Abi aber keine Ausbildung?

10 Antworten

Abi ist heute nichts Besonderes mehr, ein "mittelmäßiges" bedeutet i.d.R., dass keine große Mühe dahinter steckt.

Wer sich von Absagen beeindrucken lässt, hat es schwer. Hat sie nachgefragt, woran es lag? Ihre Bewerbungen überprüfen lassen? Mit Mitschülern verglichen, die mehr Erfolg hatten?

Natürlich ist es NICHT unmöglich, auch mit mittelmäßigem Abi eine Ausbildung zu finden - aber man muss mehr dafür tun, als vielen klar ist.

Welche Vorstellungen hat sie denn? Traumberuf, Spitzengehalt und maximal 10 km vonm Elternhaus? Da wird es natürlich schwierig.

Es gibt immer noch freie Stellen und viele werden wieder frei, wenn Bewerber abspringen, deswegen sollte sie jetzt auf keinen Fall aufgeben!

Evtl. muss sie ihre Ansprüche überdenken (andere Berufe, Umzug...).

Oder einen Beruf wählen, der nicht (ganz) ihren Wünschen entspricht - eine falsche Wahl sieht im Lebenslauf oft besser aus als ein Jahr ... gar nichts, und bei einem Wechsel können Vorerfahrungen oft zumindest teilweise angerechnet werden.

Wer etwas will, muss dafür kämpfen!

Sie sollte noch einen ganzen Schwung Bewerbungen hinterherschicken! Und Firmen, die noch suchen, am besten direkt persönlich aufsuchen oder zumindest anrufen.

Oft hinterlässt man "live" einen besseren Eindruck als auf dem Papier, und wer hingeht, zeigt, dass er kein vom Amt genötigter Zwangsbewerber ist, sondern echtes Interesse hat.

Auch Vitamin B sollte genutzt werden (wenn sie das möchte): wenn alle, die sie kennen, überall erzählen, dass dieses begabte, engagierte, tolle Mädchen immer noch was im Bereich (...) sucht, können ganz erstaunliche Dinge passieren.

Ein Termin im Arbeitsamt/ BIZ wäre ebenfalls hilfreich - dort kann man ihr andere Wege aufzeigen, Bewerbungen optimieren usw.

Wenn es dieses Jahr nichts mehr wird (nachrücken kann man theoretisch immer, also nicht gleich aufgeben!), sollte sie die Wartezeit nutzen und sich weiterqualifizieren.

Bestimmt gibt es VHS-Kurse, die zu ihrem Wunschberuf passen (Rechnungswesen/ BWL, PC, Sprachen...)

Evtl. kommt auch ein Studium in Betracht - das "vertane Jahr" lässt sich dann ganz klassisch ("Bin eher praktisch veranlagt") "erklären", zudem kann sie auch dort nützliche Qualifikationen erwerben. (s. VHS)

Sie könnte auch ein FSJ/ FÖJ machen und beweisen, dass sie mehr kann als Unterricht abzusitzen.

Oder sich einen richtig miesen ungelernten Job suchen, um die Motivation für die Ausbildungssuche im nächsten Jahr zu erhöhen.

Möglicherweise kann sie ein Langzeitpraktikum beginnen - das kann ggf. sogar auf eine Ausbildung angerechnet werden.

Vielleicht schafft sie es auch, über einen "normalen" Job an eine Ausbildungsstelle zu gelangen - genau wie im Praktikum kann diese Berufserfahrung angerechnet werden!

Wichtig ist in jedem Fall, dass sie die Initiative übernimt, sich für ihre Ziele einsetzt und den Herausforderungen stellt.

Nach der Schule wird einem nichts mehr "auf dem Silbertablett serviert", und gerade Gymnasien bereiten darauf leider viel zu wenig vor.

Trotzdem alles Gute - das wird schon!

