Als Erwachsener noch eine Kampfkunst lernen?

4 Antworten

Guten Morgen, King Pitbull,

als ich deine Frage sah, dachte ich, oh, der arme Mann. Wird wohl im Alter von 40, 50 oder gar 60 plötzlich die Sehnsucht bekommen haben, Kampfsport zu trainieren und traut sich aufgrund seines Alters nicht mehr.

Als ich dann den gesamten Text las, wollte ich schon wieder schließen, weil ich diese Frage in diesem Alter nicht so richtig glauben wollte.

Du hast wahrscheinlich zu viele Martial-Filme gesehen. Was sind 20 Jahre?

Vor dem deutschen Gesetz bist du erwachsen. In den USA darfst du schon mit 16 den Auto Führerschein machen, wirst aber in Las Vegas unmissverständlich von den schwarzen Sheriffs aufgefordert, nicht an irgendwelchen Spielautomaten stehen zu bleiben, sondern zügig weiter zu gehen. Erst mit 21 darfst du einen Quarter einwerfen...

Es war ganz nett, wenn ich in meiner damaligen Sportschule Kinder in Kung Fu trainieren durfte. Doch keiner meiner, ebenso alten, Söhne waren in der Gruppe. Sie waren zu jung, um zu verstehen, worum es da ging. Unter 100 Kindern sind es vielleicht zwei.

Hier in Deutschland wird Fußball an jeder Ecke gespielt. Sobald sich ein Kind nur zwei Minuten aufrecht halten kann., macht Vater die ersten Ballversuche mit seinem Sohn. Es gibt Pampers Gruppen in Fußballvereinen, wo die fiebrigen Eltern am Spielrand stehen und ihre Kinder anfeuern. Wer von den Kleinen den Ball schon in die richtige Richtung tritt, wird stolz als Fußball Talent präsentiert

In Thailand kennt man Fußball nicht. Aber Muy Thai oder Thai Boxen. Wie bei uns das allgegenwärtige Fußball, ist hier Thai Boxen am jeder Straßenecke und auch schon im Pampers Alter zu sehen.

Bruce Lee, der legendärste und wohl beste Kämpfer im Film, wie im Leben, aller Zeiten, hatte in Hong Kong auch schon als Schuljunge Kampfsport, so eine Art Thai Boxen und später Win Tsun Kung Fu gelernt. Doch erst als Erwachsener verstand er den Sinn und die Technik des Kung Fu und wurde er darin vollkommen.

Bewegungsfreiheit und Sportlichkeit alleine sind nicht die ersten Voraussetzungen, um einen Kampfsport zu erlernen. Man muss ihn auch verstehen. Ich hatte viele Schüler gehabt, die waren gerade erst erwachsen (damals nach dem deutschen Gesetz noch 21) geworden. Sie hauten drauf, verstanden aber nicht, warum. Manche drehten sich nach einigen Monaten des Trainings um und gingen einem anderen Kampfsport nach, weil sie vom Kung Fu Wunder erwartet hatten. Einige wollten so werden, wie Bruce Lee - der damals diesen Kampfsport erst weltweit bekannt machte.

Es waren aber zwei Männer im -auch für mich damals noch- "hohen Alter" von 35 und 41 Jahren, die unsere Lokalmatadoren waren.

Damals , wie heute, geht es um den Sport. Damals, wie heute, geht es darum, für den Ernstfall effektiv vorbereitet zu sein. Damals, wie heute, geht es nicht darum, den Ernstfall künstlich herbei zu führen, in dem man andere provoziert oder gar nach jeder Provokation sucht, um sich oder seiner Freundin zu beweisen, wie gut man ist.

Mehr noch: Siege waren für meine ernsthaften Schüler die Kämpfe, die sie nicht ausgetragen haben, obwohl sie provoziert wurden. Nach außen völlige Gelassenheit und auch mal einen Rückzug aus einer gefährlichen Scene, obwohl es so aussah, als ob sie sich vor einem Kampf drückten - das war unser Credo. Aber wehe, der Gegner ging zu weit, dann erlebte er eine Explosion und die Erfahrung seines Lebens.

So etwas kann man nicht als heißblütiger Jungspund erlernen. Dazu muss man zwar nicht unbedingt erwachsen, aber auf jeden Fall reifer sein. Man wird automatisch erwachsen, aber nicht automatisch reifer.

Die Bewegungsabläufe lernst du auch noch mit 60. Und die können so effektiv sein, dass auch ein größerer, kräftigerer und jüngerer Mann ein blaues Wunder erleben wird.

Also - geh trainieren. Aber nur das, was dir wirklich Spaß macht..

Betreibe selber schon seit über 20 Jahre AIKIDO, solch eine tolle und ausführliche Antwort habe ich selten gelesen - echt klasse.

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Wow danke für die klasse Antwort!

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Es ist nie zu spät mit etwas neuen zu beginnen

Probieren geht über studieren

Wenn du noch gar keine Ahnung hast, was du willst, empfiehlt sich folgendes: Suche zuerst im Internet alle Kampfkunstschulen und Kampfsportvereine in deiner Nähe. Dann mach bei allen mindestens eine Probestunde. Die sind Gratis und der Anzug (für das Probetraining) wird dir auch gestellt (falls dafür gebühren oder so verlangt werden, würde ich die Schule meiden).

Das alles hört sich erst einmal sehr umständlich an. Aber es lohnt sich! Erstens weiß hier niemand was es bei dir in der nähe gibt. Und es ist Unsinnig dir etwas zu empfehlen, dass nicht bei dir angeboten wird. Zweitens: Die Unterschiede zwischen den Kampfkünsten (Kampfsport und Selbstverteidigungstechniken) sind - im Sinne der Effektivität - nicht so gravierend wie sie gerne von denen die sie Ausüben gesehen werden. Was entscheidend ist, ist dein Spaß am Training. Und dass kannst nur du entscheiden. Du wirst nichts lernen, wenn du dich jedesmal zum Training quälst - und erst recht, wenn du dafür eine lange fahrt auf dich nehmen musst.

Es kommt dabei nicht nur auf die Kampfkunst selbst an, sondern auch auf die Lehrmethode (Traditionell, Meditativ, Sportlich, Aggressiv, Modern), die anderen Mitschüler (Altersklassen, Mentale Reife, Männer/Frauen-Anzahl), die allgemeine Atmosphäre im Schulungsbereich (Sportlich, Heimelig, Traditionell).

Dies alles hat nichts mit der Kampfkunst zu tun - sondern mit den Menschen die sich in ihr üben. Daher wirst du ums Probieren nicht herumkommen. Im schlimmsten Falle wirst du das eine oder andere halbe Jahr mit einer Kampfkunst "verschwenden", bevor du merkst, dass sie nichts für dich ist. Da es aber keine anderen Weg gibt, ist diese "verschwendete" Zeit nicht nur Nötig; sie wird dir - wenn du die deine dann gefunden hast - als Sicherheit dienen. Denn du weist aus eigener Erfahrung, dass die Kampfkunst, die du betreibst, wirklich zu dir passt.

Was dein alter angeht: Also Bitte! Denk nicht immer nur an diese Shaolin-Mönche oder Karate Kids. Um in einer Kampfkunst gut zu sein, muss man nicht unbedingt früh anfangen. Das Geheimnis liegt am anderen Ende: Du darfst mit dem üben nie aufhören.

Viel Spaß bei Testen!


Mein persönlicher Favorit:

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de.wikipedia.org/wiki/Aikido

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