Also Autofahrer einen sich verkehrswidrig verhaltenden Radfahrer angefahren - Schuldfrage?

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10 Antworten

Auf so was würde ich mich nicht verlassen! Manchmal ist kaum erkennbar auf dem Fußweg ein Radweg integriert, und schwups hast du 100% Schuld. Außerdem ist es immer nervig Erste Hilfe leisten zu müssen, auf die Polizei zu warten und womöglich doch nicht genau zu wissen, ob der Richter am Ende nicht doch eine größere Schuld im Verhalten entdeckt.

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Kommentar von Franz577
31.05.2016, 07:15

Klar will man nie in die Situation eines Unfalls kommen, aber wenn es doch mal passiert, dann muß die Schuldfrage natürlich geklärt werden.

Und sicher, wenn ein Radweg integriert ist, sieht die Sache wieder komplett anders aus. Aber wenn nicht, dann darf ein Radfahrer solche Überwege nicht fahrend überqueren.

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Wenn der Radfahrer geradeaus fährt, muss der abbiegende Autofahrer ihn passieren lassen, unabhängig von irgendwelchen Fußgängeramprln. Die Regelung mit dem Schieben auf dem Überweg gilt beim Zebrastreifen, und selbst dort darfst du ihn nicht umfahren, wenn er nicht absteigt.

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Kommentar von Franz577
30.05.2016, 12:43

Das stimmt aber so nicht!

Reine Fußgängerüberwege dürfen Radfahrer nicht fahrend überqueren, ebensowenig Zebrastreifen. Wie gesagt, lies mal den
§ 26 (1) StVO!

Tun sie es doch, sind sie gegenüber dem anderen Verkehr nicht vorfahrtsberechtigt.

Radfahrer müssen an Fußgängerüberwegen daher absteigen und schieben, wenn sie diesen vorrangig überqueren möchten.

Ein Radfahrer wäre nur dann vorfahrtsberechtigt, wenn er auf einem eigens dafür ausgewiesenen Fahrradweg, der parallel zur Straße für die PKW veräuft, fahren würde. Dann müßte der nach rechts abbiegende PKW-Verkehr auch mit von hinten kommenden Radfahrern rechnen und diese ggf. vor dem Abbiegen noch passieren lassen.

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§ 26 gilt für Fußgängerüberwege, umgangssprachlich als Zebrastreifen bekannt und mit Zeichen 293 und Richtzeichen 350 gekennzeichnet. Fußgängerüberwege haben keine Ampelregelung.

Dem Fahrradfahrer wird unter Umständen höchstens ein unrechtmäßiges Benutzen der Fahrbahn vorgeworfen werden können, wobei das noch nicht mal sicher ist. Ich tendiere also eher das die Schuld des PKW gegen 100% geht den er muss eigentlich einen Rotlichtverstoss begangen haben.

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Kommentar von Franz577
31.05.2016, 07:36

Wo steht in §26, daß damit nur Zebrastreifen gemeint sind und nicht auch solche Überwege mit Ampelregelung? Dort ist nur allgemein von Fußgängerüberwegen die Rede.

Und auch ein Fußgängerüberweg mit Ampelregelung bleibt immer noch ein Fußgängerüberweg.

Einfach zu erkennen daran, daß es bei der Ampel nur ein rotes bzw. grünes Männchen gibt und kein ebensolches Fahrradsymbol.

Und warum Rotlichtverstoß?

Wenn man als Autofahrer grün hat, dann ist die Ampel vom Fußgängerüberweg, der parallel zur Straße verläuft ebenfalls grün.

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Zunächst mal dürfte der Radfahrer wohl mindestens die Hälfte der Schuld bekommen, da er sich grob regelwidrig verhalten hat.

Entscheidend für die weitere Verteilung dürfte dann sein, ob der Unfall für den Autofahrer vermeidbar war oder nicht. Wenn der Radfahrer für den Autofahrer nicht rechtzeitig sichtbar war und er deswegen den Unfall nicht mehr vermeiden konnte, wird der Radfahrer 100% bekommen. Wenn der Autofahrer hätte den Unfall vermeiden können, wird die Schuldverteilung irgendwo zwischen 50-75 % zu Lasten des Radfahrers liegen.

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Kommentar von pwohpwoh
30.05.2016, 12:49

"...wird der Radfahrer 100% bekommen:"  Ein Abbieger muss grundsätzlich mit Querverkehr rechnen. Daher war der Zusammenstoß in jedem Fall vermeidbar. Es hätte ja auch ein schneller Jogger sein können.

