Autofahrer wegen Nötigung anzeigen

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9 Antworten

Ja, Du KANNST Anzeige erstatten (da kann man neben einer Nötigung möglicherweise auch eine versuchte gefährliche Körperverletzung draus konstruieren und die ist mächtig strafbar ) und Du SOLLTEST auch Anzeige erstatten. Solche Leute haben im Straßenverkehr nix zu suchen.

Ein "Aussage gegen Aussage" gibt es im Strafrecht nicht. Es gibt nur glaubwürdige und unglaubwürdige Aussagen. Und man muß sich ja auch immer fragen, welchen Grund Du haben solltest, Dir völlig unbekannte Menschen fälschlicherweise anzuzeigen und Dich damit selbst strafbar zu machen. Davon hättest Du ja nix.

Kosten entstehen Dir dabei im Übrigen nichct. Strafanzeigen sind kostenlos.

Nussbecher 27.08.2011, 14:20

Ein "Aussage gegen Aussage" gibt es im Strafrecht nicht.

GERADE im Strafrecht gibt es das. Zum Glück! Die Anzeige kostet nichts, das ist richtig, entstehen aber Gerichtskosten und Anwaltskosten, so werden diese umgelegt, meist zum Nachteil desjenigen, der den Prozess verliert. Eine "versuchte gefährliche Körperverletzung" impliziert eine Absicht, die ist nicht nachweisbar, so wie alles andere auch nicht, also bitte auf dem Teppich bleiben.

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skyfly71 27.08.2011, 15:14
@Nussbecher

@Nussbecher

Das, was Du da schreibst, zeugt (glücklicherweise) von grober Unkenntnis. Den Anzeigeerstatter trifft absolut und definitv keine Kostentragepflicht. Sollte es anders sein, wirst Du es ja mit Links oder Nennung von Gesetzesstellen belegen können.

Für eine gefährliche Körperverletzung reicht bedingter Vorsatz auch. Wer mit seinem Kfz einen Radfahrer schneidet, nimmt dessen Verletzungen billigend in Kauf. Das reicht aus.

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Nashorn2 27.08.2011, 15:18

Ja gut, und an wen wende ich mich da? Einfach mal bei ner Polizeiwache vorbeischauen, beim Ordnungsamt anrufen, nen Anwalt suchen? Gibt es sowas wie kostenlose Rechtsberatung? Es ist nicht so, dass ich wenig Geld habe, ich habe kaum Geld. Deswegen muss ich mir jeden Schritt gut überlegen. Und lust auf Gerichtskosten zu tragen weil die Tante sich nen besseren Anwalt leisten konnte hab ich auch nicht!

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skyfly71 27.08.2011, 17:03
@Nashorn2

Du brauchst keine Rechtsberatung. EIne Strafanzeige ist nichts anderes als die Schilderung eines Ereignisses, das statttgefunden hat. Zu beurteilen, ob und wegen was sich jemand strafbar gemacht hat, ist überhaupt nicht Deine Aufgabe. Auch nicht, der Polizei gleich einen gelösten Fall vorzulegen. Fahr einfach zum nächsten Polizeirevier, schildere dort, was passiert ist und bestehe (selbst wenn man Dir das ausreden will, was machmal vorkommen) auf die Aufnahme Deiner Anzeige.

Den Rest macht dann die Polizei alleine. Damit hast Du überhaupt nix mehr zu tun. Und dann wird die Frau am Ende eben bestraft oder auch nicht. Du bist in dem weiteren Verfahren nur noch interessant, wenn Deine Zeugenaussage noch mal benötigt werden sollte.

