Beste Antwort auf Vorwürfe?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo brido...,
nein-nein, natürlich keine Abwehr oder Rechtfertigungen! Keine Diskussion.
Sondern souverän ganz sachlich bleiben.

Ich denke schon, dass es sehr wohl eine pauschal zu empfehlende Antwort auf Vorwürfe gibt (zur Bikerin und zu Barney nicke), um denen den Dampf herauszunehmen - egal, ob diese nun berechtigt sind oder nicht... Die jeweilige verbale Behandlung von Kritik und Vorwürfen ist natürlich immer auf den Einzelfall abzustimmen. Jedoch...
brido, ich empfehle ich es dir ganz bewusst nicht, gleich devot für die "Besserung" oder "Reparatur" von was auch immer aufzuspringen, sondern besser einen rhetorischen Filter zu nutzen. Also erst einmal etwas Distanz zum Vorwurf zu gewinnen durch den rhetorischen Filter der...

*Vernebelung*:
Nicht etwa konfrontativ abstreiten oder herumreden, sondern den Einzelfall (nur prinzipiell) bestätigen und das Offensichtliche bejahen: "Ja, das sehe ich auch so. (und gleich einen allgemeinen Lösungsvorschlag) Da sollte man wirklich einmal für ... sorgen!" (das wäre passend für allgemeine Vorwürfe, zum Beispiel zur Sauberkeit in der Raucherecke o.ä.). <= Das sind nur Satzgerüste, die jeweiligen Begriffe/Themen variieren situationsgemäß.
Wie gesagt nicht abwehren, sondern schlicht bestätigen, was ja auch offensichtlich real ist..

Wenn du jedoch persönlich betroffen und kritisiert wurdest, dann geht es genauso (bestätigen), vielleicht auch gut in Verbindung mit dem Filter der...

*freien Information, Selbstenthüllung*:
"Ja, Sie haben recht, ich sollte vielleicht wirklich etwas mehr auf die Einhaltungs der Tagesordnung achten!"  (oder was jetzt auch immer) <= Du siehst, die Sache dem Grunde nach bestätigen und damit gleich den Vorwurfs-Druck gegen dich dabei herausnehmen. Zumal wenn du aufrichtig und ein bisschen verlegen lächelst dabei. Also eben NICHT diese Schuldigkeits-Arie jaulen, sondern ruhig und souverän wieder aufs Sachliche kommen.
Für ebenfalls äußerst wirkungsvoll halte ich den Filter der...

"negativen Befragung":
"ich verstehe, meinen Sie, dass ich auch... (jetzt sehr strenges Beispiel) ...oder bei der nächsten Bereichsleitersitzung vielleicht besser...?" Sinn dieser negativen Befragung ist es, den Vorgesetzten zu weiterer Kritik herauszufordern und ihn damit wieder auf den realen Boden der Verhältnismäßigkeit zurückzuholen. Er wird darauf wohl antworten: "Nein, so weit müssen Sie nicht gehen, passen Sie mal nur auf, dass...!" Und die Stimmung ist schon wieder eine ganz andere.

Falls der Chef jedoch aber gleich nachzieht: "Nicht nur herumreden jetzt, ...bringen Sie das in Ordnung!" freundlich und bestätigend nachfragen: "Soll ich Angebotsarbeiten jetzt erstmal liegen lassen und das hier erledigen oder besser, wenn die Angebote raus sind?" Alternativen verführen zu Entscheidungen, das weiß dein Boss. Das Letzte nimmt dich aus der Verantwortung und vermittelt gleich deinen Lösungsvorschlag. im Filter des...

*praktikablen Kompromisses*
Die oben erwähnte Distanz zur Sache ist nötig, damit der andere schon im Gespräch gelten lassen muss, dass du nicht die Quelle der Sache BIST(!). Auch, wenn du sie vielleicht verantworten müsstest. Du beweist dich aber gerne als gute Mitarbeiterin und verwendest dich für eine dann passende Problemlösung, anstatt den Vorwurf weiter durchzukauen.

Diese rhetorische Technik ist fast so schlüssig wie der Schäferzug beim Schach und wie er auch unvermeidlich erfolgreich. Zumal der Vorgesetzte dich ja auch nicht beschädigen will, sondern nur gerade ein Schuldschaf sucht, wie zumeist in Betrieben. (Vorwürfe und Kritik sind nie als Schwerthiebe zu verstehen, sondern immer nur als Aufforderung zur Mitarbeit.

