Die Grenze ist grundsätzlich nicht trennscharf. Unter Schwellenländern versteht man Länder, die noch nicht ganz so hoch entwickelt sind, wie die klassischen Industrienationen (bspw Deutschland, Japan, USA), aber dennoch auch schon über dem Entwicklungsstand eines „klassischen“ Entwicklungslandes (Niger, Myanmar, Malawi etc) hinaus sind.

Jedoch reicht die Spanne im Bezug auf den Entwicklungsstand eines Schwellenlandes weit: Als Schwellenland versteht man sowohl Länder, wie Malaysia (HDI von 0,804), deren Standard nur eine Ellenbogenlänge von dem eines hochentwickelten Industriestaates entfernt ist, aber auch Staaten wie bspw Indien (HDI von 0,647), deren Standards sich schon noch deutlich von denen der Industriestaaten unterscheiden. Würdest du also plump danach gehen, läge der Irak noch im Spektrum eines Schwellenlandes (HDI von 0,689). Aber so einfach ist das nicht, da die Definition nicht streng ausformuliert ist. Außerdem sind noch andere Faktoren wichtig: wie verhält es sich mit dem Wachstums- und Entwicklungspotenzial? Das ist in Indien natürlich ganz anders, als im Irak, der sich nach Jahren des Krieges ganz „von vorne“ reorganisieren und entwickeln muss. Demnach kann ich mir auch größere HDI-Sprünge bei Indien viel eher vorstellen, als beim Irak, was Indien eher auf „der Schwelle“ zum Industrieland sein lässt. Würde man mich fragen, dann wäre der Irak kein Schwellenland. Aber an die Definition geht, wie gesagt, jeder anders ran.

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VAE —> zu ihrem Glück verfügt ihr Land, wie auch das ihres Nachbarn Saudi-Arabiens, über wertvolle Rohstoffe. Gemeinsam mit ausländischen Investoren und Konzernen haben sie ein Konzept entwickelt, wie sowohl das Aus- als auch Innland von diesen Ressourcen profitiert. Das ist ein Unterschied zu einigen afrikanischen Ländern, die auch reich an Rohstoffen sind, aber diese in einem nahezu ausbeuterischen Verhältnis abdrücken, ohne groß selbst zu profitieren. VAE sind übrigens nicht nur das liberalste Golfland, sondern haben auch Konzepte sich nachhaltigen Wohlstand aufzubauen, der nicht von begrenzten Rohstoffen abhängt.

Japan —> das ist etwas komplex, daher werde ich es auf das Wichtigste zusammenbrechen: recht früh hat sich Japan stark in Ostasien durchgesetzt, dort wo eigentlich China die Großmacht war. So konnten sich die Japaner vom Tributsverhältnis zu China als erste Nation lösen. Generell entwickelte sich auch die japanische Armee ziemlich stark und galt phasenweise sogar als bestausgebildeste Armee der Welt. So war Souveränität in Ostasien gesichert. Als erstes „nicht-weißes“ Land durchlebte Japan zudem eine industrielle Revolution, relativ spät im Vergleich zu Europa, jedoch sehr früh im Vergleich zum Rest der Welt. Bei dieser Revolution guckten sich die Japaner viel von den Europäern ab, lernten von ihnen, auch aus ihren Fehlern. Auch wenn Japan sehr lange Zeit ein für Ausländer verschlossenes Land war und nur ausgewählte Ausländer mit Japan handeln durften, so wurde es nach seiner Öffnung sehr offen für wissenschaftliche Erkenntnisse und Know-How aus dem Ausland.
Nach dem zweiten Weltkrieg erlebte die japanische Wirtschaft einen Boom. Technik aus Japan, Autos, Spielkonsolen etc. fanden einen weltweiten Absatzmarkt und machten sogar den US-Amerikanern eine Zeit lang Angst um ihre eigene Wirtschaft.

Südkorea —> ein sogenannter „Tigerstaat“. Das bezeichnet Südkorea, Taiwan, Singapur und Hongkong, die in der Nachkriegszeit eine Art Wirtschaftswunder durchlebten und sich hochentwickelten. Jedoch darf man den Koreakrieg nicht vergessen, nachdem ROK eines der ärmsten Länder der Welt wurde und sich eine neue Stellung in der Welt erkämpfen musste. Jedoch, auch mit Unterstützung ihrer US-Amerikanischen Verbündeten und einer liberalen Wirtschaftspolitik, setzten sich Konzerne aus Südkorea weltweit durch (wer kennt sie nicht, Samsung, Kia und co) und auf ihnen fußt unter anderem der koreanische Wohlstand.

