Ab wann wird Gerechtigkeitssinn krankhaft?

5 Antworten

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Ich würde mal sagen, wenn man auf Kosten der Gerechtigkeit andere Werte opfert. Die Römer sagten: "Fiat iusitizia pereat mundi" - es soll Gerechtigkeit geschehen und wenn auch die Welt dabei draufgeht. Konkretes Beispiel: Mir hat mal jemand erzählt,er hätte sich mit seinem besten Freund wegen 5 Euro zerstritten. Er hat die 5 Euro gekriegt (gerecht, jedenfalls aus seiner Sicht), dabei aber einen Freund fürs Leben verloren. Wär's anders herum nicht besser gewesen? Recht ist etwas Abstraktes, wir alle aber sind Menschen, die sich täuschen können. Wer Gerechtigkeit in allen Bereichen und in jeder Hinsicht über alles setzt, der tut etwas Krankhaftes.

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Sehr gute und interessante Antwort. Danke.

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Wenn die Person dadurch "Gesellschaftsunfähig" wird. Wenn eine symtomatische Steigerung stattfindet, dann liegt das oft nicht an der Person, sondern an der zur Zeit irreperablen Gesellschaft und deren nicht nachvollziehbaren Handeln. Welche andere Lebensspezie tötet sich schon aus Spaß selbst, lügt und betrügt, mordet und vergewaltigt ? Denke nur der Mensch oder ?

Wenn eine Person also einmal im Leben eine höhere Bewusstseinseben erreicht hat, dann ist es für diesen Menschen natürlich schwer, sich als NORMAL zu bezeichnen, obwohl diese Person viel NORMALER ist als viele seiner Mitmenschen. Wenn man dann noch viel Fernseh schaut und andere verblödene Medien und Konsolen nutzt, kommt es oft dazu, dass man nicht merkt das das Problem bei einem Selbst liegt. Somit fällt es leichter die Probleme bei anderen zu suchen, was eventuell in Deinem Fall zutrifft, diese Entscheidung solltest Du aber selbst treffen. Sollte es sich um eine Doktorarbeit handeln, bitte ich vielmals um Entschuldigung ;-)

One Love und viel Verständnis !

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Danke. Nein nein es interessiert mich nur. Es ist vielleicht der Kampf gegen Ungerechtigkeit, den man gegen die eigenen Umstände nicht mehr führen kann.

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Allein schon Gerechtigkeit zu definieren, dürfte je nach Standpunkt und Herkunft schwierig sein. Ich nehme mal das Beispiel Menschenrechte. In unseren westlich geprägten Gesellschaften sieht die Gesetzgebung so aus, dass sie auf die allgemeinen Menschenrechte, die von einer Menschenrechtskommission der UNO festgelegt wurde, ausgerichtet sind. Darin wird den Menschen die freie Entfaltung gewährleistet, ebenso die freie Religionsausübung. Der letzte Punkt aber führt neuerdings im Zusammenleben mit Muslimen zu heftigen Auseinandersetzungen bezüglich deren Auffassung von Religionsausübung. Soweit, so gut, aber mittlerweile geht der Streit soweit, dass unsere Justiz ins Stottern kommt, wenn sie erklären soll, warum der Islam nicht mit all seinen unmenschlichen Zusatzinstrumenten ( Scharia, Haddithen, Fatwen usw.) in unsere freie Gesellschaft passt. Wo sind die Grenzen der Gerechtigkeit? Hier stellt sich doch die Frage, wer bestimmt, wasgerecht ist? Natürlich wissen wir Einheimische was aus unserer Sicht gerecht ist, aber erklär das mal einem Islamisten. Gewiss, das ist ein extremes Beispiel, aber in extremen Positionen kann Gerechtigkeit zu großer Ungerechtigkeit führen, nämlich dadurch, dass sich eine schwächelnde Justiz durch eine mit Brachialgewalt einherkommende Pseudojustiz ( Scharia) Abdrängen lässt. Gerecht sein kommt von Richten, und richten muss derjenige, der dazu befugt ist. Macht sich ein nicht befugter zum Richter, so ist das nicht nur illegal und lästig, sondern darüber hinaus gesellschaftlich untragbar und zudem nach unserer Rechtsauffassung eben Selbstgerecht. Menschen die zu solcherlei Neigungen tendieren, sind für ihre Mitmenschen unerträglich und können zum Problem werden, siehe die vielen Nachbarschaftsstreitigkeiten, mit denen sich tausendfach unsere Gerichte herumplagen müssen.

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