber hinwegsehen. Tatsächlich aber nutzen wir das Holz aus diesem Raum sehr stark, wir müssen zusehen, wie Waldbrände jedes Jahr wüten (was aber fast niemanden interessiert) und man muss zusehen, wie dank des immer weiter auftauenden ehemaligen Permafrostbodens die Bäume umfallen, weil ihnen der Halt fehlt.

Deine Beschreibung ist, verzeihe mir, dahingehend etwas lapidar. Die meisten Punkte könnte man auf jeden Wald beziehen, mit Ausnahme der Bemerkung zur globalen Bedeutung.

"Das grüne Gold des Nordens" klingt sehr romantisch, beschreibt aber einen Interessenskonflikt. Denn für die einen ist das wirklich Gold, das sie abbauen und verkaufen müssen - nachhaltige Forstwirtschaft in einem derart sensiblen Ökosystem sieht auch anders aus. Für die anderen erschließt sich der Wert eben aus der Bedeutung der Wälder für das globale Klima und als Ökosystem an sich. Das sind allerdings zwei Interessen, die überhaupt nicht zusammen passen und dementsprechend auch einen starken Konflikt darstellen. Auf kleinerer Ebene findet man den Konflikt natürlich aber auch bei uns hier, aber die Bedeutung ist bei Weitem nicht so groß.

Um das Gebiet zu schützen, müssten wir dafür sorgen, dass der Permafrostboden auch als solcher erhalten bleibt. Sonst kann man zwar Bäume pflanzen - die aber keinen Halt mehr finden. Man sollte nachhaltig wirtschaften - was dank langer Umtriebszeit wohl kaum mehr rentabel wäre. Und man muss das alles immer mit dem Hintergrundwissen der klimatischen Bedingungen betrachten, die ich ja oben schon mal genannt habe. Jede getroffene Maßnahme dauert enorm lange, eine Abholzung aber geht sehr schnell. Daran kann man erkennen, wie lange ein schnell verursachter Schaden reichen kann - und wie stark der Einfluss auch global ist.

Um diese Aussage zu bewerten, würde ich also an deiner Stelle mehr auf die speziellen Eigenschaften des borealen Nadelwaldes zurückgreifen (und die Aussage mit dem "einzigen Ort, wo noch Bäume wachsen" ganz schnell vergessen ;-) ) und eben auch die Ausmaße der Schäden schon allein in zeitlicher Hinsicht stärker darstellen. Dann bekommt deine Argumentation auch richtig Power und zeugt vom Wissen der Umstände und Zusammenhänge.

ist die Aufgabe mit einem bestimmten Zukunfts-Szenario verbunden?!

denn aktuell stimmt die Aussage "der einzige Ort, wo noch Bäume wachsen" ganz bestimmt nicht!! = schau doch nur mal aus dem Fenster raus...

was die Nutzungspraktiken in vielen borealen Nadelwäldern angeht, wäre zu diskutieren, ob diese nachhaltig ist - sprich gibt es Übernutzungen die einzudämmen wären...

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

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