Singapur —> wie ROK, auch ein „Tigerstaat“. Auch hier ist die Sache ein wenig komplex. In der Region Südostasien war Singapur schon immer ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt für Handel. Das erkannten auch die Europäer sehr schnell, aber auch andere Volksgruppen. Auch heute ist das nicht ganz anders. Singapur entwickelte sich zu einem bedeutenden Handels- und Finanzplatz in Asien mit liberaler Wirtschaftspolitik.

Das ist alles nur ganz grob angerissen. Zu jedem einzelnen Land könnte man Bände schreiben. Ich hoffe es ist dir nun trotzdem etwas klarer...

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Suche Berufe in denen die Schreibkunst zählt?

Also erstma' zur kurzen Vorstellung meinerseits.

Ich bin 20 Jahre alt, sehr introvert und verbringe die meiste Zeit alleine. Ich schreibe gerne, philosophiere und kann auch vielen Menschen in meiner Umgebung als Ghostwriter eine Stütze sein. Ich habe als Bäcker und Elektriker gearbeitet. Als Elektriker kam ich garnicht zurecht, als Bäcker hingegen, hatte ich eine echt schöne Zeit. Doch ging es auf Dauer nicht, ich wurde immer unzufriedener. Nicht wegen der Arbeit, sondern den Zeiten.. spät Nachts zu arbeiten bis die Sonne aufgeht. Jetzt hänge ich in dieser aktuellen Situation. Ich weiß eine Zeit lang hab ich gearbeitet, des Geldes wegen. Jetzt hab ich aber eingesehen, ich brauche etwas was meinen stärken entspricht. Ich will einen Beruf einen Lebenlang ausleben, welcher mir und meinen stärken Entspricht. Doch wie soll ich mich als Writer entfalten, wenn die Erwartungen der Berufe einfach zu hoch sind. Ich bin mir sicher, wenn man mir die Chance geben würde, zu zeigen was ich drauf habe, würde man mich sofort einstellen. Ich hab nur ein Hauptschulabschluss, Berufe wie bei der Zeitung als Redakteur zu arbeiten, käme durch mein können in Frage. Doch wer nimmt schon einen mit Hauptschulabschluss. Es ist schwer, wenn man ein Typ von Mensch ist, der eine Begabung im schreiben hat.. Ich weiß einfach, Berufe in denen man auf solche Stärken setzt, wären mein Traumberuf. Ich bin halt von Grundauf so, Schule ist nichts für mich. Viele sind davon überzeugt, dass ich sehr intelligent bin, selbst meine Deutschlehrerin, hat sich meine Prüfungen erst angesehen, wenn sie sich einen Glas Wein eingeschenkt hat und sie hat mich echt gestärkt, war überzeugt das ich eine einzigartige Schreibweise hab.

Früher hab ich Klassen übersprungen und war in der Realschule eine Zeit lang der Klassenbeste. Doch mit dem Alter ändert sich einiges. Ich kriege es nicht auf die Reihe mit der Schule. Ich bin kein Mensch der sich durch Schule und Noten entfalten kann. Heutzutage reicht aber schon ein durchschnittliches Zeugnis, um eine Absage einzustecken. Wie soll man auch mit einem Hauptschulabschluss Berufe ausüben, die Studium oder Fachabitur verlangen. Es ist eine Mindestanforderung, ich weiß. Doch es ist von vornherein klar, es gibt Menschen, die können sich in der Schule nicht wirklich entfalten. Ich bin introvert, es reicht schon ein lärm oder ein Sitznachbar der zu viel redet und nein ich rede nicht mit und pass net auf. Aber meine Konzentration leidet. Ich lerne besser alleine, als in einer Klasse mit lauten Schülern an jeder Ecke. Ich bin von grundauf introvert, ich verbringe meine Freizeit in dem ich Bücher zur Verhaltenspsychologie lese und die ganze Nacht tiefgründige Texte schreibe.

Welche Berufe kämen in Frage. Ich bin Ratlos,😖.

Selbst jetzt hänge ich an diesem Beitrag und bearbeite sovieles, ich neige was das angeht zur Perfektion, liegt sicher an meiner Introverten haltung. Wenn man die Zeit dem schreiben widmet, verliert man den Sinn von Raum und Zeit.

