Aufhebungsvertrag. Was ist wenn er nicht unterschreibt?

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11 Antworten

Wenn in der "Aufgabenliste" fast nur berufsfremde Tätigkeiten stehen die Dir für Deine Ausbildung nichts nützen und Du dem Arbeitgeber dadurch reguläre Arbeitskräfte ersparen sollst, widerspricht § 14 Abs. 2 Berufsbildungsgesetz. Da steht:

"Auszubildenden dürfen nur Verrichtungen übertragen werden, die dem Ausbildungszweck dienen und ihren körperlichen Kräften angemessen sind."

Leg Deinem Chef mal folgendes vor:

http://www.azubi-azubine.de/mein-recht-als-azubi/pflichten-des-ausbilders.html

Vielleicht kannst Du ihn damit "überreden", den Aufhebungsvertrag zu unterschreiben.

Leider ist das bei der IHK immer wieder der Fall, dass sie sich nicht so um die Fälle kümmern, wie sie eigentlich sollten. Wenn man Glück hat, gerät man an einen engagierten Mitarbeiter, es gibt aber leider (wie überall) auch solche, die sich nicht gerne besonders bemühen.

Wir hatten auch so einen Fall. Bei uns hat eine "Azubine" im dritten Lehrjahr angefangen, weil es im vorigen Betrieb einfach nicht mehr ging. Den Ausbildungsplatz bei uns hat ihr aber der zuständige Gewerkschaftssekretär (sie ist Gewerkschaftsmitglied) besorgt, weil die IHK sie auch hat hängenlassen.

 

Wenn die IHK nicht helfen will, so würde ich das mal der örtlichen Tageszeitung melden; die IHK muss reagieren, den Betrieb abmahnen und ggf. für die Ausbildung sperren. Macht die IHK nicht ihren Job, so würde ich das öffentlich machen.

Erstmal würde ich abwarten, ob der Chef nicht doch unterschreibt. Wenn nicht, gibt es zwei Möglichkeiten

1. Fristlose Kündigung, weil der Betrieb sich nicht an den Ausbildungszielen hält. Allerdings sollte vorher eine Abmahnung von dir an den Betrieb gehen

2. Du kündigst ordentlich mit einer Frist von 4 Wochen (zu jeden beliebigen Zeitpunkt, also nicht nur zum Monatsende). Machst du es also noch diese Woche oder diesen Monat, so kannst du Ende März bei deiner neuen Stelle anfangen

Girli2 22.02.2017, 11:18

Mit einer ordentlichen Kündigung kann ich nicht den gleichen Beruf erlernen.

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Jewi14 22.02.2017, 11:38
@Girli2

Dann machen wir es einfach. Du kündigst heute zum 22.03.2017 und am 01.04. fällt dir plötzlich, dass du doch den Beruf weiter lernen willst.

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Falls der Betrieb nicht einverstanden ist, kannst du unter Umständen außerordentlich und fristlos kündigen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§22 Berufsbildungsgesetz)

Fristlos bedeutet: Du kannst sofort gehen, nachdem du die Kündigung übergeben hast oder nachdem die Kündigung per Post im Betrieb angekommen ist. Wichtige Gründe sind zum Beispiel:
• schwere und andauernde Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz oder das Arbeitszeitgesetz

• mangelhafte Ausbildung durch Verstöße gegen die Ausbildungspflicht und berufliche Mängel
• eine andauernde Beschäftigung mit ausbildungsfremde Tätigkeiten

• Sexuelle Belästigung oder Züchtigung (körperliche Gewalt)

• mehrmalige ausbleibende Ausbildungsvergütung
• wenn deinem Betrieb die Ausbildereignung fehlt, entzogen wird oder er gar keine besitzt

• angeordnete Überstunden, die auch nach Aufforderung nicht bezahlt oder in Freizeit ausgeglichen wurden und durch die das Ausbildungsziel gefährdet ist

• Systematisch schlechte Behandlung (immer wieder Beschimpfungen, Beleidigungen, Benachteiligungen, Diskriminierung)


Du musst schriftlich und unter genauer Angabe der Gründe (wer, was, wann, wo) kündigen. Sonst ist die Kündigung unwirksam.