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Um sie anzuzeigen müsstest Du ihr das auch nachweisen. Nun kommt das Problem dass man als Radfahrer an der roten Ampel an wartenden Autos zwar vorbeifahren darf, aber nur in Schrittgeschwindigkeit. Also auch Du hast Dich Gesetzwidrig verhalten, eine Anzeige könntest Du machen, wenn Du sie nicht selbst verklagen willst kostet Dich das auch nichts. Ob da jemals was raus kommt glaub ich nicht. Zu Bedenken würde ich geben, dass Radfahrer für mich zu den schlimmsten Umweltsündern im Strassenverkehr zählen. Ich mein: Müssen die Kraftfahrzeuge jedes mal unnötig Sprit verblasen um einen Radfahrer zu überholen, der an der Ampel ein paar Meter weiter vorne sein wollte?

Nashorn2 27.08.2011, 11:50
  1. Ich bin nicht mit dem Rad unterwegs weil ich nen Umweltnazi bin, sondern weil es günstiger als ein Auto und schneller als der ÖPNV ist

  2. Keiner muss mich überholen, wenn man nicht mit den erlaubten 50 sondern mit meinen 35-55 unterwegs ist tuts auch nicht weh. bei der nächsten Kreuzung schwenk ich nach rechts und bremse und alle dürfen ohne große mühe überholen.

  3. Das ganze rasen bringt beim Berufsverkehr auch nichts, zum Schluss bin ich fast immer schneller. Ich fahr ja durch die Stadt und nicht über die Landstraße.

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machhehniker 27.08.2011, 12:11
@Nashorn2

Also ich wollte Dich jetzt nicht angreifen. Ich find´s auch toll wenn´s noch vernünftig denkende Radfahrer gibt. Durch den Berufsverkehr in einer Stadt komm ich auch nicht auf die Idee ein Radfahrer zu überholen, es sei denn er fährt wirklich langsam. Da war nur diese Passage als ich sie an der Ampel überholen wollte drückte sie mich so gegen den Bordstein, dass ich fast nen Abflug gemacht hätte oder so ähnlich. Ich denk mal, Du bist da an ne dumme Sau geraten. Davon gibt´s leider zu viele, auch männlich. Machen kann man nur schwer was.

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Es wird im Endeffekt Aussage gegen Aussage stehen, wenn sie es nicht zugibt und dann gilt "Im Zweifel für den Angeklagten" Die Gerichtskosten wirst du dann wahrscheinlich übernehmen müssen. Ohne Zeugen bringt das nichts. Und es muss nachgewiesen werden, dass der radweg zugeparkt war, sonst kann man dich drankriegen. Denn als Radfahreh musst du den radweg benutzen, wenn er vorhanden ist und nicht zugeparkt ist. Du hättest in dem Falle vor Ort die Polizei anrufen sollen/können, um die Falschparker dranzukriegen, jetzt kannst du es nicht mehr nachweisen.

Nashorn2 27.08.2011, 11:52

Hab auch das Gefühl, dass das ganze nichts bringt... Schon blöd dass man da absolut machtlos ist...

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kosy3 27.08.2011, 12:37

Dass man als Radfahrer stets den Radweg benutzen muss, stimmt so nicht. Die uneingeschränkte Pflicht wurde bereits mit der "Fahrradnovelle" 1998 aufgehoben und 2009 noch einmal präzisiert. Aktuelle Urteile bestätigen dies immer wieder.

http://www.kfz.net/autonews/urteil-keine-generelle-pflicht-zur-radwegnutzung-30299/

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Nussbecher 27.08.2011, 14:16
@kosy3

Das schrieb ich doch oben. Wenn er zugeparkt ist, kann man ihn natürlich nicht benutzen. Nur kann doch jetzt nicht mehr nachgewiesen werde, DASS er zugeparkt war.

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kosy3 27.08.2011, 18:42
@Nussbecher

Auch wenn er zugeparkt ist, braucht man diesen nicht zu benutzen. Und den Richter möchte ich sehen, der einen Radfahrer verpflichtet, den Radweg zu benutzen, wenn die Geschwindigkeit zwischen 35 und 55km/h beträgt.