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Nun, da gibt es doch ein paar... Journalist, freier Autor, Blogger... wahrscheinlich noch viele mehr, wenn man erstmal über die Oberfläche hinausgeht.

Erstmal: Keine Sorge, reduziere dich nicht selbst auf deinen Schulabschluss. Besonders eher "alternative" Berufe, wie Journalist oder Autor haben keine geschützte Berufsbezeichnung... das heißt, theoretisch könnte ein Schulabbrecher ohne Ausbildung noch heute ein Schild an seine Garagentür hängen mit "Journalist"... und daraus dann machen, was er für erfolgversprechend hält.

Versuche doch mal ein Volontariat bei einer Zeitung. Da sind sie, denke ich mal, nicht so streng bei der Auswahl der Bewerber, wie bei "richtigen" Stellen. Wenn du dich dann bewährst... dann steht dir doch sicherlich auch offen dich hochzuarbeiten!

Du kannst es natürlich auch über einen etwas alternativeren Weg versuchen. Dem Internet sei dank gibt es da heutzutage ganz andere und vielfältigere Möglichkeiten als noch vor 30 Jahren. Du kannst beispielsweise anfangen einen Blog zu schreiben, der sich auf ein Thema bezieht, das dich interessiert. Das können Reiseblogs sein, Blogs zu politischen Themen, zu Mode... lasse deiner Kreativität freien Lauf. Wenn du etwas an Bekanntheit gewinnst und sich eine gewisse Stammleserschaft bei dir herauskristallisiert, dann ist es nicht ausgeschlossen, dass auch Unternehmen auf dich aufmerksam werden und dich für Product Placements anwerben. Schreibst du regelmäßig an einem Reiseblog kann das beispielsweise ein Unternehmen für Outdoor-Bekleidung sein. Das große Geld wirst du durch solche Product Placements im Blog wahrscheinlich nicht verdienen... ABER: dann hast du immerhin etwas geschrieben, etwas, worüber dich potentielle Arbeitgeber (Zeitungen, größere Internetportale etc.) über deinen Schulabschluss hinaus bewerten können. Die können dir dann Aufträge erteilen oder dich wirklich fest einstellen.

Deine Leidenschaft ist leider ein sehr dornenumranktes Feld, daher ist sehr sehr viel Durchhaltevermögen gefragt und ich möchte nicht sagen, dass es einfach sei, denn das ist es definitiv nicht. Viel Glück!

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Nicht pauschal ja aber auch nicht pauschal nein würde ich sagen.

Ganz selten gibt es doch die Fälle, wo es tatsächlich zur Auslebung kommt (Lehrer-Schüler-Affären, bis hin zu Lehrer-Schüler-Ehen etc.) Das ist etwas sehr Fragwürdiges... auf jeden Fall ist es unprofessionell!

Die reine Vorstellung ist an sich nicht verwerflich, so sind LehrerInnen doch auch nur Menschen, wie auch SchülerInnen ganz normale Menschen sind, die (ab einem gewissen Alter, versteht sich!) auch sexuelle Impulse senden. Es hört auf nicht verwerflich zu werden, wenn der/die LehrerIn anfängt den/die SchülerIn "der Begierde" anders zu behandeln als andere oder versucht über diese Vorstellungen hinaus aktiv zu werden.

Generell denke ich aber, dass die meisten LehrerInnen das ganz strickt trennen können. Ich meine Männlein und Weiblein treffen so oft in nichtsexuellen Zusammenhängen aufeinander (Arzt-Patient / Arbeitgeber-Arbeitnehmer / Vermieter-Mieter) und in diesen Kontexten denkt man (eigentlich) nicht an Sex, da man dort eigentlich in seiner Rolle ist, die man von sexuellen Gedanken trennen können sollte.

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Nein, nicht grundsätzlich! Weder Japaner noch Chinesen haben ein Problem mit Türken!

Erstmal muss ich auf ein paar Missverständnisse in deiner Frage hinweisen: Uiguren sind KEINE Türken, sondern Chinesen. Es ist eine turksprachige Ethnie, das schon, aber dennoch sind Uiguren chinesische Staatsbürger und nicht alle Chinesen sind die Han-Chinesen, die man als Europäer erstmal vor Augen hat, wenn man an Chinas Einwohner denkt. Uiguren, Mandschuren, Han etc. sind inzwischen alles Chinesen, ein Land mit 1,4 Milliarden Einwohnern und einer Fläche größer als Europa kann halt nicht komplett homogen sein.

