Arbeitsaufgabe wegen häuslicher Pflege

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deine absicht ist zwar sehr löblich, aber ich möchte dir dringend abraten,das jetzt "einfach so" in angriff zu nehmen: es gibt verschiedene gründe dafür, von denen ich dir mal ein paar aufzähle. ich bin selbst ein "pflegefall" und kenne so nicht nur aus eigener anschauung die probleme, die bei der übernahme häuslicher pflege auftreten können. das erste problem ist psychischer natur. älteren leuten fällt es sehr schwer, sich plötzlich in der position von kindern zu befinden und dann ausgerechnet von denen abhängig zu sein, die früher selbst von ihnen abhängig waren. natürlich sollteauch der grad der pflegebedürftigkeit ein kriterium für deine entscheidung sein: pflegfälle der stufe drei brauchen u.u. eine betreuung, die rund um die uhr geht. das ist natürlich nicht allein zu meistern. wenn es schon früher mal zu "problemen" zwischen pflegern und zu pflegenden gekommen ist (also irgendwelcher familieninterner "knatsch"), wachsen während der pflege diese probleme zu riesigen gebirgen, die kaum zu bewältigen sind. vor allem kann man sich ja nicht mehr aus dem wege gehen, wenn einer auf hilfe angewiesen ist. deshalb ist es ganz wichtig, dass nicht NUR du für die pflege zuständig bist. schließlich hat auch der "niedrigste arbeitnehmer" anspruch auf freie wochenenden und gelegentlich mal urlaub. bevor du dir da nun genauer überlegst, was zu tun ist, muß ja erst mal die pflegebedürftigkeit festgestellt werden. dazu muß der jeweils bedürftige sich von der zuständigen krankenkasse einen antrag auf leistungen der pflegeversicherung besorgen. evtl.muß man mehrmals nachhaken, bis die papiere endlich kommen. wenn dann alles korrekt ausgefüllt ist, sendet man die formulare zurück und bekommt dann irgendwann einen termin, an dem jemand vom medizinischen dienst der krankenkassen(MDK) kommt und den pflegefall beurteilt. es gibt insgesamt drei pflegestufen, bei stufe drei gibt`s am meisten geld. ob das dann für dich reicht, deinen arbeitsplatz aufzugeben, ist die eine sache, eine andere, ob das auch wirklich ratsam wäre. am besten lässt du dich mal von einem der vielen pflegedienste beraten. die kennen sich mit der materie bestens aus. wenn du dich nicht an eine kleine firma wenden möchtest, kannst du auch kostenlos die experten der großen karitativen organisationen befrage: ASB\johanniter\DRK\Malteser usw. lass dir zeit beim suchen und besprich alles in ruhe mit deiner schwester. wünsche viel erfolg bei allem, was noch kommt.

Ich hoffe es kommt gar nicht erst soweit, dass beide wirklich "pflegebedürftig" werden. Wie schon Imager761 vor mir sagte, ist so eine Situation eine Mammutaufgabe (24/7) und nur sehr schwer (bis gar nicht) alleine zu bewältigen. Ich rate dir auf jeden Fall alle Möglichkeiten zu ergründen bevor es zu einer möglichen Pflegebedürftigkeit deiner Eltern kommt. Ein Pflegestützpunkt oder ein kompetenter und vertrauenswürdiger Pflegedienst aus deiner Nähe könnten dir die eine oder andere Frage beantworten und möglicherweise Lösungen aufzeigen auf die du selber nicht gekommen wärst. Auch ich musste die Pflege für meine Eltern organisieren und habe mich anfangs sehr schwer getan überhaupt den Durchblick zu bekommen (der Pflegemarkt ist eine riesiger Dschungel). Der Hausarzt meiner Eltern hat zufällig zu der jetzigen Lösung beigetragen. Ich habe in seinem Wartezimmer eine Broschüre einer Vermittlungsagentur für 24h Betreuungskräfte aus Osteuropa gelesen. Das war die Lösung für mich und meine Eltern die ich gesucht habe. Gemeinsam mit dem ambulanten Dienst, der Tagespflege, der 24 Stunden Betreuerin und mir haben wir meine Eltern tiptop versorgen können. Wenn ihr aus der Gegend um Hamburg kommt kann ich euch HansaCare, eben diese Vermittlungsfirma sehr empfehlen, aber sie sind halt nur in Hamburg und Umgebung aktiv! Ich hoffe ich konnte helfen und wünsche euch viel Kraft.