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Nussbecher 27.08.2011, 19:55
@kosy3

Auch wenn er zugeparkt ist, braucht man diesen nicht zu benutzen

Sag ich ja

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Eine Frage habe ich vorab doch: wenn die Frau an einer Ampel steht, wie kann sie dich da abdrängen? Rechts vorbei darf ein Radler eh nur, wenn ausreichend Platz vorhanden ist.

Nun gut, denn dass was die Frau im Allgemeinen abgezogen hat, ist unter aller Sau! Aber solche Vollpfosten gibt’s zuhauf im Verkehr – meinen sogar noch dann Recht zu haben wenn sie komplett im Unrecht sind.

Klar regt es einen etwas auf, wenn z. B. 2 Radler meinen, verbotenerweise nebeneinander fahren zu müssen – vor allem Biker dürften davon sehr begeistert sein...

Auch erlebe ich oft die haarsträubernsten Dinge, was Radler so verzapfen: Da wird die Vorfahrt missachtet – einfach aus der untergeordneten Straße rausgezogen, dass derjenige auf der Vorfahrtstraße am liebsten den Anker werfen würde... Oder es wird mit Karacho über einen Fußgängerüberweg gedonnert (nein, Radler genießen da keinen Vorrang!) bzw. munter über den Gehweg gedüst. Wenn’s dann kracht, wollen die auch noch Geld sehen, bekommen dies aber nicht zugesprochen, sondern müssen u. U. selber noch zahlen. Manchen gehen dann die Guckelchen auf wie Melonen, andere maulen aber unbelehrbar rum. Hallooo? Die einzige Knautschzone ist euer Körper!!

Übrigens: derjenige der dann in solche reinkracht, kann auch ein Radler sein!

So und nun zu den anderen, den motorisierten Verkehrschaoten: Radler zu dicht überholen, schneiden beim Abbiegen, ihnen die Vorfahrt nicht gewähren (oft zu sehen bei RvL – bzw. zu erahnen, wenn ich in ihre erstaunten Gesichter sehe, wo ich ihnen ihr selbstverständliches Recht zugestehe).

Auch habe ich mich vor dem nach rechts Abbiegen schon mal etwas verschätzt, nachdem ich einen Radler überholt habe – aber keine Problem, anhalten und warten bis er rechts vorbei ist.

Miteinander und nicht Gegeneinander ist gefragt! ALLE Verkehrsteilnehmer müssen respektiert werden und sich gegenseitig respektieren!

Aber Verkehrsrambos gehören Lebenslang zum Fußgänger oder ÖPNV-Benutzer degradiert – egal ob motorisiert oder nicht!

Das mit der Anzeige könntest du versuchen, aber ob es Erfolg bringt, steht auf einem anderen Blatt, aber wäre ich dabei gewesen, hätteste wenigstens einen Zeugen. ;)

Aber so manche Antworten hier sind doch echt hanebüchen!

Nashorn2 04.09.2011, 18:51

Hab mich da wohl schlecht ausgedrückt. Die Frau stand an der Ampel, ich habe in der Zeit aufgeholt, die Ampel wurde grün, sie fuhr los, ich war schneller und wollte überholen, sie hat die Lücke "zugedrückt" während ich neben ihr war.

" Da wird die Vorfahrt missachtet" "es wird mit Karacho über einen Fußgängerüberweg gedonnert" "munter über den Gehweg gedüst" So, wenn wir dann schon mit belehren anfangen wollen: Schaust du nach Links und Rechts wenn du über einen Radweg läufst/fährst? Parkst du immer so weit von der Straßenecke weg, dass ein Radler gut in die Kreuzung schauen kann? Schaust du IMMER nach hinten, wenn du die Tür von deinem Auto aufreißt? Wechselst du die Spur beim überholen eines Radfahrers (Radfahrer sollen von Parkenden Autos 0,75m Entfernung halten, Spurbreite vom Rad ist wegen Pendelbewegungen ges. auf 1,5m festgelegt, Sicherheitsabstand bei überholen 1,5m. Also müssen überholende Autos von den Parkenden mindestens 3,75m weg sein. Hab ich fast nie miterlebt dass das bei ner 2spurigen Straße mit einem Streifen je Richtung passiert!)?