Die Chinesen bringen die Uiguren auch nicht grundsätzlich um oder grenzen sie aus, wie es in westlichen Medien derzeit umherzuspuken scheint. Die meisten von ihnen sind in Xinjiang, im Westen Chinas, zuhause, aber auch im Osten Chinas gibt es welche, die dort ein ganz normales Leben führen und ihrer Religion nachgehen können.

Die Chinesen betreiben eine sehr harte Antiterror-Politik, das ist wahr und im Laufe derer wird gegen viele Uiguren vorgegangen (teilweise gerechtfertigt, teilweise aber leider auch ungerechtfertigt). Das hat aber nichts mit einer generellen Islamophobie zu tun oder weil China grundsätzlich etwas gegen diese Menschen hat, sondern ist eine strikte Maßnahme gegen (islamistischen) Terror (womit ich das nicht gänzlich schönreden möchte, aber dennoch muss man da unterscheiden...)

Die Türkei genießt in China einen guten Ruf, zumindest im Vergleich zum Ruf der Türkei in Deutschland. Ich kenne Türken, die in China leben, arbeiten und studieren und bin mit einigen von ihnen auch befreundet, daher weiß ich das. Ich stand schon dabei, als einer von ihnen von einem älteren Chinesen bewunderte Blicke einheimste, als er auf die Frage woher er denn komme, mit "aus der Türkei" antwortete. Als Türke hast du in China somit gar keine Probleme und brauchst deine Herkunft überhaupt nicht zu leugnen. Solange du kein radikaler Moslem bist...

Ähnliches gilt für Japan. Japaner haben überhaupt nichts gegen Türken, zumindest nicht grundsätzlich und auch in Japan ist der Ruf von Türken sogar (meiner Wahrnehmung nach) besser als in Deutschland. Die meisten sind sogar eher interessiert, wenn du ihnen erzählst, dass du aus der Türkei kommst (obwohl ich glaube, dass das in deinem Fall nicht mal stimmt. Du bist doch sicher Deutsch-Türke, der nie wirklich in der Türkei gelebt hat, oder?) Aber auch in Japan sieht man radikale Muslime sehr kritisch, besonders nachdem auch Japaner als Geiseln dem IS zum Opfer fielen. Die Japaner können aber sehr wohl unterscheiden zwischen normalen Türken, die vielleicht liberal islamisch sind und Terroristen, also keine Sorge, da landest du nicht ungerechtfertigt direkt in diesem Topf.

Genießt eure Zeit in Kyoto und macht euch nicht so viele Gedanken! Euer Ruf in der Welt ist viel besser als ihr denkt! Viel Spaß ;)

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Eigentlich basiert diese Einteilung in „wohlhabende Namen“ und „arme Namen“ nur auf Vorurteilen. Dass Kevin und Jacqueline die Kinder von einer ungelernten alleinerziehenden Mutter ohne Schulabschluss sind und Johannes und Charlotte die Kinder eines gutsituierten Ärztepaares ist ein hartnäckiges Klischee. Es gibt doch keinen Richtwert, dass man einen Namen nur ab einem Gehalt von über X vergeben darf. So kann auch ein Geringverdienerpaar seinen Sprösslingen sogenannte „bildungsbürgerliche“ Vornamen, wie Alexander oder Sophia geben. Ebenso andersrum: die Kinder von einem promovierten Multimillionärspaar können „Klischeenamen“, wie Sharon und Jack, tragen. Deswegen sehe ich diesen „Kevinismus“, der ja ein gesellschaftliches Konstrukt ist, das nur in den Köpfen der Menschen vorkommt, als äußerst problematisch, da es oft darin mündet, dass bspw ein Lehrer einer Chantalle anders gegenübertritt als einem Michael (und das meist unbewusst). Das ist aber unfair, eine Chantalle sollte die gleichen Chancen haben wie Kinder anderen Namens auch, egal ob ihre Eltern Arbeitslos, Handwerker, Ärzte, Professoren oder Großunternehmer sind! Das ist aber wohl nicht das, was du hören wolltest, ich wollte es aber mal sagen. Die Kinder aus reichen Haushalten die ich kenne haben oft klassische, zeitlose Namen wie Maximilian oder Sarah. Ich kenne aber auch eine andere Schiene, nämlich ganz alte Namen, wie Theodor, Friedrich, Elisabeth oder Greta, die in reicheren Haushalten, die ich kenne, vorkommen. Ja, die von mir genannten Namen entsprechen auch dem Klischee. Aber denkt dran, Klischees sind da, um gebrochen zu werden ;)

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Kann mir einer bei meiner Gedichtinterpretation helfen (Expressionismus)?

