Arzttermin nicht abgesagt, jetzt Rechnung und Drohung vom Arzt. Muss man nicht abgesagten Termin bezahlen?

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13 Antworten

Kommt drauf an.

Ist dem Arzt ein Schaden entstanden, den er beziffern könnte so bist du verpflichtet diesen zu ersetzen.

Hat er stattdessen vielleicht einen anderen Patienten behandeln können und evtl. mehr Geld an diesem verdient, ist kein Schaden entstanden und die Forderung läuft ins Leere.

Also ich arbeite als ZFA und ja muss man bezahlen!  In dem Anamnesebogen den JEDER Patienten bei Erstbetreten einer Praxis ausfüllen muss steht es ganz unten als aller letzten draus, sowie meistens auch auf den Terminzetteln 30 euro sind da noch okay, bei einem längeren Termin bis zu 2 Std kann das ordentlich Geld kosten! Ist also richtig, es darf de Zahnarzt machen! Es gibt aber auch sehr viele ZA die garkeine Kosten in Rng stellen oder erst ab einer gr  Beh. Aber vor Gericht wegen 30 euro...ist halt leider so passiert jetzt weisst du das dieser Zahnarzt seine angesagten Termine in Rng. Stellt such dir doch einen anderen ZA vllt ist dieser Kulanter. Lg :)

Wie ich hier schon in einigen Kommentaren als Antwort geschrieben habe: Du musst grundsätzlich nichts zahlen, wenn du nicht im Vorfeld ausdrücklich schriftlich bestätigt hast zu erscheinen und über etwaigen Schadensersatz bei Nicht-Wahrnehmen informiert wurdest.

Leider sind 90% der Antworten hier einfach nur falsch. Mit einer Terminabsprache gehe ich keinerlei Verpflichtung ein, auch wirklich zu kommen. Die Terminabsprache ist ausschließlich eine Organisationshilfe des Arztes. Üblicherweise sind sowohl bei Allgemeinärzten u.ä. (ja, auch bei Zahnärzten) immer eine Laufkundschaft zugegen. Zudem hat man so oder so ein Wartezimmer. Dass also der Arzt keine anderen Patienten behandeln könnte, weil einer nicht kam, ist normalerweise Blödsinn.

Die Antwortet lautet also: Nur, wenn du schriftlich bestätigt hast, zum Termin zu erscheinen, dann kann der Arzt ggf. wirklich einen Schadensersatzanspruch begründen. Andernfalls nicht.

Dazu gibt es übrigens auch einige hundert nachlesbare Gerichtsurteile.

Anwaltsmeinung siehst du zum Thema hier: https://www.anwalt.de/rechtstipps/arzttermin-versaeumt-muss-der-patient-zahlen_071626.html

Stimmt nur leider nicht, was du schreibst.

Insbesondere beim Zahnarzt wird vor Behandlungen in der Regel ein Behandlungsvertrag vereinbart. Nimmt der Patient diesen Termin nicht wahr muss der Patient bei Nichterscheinen diesen bezahlen. Das Amtsgericht Nettetal etwa gestand einem Zahnarzt in einem solchen Fall ein Ausfallhonorar von knapp 1400 Euro zu (Az. 17 C 71/03).

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@blacklist112

Stimmt nur leider nicht, was du schreibst.

Doch, das stimmt.

Insbesondere beim Zahnarzt wird vor Behandlungen in der Regel ein Behandlungsvertrag vereinbart

Es ist vollkommen irrelevant, ob ein Behandlungstermin vereinbart wird oder nicht.

Es kommt ausschließlich darauf an, ob vorab eine schriftliche Vereinbarung existiert hat, die zum Erscheinen verpflichtet hat und die bei Nicht-erscheinen Schadensersatz zuspricht. Bei größeren Operationen ist das durchaus der Fall. Bei kleineren ambulanten Behandlungen jedoch nie.

Bitte informiere dich vorher oder lies mal, was exakt ich geschrieben habe, denn dein Urteil bestätigt meine Antwort vollständig.

