Agentur bezahlt mich nicht und droht, wie sieht es rechtlich aus?

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8 Antworten

Wichtig für Dich wäre, dass Deine Rechnungen ordnungsgemäß erstellt worden sind.

Wenn in Deinem Fall in der Rechnung steht: "Zahlbar innerhalb von sieben Tagen nach Erhalt," ist Dein Kunde ab dem achten Tag in Verzug auch ohne dass es einer Mahnung bedarf (§ 286 Abs. 2 Nr. 2 BGB).

Ferner kannst Du von ihm eine Pauschale über 40,00 € zur Deckung Deiner Kosten verlangen (§ 288 Abs. 5 BGB). Und Du kannst ab dem ersten Verzugstag Zinsen in Höhe von derzeit 8,17 % pro Jahr verlangen (§ 288 Abs. 2 BGB).

Wenn der Vogel behauptet, er habe keinen Rechnung bekommen und sei gar nicht im Verzug gilt, dass er 30 Tage nach Erhalt der Leistung in Verzug gerät (§ 286 Abs. 3 Satz 2 BGB).

Was kannst Du tun?

Inkassounternehmen macht nur dann Sinn, wenn anzunehmen ist, dass der Schuldner auf deren Mahnungen auch tatsächlich zahlt. Dazu kommt, dass Dich dieses Unternehmen im Falle einer Klage nicht vertreten kann und Du dann auf den Kosten sitzen bleibst wegen Deiner Schadenminderungspflicht.

Mahnverfahren ist dann sinnvoll, wenn Du vermutest dass Dein Schuldner keinen Widerspruch gegen einen Mahnbescheid einlegt. Am Ende der Frist musst Du sehr schnell sein, Vollstreckungsbescheid beantragen (im Parteibetrieb), anrufen wann erstellt und sofort Vorpfändung durch den Gerichtsvollzieher an die Drittschuldner zustellen lassen (nicht auf die Ausfertigungen warten).

Ansonsten bleibt nur die Zahlungsklage. Den Weg würde ich aber nur dann alleine gehen, wenn ich mich sattelfest fühlen würde. Ansonsten macht eine Mandatierung schon Sinn.

Kommentar von mepeisen
10.05.2016, 08:43

Wenn in Deinem Fall in der Rechnung steht: "Zahlbar innerhalb von sieben Tagen nach Erhalt," ist Dein Kunde ab dem achten Tag in Verzug auch ohne dass es einer Mahnung bedarf (§ 286 Abs. 2 Nr. 2 BGB).

Nein, die Rechnung gehört nicht zum Vertrag

Inkassounternehmen macht nur dann Sinn, wenn anzunehmen ist, dass der Schuldner auf deren Mahnungen auch tatsächlich zahlt. Dazu kommt, dass Dich dieses Unternehmen im Falle einer Klage nicht vertreten kann und Du dann auf den Kosten sitzen bleibst wegen Deiner Schadenminderungspflicht.

Es kann trotzdem Sinn ergeben. Viele Inkassos sind Schufa-Mitglieder und hier  versucht der Auftraggeber ja irgendwie die Zeche zu prellen, denn er kann nicht einerseits gegen die Sperre sein, weil das ja verwendet wird, andererseits aber die Zahlung wegen Mängeln (?) verweigern...

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Kommentar von Realisti
10.05.2016, 22:59

@ Xipolis

Ich stimme dir zu 99 % zu. Nur bei einer Kleinigkeit nicht. Inkassobüros können ihre Kosten durchaus mit in den Titel einfließen lassen. Nur ist die Höhe begrenzt. (Habe schon mehrere damit gesehen.)

Die Inkasso-Büros mit denen wir arbeiten, fahren auch raus, machen also Hausbesuche. Da wir nur Zugelassene/Registrierte nehmen, dürfen die auch kassieren. Ein Rechtsanwalt macht sich diese Mühe nicht. Er schreibt zumeist Briefe und vertritt eben vor Gericht. Nach der gewonnenen Klage wird dann das IK versuchen mit dem Titel Druck zu machen und den Gerichtsvollzieher beauftragen, wenn es Sinn macht. Mit diesem Procedere sind viele überfordert, die nicht ständig damit umgehen. Zudem sind die Mitarbeiter des IK emotional weniger involviert. Der Gläubiger bekommt also seinen Seelenfrieden wieder, weil seine Wut nicht regelmäßig hochkocht, bei jedem Kontakt mit dem Schuldner. Diese ständigen Unverschämtheiten und Lügen stellt der Schuldner meistens mit einem verlorenen Prozess nicht automatisch ein. Das zerrt an den Nerven.