Unbedingt die Bewerbungen danach abchecken, ob sie in fehlerfreiem Deutsch sind, ob sie gut gegliedert sind, ob ein ansprechendes Foto dabei ist, ob die Bewerbung sich abhebt von den zig anderen Bewerbern... Vielleicht mal unterschiedliche Bewerbungen raussenden und antesten, welche Bewerbungsform am Besten ankommt.

Dazu die gesuchte Ausbildungsstelle: zu eingefahren auf bestimmte Bereiche? Nicht entsprechende Noten vorhanden?

Einheitsbewerbungen wirken abschreckend bei den Arbeitgebern. Dazu ein Automatenfoto und die Sache hat sich erledigt... Schon beim Anschreiben sortieren Viele aus. Wirkt es wie eine Vorlage aus dem Netz, dann schaut ein Chef nicht weiter.

Sie sollte dieses Jahr sinnvoll nutzen und sich entweder ein Praktikumsplatz in verschiedenen Firmen suchen oder sich weiterqualifizieren. Will sie z.B. in einen Betrieb wo Englisch erwartet wird, dann kann sie sich durch einen Auslandsaufenthalt weiterbilden. Und sie soll sich weiter bewerben! Viele Betriebe suchen auch jetzt noch und es gibt Auszubildende, die nach wenigen Wochen das Handtuch schmeißen...

Abi ist kein Freibrief und vielleicht sollte sie überlegen ob der Wunschberuf vielleicht zu hohe Ansprüche stellt, die sie mit einem mittelmäßigem Abi nicht erfüllt.

  1. Die Bewerbung (das Anschreiben) muss perfekt sein, d. h. sowohl inhaltlich, grammatikalisch, rechtschriftlich).
  2. Sie sollte bis zum nächsten Jahr einen Job annehmen, ein Praktikum absolvieren oder ggfls. ein soziales Jahr machen. Besonders gut wäre es wahrscheinlich, wenn sie ein Praktikum in dem Bereich finden würde, in dem sie später auch ausgebildet werden möchte. Vielleicht auch schon in der Firma, in der sie später gerne ihre Ausbildung machen möchte. So kann sie ihren Charakter, ihre Zuverlässigkeit und ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Hierfür sollte sie sich später auch ein Zeugnis ausstellen lassen.
  3. Eine weitere Möglichkeit, die m. E. noch besteht, wäre sich für ein Studium einzuschreiben (m. E. ist die Einschreibefrist für nicht NC -gebundene Studienfächer noch nicht abgelaufen). Mit einem mittelmäßigen Abi sollte man dabei eher an die Fachhochschulen denken und weniger an die UNI.

Einen einjährigen "Leerlauf" sollte es nach Möglichkeit nicht geben.

Zum Beispiel wäre ein Auslandsjahr ne gute Sache. Macht sich im Lebenslauf gut und bringt sprachlich viel.

Englisch fließend in Wort und Schrift ist ne gute Sache in Bewerbungen.

Und dann vielleicht mal überlegen, wie man eine Bewerbung so gestalten kann, dass sie eben nicht in den anderen Bewerbungsmappen "untergeht".

Zu hohe Konkurrenz, habe das Fachabitur mit 1,4 abgeschlossen gehabt, mehr als 300 Bewerbungen geschrieben und nur Absagen erhalten, doch bei einer hat es geklappt :) Daher weitermachen! Eventuell sich die Bewerbungsunterlagen ansehen, Stichwort: Individuelles Anschreiben auf das Unternehmen angepasst schreiben.

Bewerbung sollte so aufgebaut werden:

Wer bist du?

Was hast du gemacht/was kannst du?

Warum sollen wir dich nun einstellen, welchen Vorteil haben durch dich?

Schlusssatz

Vergiss den Standardmist, welchen man in der Schule beigebracht bekommt. So bewerben sich alle, man muss hervorstechen, und das schafft man nur, wenn man ein individuelles Anschreiben hat.

Erst nachdem ich mein Anschreiben angepasst habe, hatte ich bessere Rückmeldungen erhalten.

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