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@blacklist Lies dir mal das Urteil durch. Dort wurde genau eine solche schriftliche Vereinbarung geschlossen, die mepeisen erwähnt. Zudem ging es dort auch um eine konkrete Behandlung (Zahnersatz), und nicht bloß um einen normalen Termin. Insofern ist dein Kommentar völlig unpassend zum Thema.

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@franneck1989

Du tust mir leid. du reitest hier auf deinem Nichtwissen rum und kriegst das einfach nicht auf die Kette, dass du falsch liegst. Egal, was man beim Zahnarzt gemacht bekommt. Man unterschreibt vorher immer einen Behandlungsvertrag. Das einzige, das beim Zahnarzt noch kostenlos ist, ist die halbjährliche Vorsorgeuntersuchung. Für alles andere gibt es einen Behandlungsvertrag, der von der Krankenkasse genehmigt werden muss und wo auch drin steht, dass man bei Ausfällen zahlt. Ich halte dir zu Gute, dass du offensichtlich noch niemals beim Zahnarzt gewesen bist.

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@blacklist112

Man unterschreibt vorher immer einen Behandlungsvertrag

Das ist schlichtweg absurd und falsch. Ich kann natürlich auf Anhieb nur für Karlsruhe und Umgebung sprechen. Aber ich kenne exakt keine Zaharztpraxis in genanntem Gebiet, die grundsätzlich keine offenen Sprechzeiten anbietet, wo man einfach mal vorbei schauen kann oder kurz zuvor per Telefon einen Termin absprechen kann und dann einfach vorbei kommt.

Wieso behauptest du ständig etwas, was schlichtweg gelogen ist?

Das einzige, das beim Zahnarzt noch kostenlos ist

Das hat doch absolut nichts mit der Fragestellung zu tun. Es ist wurschtegal, ob eine Behandlung kostenlos oder kostenpflichtig ist oder ob man zuzahlen muss oder nicht. Es geht bei der Frage ausschließlich darum, ob man einen Termin verbindlich schriftlich zugesagt hat und wenn ja, ob man über den Schadensersatzanspruch bei nicht-Erscheinen belehrt wurde. Nur darum geht es. denn nur, wenn beides der Fall ist, nur und nur dann hat der Arzt (egal ob Zahnarzt oder nicht) überhaupt eine Möglichkeit, Schadensersatz zu fordern.

Es ist auch wurschtegal, ob einer konkreten Behandlung die Krankenkasse zustimmen muss oder nicht. Aber selbst wenn: Es gibt auch genug Behandlungen, insbesondere bei akuten Schmerzen, bei denen die Krankenkasse gar nichts ablehnen darf. Hat aber auch nichts mit der eigentlichen Frage zu tun.

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Urteile hin, Urteile her. Das zeigt doch nur wie nach Gutdünken solche Entscheidungen getroffen werden.

Ich habe auch mal sowas unterschrieben und diesen Arzt nie mehr aufgesucht; fordern Sie ebenfalls einen solchen Nachweis vom Arzt und er wird dabei ganz schön verwundetert sein.


ist es doch kein Grund 

Doch ist es, wenn der Arzt nachweist, ihm ist ein finanzieller Schaden entstanden.

Nun kannst Du dem Arzt unterstellen, er ist sich sicher die Patienten zahlen lieber, bevor sie sich auf einen Rechtsstreit einlassen und die Forderung daher unberechtigt ist.

Oder Du willst es "genau" wissen, was aber die Kosten unter Umständen deutlich in die Höhe treiben kann ...

Sei froh, dass es nur 30 Euro sind. Manche Ärzte verlangen dafür bis zu 80 Euro. Diese Vorgehensweise ist völlig normal und richtig so, denn er hätte in der Zeit andere Patienten behandeln können und hat somit eine Einbuße erlitten.

Völlig normal bedeutet nicht, dass es erlaubt ist.