Wenn dein Betrieb aber die Möglichkeit hat sein Verhalten zu ändern (z.B. ausbildungsfremde Tätigkeiten), dann musst du den Betrieb zunächst auf die Pflichtverletzung in Form einer schriftlichen Abmahnung hinweisen und ihn dazu auffordern die Situation zu ändern. Es kann auch sinnvoll sein, die zuständige Kammer mit einzubeziehen und die Schlichtung einzuberufen. Falls sich daraufhin nichts ändern sollte, dann hast du die Möglichkeit fristlos zu kündigen.

Die IHK oder irgendein Ausbildungsbetreuer müsste Dir doch aber insofern weiterhelfen können, indem diese Dir einen anderen Ausbildungsplatz empfehlen. Die kennen doch die Betriebe und wissen, wo noch Kapazitäten frei sind. Die können Dir nicht empfehlen, einfach nur zu kündigen und Dir dann nicht weiterhelfen. Eigentlich solltest Du vor dem Aufhebungsvertrag bereits einen Betrieb haben, der Dich übernimmt.

Du schaffst das. Denn Du bist aufgeweckt und interessiert. Man merkt das an Deinem Beitrag. Bleib am Ball!

Girli2 22.02.2017, 10:39

Ich habe ja schon einen neuen Betrieb. Muss aus dem alten nur raus kommen 

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Einen neuen Ausbildungsplatz suchen / Finden, dann die Kündigung schreiben und abgeben. Denke beim Neuvertrag an die Kündigungsfrist des Altvertrags.

ChristianLE 22.02.2017, 09:57

Einen neuen Ausbildungsplatz suchen / Finden, dann die Kündigung schreiben und abgeben.

 

Auch hier nochmal der Hinweis: Ein Auszubildender kann nur dann kündigen, wenn er sich in einem anderen Beruf ausbilden lassen will.

Eine Kündigung wegen eines Unternehmenswechsels geht nicht.

 

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Novos 22.02.2017, 10:03
@ChristianLE

Der Betrieb kann nach der Probezeit nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen kündigen.

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ChristianLE 22.02.2017, 10:06
@Novos

Der Artikel besagt genau das, was ich die ganze Zeit schreibe.

Eine ordentliche Kündigung ist nur bei Berufsaufgabe möglich.

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Novos 22.02.2017, 10:11
@ChristianLE

@ ChristanLE: Wie anders kann sich ein Azubi wehren, wenn der Betrieb nicht den vertraglichen Verpflichtungen nachkommt?


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ChristianLE 22.02.2017, 10:11
@Muhtant

Nochmal...FALSCH

 

Begründung? Wie kann man denn diesen § 22 BBiG derart falsch interpretieren?

Ich zitiere:

(2) Nach der Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis nur gekündigt werden

1.
aus einem wichtigen Grund ohne Einhalten einer Kündigungsfrist,
2.
von Auszubildenden mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen, wenn sie die Berufsausbildung aufgeben oder sich für eine andere Berufstätigkeit ausbilden lassen wollen.

Ich lese hier nichts von einem Unternehmenswechsel.

Wenn ein Ausbildungsvertrag gekündigt wird, dann nicht nur gegenüber den Betrieb, sondern auch gegenüber der Kammer, d.h. der Ausbilder meldet die Kündigung an die IHK und der gesamte Ausbildungsvertrag ist unwirksam.

 

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ChristianLE 22.02.2017, 10:14
@Novos

Wie anders kann sich ein Azubi wehren, wenn der Betrieb nicht den vertraglichen Verpflichtungen nachkommt?

 

Die Unterschrift über den Aufhebungsvertrag muss vor Gericht eingeklagt werden.

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dandy100 22.02.2017, 15:16
@ChristianLE

..."Zum Beispiel, wenn ein Azubi unzufrieden mit seiner Ausbildung ist und lieber etwas anderes machen möchte, oder..."

