Alkohol am Steuer Ablauf und Folgen?

5 Antworten

Hallo,

also mit 2 Promille könnte ich nicht mehr Laufen, geschweige denn Autofahren... da würde mir als Verkehrsrichter erstmal das Adjektiv "alkoholgewohnt" einfallen...

Aber gut, seis drum, zu deinen Fragen:

Die Verhandlung dürfte in 4-6 Monaten erfolgen. Als Regelsatz der Geldstrafe werden zwischen 60 und 90 Tagessätzen verhängt, wobei 90 Tagessätze eher unüblich ist (damit wärst du als Ersttäter vorbestraft).... aus diversen Gerichtsverfahren kann ich dir sagen, dass ich bei Ersttätern eine Maximalstrafe von 80 Tagessätzen kennen gelernt habe - unterscheidet sich aber sicherlich von Gericht zu Gericht...

Eine Freiheitsstrafe hast du hingegen definitiv nicht zu befürchten. Bei dieser Art von Verkehrsdelikt absolut unüblich, vorallem wenn du kein Wiederholungstäter bist.

Führerscheinentzug hätte ich jetzt spontan mit 9 Monaten angesetzt, aber da du in der Probezeit bist, kannst du schon Recht haben, dann reden wir vermutlich von 12-15 Monaten.

MPU wie du ebenfalls richtig erkannt hast, wird auch auf jeden Fall auf dich zukommen. Diesbezüglich zwei gute Ratschläge:

1. Absolute Abstinenz!

2. Lass das durch regelmäßige Blutentnahmen protokollieren! Wir hatten einen "Kunden" (eigentlich echt ein netter Kerl, wenn die Sauferei nicht gewesen wäre), der durch die MPU gefallen ist, weil er nur die letzten 3 Monate monatlich zu einem Alkoholtest erschien... und nicht 14 tägig über einen Zeitraum von 6 Monaten-.- Ist echt nicht einfach, die MPU auf Anhieb zu schaffen....

Alles Gute!

Hallo,

Vielen dank schon mal für deine Antworten.

Wird die Zeit bis zu der Gerichtsverhandlung bereits auf die Zeit des Fahrverbots angerechnet?

Mit der Abstinenz werde ich keine Probleme haben, da ich keinen Wert auf Alkohol lege. Ist ein vorbereitender Kurs für die MPU zwingend notwendig oder kann man sich da privat drauf vorbereiten bzw. mit gesundem Menschenverstand vorankommen?

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@Bademeischter

*Entzug der Fahrerlaubnis... das ist kein Fahrverbot! Wichtiger Unterschied!

Fahrverbot heißt, du darfst kein Kfz mehr in Bewegung setzen (max. 3 Monate)

Entzug der Fahrerlaubnis heißt, du darfst kein Fahrzeug, welches eine Fahrerlaubnis bedarf führen... das heißt ein Mofa darfst du schon fahren (dafür brauchst du nur eine Prüfbescheinigung...)

Und ja, die Zeit bis zur Gerichtsverhandlung wird anerkannt (du hast ja bei den Kollegen bereits deinen Führerschein abgegeben?)

MPU: Ich sags ehrlich: Ich kenne keinen, der es privat auf Anhieb geschafft hat - zur Relativierung: Ich unterhalte mich aber auch nicht mit jedem "Kunden" darüber, wies ihm mit der MPU ging... Meine Meinung diesbezüglich ist also bestenfalls eine persönliche Einschätzung, als ein wirklich ernstzunehmender kompetenter Rat...

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@Dommie1306

Meinst du denn ich sollte mich direkt an einen Arzt wenden um direkt mit den Tests zu beginnen oder lieber noch warten?

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@Bademeischter

Warte erstmal ab, bis zum Urteil und wende dich dann an die zuständige MPU-Behörde, wie sie es denn gerne hätte...

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Hallo Dommie,

es sind schon einige gute Antworten von dir dabei, aber mit einigen Dingen liegst du absolut falsch:


1. Absolute Abstinenz!


2. Lass das durch regelmäßige Blutentnahmen protokollieren! Wir
hatten einen "Kunden" (eigentlich echt ein netter Kerl, wenn die
Sauferei nicht gewesen wäre), der durch die MPU gefallen ist, weil er


1. Die Entscheidung zur Abstinenz muss zunächst mal aus eigenem Antrieb erfolgen und sollte keinesfalls "nur" wegen der MPU gemacht werden. Über 2‰ bedeutet nicht automatisch das Abstinenz nötig ist. Die Trinkhintergründe und Vorgeschichte sind dabei zu beachten (handelt es sich um Missbrauch oder war es noch eine Gefährdung).

2. Abstinenz kann NICHT durch Blutentnahmen belegt werden, dazu sind Urinscreenings oder Haaranalysen nötig.

Eine MPU kann durchaus im ersten Anlauf bestanden werden, sofern man sich mit seiner Geschichte auseinandergesetzt hat und ehrlich zu seinen Delikten steht (in unserem Forum liegt die Quote z.B. bei 95%). Wichtig ist halt das man nicht unvorbereitet zur MPU geht, dann ist die Chance zum Bestehen recht hoch.



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@nancycotten

Hallo,

danke für die Ergänzung.

Wie schon gesagt, das sind lediglich meine Erfahrungen mit unserer "Kundschaft"... und von diesen kann ich sagen, dass jeder, der nicht 100% Abstinenz eingehalten hat, die MPU nicht bestanden hat (aufs erste mal...)

Mit dem Urinscreening hast du aber vollkommen Recht. Blutentnahme war ja unser Fachgebiet :D

Danke für die Verbesserung!

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Für Alkohol am Steuer innerhalb der Probezeit bzw. unter 21 Jahren sind als Sanktionen vorgesehen:

von 200 bis zu 1.500 Euro Bußgeld

mindestens zwei Punkte in Flensburg

Anordnung der Teilnahme an einem Aufbauseminar

Verlängerung der Probezeit um weitere zwei Jahre

elt es sich beim Fahren mit

mindestens 1,1 Promille

um eine Straftat. Eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) kann normalerweise

ab 1,6 Promille

angeordnet werden. Kam es bei einem Vergehen mit

Alkohol in der Probezeit

zu einem Unfall, so kann die MPU auch schon bei einer

geringeren Promillezahl

verlangt werden.

Das von dir zitierte Bußgeld wäre bei einem Verkehrsordnungswidrigkeit nach §24a oder 24c StVG relevant... hier liegt aber definitiv eine Straftat vor, also sind die von dir genannten Zahlen reine Makulatur...

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Dommie: habe so einen ähnlichen Fall(nur mit Gras) ab wann falle ich in 24a?

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@MarshallDTeach7

Bei Betäubungsmittel gibt es keine Grenzwerte, z.B. 0,1 mg/l Blut etc...

Das entscheidet jede Staatsanwaltschaft für sich selber.. in Bayern bis quasi immer im 316 StGB, soweit ich das weiß "je weiter nördlich du in Deutschland bist, desto eher im 24a..."

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Eine Freiheitsstrafe ist als Ersttäter recht unwahrscheinlich, und wenn doch, wird sie zu 99% auf Bewährung sein.

Genaueres kann man aber nicht sagen, da der Fall von einem Richter entschieden wird.

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