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Dann nimm mal dieses Urteil. Da hat der Patient auch den Termin nicht wahrgenommen:

Das Amtsgericht Nettetal etwa gestand einem Zahnarzt in einem solchen Fall (Termin nicht wahrgenommen) ein Ausfallhonorar von knapp 1400 Euro zu (Az. 17 C 71/03).

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@beangato

Und davon abgesehen hat das Amtsgericht Netteltal dein Urteil bestätigt. Denn bei dir sagt das Gericht ja auch, dass nur dann ein Ausfallhonorar zu zahlen wäre, wenn das vorab ausdrücklich schriftlich vereinbart worden ist.

Und - oh Wunder - beim von blacklist aufgefundenen Urteil gab es exakt so eine schriftliche Vereinbarung.

Das ist das Los einer Praxis, die halt auch "Laufkundschaft", also Patienten ohne Termin behandelt. Da ist die Terminabsprache eine einfache Organisationshilfe, um die Patienten möglichst auf den Tag gut zu verteilen und Wartezeiten zu minimieren. Mehr nicht.

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Wenn du nicht zum Termin erscheinst, hat der Zahnarzt einen Verdienstausfall. Denn der nächste Patient kommt erst zu seinem persönlichen späteren Termin. Zahle und behalte Termine auch bei "Umzügen" im Blickfeld.

Welchen Verdienstausfall? Terminabsprachen begründen keinen endgültigen Vertrag, dort unbedingt erscheinen zu müssen. Sie dienen nur der Organisationshilfe.

Gerichte lehnen den Anspruch des Arztes ab. Gibt es genug Urteile dazu.

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@mepeisen

Gibt auch genug Urteile, wo dem Arzt der Verdienstausfall zugesprochen wurde. Was du schreibst, ist leider nicht korrekt. Insbesondere bei Zahnarztbehandlungen sind die Termine wegen aufwändigen Behandlungen geblockt und die dort entstandenen Kosten muss der Patient bezahlen, wenn er nicht erscheint. Die Ärzte sind ja nicht dumm und schließen vor Zahnbehandlungen in der Regel einen Behandlungsvertrag ab. Und dann ist der Patient der Dumme. Deine Aussage wäre nur bei einem Hausarzt gültig. Aber der Fragesteller bezieht sich explizit auf den Zahnarzt.

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@blacklist112

Die Ärzte sind ja nicht dumm und schließen vor Zahnbehandlungen in der Regel einen Behandlungsvertrag ab.

Der TE schreibt davon nichts. Wenn es einen Vertrag gab und er über die Folgen des Nicht-Erscheinens belehrt wurde, dann würde der TE hier seine Frage anders stellen. Meinst du nicht auch? Zudem wäre die Forderung des Zahnarztes ein vielfaches des genannten Betrages.

Zahnärzte haben nicht nur Patienten für langwierige mehrstündigen Behandlungen.

Denkt doch mal nach, bevor ihr etwas schreibt.

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Das ist allerdings meistens nur bei Zahnärzten so. Dafür musst du aber im Vorfeld (meist bei deinem ersten Besuch in dieser Praxis) etwas unterschrieben haben, dass du darüber informiert wurdest, dass sie dir einen nicht eingehaltenen Termin in Rechnung stellen für den Fall, dass der Termin nicht kurzfristig von einem anderen Patienten genutzt werden konnte

Aber auch nur dann, wenn man wirklich so etwas unterschrieben hat. Kenne ich übrigens gar nicht vom Zahnarzt. Ich rufe dort an, er sagt mir, wann er Zeit hätte und ich komme dann vorbei. Da habe ich weder verbindlich zugesagt zu kommen noch mich verpflichtet, irgendeine Art von Schadensersatz bei Nicht-Wahrnehmen zu zahlen.

Entscheidend ist, was vertraglich vereinbart war. Denn wenn man nichts unterschreibt bzw. vereinbart, gilt die Terminabsprache nur als Organisationshilfe für den Arzt, nicht als vertragliche Vereinbarung, zwingend dann auch zu erscheinen.

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Ein nicht abgesagter Termin muss bezahlt werden. Das ist so üblich. Sei froh, dass der Zahnarzt dir nur 30 Euro berechnet.