Wenn es gute Radwege gäbe würden wir nicht auf der Straße fahren. "Gut" ist asphaltiert, nicht von Wurzeln angehoben, es sollen da keine Schilder, Autos oder Fußgänger rumstehen. Und die sollten so breit sein, dass ich auch mal ne Wackeloma überholen kann.

"Hallooo? Die einzige Knautschzone ist euer Körper!!" Genau, und eben deswegen, müssen Autofahrer verstärkt Rücksicht nehmen. Ich kann ja auch nicht nen Fußgänger übern Haufen fahren wenn er übern Radweg springt ums in den Bus zu schaffen nur weil ich "stärker" bin.

Ansonsten klar, was grundsätzlich fehlt ist Mitdenken und Respekt. Als Fußgänger sollte man Radwege so behandeln wie Straßen, da hüpft man ja auch nicht drauf. Als Radfahrer versuch ich soweit es geht Autos vorbeizulassen, wenn Berufsverkehr ist geht es halt nicht so, aber da braucht sich auch keiner aufzuregen, ich bin da ja eh schneller unterwegs. Und als Autofahrer hab ich eben die Verantwortung, auf alle Rücksicht zu nehmen, weil ich am meisten Schaden hervorrufen kann.

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Eichbaum1963 04.09.2011, 21:02
@Nashorn2

Na, dann war diese Frau aber wirklich eine... (ich meine das Weidentier mit den Fladen :P).

Schaust du nach Links und Rechts wenn du über einen Radweg läufst/fährst?

Aber sicher doch! Das ist absolute Pflicht.

Parkst du immer so weit von der Straßenecke weg, dass ein Radler gut in die Kreuzung schauen kann?

Radler gucken eher noch über die Autos hinweg. Aber auch daran halte ich mich grundsätzlich - da ich mich ja schlecht über etwas aufregen kann, es dann aber selber genauso machen würde. Passt nicht. ;)

Schaust du IMMER nach hinten, wenn du die Tür von deinem Auto aufreißt?

Ja, Türen sind teuer und für andere u.U. sehr schmerzhaft. Auch einer meiner Aufreger. Daher öffne ich die Tür nur, wenn dies gefahrlos für alle möglich ist.

Wechselst du die Spur beim überholen eines Radfahrers (Radfahrer sollen von Parkenden Autos 0,75m Entfernung halten, Spurbreite vom Rad ist wegen Pendelbewegungen ges. auf 1,5m festgelegt, Sicherheitsabstand bei überholen 1,5m. Also müssen überholende Autos von den Parkenden mindestens 3,75m weg sein. Hab ich fast nie miterlebt dass das bei ner 2spurigen Straße mit einem Streifen je Richtung passiert!)?

Sicherheitsabstand beim Überholen von Radlern ist 1,5 m. Dabei muss halt der Abstand derer vom Straßenrand mit berücksichtigt werden. Bei einem Straßenrandabstand von 0,75 m sowie 0,8 m Fahrradbreite und 1,5 m Sicherheitsabstand komme ich nur auf 3,05 m. Dein Rechenfehler: du hast die komplette "Spurbreite" des Radlers zum Sicherheitsabstand dazu addiert. Und wo genau ist die auf 1,5 m festgelegt? Aber zur Frage: ja sicher halte ich den Abstand ein, selbst wenn es eng wird und Radler entgegenkommen halte ich an. ;)

"Hallooo? Die einzige Knautschzone ist euer Körper!!" Genau, und eben deswegen, müssen Autofahrer verstärkt Rücksicht nehmen.

Riischtiiisch. Aber Rücksicht ist keine Einbahnstraße! Sie gilt auch für Radfahrer und zwar ebenfalls allen Verkehrsteilnehmern gegenüber.

