Bei Bewerbungsfomularen, konfessionslos oder keine Religion, oder was hinschreiben?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

In Deutschland ist rechtlich geklärt, das keine Arbeitnehmer überhaupt nach deiner Religon fragen darf. Du brauchst also keine Angaben machen und solltest das auch nicht.

Lediglich die Kirchen haben ein Sonderarbeitsrecht und können sich Bewerber danach aussuchen, ob sie ihre Konfession haben oder nicht. Bei allen anderen Arbeitgebern wäre das Diskriminierung. Sogar wenn sie überhaupt nur nach deiner Religion fragen würden.

Ich bewerbe mich bei beruflichen Gymnasien die brauchen das halt, um die Religionsklassen zusammenzustellen... habe halt Bedenken, vllt sollte ich wirklich nichts hinschreiben, denn nehmen wir mal an, alle Bewerber sind evangelisch und dann komm ich, dann wird es denen ja zu blöd sein wegen mir einen Ethik Unterricht zu machen bzw. wegen einzelnen Leuten, wenn alle einer Konfession angehören...

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@Zitanna

Ich denke, da brauchst du dir keine Gedanken zu machen. Die Teilnahme am Religionsunterricht ist nicht abhängig von der Konfession die du hast. Du kannst ohne alle Schwierigkeiten auch als Atheist in den Religionsunterricht gehen, wenn du das möchtest.

Außerdem sinkt die Zahl der religiösen Schüler enorm. Gerade vorige Woche wurden da einige Statistiken von Landkreisen veröffentliche, nach denen der Anteil der nichtkonfessionellen Schüler selbst im Westen schon zwischen 40% und 60% liegt.

Wenn du z.B. evangelisch angibst, ohne das zu sein, fällt das früher oder später eh auf und du stehst als Lügner da.

Außerdem ist es doch nur von Vorteil, wenn auch Ethik angeboten wird. Egal ob du dann hin gehst, aber du hast auf jeden Fall die Möglichkeit es zu tun, wenn du möchtest.

Es spricht also alles dafür, wenn die Schule direkt danach fragt, wirklich das anzugeben, was du bist. Wenn sie nicht fragt, gib gar nichts an.

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@Zitanna

Völliger Quatsch. Sie machen nicht extra einen Ethik-Unterricht wegen dir, sondern extra einen Religionsunterricht wegen der Sektierer.

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@TeeEi

Das habe ich nicht gemeint, sondern dass sie dann lieber paar christliche nehmen anstatt für eine oder wenige Konfessionslose einen extra-Unterricht zu machen

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@Zitanna

Eine Schule, die die Schüler nach solchen Prinzipien aussucht, kannst du eh vergessen. Noch viel wichtiger ist aber, ob du hier einen Weg betrittst, der dich dahin führen wird, dich immer wieder nur anzupassen und das zu tun, von dem du vermutest, dass andere das von dir erwarten.

Das würde bedeuten, du gibst es völlig auf, du selbst zu sein.

Hier noch mal ein Mutmacher: http://www.rp-online.de/bergisches-land/hueckeswagen/nachrichten/religion-hat-in-schulen-an-bedeutung-verloren-1.3144317

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Wenn du konfessionslos bist, dann bekennst du dich zu keiner der herkömmlichen Religionen (Religion = Konfession = Bekenntnis).

Und in diesem Fall schreibst du einfach o.B. = ohne Bekenntnis. Das ist die gängige und allgemein verständliche Form.

Wenn du einen Strich machst, dann schließt jeder daraus, dass du entweder keiner Religion zugehörst oder dass du sie nicht angeben willst (und das könnte dir unter Umständen negativ ausgelegt werden).

Ich gehöre halt auch zur keiner Religion, das stimmt ja schon also wäre es ja richtig, wenn ich einfach einen Strich mache.

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@Zitanna

genauso gut ... o.B. oder Strich ... oder eine durchgerstrichene Null ... hat alles dieselbe Bedeutung: Nichts ... Keine ... etc.

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Man schreibt im Normalfall o.B. Das hat nichts mit den Tampons oder dem Arzt zu tun, sondern heißt ohne Bekenntnis.

;-) ... und die Tampons schreiben sich auch anders ... und zwar: o.b. !!! Das ist wieder mal eines von vielen Beispielen, was Rechtschreiben ausmachen kann ... ;-)

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Wenn du ein vorgedrucktes Bewerbungsformular ausfüllen sollst empfiehlt sich immer der Wahrheit entsprechend zu antworten. - Zwar musst du im Stadium der Bewerbung niemandem deine religiöse Orientierung mitteilen, aber im Sinne der hoffentlich später folgenden Einstellung vermeidest du so Irritationen, die sich bereits bei der Einstellung nachteilig auf dein Beurteilung auswirken könnten.

Spätestens bei deiner Einstellung musst du nämlich wahrheitsgemäß im Personalfragebogen des zukünftigen Arbeitgebers deine Konfession angeben, wegen deiner eventuellen Kirchensteuerpflicht. - Dies ist nicht etwa unberechtigte "Schnüffelei" des Arbeitgebers in deiner Privatsphäre, sondern weil er verpflichtet ist, für dich die Kirchensteuer zusammen mit der Lohnsteuer einzubehalten und an den Fiskus abzuführen.

Und warum sollte man auch seine Konfession verheimlichen? - Man muss in diesem Land keine Nachteile zu befürchten, egal ob man religiös oder antireligiös ist.

Das ist nur relevant wenn du bei der Kirche zB arbeiten willst, bei einer "normalen" Stelle oder Ausbildung ist das nicht nötig und du kannst getrost gar nichts hinschreiben!

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