Stimmt nur leider nicht, was du schreibst. Die Terminabsprache bei Ärzten dient üblicherweise lediglich der Organisationshilfe. Einen Zahlungsanspruch gibt es gegenüber dem Arzt nicht.

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Das ist zwar ärgerlich, aber allgemeine Praxis!  Zahle die 30 € und suche dir einen neuen Zahnarzt.

Zahle die 30 €

Warum? Eine Pflicht dazu besteht nicht.

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Das ist ein Dienstvertrag den du einhalten musst.

Dh er kann von dir die 30€ verlangen.

Du kannst dagegen aber klagen.
Es ist dann unwahrscheinlich, dass er vor Gericht gehen wird.

Er wird schon vor Gericht gehe können. Da er Recht bekommen wird, muss der Patient auch noch die Prozesskosten des Arztes tragen.

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@Omikron6

Unwahrscheinlich.

Wegen 30€ wird keiner der beiden Seiten belangt werden.

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@Mepodi

selbst wegen 10 cent kann man belangt werden, das ist zivilrecht, wenn geklagt wird wird geklagt...

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Das ist ein Dienstvertrag den du einhalten musst.

Nö.

Lies mal bitte https://www.anwalt.de/rechtstipps/arzttermin-versaeumt-muss-der-patient-zahlen\_071626.html

Entscheidend ist, ob es wirklich eine schriftliche Vereinbarung gibt, zu erscheinen inkl. Ankündigung eines Schadensersatzes, falls man nicht erscheint. Bei Laufkundschaft bzw. Terminabsprache am Telefon ohne diese Vereinbarung gibt es keinen Anspruch des Arztes.

Und ein Gang vor Gericht ändert daran exakt 0.

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@mepeisen

Danke für die Infos!!!!! Es wäre lediglich ein kurzer Kontrolltermin gewesen um zu sehen ob die knirschschiene passt. Unterschreiben musste ich bei der ersten Anmeldung vor Monaten folgendes: ".... desweiteren verpflichte ich michvereinvarte behandlungstermine einzuhalten bzw. 2 Tage vor dem Termin abzusagen. Mir ist bekannt dass nicht rechtzeitig abgesagte oder eingehaltene Termine in Rechnung gestellt werden können...." Hätte ich nicht unterschrieben hätte ich keine Behandlung bekommen.Also, ich muss wohl zahlen. 

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@Eleonora23

Ja, dann musst du zahlen. Das hätte dir aber auch mal beim Stellen der Frage einfallen können, dass du was unterschrieben hast und was da drauf steht auf dem, was du da unterschrieben hast.

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Er hätte in dem Zeitraum einen anderen Patienten behandeln können und Geld verdienen können. Sei froh das es nur 30€ sind ;)

Darauf kommt es nicht an, dass er andere Patienten behandeln könnte. Üblicherweise hat ein Zahnarzt auch genug Laufkundschaft und üblicherweise hat man auch dort immer Wartezeiten.

Die Terminabsprache ist eine reine Organisationshilfe und einen Anspruch auf Erscheinen gibt es nicht

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@mepeisen

"Laufkundschaft" beim Zahnarzt. Ist ja interessant. Du erfindest wohl hier eine neue Klientel? 

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@blacklist112

Wenn ich Zahnschmerzen habe, dann gehe ich zum Zahnarzt. Dann rufe ich nicht an und frage ob ich in 5 Wochen vorbei komme. Ich habe die Zahnschmerzen jetzt und nicht in 5 Wochen.

Bei einigen Behandlungen ist das logischerweise nicht so. Wenn meinetwegen ein Gebiss gemacht wird, dann ist das meinetwegen aufwändig und dann wird ein Termin abgesprochen (und auch etwas unterschrieben). Aber dass Zahnärzte ausschließlich im Anschluss an schriftliche Verträge und Unterschriften Termine absprechen, das hast du hier gerade erfunden.

Du müsstest es doch besser wissen. Jeder weiß es doch besser oder nicht?

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