Fast niemand gibt für die Pflege der Eltern oder Angehörigen seinen Vollzeitjob auf, das wäre ein großer Fehler. Für dich hängt ja nicht nur dein Nettogehalt, sondern auch deine Versicherungen und vor allem deine Rente daran! - Meistens kommt morgens, mittags und nachmittags ein Pflegedienst, für die eigentliche Pflege (Waschen, Duschen, Anziehen, Inkontinenzpflege). Abends nach der Arbeit geht für dich dann allerdings die Hausarbeit los: einkaufen, Essen machen, Essen bereitstellen, füttern, wieder aufräumen, Wäsche waschen, Wäsche in Trockner, ins Bett bringen usw. Mein Tipp an dich wäre, schon im Vorfeld zu suchen, wo der nächste Pflegedienst ist und sofort Kontakt aufzunehmen, wenn es losgeht. Auch alle Anträge in der Pflegeversicherung und für Hilfsmittel sollten immer so früh es geht, gestellt werden. Dabei hilft dir dann die Pflegedienst-Leitung. Das ist wohl das Normale, denke ich, dass der Job weiterläuft. Eine andere gute Möglichkeit, vor allem bei Alzheimer, ist eine Tagespflege. Der Kranke wird zur Tagesbetreuung abgeholt, du gehst zur Arbeit.

Fast niemand gibt für die Pflege der Eltern oder Angehörigen seinen Vollzeitjob auf, das wäre ein großer Fehler. Für dich hängt ja nicht nur dein Nettogehalt, sondern auch deine Versicherungen und vor allem deine Rente daran!

Ja, meine Rente, das ist mir auch super wichtig. Wie gesagt, ich bin allein stehend, und ich habe im Alter auf keinen Fall jemand, der mich zu hause pflegt und muß mein Altenheim selber zahlen. Darum wäre es doch eine Möglichkeit, daß ich ganz offiziell bei meinen Eltern angestellt bin. Das dann meine Eltern meine Arbeitgeber sind und weiterhin in meine Rentenversicherung eingezahlt wird. Oder?

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Wir finden keinen Pflegeheim. Was können wir machen?

Hallo zusammen,

ich habe eine schwerbehinderte Mutter. Sie ist noch 50 Jahre alt und hat sehr viele Krankheiten. Seit einem Jahr ist sie nach Herzstillstand und Reanimation pflegebedürftig geworden.

Meine Mutter bezieht Grundsicherung und hat Pflegegrad 4. Sie ist geschieden und hat mich als einzigen Sohn. Ich bin 27 Jahre alt und Vollzeit berufstätig. Das was ich verdiene, reicht nicht für die Pflege aus. Ich habe auch einen eigenen Haushalt.

Wir benötigen Tipps und Möglichkeiten, um eine häusliche Pflege zu organisieren mit der Kostenübernahme durch das Sozialamt. Hat jemand Erfahrungen damit?

Aktuelle Situation:

  • Pflegeheime lehnen sie ab, weil sie zu viele Krankheiten hat. Bei über 20 Heimen bis 40 km im Umkreis zu Esslingen angefragt.
  • Spezielle Pflegeheime mit psychiatrischem Hintergrund, haben 2-3 Jahre lang keinen Platz. Wir haben uns aber eingeschrieben.

Die Diagnosen:

  • Schizoaffektive Störung. Sie kann Ihren Alltag nicht selber gestalten. Keine Entscheidungen treffen und sich nicht für Ihre Gesundheit kümmern. Sie hat alleine Angstzustände, die sich auch in Halluzinationen wandeln können.
  • Entgleister Diabetes
  • Herzstillstand und Reanimationsfolgen: Motorische Störung der Hände und Füße. Ohne Hilfe kann Sie nicht gehen, nicht essen, sich nicht anziehen usw.
  • Atemnot und Schluckstörung
  • Stimmbandlähmung: Sie kann kaum noch Reden und verstanden werden.
  • Ein Auge ist blind und ein Auge sieht noch etwa 20%
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