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Da muss mehr konkretes her. Wenn die Fußgängerampel auf grün steht, ist die Fahrbahn meist auf rot. Somit kann ein Fahrzeug nur warten, steht also. Wenn der Radfahrer diese Ampel nutzt, und dabei ein stehendes Fahrzeug streift und beschädigt, trägt er die Schuld allein. Sofern das zweifelsfrei feststeht.

Rollt ein Fahrzeug vor dem Überweg aus zum Anhalten und schneidet den Radfahrer, weil der vom Überweg schon abfährt, denke ich 50:50, da du an solchen Überwegen eine außerordentliche Sorgfaltspflicht hast. Auch daher spielt es nur eine untergeordnete Rolle, dass er als Radfahrer eigentlich kein Fußgängerrecht ausüben kann.

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Kommentar von Franz577
30.05.2016, 11:54

Nein, das hast du dann nicht richtig verstanden.

Wenn die Fußgängerampel auf grün steht, dann steht sie auch für den in selber Richtung fahrenden, aber auch einbiegenden Verkehr auf grün.

Also PKW biegt nach rechts ein und Radfahrer fährt geradeaus über den Fußgängerüberweg.

Aber er fährt wohlgemerkt und schiebt nicht, wie er es eigentlich müßte.

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Zunächst einmal: ist das Auto in den Radfahrer, oder der Radfahrer in das Auto rein gefahren? Aus 1 (1) StVO ergibt sich, dass mit dem Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer zu rechnen ist! Nur weil der Radfahrer fährt, verliert er nicht seine Vorrangsrechte! 

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Kommentar von Franz577
30.05.2016, 14:44

Die Rede ist von einer Kollision, bei der beide Fahrzeuge in Bewegung waren.

Und doch, eben genau dieses Vorfahrtsrecht verliert der Radfahrer, da dieses laut §26 (1) StVO eben nur für die genannten Verkehrsteilnehmer gilt und Radfahrer darunter nicht aufgeführt sind.

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hier ist doch wohl die frage, dass der radfahrer (trotz benutzung des fußweges) geradeaus fährt, und du aus derselben richtung kommend nach rechts abbiegst. dann bist du immer wartepflichtig und trägst 100% schuld.

stichwort "schulterblick"!!!

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Kommentar von Franz577
30.05.2016, 11:52

Also eine Teilschuld mag der Autofahrer in so einem Fall sicher haben, wenn er abbiegt, aber warum 100%, wenn sich der Radfahrer auch verkehrswidrig verhalten hat?

Ich denke mal, wenn es um Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen oder Schmerzensgeld etc. geht, wird diese Frage für die Versicherung bestimmt von Bedeutung sein.

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Wie heißt es so schön: Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme....

Irgend etwas hat bei dem PKW - Fahrer gefehlt. da gibt es noch so ein Zauberwort: vorausschauendes Fahren. Außerdem bist du als Autofahrer stärker.

Ich denke mir mal 50 : 50 mit gutem Anwalt


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Es wird in den meisten fällen darauf hinauslaufen das du Schuld bekommst (Da du mit dem Auto der "Stärkere" Verkehrsteilnehmer bist) Es kann auf 50 : 50 auslaufen, mit einem guten Anwalt. Das er die alleinige Schuld bekommt, wäre zwar gerechtfertigt, ist aber sehr unwahrscheinlich.


In deinem beschriebenen Fall hat der Autofahrer Schuld.

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Kommentar von Franz577
30.05.2016, 11:51

Deine Antwort ist mir jetzt etwas rätselhaft.

Du sagst, es kann auf 50:50 hinauslaufen, eigentlich wäre aber der Radfahrer alleine schuld, aber in meinem Fall wäre der Autofahrer schuld.

Also wie jetzt?

"Mein Fall" ist ja auch ein Fall, bei dem sich der Radfahrer verkehrswidrig verhalten hat. Also warum sollte dann nur der Autofahrer die alleinige Schuld bekommen?

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War es jetzt ein Fußgängerüberweg (das blaue Schild) oder eine Ampel ?

Wie alt war der Radfahrer in etwa. (kleines Kind ?)

War das in Deutschland?

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Kommentar von Franz577
30.05.2016, 14:41

Die Rede ist von einem Fußgängerüberweg mit Ampel, in Deutschland und von einem erwachsenen Radfahrer.

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