Arbeitgeber schreibt einfach Urlaub, wenn Uberstunden abgebummelt werden

9 Antworten

Um die Frage genau beantworten zu können muß man wissen, was im Arbeitsvertrag bzgl. Überstunden steht. Gibt es eine elektronische Zeiterfassung, dazu eine Betriebsvereinbarung und einen Betriebsrat? Ist es ein Kleinunternehmen? Da sind viele Fragen offen.

also einige Fragen kann ich so beantworten...es gibt eine elektronische Zeiterfassung...im Arbeitsvertrag steht, dass alle Überstunden inklusive sind (was so wohl auch nicht rechtens ist und es mitlerweile nur noch 10 Stunden inklusive sind) und in der vergangen Zeit konnte sie auch Überstunden abbummeln...Betriebsrat gibt es nicht und es ist ein mittelständiges Unternehmen...

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@einfachich1611

Der Arbeitgeber kann nicht machen was er will und es ist nicht rechtens, erst den Urlaub zu "verplempern" und dann die Überstunden abzubauen. Der Erholungsurlaub ist zweckgebunden und dient Ihrer Erholung. Er sollte zusammenhängend von mindestens 10 AT genommen werden. Das ist auch so im Gesetz verankert. Überstunden, die in Freizeit ausgeglichen werden, sind hingegen nicht zweckgebunden. Letztlich liegt es am AG, den betrieblichen Ablauf so einzurichten, daß der Freizeitausgleich realisiert werden kann.

Solche Unternehmen brauchen dringend eine Betriebsrat (meine Meinung).

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Ja, das ist rechtens, wenn nichts anderes schriftlich vereinbart wurde.. Die Ferientage dürfen eben vom Arbeitgeber nicht ausgezahlt werden. Wenn jetzt jemand mehrere Tage Überzeit hat und auch noch mehrere Ferientage, dann müssen zuerst die Ferientage weg, damit man im schlimmsten Fall die Überzeit mit einem Zuschlag auszahlen könnte..

der Urlaub für das laufende Jahr war schon total verplant...nun ist also die Frage, ob man dann zu dem gewünschten Zeitpunkt noch frei bekommt...und da dann die Überstunden abbummeln kann...

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Ja, das ist rechtens, wenn nichts anderes schriftlich vereinbart wurde

Wo kann ich genau nachlesen dass der Cheff ohne Vereinbarung anstatt Überstunden abzubauen, was vom Arbeitnehmer so angekündigt wurde, Urlaubstage abziehen darf?

Urlaub ist mit dem Arbeitnehmer abzusprechen. Das ist eine Entscheidung die keine von beiden Seiten alleine treffen kann!

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@Havege

Das muss man selbst mit dem Arbeitgeber vereinbaren, wer einmal Probleme mit sowas hatte, lässt sich sowas schriftlich geben und unterschreiben.. Wann Urlaub genommen wird, dürfte der Arbeitgeber ganz alleine entscheiden - wenn der Arbeitnehmer sowieso frei genommen hat, kommt es für den Arbeitgeber nicht drauf an, ob der Arbeitnehmer unbedingt Überzeit beziehen will oder Ferientage nimmt.. Desweiteren ist es gesetzlich auch nicht verankert, dass man seine Überzeit in ganzen Tagen beziehen darf. Wenn das ein Arbeitgeber erlaubt, dann macht er das von sich aus und nicht weil er dazu verpflichtet ist.

@einfachich1611 hat denn der Arbeitgeber den gesamten Urlaub für das laufende Jahr schon bewilligt? Wenn nicht, dann muss sie selbst dafür sorgen, dass sie halt die Überzeit nicht wieder beginnt abzubauen. Wenn der Arbeitgeber das schon bewilligt hat, würde ich mal das Gespräch mit ihm suchen und mir schriftlich bescheinigen lassen, dass eine gewisse Anzahl Überstunden ganz sicher für den Urlaub genommen werden darf..

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Wenn der Urlaub für dieses Jahr schon verplant war, wurde das auch unterschrieben und genehmigt? Wenn ja, kann Urlaub nachträglich nicht in Freizeitausgleich durch Überstunden geändert werden.

Der AN hat nach § 7 Abs. 2 Bundesurlaubsgesetz Anspruch darauf, dass der Urlaub zusammenhängend gewährt wird. Da das aber meist aus betrieblichen Gründen nicht geht (und der AN das auch nicht möchte), muss der AG einmal im Jahr mindestens zwei Wochen ununterbrochenen Urlaub gewähren.

Die Handhabung von Zeitkonten ist i.d.R. vertraglich, evtl. tariflich oder (mit BR) durch eine Betriebsvereinbarung geregelt. Das Problem vieler Firmen ist, dass bei Überstunden die nicht ausbezahlt sondern "abgefeiert" werden oft am Jahresende, wenn der Urlaub verbraucht sein sollte, viele AN noch alten Urlaub haben und diesen zeitgleich nehmen wollen. Daher ist es vielen AG lieber, wenn der Urlaub zumindest z.T. genommen ist.

Bei uns im Betrieb haben wir eine entsprechende Betriebsvereinbarung. Ganze Tage aus Überstunden dürfen erst dann genommen werden, wenn pro Monat im laufenden Kalenderjahr schon ein Urlaubstag verbraucht wurde. Stundenweiser Gleitzeitabbau ist dagegen jederzeit möglich.

Seit dieser Vereinbarung hat sich die Situation am Jahresende wesentlich entspannt und es muss nicht 2/3 der AN noch schauen, wie er den alten Urlaub noch nehmen kann.

Mein Rat wäre: Auf alle Fälle einen Betriebsrat wählen. Dieser kann dann bei den MA eine Umfrage machen und mit dem AG dann über eine entsprechende Betriebsvereinbarung verhandeln, die beiden Seiten dient. Das wäre dann auch rechtssicher.

Zum Arbeitsrecht gibt es auch ein Bürgertelefon der Bundesregierung:

01805/676713 Montag - Donnerstag 8.00 bis 20.00 Uhr 0,14€ aus dem Festnetz

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