Den Betrieb zu wechseln, wenn man unzufrieden ist und sich eine andere zu suchen, ist völlig normal - da passiert zig Mal

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Man kann gegen eine Kündigung nicht widersprechen... wenn du schriftlich (!) fristgerecht kündigst, musst du noch 6 Wochen dort arbeiten und kannst dann gehen. Außerdem dürfte doch noch eine Probezeit bei dir greifen oder? (schau mal im Vertrag nach) in dem Fall kannst du auch einfach ohne Angabe von Gründen direkt gehen (trotzdem schriftlich kündigen)

ChristianLE 22.02.2017, 09:55

Man kann gegen eine Kündigung nicht widersprechen... wenn du schriftlich (!) fristgerecht kündigst, musst du noch 6 Wochen dort arbeiten und kannst dann gehen.

 

Das funktioniert nicht.

Auch die Kündigungsmöglichkeiten für einen Auszubildenden sind beschränkt.

Folglich kann der Azubi nur dann kündigen, wenn er den Beruf nicht mehr erlernen möchte, bzw. eine andere Ausbildung beginnen will.

Die Kündigung eines Ausbildungsvertrags heißt nämlich nicht, dass nur der Vertrag mit dem Betrieb gekündigt wird.

Vielmehr wird der gesamte Lehrvertrag (einschließlich IHK) gekündigt.

Er müsste dann wieder von vorn anfangen (und in einem anderen Ausbildungsberuf).

 

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Muhtant 22.02.2017, 09:58
@ChristianLE

Wenn triftige Gründe für einen Wechsel sprechen (z. B. fehlende Vermittlung von Lehrinhalten)...aber Hallo...was meinst du wie das Arbeitsgericht urteilt?

Und nicht nur das...die Ausbildungsberechtigung wird sogar in Frage gestellt...

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ChristianLE 22.02.2017, 10:03
@Muhtant

Dann muss die Unterschrift zum Aufhebungsvertrag gerichtlich erwirkt werden.

Der § 22 BBiG ist hier eindeutig.

Eine Kündigung des Ausbildungsverhältnisses bedeutet immer die Kündigung des gesamten Lehrvertrags, einschließlich IHK.

Selbst wenn er kündigen könnte, müsste er wieder von vorn anfangen.

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Muhtant 22.02.2017, 10:05
@ChristianLE

Du sagst es selbst, dass BBiG ist hier tatsächlich sehr eindeutig!

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Liebe Girli2

Ich vermute mal, Dich hat das Jobcenter in ein privates, teures  Ausbildungszentrum gesteckt. Ausbildungsunterlagen?  Selbst mitbringen? Werden vom Jobcenter zusätzlich bezahlt.

Putzaufgaben! Meine persönliche Meinung! Finde ich gar nicht so schlecht.

Nur wer selbst mal Dreck weggeputzt hat, weiß auch, welche Arbeit dahinter steckt. Und vermeidet, selbst Dreck zu produzieren.

Nach dem Motto: Wer Befehlen will, muß erst gehorchen lernen.

Natürlich hilft Dir das IHK (was auch immer das ist) nicht wirklich. Diese Stellen sind froh, daß Du nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik aufscheinst.

Keine Ahnung, wie alt Du bist. Trotzdem. Versuch eine Lehrstelle in einem Privatbetrieb zu finden.

Girli2 22.02.2017, 11:28

Irgendwie verstehen viele die Situation von mir nicht :D entweder es liegt daran, dass ich meinen Text falsch formuliert habe oder daran, dass manche nicht lesen können 😂

Nochmal: Ich habe bereits einen neuen Ausbildungsplatz!

Und ordentlich mit einer Frist von 4 Wochen kann man nur kündigen wenn man den Beruf komplett aufgeben will und dann zum Beispiel in einen sozialen Bereich gehen möchte! 