Ansonsten klar, was grundsätzlich fehlt ist Mitdenken und Respekt.

Stimmt, aber das fehlt sowohl manchen Autofahrern als auch Radlern und Fußgängern!

Das manche Radwege ihren Namen nicht verdienen ist mir allerdings auch klar...

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Das Dumme ist, du MUSST Radwege nutzten. Auch wenn sie verbaut sind. Ist das so, muß man absteigen, das Hinderniss umGEHEN und anschließend weiterradeln. So ist das Gesetz. Leider.


Sie darf dich nur mit einem Sicherheitsabstand von 1,5 Meter überholen. Ist der nicht vorhanden, darf sie nicht überholen und macht sich "strafbar" wenn sie es trotzdem macht !


Es bringt dir gar nichts sie anzuzeigen, du hast keine Zeugen für das abdrängen. Im Gegenteil, würdest du zur Polizei gehen, gibst du ja bei der Hergangsbeschreibung zu, nicht den Fahradweg benutzt zu haben. Du bist verpflichtet den Radweg zu nutzen. Wenn er blockiert ist, mußt du absteigen und dein Fahrrad um das Hinderniss schieben. Streng genommen, würde zwar nicht passieren, könntest du im Nachhinein noch bestraft werden.


Das ist halt so eine Sache. Heutzutage, wo Niemand mehr Zeit zu irgendetwas hat, fällt es schwer Rücksicht zu nehmen. Streng vom Gesetz her, hast Du sie durch deine Unrechtmäßige Nutzung der Strasse genötigt.

Nashorn2 27.08.2011, 11:41

3) Wenn ein als benutzungspflichtig ausgeschilderter Radweg objektiv unbenutzbar ist, muss man ihn nicht befahren. Dies kann z.B. der Fall sein, wenn er vereist, von Pflanzen überwuchert oder von falsch geparkten Autos blockiert ist. Auch wenn der Radweg nicht erreichbar ist (Beispiel: Liegedreirad oder Fahrradanhänger passt nicht durch eine vor dem Radweg angebrachte Umlaufsperre hindurch) muss er nicht benutzt werden. In solchen Fällen darf man auf die Fahrbahn (nicht aber auf den Fußweg!) ausweichen. Das Kriterium der Unbenutzbarkeit wird zwar im Einzelfall unterschiedlich eng zu fassen sein (bei einem MTB beispielsweise anders als bei einem Rennrad); allein die Tatsache aber, dass man sein Rennrad nicht voll ausfahren kann, wird in der Regel nicht als Grund zum Ausweichen auf die Fahrbahn anerkannt. Man ist aber auch nicht verpflichtet, sofort nach einem Hindernis wieder auf den Radweg zu wechseln, sondern man darf auf der Fahrbahn weiterfahren, bis ein gefahrloses Wechseln auf den Radweg (Bordsteinabsenkung, Einmündung) möglich ist.

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Das mit der Anzeige würde ich lassen, da sie in Luft aufgeht. Oder Du machst eine, dann brauchst Du eh 'nen RA. Der wird dir sagen können, ob es sich lohnt...

Die Szene ist eine Standartsituation. Bei einer vergleichbaren Situation habe ich dem Opa klargemacht, dass er im Falle eines Unfalls durch Abdängeln ein Strafverfahren wegen Körperverletzung und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr am Hals hat. Ausserdem könne er den Lack für seinen Wagen selbst bezahlen. Und das alles wegen einer Owi, die er in Selbstjustiz ahnden wollte. Das hat er wohl begriffen...

Man braucht mit Autofahrern nicht über nicht benutze Fahrradwege zu diskutieren. Eher über ihr Fehlverhalten, das keine Owi sondern eine Straftat darstellt. Selbstjustiz gibt es in Deutschland, ist aber verboten.

Ich überlege mir das nächste Mal anzubieten, zur Klärung der Sachlage die Polizei hinzu zu ziehen, damit der Autofahrer mein Fehlverhalten vortragen kann, wenn er im Gegenzug auch seines zugibt.

