802.11n --- 65mbit/s?

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5 Antworten

Die Brutto-Datenrate hängt davon ab, wie sich WLAN-Router und Endgerät miteinander verbinden. Um die 300 Mbit/s zu erreichen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein: Die Geräte müssen zwei Datenströme unterstützen, also über zwei Funkeinheiten verfügen. Verfügt der Rechner nur über eine Funkeinheit, ist 150 Mbit/s das Maximum. Das scheint bei Dir der Fall zu sein. Um diese 150 Mbit/s erreichen zu können, muss natürlich der Empfang entsprechend gut sein, aber auch weitere Anforderungen sind zu erfüllen: Zunächst einmal kann ein Funkkanal entweder 20 oder 40 MHz breit sein. Für 150 Mbit/s muss der Rechner 40 MHz breite Kanäle unterstützen. Dann gibt es noch ein so genanntes Guardintervall in der Modulation. Das kann entweder 400 oder 800 ns lang sein. 150 Mbit/s benötigt das kurze Guardintervall. Hier mal als Tabelle:

1 Datenstrom    
20 MHz     40 MHz     20 MHz     40 MHz
800 ns     800 ns     400 ns     400 ns
65         135        72,2       150 Mbit/s
2 Datenströme
20 MHz     40 MHz     20 MHz     40 MHz
800 ns     800 ns     400 ns     400 ns
130        270        144,4      300 Mbit/s

Dein Rechner unterstützt offenbar nur einen Datenstrom und ein langes Guardintervall. Vielleicht unterstützt er auch nur 20 MHz breite Kanäle. Es kann aber sein, dass der Router selbst auf 20 MHz schaltet, weil das Funkspektrum nicht sauber genug ist, sprich zu viele Nachbar-WLANs Dir in die Suppe spucken.

Die vollständige Tabelle findest Du z.B. hier: http://mcsindex.com/

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300MBit/s sind die Werte laut Spezifikation. Du musst bedenken:

  • die Werte auf dem Papier sind Laborwerte. Die echten liegen darunter (beim Sprittverbrauch vom Auto ist das ja auch nicht anders)
  • die Werte beziehen sich auf optimale Bedingungen
  • Die Implementierung des Netzwerkadapters / des Treibers von Router und Empfänger spielt auch eine Rolle (unterschiedliche Adapter liefern leicht unterschiedliche Ergebnisse)

Die optimalen Bedingungen schließen dabei Interferenzen durch andere elektronische Geräte aus, sowie Hindernisse. Wenn eine Wand im Weg ist oder ein anderes WLAN dazwischenfunkt bzw. elektromagnetische Strahlung von anderen Geräten im Weg sind stört das die Übertragung.

Der n-Standard sendet zudem über das 5Ghz-Band. Im Gegensatz zum 2,4Ghz-Band ist das anfälliger für Störungen, dafür erlaubt es bei guten Bedingungen eben auch gute Übertragungsraten. Bei auftretenden Störungen nimmt der Bruttodurchsatz deutlich schneller ab.

Dann ist noch eine Frage wo du misst. Wenn du testest indem du was runterlädst muss natürlich auch deine Internetverbindung bzw. die Leitung zum Zielserver auf jeden Fall mehr bieten als dein WLAN kann, sonst ist das nicht vergleichbar, da jenseits deines WLANs der Durchsatz nicht erreicht werden kann.

Und zum Schluss sei gesagt, dass die Datenrate von 300MBit eine Angabe in Wirespeed ist. Die Transportprotokolle (z.B. TCP) können die nicht zu 100% nutzen. Und da TCP für den WLAN-Einsatz nicht wirklich optimiert ist, gibts hier Einbußen.

Berücksichtigt man alles kannst du mit deinen 65MBit eigentlich ganz zufrieden sein.

Das ist also nicht unbedingt ein Problem deines Routers / des Adapters sondern mehr beschränkt durch die Umstände und Anwendung

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lprulzcrossover 24.03.2014, 21:50

Okay dann stell ich die Frage anders: Wenn ich im Netzwerk- und Freigabecenter auf die Verbindung klicke, zeigt's mir bei der Übertragungsrate 65mbit/s an. Ist diese Angabe die tatsächliche Geschwindgikeit, oder nur die theoretische?

Bei Speedtests kommen schließlich nur 30-40mbit/s an.