Ja ich bin grade dabei eine analyse über dieses Gedicht zu schreiben:   

Nacht im Stadtpark

Ein schmales Mädchen ist sehr liebevoll

zu einem Leutnant, der verloren stöhnt.

Ein Korpsstudent mokiert sich, frech, verwöhnt,

und eine schiefe Schne pfe kreischt wie toll.

Ein Refrendar bemüht sich ohne Glück

um eine Kellnerin, die Geld begehrt.

Ein Abgeblitzter macht im Dunkel kehrt,

und eine Nut te schwebt zerzaust zurück.

Zwei Unbestimmte prügeln einen Herrn.

Mit Uniformen zankt ein Zivilist.

Ein Jüngling merkt, dass er betrogen ist

und zwei Verschmolzne haben schnell sich gern.

Ein starker Bolzen und ein Musketier

sind ganz in eine graue Bank verwebt.

Ein Gent an einem Ladenfräulein klebt,

ein greiser Onkel schnuppert geil und stier.

Ein Weib mit bloßem Kopf wird sehr gemein,

ein Louis lauert steif und rührt sich nicht.

Ein Frechdachs leuchtet jeder ins Gesicht,

und ein Kommis umfasst ein weiches Bein.

Es raschelt in den Sträuchern ungewiss

und etwas tappt auf einen steifen Hut.

Die Bäche liegen still wie schwarzes Blut,

und die Bäume fallen aus der Finsternis.

Ein Johlen rollt die Straße hin und stirbt,

ein Wurf ins Wasser, irgendwo, ganz dumpf,

ein Mauerwerk wächst wie ein Riesenrumpf,

ein unbekanntes Tier erwacht und zirpt.

Zwei Männer flüstern einen finstern Plan,

ein welkes Wesen wehrt sich hoffnungslos,

ein Schüler hat ein Bahnerweib im Schoß,

im Teich zieht schwer ein ruheloser Schwan.

Und Sterne stolpern in die tiefe Nacht,

und Obdachlose liegen wie erstarrt,

und bleiern hängt der Mond, und hohl und hart

glotzt breit ein Turm, verstockt und ungeschlacht.

Max Hermann-Neisse

Eigentlich fallen mir solche Analysen nicht schwer, aber ich hake bereits bei dem Punkt, der Deutungshypothese... Meine Vermutung war das Hermann-Neisse mit diesem Gedicht Gesellschaftskritik and der Großstadt äußern möchte und wie durch dieses Stadt Leben und die annonymität, die Menschen anfangen unmoralisch und Lustorientiert zu handeln.

Macht diese Hypothese Sinn? oder passt will er was ganz anderes Aussagen. Ich würde mich sehr über ein paar Denkanstöße freuen.

LG

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Wie gutifragerno schon richtig geschildert hat, ist in der modernen Literaturwissenschaft nicht wichtig, was der Verfasser gedacht haben könnte. In (seriösen) Literaturanalysen daher am besten nie mit „der Verfasser versucht hier XY auszudrücken“ antworten, sondern den Text für sich, unabhängig von seinem Verfasser sprechen lassen! Deine Deutungshypothese kannst du daher verwenden, wenn du sie im Text nachvollziehbar belegst. Den Ausdruck einer Unmoral kann ich hier zugegebenermaßen primär nicht erkennen, aber wenn du belegen kannst wieso du das so siehst? Eher haftet dem Gedicht eine gewisse Trostlosigkeit bei: „Die Bäche liegen still wie schwarzes Blut“, schwarz kreiert oft ein tristes Bild, wie auch grau, daher schafft der Vergleich von Bächen mit etwas Schwarzem ein tristeres Bild, als es ein Vergleich mit etwas „himmelblauen“ täte. Neben der Trostlosigkeit erkenne ich ebenso Kritik an einer Stagnation: Der Bach bspw liegt still und fließt nicht, wie es ein Bach normalerweise täte. Fortschritt fließt, Stagnation steht still. Diese Stagnation oder das triste „vor sich hindümpeln“ als Kritik am Städteleben lässt sich auch an anderen Stellen erkennen: Die Kellnerin trachtet nach Geld, die Tiere machen Geräusche aus der Ferne, die Obdachlosen legen reglos da...alles hat seinen Lauf, nichts bricht mit den Konventionen des Alltags... „ein Mauerwerk wächst wie ein Riesenrumpf“ das Mauerwerk schafft vielleicht eine Veränderung, aber Veränderung schließt die Stagnationsstimmung nicht aus, da Veränderung nicht Fortschritt heißen muss! Das Mauerwerk kann in diesem Fall auch dafür stehen, dass dieser triste Ort von äußeren Eindrücken und Impulsen abgeschirmt wird und das Ergebnis dessen ist, dass alles weiter in seinen tristen, stagnierenden Mustern versinkt. Das wäre mal ein Denkanstoß aus meiner Richtung. Natürlich kannst du das Gedicht auch anders deuten :)