So etwas erlebe ich als Radfahrer auch oft. Anzeigen ist wegen des von dir genannten Mangels an Zeugen aussichtslos. Es gibt zwei Möglichkeiten. Bei deren Erläuterung werde ich aus rechtlichen Gründen nur Andeutungen machen können.

  1. Als Radfahrer ist man stets der Schwächere. Aber Autofahrer haben ebenfalls eine Schwachstelle: Sie lieben die Unversehrtheit ihres Autos. D. h. sie kriegen einen Anfall, wenn sie Kratzer im Lack haben, oder ihren Außenspiegel verlieren. Ich möchte für alle Juristen unter den Lesern ausdrücklich darauf hinweisen, dass man keinen Sachschaden zufügen darf, aber wenn ganz plötzlich - aufgrund einer gefährlichen Situation im Straßenverkehr - diese Unversehrtheit des Autos nicht mehr gegeben ist, solltest du als Radfahrer zusehen, dass man dich nicht "fälschlicherweise" und "unschuldig" verdächtigt, Sachschaden zugefügt zu haben. Flüchten ist nicht erlaubt und gemein, weil der Autofahrer sich ja kein Kennzeichen notieren kann.

  2. Wenn du die Situation kontrollieren kannst - das kann man ja meistens, weil man als Radfahrer diese gefährlichen Situationen oft schon Sekunden vorher ahnt - und vom Rad fällst, kommt es zu einem Verkehrsunfall. Sollte der Autofahrer flüchten, wäre es vorteilhaft, wenn du dir das Kennzeichen merkst und beim Sturz Kontakt mit dem Auto gehabt hättest, der Spuren z. B. im Lack hinterlassen hat. Das macht eine evtl. Beweisführung später einfacher. Das hört sich alles sehr spektakulär an, aber wenn man etwas sportlich ist und fallen kann, muss man sich nicht ernsthaft verletzen. Aus versicherungstechnischen und gesundheitlichen Gründen solltest du dennoch auf Polizei und Krankenwagen bestehen, auch wenn der Abtransport mit einem Krankenwagen dem Unfallverursacher besonders teuer zu stehen kommt. Sicher ist sicher. Nach Monaten kommt es dann zur Verhandlung. Schuld bekommt bei einem Unfall zwischen Auto und Radfahrer fast immer der Autofahrer. Manche Autofahrer lernen es sonst nie. Belehren lassen sie sich, wenn überhaupt nur von einem Amtsrichter. Ich habe das selbst schon oft durchexerziert. Allerdings muss man sich als Radfahrer, der stets an den selben Amtsrichter gerät irgendwann die "unverschämte" Frage gefallen lassen, ob man "unfallträchtig" wäre.

Ich möchte hier nicht missverstanden werden und darauf hinweisen, dass ich nicht zu einer Straftat aufrufe und Vorspielung falscher Tatsachen eine Straftat sein können.

Ja, wenn alle Rennradfahrer einfach mal auf dem Radweg fahren würden hättest du als guter Rennradfahrer nicht mit uns frustrierten Autofahrern zu kämpfen. Ich ärger mich auch immer, dass die meinen die Straße blockieren zu müssen. Aber wo der Radweg scheibe ist, da kann auch kein Renni fahren.

Was die Frau gemacht hat war für den Aaasch. Nummernschild und Beschreibung dürften für ne Anzeige reichen. Viel Glück!

Nashorn2 27.08.2011, 11:35

Ich fahre sowohl Auto als auch Rennrad, und versuche immer alle Verkehrsteilnehmer zu respektieren. Wenn ein ordentlicher Radweg vorhanden ist, fahr ich aufm Radweg, wenn nicht dann halt auf der Straße. Wenn da noch überall Autos parken wo ständig unvorsichtig Türen aufgerissen werden dann fahr ich eben mitten auf der Straße.