Und die IHK hat mir nur gesagt, dass ich erstmal nen neuen Platz brauche .. als ich den dann hätte sagt man mir ich muss erstmal kündigen. Entweder mit aufhebungsvertrag oder fristloser Kündigung. Mehr helfen die nicht.

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Wenn er den Aufhebungsvertrag nicht unterschreibt, dann wendest Du dich wieder an die IHK.

Der Ausbildungsbetrieb ist verpflichtet, Dir alle Ausbildungsinhalte zu vermitteln.

imnotlikeyou 22.02.2017, 10:01

Die IHK kann da nicht viel helfen, außerdem war sie doch schon bei der IHK...

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Such Dir einen neuen Ausbildungbetrieb und kündige dann selbst - ganz einfach.

Lies das mal hier:

http://www.azuro-muenchen.de/azubi-beratung/ausbildungsberater/kuendigung-in-der-ausbildung.html

Kuestenflieger 22.02.2017, 09:55

da wird die person das gleiche erleben !  jobbedingt !

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dandy100 22.02.2017, 10:00
@Kuestenflieger

Die Fragestellerin schreibt, dass der Ausbilder fast nie da ist und sich auch gar nicht um sie kümmert - und zu putzen gehört sicher nicht zur Ausbildung einer Immoblienkauffrau.

Es gibt nun mal gute und schlechte Ausbildungsbetriebe, und wenn es zu mies ist, sollte man gehen; zu behaupten, man würde überall dasselbe erleben, stimmt nicht.

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ChristianLE 22.02.2017, 10:01

Lies das mal hier:

http://www.azuro-muenchen.de/azubi-beratung/ausbildungsberater/kuendigung-in-der...

 

Nicht immer alles glauben, was im Internet steht.

Auf der Seite steht geschrieben, dass eine Kündigung wegen eines Betriebswechsels möglich ist.

Man bezieht sich dort auf den § 22 BBiG, allerdings steht dort nichts von einem Betriebswechsel.

Der Azubi kann nicht kündigen, wenn er nur den Betrieb wechseln will.

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Jewi14 22.02.2017, 10:05
@ChristianLE

Ja, in den Paragrafen steht Aufgabe der Ausbildung oder anderen Ausbildungswunsch. Der Chef muss ja nicht erfahren, dass der Azubis gleich woanders anfängt. Außerdem deute ich "Aufgabe der Ausbildung" auch so, dass damit ein anderer Betrieb gemeint sein kann.

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ChristianLE 22.02.2017, 10:07
@Jewi14

Der Chef muss ja nicht erfahren, dass der Azubis gleich woanders anfängt

 

Das weiß aber die IHK, die nun mal für die Ausbildung zuständig ist.

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Was lernt man denn in der Berufsschule zu dem Beruf ?    Da ist im Regelfall die meiste Theorievermittlung , aus der man dann im Betrieb das beste macht .

"Herr Chef , was darf ich machen ?"  Nee : Chef , wie machen wir das hier mit  der Forderungsrückstellung von Mandanten ??

Also gezielt Anfragen stellen !


Bei einem Aufhebungsvertrag bekommst du eine 3 Monats Sperrzeit von der Agentur für Arbeit aufgebrummt.

Aber wie sich das bei Azubis verhält weis ich nicht.

ChristianLE 22.02.2017, 09:55

Warum Sperrzeit? Der Fragesteller hat doch schon einen neuen Ausbildungsbetrieb.

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imnotlikeyou 22.02.2017, 09:59

Weil auch die erste Ausbildung als Anwartschaftszeit angerechnet wird, sollte es zwischen drin ein Aufhebungsvertrag geben, so würde sie im Fälle eines Falles eines vorzeitiger Beendigung eine Sperrzeit bekommen.

PS: Danke für dein Daumen nach unten, werde dir dafür auch ein Daumen nach unten geben.  

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ChristianLE 22.02.2017, 10:04
@imnotlikeyou

Kannst du gern machen. Du bist frei in deiner Entscheidung.

Den Daumen gab es, weil deine Antwort völlig an der eigentlichen Fragestellung vorbei geht.

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