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Du machst dir viel zu viele Gedanken :D ich bin gerade in China und kann Dir daher aus erster Hand bestätigen, dass du solange du nicht mit deiner Kleidung die chinesische Regierung parodierst, nahezu alles tragen kannst was du willst! Wenn du wüsstest, was die Leute hier zum Teil tragen, würdest du dir über dein Oberteil überhaupt keine Sorgen mehr machen. Also alles gut und viel Spaß bei „uns“ in 中国 ;)

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Horror mag ich sehr, ob in der Literatur, im Film, in der Kunst etc. Zugegebenermaßen ist jedoch Splatter nicht so meins, aber auch der ein oder andere Splatterfilm ist sicher gut. Vielleicht interessiert dich meine Antwort trotzdem, da du ja nach Horror im allgemeinen gefragt hast. Wenn du das Genre Splatter magst ist das definitiv nicht krank und trotzdem kannst du eine zartbesaitete Person sein! Wie gesagt extreme Splatter, die ihren Fokus auf Brutalität und Ekel legen sprechen mich überhaupt nicht an, ich verurteile aber niemanden der solche Filme mag. Das liegt wahrscheinlich an der Effekthascherei in diesen Filmen, warum sie sich an so großer Beliebtheit erfreut. Die Abgründe der Menschheit wecken bei manchen eben Interesse und sich filmisch damit zu befassen heißt nicht, dass man selber gerne zum Schlachtermesser greifen würde, um die Szenen aus den Filmen nachzuspielen. Auf mich haben eher die düsteren, schaurigen Filme einen Reiz, meist mit übernatürlichen oder paranormalen Elementen. Wenn dann auch noch die Handlung gut durchdacht ist und sich in das dunkle, schaurige Setting fügt ist es perfekt. Da bin ich aber auch anspruchsvoll: viele Horrorfilme, besonders aus dem Indie-Bereich (da will ich aber nicht alle über einen Kamm scheren: auch im Indie-Bereich gibt es sehr viele gute Filme! Genauso gibt es echt verbesserungswürdige Horrorfilme von etablierten Filmstudios) arbeiten mit einer unkreativen 0815-Story und versuchen das mit Jumpscares oder Effekthascherei zu kompensieren. Ein richtig guter Horrorfilm ist reich an überraschenden Twists, schafft eine subtil-schaurige Atmosphäre, hat ausgearbeitete Charaktere (ich mag es nicht so, wenn die Charaktere nur wie oberflächliche Puppen wirken, deren einziger Sinn es ist bei Szene X abgeschlachtet zu werden. Der Tod eines Charakters wirkt viel Stärker, wenn der Charakter auch sonst in das Geschehen des Films passt) und vieles mehr. Allerdings habe ich kein Problem, wenn mit alten Motiven gearbeitet wird: Spukhausfilme, Filme mit Besessenen oder der klassische Waldgrusel können bspw immer fantastisch umgesetzt werden, wenn das Filmteam weiß wie. Warum mag ich dieses Genre? Nun hatte ich immer schon eine Vorliebe für das Schaurige und Übernatürliche (wie Splatterfans wohl ihre Vorliebe für Effekthascherei, was ich nicht negativ meine, haben). Das merkt man bei mir aber auch generell: ich liebe Nachtwanderungen durch den Wald, besuche gerne verlassene Schlösser, verkleide mich an Halloween jedes Jahr und bin sogar stolzer Besitzer eines Ouija-Brettes;) ich könnte seitenlang über dieses Genre schwärmen. Es ist einfach toll und andere mögen vielleicht auch Filme oder haben Hobbies, wo ich möglicherweise verständnislos die Brauen heben würde. Wir Menschen sind vielfältig in unseren Präferenzen und das ist verdammt gut so;)

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