Wenn kein Autofahrer mehr wie bekloppt überholt, Türen aufruppt oder mir die vorfahrt nimmt (weil der is ja eh langsam mit seinem Fahrrad) dann fahr ich auch sehr gerne ganz weit rechts. Aber solange des nicht der Fall ist, muss ich eben auch an meine Sicherheit denken. Außerdem wirkt es sich auf die Reisezeit kaum aus, ob man die erlaubten 50 fährt oder mit 45 hinter mir her rollert.

Natürlich benehmen sich auch Radfahrer daneben, rasen in der Fußgängerzone, Pendelnde Opas mitten auf der Straße, über Zebrastreifen heizen, usw... Von solchem Verhalten distanzier ich mich!

Das mit der Anzeige überleg ich mich noch, wenn das ganze dann nen anwalt braucht hab ich nen Problem, als Aushilfskraft in ner Schlosserei hab ich da nicht so das Geld...

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kosy3 27.08.2011, 11:42

Ihr Autofahrer solltet besser mal von Glück reden, dass nicht mehr von diesen Fußgängern mit Handkarren auf der Straße unterwegs sind, die völlig gleichberechtigt sind und denen man - wie man aus der Fahrschule kennt - immer Vorfahrt gewähren muss, weil sie immer von rechts kommen.

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Eichbaum1963 27.08.2011, 12:12
@kosy3

...immer Vorfahrt gewähren muss, weil sie immer von rechts kommen.

Wie soll das denn gehen?

Bezüglicher der Fußgänger mit Handkarren haste wohl in der Fahrschule nicht aufgepasst: Diese genossen immer nur den Vorrang vor aus dem Gegenverkehr abbiegenden Fahrzeugen, mussten aber selbst auf einer Vorfahrtstraße den einmündenden Fahrzeugen die Vorfahrt einräumen. Hatten also nie Vorfahrt, erst recht kein RvL!

Fazit: Deine Aussage ist falsch. Für die gilt § 24 StVO.

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kosy3 27.08.2011, 13:29
@Eichbaum1963

Ein Handkarren findet auf § 24 keine Anwendung, da dieser keiner der dort aufgezählten Fahrzeuge ist. Hier muss man die Vorschrift genau nehmen. Ähnlichkeiten bzw. Pendants können nicht angewendet werden. Daher ist hier beispielsweise auch ausdrücklich von "Kinderfahrrädern" die Rede. Das schließt sonstige Fahrräder aus. Warum es sich bei diesen Fahrzeugen nicht um solche "im Sinne der Vorschrift" handelt, ist ganz einfach. Sie können im Allg. aus Platzgründen auf dem Gehsteig bleiben. Das ist bei einem Handkarren mit einer Spurbreite von knapp 2m nicht möglich. In Fahrschulbogen-Fragen ist daher dieser "Mann mit dem Handkarren" gern als Stolpersteinchen eingebaut, über den auch einige fallen.

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Eichbaum1963 27.08.2011, 16:14
@Eichbaum1963

Sorry, es ist ja § 25 Abs. 2. ;)

Was früher galt, darfst du hier nachlesen: http://www.fahrtipps.de/fuehrerschein/neue-bilder-theoretische-pruefung.html

Während in Deutschland noch der altehrwürdige »Fußgänger mit Handwagen« aus den Nachkriegsjahren durchs Bild lief (der niemals Vorfahrt hatte, wohl aber Vorrang gegenüber Linksabbiegern — möge er in Frieden ruhen).

Quelle: o. g. Link, Anfang letzter Absatz.

War also nix mit immer Vorfahrt. :D

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Wenn du keine Zeugen hast, ist das sinnlos. Sie hatte einen Beifahrer, und der wird ihre Variante bezeugen

swatkatten 27.08.2011, 11:24

Sie war alleine im Auto! Lies nochmal...

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kosy3 27.08.2011, 11:39

Woher weißt du, dass sie einen Beifahrer hatte. Warst du das selbst in dem Auto?

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