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Danke erstmal für die Antworten.


Es ist schwierig mit ihm zu reden. Immer wieder vertröstete er mich, zuletzt aber wurde er Pampig (rief mich vorhin um halb 12 Nachts an und meinte ich könne ihm keine solche Email schreiben). Zur Email: Ich hab ihm bis zum 16.05. Zeit gegeben die offenen Forderungen (die zwei ersten Rechnungen) zu bezahlen und mir bis Montag (also gestern) mitzuteilen wie es mit dem jüngsten Auftrag aussieht. Gibt es dazu kein Feedback würde ich auch hier eine Rechnung stellen mit der üblichen Zahlungsfrist (7 Tage). Das wollte er nicht einsehen, meinte ich wäre ein kleines Licht und seine Anwälte würden mich ausseinander nehmen wenn ich z.B. meine schon erstellten Templates sperre. Ich lasse mich davon nicht beeindrucken. Und auch wenn ich Laie bin, ich bin der Meinung das meine erstellten Templates mein geistiges Eigentum ist bis ich die Zahlung erhalte. Zahlt er nicht so lösche bzw. sperre ich diese wieder.

Auch mit den offenen Aufträgen. Seine Aussage "wenn der Kunde Probleme macht ist es nicht mein Risiko". Bin da echt vom Glauben abgefallen (ebenso schon als er meinte die noch nicht gezahlten Templates würden schon ihm gehören), ich beauftrage ja auch keinen Fliesenleger und zahle nur wenn meine Freundin mit den von mir ausgewählten Badfliesen einverstanden ist und er somit fertig bauen kann...

Er sah es nicht ein, meinte nur das ich keine Ahung von allem hätte, er wäre ja der mit drei abgeschlossenen IT Studium und mit 20 Jahren Erfarung etc.

Ein unglaublicher Blender, seine Firma existiert zwar, aber als großes Licht sah ich ihn noch nie.

Naja, zum Anwald geht es definitiv wenn die Mahnungen verstrichen sind (Mit der Zahlung rechne ich sowieso nicht mehr), trotzdem bin ich hier Nervös...

Bin halt Freelancer der zwar die Arbeiten gut durchführt, mit dem rechtlichen aber wenig Ahnung hat...


Kommentar von mepeisen
10.05.2016, 08:46

Geh am besten direkt zu einem Anwalt. Lass diesen einen Brief schicken und seine Kosten auch direkt bei ihm geltend machen. Lass den Anwalt die Sperre androhen. Dann ist er eventuell davon beeindruckt

Und dann kurzen Prozess machen, nicht lange diskutieren oder verhandeln.

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Kommentar von Xipolis
10.05.2016, 16:17

Wie mepeisen geschrieben hat, ich würde Geld in einen Rechtsanwalt investieren, auch wenn das immer risikobehaftet ist.

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Ich verstehe zu wenig vom Programmieren. Hier liegt entweder ein einfacher Dienstleistungsvertrag oder ein Werk- Werkliefervertrag vor. Wenn du es 2016 programmiert hast, verjährt es erst 31.12.2019.

Schicke dem noch eine letzte Mahnung. Schreibe nicht Zahlung innerhalb einer Zeitspanne (z.B. 2 Wochen) sondern "Zahlbar bis 16.05.2016" = konkretes Datum. Das machts einfacher bei einer Klage.

Unter Geschäftsleuten sind auch mündliche oder Verträge per Handschlag voll gültig. Sie bedürfen nicht der Schriftform. Obwohl auf Papier fixiert, sind Ansprüche besser beweisbar.

Inkassobüros nehmen nur unbestrittene Forderungen an. Obwohl einen Mahnbescheid können die auch ausfüllen und abschicken. Wenn du geschickt bist, kannst du das auch selber. Nun, wenn die dem widersprechen, bist du am gleichen Punkt wie zuvor.

Bei bestrittenen Forderungen schaltet man üblicherweise einen Rechtsanwalt ein. Dann wird die ganze Sache vor Gericht geklärt. Für eine Vollstreckung benötigt man einen Titel. Den bekommt man dann vom Gericht mit dem Urteil oder wenn der Mahnbescheid durchgeht.