Mach dich im Nebel unangreifbar (bestätige die Sache also dem Grunde nach), präsentiere gute Lösungen und zieh den Vorwurf damit aus der persönlichen Eben auf die einer praktischen Erledigung! :- )

Und, wenn du keine Lösung weist: "Was sollte man tun? Haben Sie einen Vorschlag?"  (Nicht: "Was soll ich Ihrer Meinung nach tun?") Das verlegt die Verantwortung wieder auf den anderen und... verdeutlicht auch letztlich, dass du immer sachlich und positiv auf Betrieb/Chef/gemeinsamenErfolginderSache eingestellt bist.

Ich habe die wörtliche Rede oben arg verkürzt, du weißt, worauf es dabei ankommt. Du wirst deine eigenen Worte jedesmal finden. Mit Freunden oder Familenmitgliedern bleibts beim selben Prinzip "vernebeln/ggfSelbstenthüllung/praktischerVorschlag", nur eben andere Worte.

Das kann man im ganz normalen Tagesablauf in endlosen Situationen üben, mach's mal: Immer dem Grunde nach recht geben: "Ja, da könntest du recht haben" - "Ja, das sieht wirklich ein bisschen ...aus!", "Ja, mit etwas mehr Aufwand könnte man hier wirklich ...!" "Ja, aus dieser Sicht könnte man schon meinen, dass.."

Wenn vielleicht auch nicht im Netz, aber in den verschiedenen Rhetorikwerken zur Managerschulung, Verkauftraining etc, wird die Einwurfs-, Kritik- und Vorwurfsbehandlung ausführlich gelehrt. Es empfiehlt sich dir da bestimmt ein Fachbuch, wenn dich das Thema der verbalen Selbstbehauptung mehr interessiert. Mit solchen Suchworten wirst du bei amazon oder buch.de sicher weiterkommen. Okay, brido? ;- )


Schade, brido...,
ich hätte dir die zentralen Sätze jetzt noch gerne etwas hervorgehoben, doch die Textauszeichnungen haben sie wohl abgestellt?

Also - 1 Sachlage bestätigen und wenn selbst betroffen: 2 Verantwortung übernehmen.
Dein argumentatives Schwergewicht ist dabei immer dein 3 konstruktiver Lösungsvorschlag. Tatsächlich wird der später als 'höher' und wichtiger gesehen als der ursprüngliche Vorwurf gegen dich. Nicht selten haben schlaue Problemlöser die Probleme vorher selbst erzeugt! ;- ))

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@Naiver

Herzlichen Dank für deine Auszeichnung, brido! :- )

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Hallo Brido,

Das kommt darauf an:

  • Darauf, ob der Vorwurf gerechtfertigt ist
  • Darauf, wie die Kritik vorgetragen wird
  • Darauf, was der Kritiker für ein Mensch ist
  • Darauf, ob ein Interessenkonflikt besteht
  • Darauf, ob es den Kritiker überhaupt etwas angeht
  • Und und und......

Diese Frage lässt sich einfach nicht pauschal beantworten. Grundsätzlich ist es aber so, dass wenn ich zu jemandem eine gute Beziehung haben will, werde ich natürlich versuchen, meinen Standpunkt zu erklären.

Das kann bedeuten, dass ich zugebe, einen Fehler gemacht zu haben oder aber dass ich einfach andere Ansichten habe. Die könnte ich dann natürlich auch erklären. Auch eine Entschuldigung würde ich nicht ausschliessen.

Andererseits habe ich aber auch überhaupt kein Problem, dem Anderen im Bedarfsfalle zu sagen, dass er seine Nase in Angelegenheiten steckt, die ihn

1. nichts angehen und

von denen er

2. nichts versteht.

Jegliche Äußerung dazu würde ich dann vollkommen ablehnen.

Desweiteren sehe ich noch die Möglichkeit über das Problem zu reden, und meine Bereitschaft erklären, für die Zukunft einen Weg zu finden, das Problem für die Zukunft zu verhindern oder eine Lösung zu erarbeiten, wie ich mit dem Anderen auch bei einem Interessenkonflikt eine Lösung finden könnte, mit der wir beide leben können.

Stereotype Reaktionen wie Virginia sie vorschlägt lehne ich als realitätsfern ab.

LG

Den Mund halten und alles über sich ergehen lassen...

Nein, quatsch...wie will man sonst auf ungerechtfertigte Vorwürfe reagieren, in dem man nicht versucht, seine Sicht auf die Dinge zu äußern? Auch wenn es nach Deiner Meinung nur Rechtfertigungen sind, muss man sie dennoch äußern, weil man den Sachverhalt sonst nicht klarstellen kann.

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