Zu welchem Verlag kann ich mein Manuskript schicken? Tipps?

8 Antworten

Amüsante Diskussion hier (!), wobei ich Twitizen gerne und mit Nachdruck unterstütze. Auch ich bin seit Jahrzehnten in Verlagen tätig- und er hat in allen Punkten recht. Leider ist das Image der Branche durch die "Zuschuss-Verlage" sehr ramponiert, was manauch immer wieder in diesem Forum beobachten kann. Was viele Erst- und Hobby-Autoren frustriert, sind schon die vielen Absagen, aber als Verlagsmensch weiß ich andererseits nur zu gut, welcher "Schrott" überwiegend angeboten wird. Was es braucht ist Geduld, die Überzeugung das das Manuskript gut ist (am besten mal von einem objektiven Menschen lesen lassen - und nicht von der Familie oder der besten Freundin) und das Vertrauen, dass es mehr seriöse Verlage gibt als andere.

Deswegen: Gehe wie folgt vor: Besuche ein paar gut sortierte Buchhandlungen und schaue nach, welche Verlage Bücher zu einem ähnlichen Thema, wie das deines Manuskriptes, machen. An die Verlage wende dich und biete deinen Text an. Das kostet Geduld und eine Absage muss nichts bedeuten. Manchmal werden die Manuskripte auch ungelesen zurückgeschickt, es hängt immer auch ein bisschen vom Zufall und Glück ab. Ich habe einmal ein Buch erlebt, das wurde in meinem Verlag zum Bestseller: 12 Monate auf Platz 1, und es wurde vorher von 8(!) Verlagen abgelehnt. Also Mut und wenn du Angst hast dein Thema könnte "geklaut" werden, dann schicke ein aussagefähiges Exposé und ein paar Seiten des Manuskripts, damit der Lektor, die Lektorin prüfen kann wie dein Schreibstil ist. Aber, wie gesagt, Vorsicht ist immer geboten, wenn Freunde und Bekannte oder die Familie zur Veröffentlichung raten, das heißt noch lange nicht, dass es für den (sowieso übersättigten) Buch-Markt reicht. Und wenn es kein Verlag nimmt, bleibt immer noch es selbst zu verlegen. Erst dann kostet es dich dein Geld. Wobei „printsystem-medienverlag“ und „bod“ zu den Anbietern zählen, von denen ich Gutes gehört habe. Es gibt nämlich einige "Verlage" die sich alles von den Autoren zahlen lassen und zum Teil unverschämt viel Geld verlangen. Dahin sollte man nicht gehen. Denn in der Regel zahlt ein "richtiger" Verlag, wenn er ein Manuskript brauchbar und verkaufbar findet, ein Honorar an seine Autoren, meistens pro verkauftem Exemplar. Der Begriff Verlag kommt nämlich von "vorlegen". Ein Verlag legt nämlich viel Geld für die Produktion im Voraus aus. Aber wie gesagt auch nur, wenn er meint, dass er das Buch auch verkaufen kann, wenn er es produziert hat.

Viel Glück also!

Woher ich das weiß:Beruf – Studium und Verlagsleitung

Du machst mir mit Deiner Aussage doch ein wenig Mut, denn ich suche demnächst auch einen Verlag.

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Am besten recherchierst du zunächst online, welche kleinen Verlage im Jugendbuchsektor aktiv sind. Bei den Großen wie dtv, Piper usw. hast du mit einer Erstveröffentlichung meist keine Chance! Auf den Webseiten steht meistens, was man einreichen soll, also wie lang das Exposé zu sein hat usw..

Die Prüfung des Manuskripts dauert im Lektorat mehrere Wochen bzw. Monate, du musst Geduld haben. ob ein Verlag ein Druckkostenzuschussverlag ist, erfährst du auf der jeweiligen Verlagswebsite oder auch bei der Google-Suche.

Zuerst einmal: Es ist NICHT üblich im klassischen Buchverlag, dass der Autor an den Druckkosten beteiligt wird. Das ist eine Schiene in Richtung Druckkostenzuschuss- bzw. Selbstverlag oder Digitaldruck (siehe BoD). Selbstverständlich gibt es auch Jugendromanautoren, die einen normalen Verlagsvertrag bekommen, z.B. Andreas Steinhöfel, Jutta Wilke uva. Verlage, die Autoren Rechnungen schreiben, sind im Grunde keine "echten" Verlage, weil Verlag von "vorlegen" kommt, Punktum. Alle weiteren Branchen, die nicht vorlegen, gehören in das Dienstleistungssegment, und wenn sie noch so elitär von "Literatur" reden. Du wärst gut beraten, zunächst mal herauszufinden, welche Publikationsarten es überhaupt gibt, ob du unbedingt das Buch herausbringen willst (und dich in diesem Fall notwendigerweise auch mal mit Digitaldruck im Selfpublishing-Bereich beschäftigst) oder ob es zum klassischen Publikationsverlag keine Alternativen für dich gibt. Dann wirklich mal gezielt nach Verlagen forschen, die Jugendromane herausgeben. Das kann man bei Amazon so gut wie im normalen Buchhandel vor Ort, Internetseite besuchen, herausfinden, wie das Verlagsprogramm gestrickt ist und wie Manuskripte vorgestellt werden sollen, und sich dann einfach daran halten.

Allerdings: Du schreibst, du hättest gestern deine Geschichte fertig geschrieben. Bevor du überhaupt daran denkst, sie einem Verlag anzubieten, steht eigentlich noch eine Menge Arbeit ins Haus, nämlich: Überarbeiten, Überarbeiten, Überarbeiten. Also Lektorat, und zwar so lange, bis das Manuskript bestmöglich und optimal steht: Inhaltlich, stilistisch, sprachlich auf die Zielgruppe angepasst und natürlich auch in Sachen Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Eine Roh- oder Erstversion wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sofort ausgesiebt, und ich habe es in meiner langjähren Laufbahn als Lektor noch nie erlebt, dass ein Manuskript im ersten Anlauf perfekt genug für eine Verlagsbewerbung war.

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