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user353737 25.03.2014, 20:40
300MBit/s sind die Werte laut Spezifikation.

Du hast die Frage nicht richtig verstanden. Die 65 Mbit/s sind ebenfalls eine theoretische Bruttorate, die die WLAN-Schnittstelle angibt. Sie hat mit dem wirklichen Durchsatz nichts zu tun.

die Werte auf dem Papier sind Laborwerte. Die echten liegen darunter (beim Sprittverbrauch vom Auto ist das ja auch nicht anders)

Das sind keine Laborwerte, sondern (im Gegensatz zum Spritverbrauch) physikalisch aufgrund der Modulation errechnete Werte. Der Spritverbrauch ist unter standardisierten Bedingungen gemessen.

Der n-Standard sendet zudem über das 5Ghz-Band.

Nicht zwingend. 802.11n kann beide Frequenbänder nutzen. Viele Geräte unterstützen ausschließlich das 2,4 GHz-Band - alles eine Preisfrage.

Im Gegensatz zum 2,4Ghz-Band ist das anfälliger für Störungen, dafür erlaubt es bei guten Bedingungen eben auch gute Übertragungsraten. Bei auftretenden Störungen nimmt der Bruttodurchsatz deutlich schneller ab.

Stimmt leider auch nicht. Das 2,4 GHz-Band ist voll mit Störquellen, im 5 GHz-Band ist es relativ sauber. Es stehen auch viel mehr Kanäle zur Verfügung. Bei gleicher Sendeleistung wird 5 GHz stärker gedämpft, die Reichweite ist niedriger. Man darf allerdings bei 5 GHz auch die doppelte Sendeleistung verwenden, das kompensiert das zum Teil. Der Bruttodurchsatz nimmt im 2,4-GHz-Band bei gegebenen Störungen nicht stärker ab. Wie stark der Durchsatz abnimmt, hängt von der Modulation ab. 802.11n verwendet in beiden Frequenzbändern die gleichen Modulationsarten.

Und zum Schluss sei gesagt, dass die Datenrate von 300MBit eine Angabe in Wirespeed ist.

Wirespeed im WLAN, wo es kein Wire gibt?

Die Transportprotokolle (z.B. TCP) können die nicht zu 100% nutzen. Und da TCP für den WLAN-Einsatz nicht wirklich optimiert ist, gibts hier Einbußen.

Die genannten Datenraten sind auf Basis der Modulation erreichnet. Da haben höhere Protokolle noch gar keinen Einfluss.

Berücksichtigt man alles kannst du mit deinen 65MBit eigentlich ganz zufrieden sein.

Nein.

Das ist also nicht unbedingt ein Problem deines Routers / des Adapters

Doch.

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zum einen kommt es auf die Zahl der Antennen an, zum anderen auch auf die Distanz und die anderen Netze in deiner Umgebung. Lass deine FritzBox mal prüfen, welche Netze in der Umgebung so sind und wähle entsprechende Frequenzen, die möglichst frei sind

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Also an deiner Stelle würde ich das Wlan erstmal testen z.B. mit Network Stumbler. Bekommst du hier:

http://www.soft-ware.net/network-stumbler

Bitte erstmal unter perfekten Bedingungen testen. Es kann auch sein das ein Frequenzbereich komplett überlastet ist dann bringen dir 4 Antennen auch nichts.

Teste doch mal und poste Ergebnisse.

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Das mit den Antennen ist (tut mir leid) vollkommener Blödsinn. Die 300mbit/s sind Fantasiewerte die nur im Labor erreicht werden können.

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lprulzcrossover 24.03.2014, 21:36

Ja, deswegen "brutto" Werte :p

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user353737 25.03.2014, 20:31
Das mit den Antennen ist (tut mir leid) vollkommener Blödsinn.

Leider muss ich Dir mitteilen, dass Du den Blödsinn schreibst. Natürlich kommt es auf die Anzahl der Antennen bzw. der Funkeinheiten an. Natürlich sind die 300 Mbit/s theoretische Bruttowerte, die praktisch zu erreichenden Datenraten liegen weit darunter. Aber wenn die Voraussetzungen nicht stimmen, z. B. nur eine Funkeinheit vorhanden ist, liegt der von Dir so genannte Fantasiewert bei maximal 150 Mbit/s. Du bist (tut mir leid) weit davon entfernt, WLAN zu verstehen.

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