Ab welchem alter kann ich meine häsin decken lassen?

2 Antworten

Wildkaninchen bringen ständig Babys zur Welt und alles ist gut. Bei unseren Hauskaninchen ist das anders. Sie sind alle genetisch verändert. Form, Farben, Größe und Stellung der Ohren und so weiter. Wenn man einmal angefangen hat, in die Natur einzugreifen, muss man sich sehr gut mit Genetik auskennen, um mit genetisch veränderten Elterntieren gesunde Babys zu züchten. Einige Beispiele dafür, was passieren kann:

  • Zwergkaninchen (und das sind die gängigen Hauskaninchenrassen) vererben ihre Körpergröße häufig nicht stabil weiter. Es können also trotz Verpaarung zweier Zwergkaninchen viel zu große Früchte im Mutterleib heranwachsen. Im "besten" Fall kommt es dann zu Totgeburten, die Früchte können aber auch im Mutterleib absterben (Häsin stirbt ohne schnelle Notoperation an einer Vergiftung) oder sie bleiben während des Geburtsvorganges im Geburtskanal stecken.
  • Es kann zu genetischen Defekten kommen wie z. B. fehlende oder nicht vollständig ausgebildete Gliedmaßen etc. Hier ein Link, Kaninchenbabys ohne Gelenkpfannen: http://kaninchenrettung.de/index.php?option=com_content&view=article&id=97:dringend-2-behindertengerechte-dauer-pflegestellen-fuer-junge-riesen-mit-missbildung-gesucht&catid=43:aktuellenotfaellekat&Itemid=76
  • Genetisch bedingte Zahnfehlstellungen (sehr häufig): Gesundheitsbelastende, stressige und teure Zahnbehandlungen in sehr kurzen Zeitabständen erforderlich (z. B. alle 2 Wochen unter Vollnarkose). Oft müssen solche Kaninchen letztendlich erlöst werden.
  • Diverse Geburtskomplikationen sind möglich, z. B. eine Wehenschwäche. Lebensgefahr für die Häsin, sie braucht sofort tierärztliche Hilfe. Da Häsinnen meistens nachts werfen, finden viele Halter ihre Häsin nach dem Aufstehen tot vor.

Dies sind nur einige Beispiele. Dazu kommt, dass Tausende von Kaninchen in Tierheimen und bei den vielen Pflegestellen der vielen Kaninchen-Schutzorganisationen dringend auf ein gutes Zuhause warten. Kaninchen, die aus irgendwelchen Gründen abgegeben wurden, dazu viele Jungtiere aus ungewollten und gewollten Schwangerschaften. Auch Babys, deren Mutter bei der Geburt verstorben ist und deren Halter mit der sehr aufwendigen Handaufzucht überfordert waren. Sie alle brauchen ein neues Zuhause. Wieso dann noch mehr Babys in die Welt setzen? Aus "Tierliebe"? Ich bin der Meinung, dass jemand, der Kaninchen liebt, aus Tierliebe darauf verzichten sollte. Wenn deine Freundin und du genug Platz haben, wie wäre es damit, Kaninchen vom Tierschutz zu helfen? Und wenn du gerne einmal Babys aufwachsen sehen möchtest, könntest du dich an die Schutz-Organisationen wenden. Die suchen oft händeringend nach Pflegestellen für schwangere Häsinnen. LG von Ninken

Von den kastrierten kannst du die aber nicht decken (: Nein Spaß beiseite, wir warten immer bis sie so ca. 3-4 Monate alt sind.

Ja, vorher sind sie ja auch nicht geschlechtsreif. Ihr züchtet also mit Kindern, ist ja toll. Stell Dir vor, ein 14-jähriges Mädchen wird Mutter und damit allein gelassen. Das ist etwa vergleichbar, das Kind ist völlig überfordert.

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@Fenchelblatt

Du weißt schon, das man Menschen nicht mit Tieren vergleichen kann? In der Natur werden sie ja auch schon so früh gedeckt... Außerdem haben es Tiere im Instinkt so früh Kinder zu bekommen.

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@GooCha

Bei Wildkaninchenrudeln sind die Häsinnen in der Überzahl. Genug Auswahl also für die Rammler. Und da die Natur an der Arterhaltung interessiert ist, wählen Rammler Häsinnen, bei denen sie am wahrscheinlichsten mit gesundem Nachwuchs rechnen können. Häsinnen, die durch Duftstoffe, Körperhaltung und Verhalten anzeigen, dass sie bereit sind. Wird doch mal eine zu junge Häsin gedeckt, überlebt der Nachwuchs das so gut wie nie. Und wenn die junge Häsin dabei stirbt, ist das in der Natur auch nicht dramatisch, Hauptsache, es überleben insgesamt genug Tiere, um die Art zu erhalten. Anders als bei unseren Hauskaninchen. Da geht es uns um die Erhaltung des Individuums.

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@GooCha

Kaninchen, die mit 4 Monaten trächtig werden, sind häufig mit diesem Wurf überfordert. Es ist nicht gerade selten, dass sich so junge Häsinnen nicht um diesen Wurf kümmern und die Kleinen versterben, wenn denn die junge Mutter die Trächtigkeit überlebt.

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