Mit dem Vollstreckungsbescheid kann man dann vollstrecken. Doch packe mal einem nackten Mann in die Tasche. Es wäre mal gut, wenn du eine Schufa-Auskunft über den Laden in die Finger bekommen könntest.

Versuche ihn zu einer Ratenzahlung zu bringen. Mit der ersten Rate (auch wenn es nur 1 € ist) erkennt er dann alles an.

Kommentar von Xipolis
10.05.2016, 16:20

Ein Titel macht allerdings in jedem Fall Sinn (vor allem hinsichtlich der Verjährungsfristen).

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Kommentar von mepeisen
11.05.2016, 07:50

Wenn du geschickt bist, kannst du das auch selber

Geschickt sein? Das hat damit nichts zu tun. Das füllt sich praktisch von selbst aus und dauert auch nicht länger als die Abstimmung mit dem Inkassobüro dauert.

Mit der ersten Rate (auch wenn es nur 1 € ist) erkennt er dann alles an.

Schuldeingeständnisse müssen schriftlich erfolgen.

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"Fürchte schon ich muss einen Anwalt einschalten..."

Dazu würde ich dringend raten. Dein Kunde steht mit hoher Wahrscheinlichkeit vor der Insolvenz. Wenn Du nicht so früh wie möglich und so sachkundig wie möglich deine Ansprüche geltend machst, guckst Du in die Röhre.

Kommentar von Realisti
10.05.2016, 22:43

Bei einer Insolvenz guckt er so oder so schlimm in die Röhre. Dafür ist die ja da. Dann hat er neben dem "in den Sand gesetzten Auftrag" noch die Rechtsanwaltkosten zu tragen.

https://www.insolvenzbekanntmachungen.de/cgi-bin/bl_suche.pl

Wenn du also schon weißt, dass diese angemeldt wurde würde ich keinen Cent mehr in diese Sache investieren.

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Und er muss alles trotzdem nehmen. Auch wenn die Kunden noch zeit brauchen würden

Solange er nicht bezahlt hat, bist DU Eigentümer! Damit hast du schon mal recht.

Dass du nie wieder Aufträge ausschließlich mündlich vereinbarst, hast du spätestens jetzt hoffentlich gelernt.

Wenn ihr nicht schriftlich vereinbart habt, wie das Endprodukt aussehen soll, kannst du natürlich schlecht nachweisen, dass du deinen Teil erfüllt hast. Aber dazu solltest du wirklich am besten mal einen Juristen kontaktieren.

Kommentar von mepeisen
10.05.2016, 08:49

Solange der Auftraggeber aber keinen konkreten Mangel nachweisbar benennt, existiert auch kein konkreter Mangel. Das ist die zweite Seite dieser Medaille ;-)

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Gibt solche, die meinen Rechnungen von ein Mann Firmen nicht zahlen zu müssen. Sieh zu dass die Rechnungen ordendlich und Fehlerfrei sind und such dir n Anwalt, damit du Mahnungen rausschicken und klagen kannst.

Ok, deine Letzte Zeile hatte ich noch nich gelesen. Aber es gibt hier nicht viele, ca etwas über 3 von 3,2Mio Nutzern, die das beantworten könnten aber dich auch nur zum Anwalt schicken würden.

ok, also Zahlungserinnerung und dann Mahnung.
http://www.freelancer-blog.de/der-kunde-zahlt-nicht/

oder mit ihm 'reden' späteren zahlungstermin oder ratenzahlung vereinbaren... so die 'soft'-Methode..
http://www.selbstaendig-im-netz.de/2012/02/22/allgemein/wenn-der-kunde-nicht-zahlt-welche-moeglichkeiten-haben-sie/

Hier Werbetexter nich bezahlt worden, Anwalt über Urheberrecht, Anwaltkosten etc.. Auf Verstoß gegen das Urheberrecht hinweisen!
http://www.frag-einen-anwalt.de/Kunde-zahlt-Dienstleistung-nicht---f66217.html

'Alternativen des Forderungsmanagements'
http://webkrauts.de/artikel/2010/wenn-der-kunde-nicht-zahlt

Ok, viel Glück.

Du hast rein garnichts mit den Kunden zutun. So weit ich es verstanden habe hast du die beiden aufträge ja ausgeführt. Zieh vor Gericht! Gegen so jemanden kann man schlecht was allein unternehmen. Wenn er einverstanden mit der Rechnung war, das du ihm eine ausstellst und du alles erledigt hast braucht er nicht zu meckern.

Viel Glück!

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