Woran erkennt man dass sein Pferd wieder zum Hufschmied muss?

4 Antworten

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Das Eisen wird oft dünner und der Huf (die Zehe) wird zu lang.

Danke für den Stern.

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Ich lasse ja kein Pferd mehr vom Hufschmied bearbeiten, sondern vom Huforthopäden, weil die einfach die gesünderen Hufe produzieren. Normal ist da ein Intervall von 4 Wochen, das eigentlich Soll ist, aber oft überzogen wird. Von den einen aus Kostengründen, von den anderen aus "ach, nicht schon wieder drum kümmern" und von den dritten, weil die beschlagen lassen und dann die Hufe viel zu stark perforiert wurden. Neben Zwängen, Stellungungsfehlern und dem "Klirrfaktor" (den ungefederten Stößen, die bei jedem Auftreten durch das ganze Pferdebein gehen) ist das ein weiterer Nachteil, den man für den Beschlag in Kauf nimmt: Dass man nicht regelmäßig genug bearbeiten lassen kann.

Ob ich die 4 Wochen mal auf 5 bis 6 Wochen ausdehnen kann oder nicht (inzwischen geht das, weil wir schon ein paar Jahre bei der Huforthopädin sind), merke ich daran, wie das Horn wächst. Wenn der Tragrand nicht mehr gut zu sehen ist, sich die Sohle "auffüllt" durch Wachstum, beginnt sie zu drücken, dann muss ausgeschnitten werden. Außerdem greift dann eben auch der Tragrand nicht mehr in Schnee, Matsch, Gras und ähnliche rutschige Bodenverhältnisse ein. Das nächste, was gerne mal heftig wächst und mir manche Intervalle sogar auf 3 Wochen verkürzt, ist der Strahl. Wenn der Huf nicht ganz regelmäßig gerade ist (was man bei lange beschlagenen oder falsch bearbeiteten Pferden oft nicht mal mehr durch gute Bearbeitung herstellen kann), bilden sich leicht mal Spannungsrisse. Wächst dann das Strahlhorn drüber, sind die Risse verdeckt, sodass man sie nicht mehr pflegen kann. Das heißt, ich provoziere mit zu langem Warten vorm Ausschneiden eventuell Strahlfäule.

Andererseits ist ein guter huforthopädisch bearbeiteter Huf auch mal in der Lage, 10 bis 12 Wochen wegzustecken. Da geht halt dann orthopädisch nichts vorwärts, aber man ist wenigstens pannenfrei. Mein Pferd musste mal lange in die Klinik, wurde an einem Hinterbein behandelt, d.h. der konnte einfach nicht auf drei Beinen stehen, um sich das vierte bearbeiten zu lassen. Die 12 Wochen sah man hinterher eben wegen der Stagnation in der Orthopädie, dass da keine positive Veränderung der Hufform stattgefunden hat, aber danach ging's genauso weiter, wie wir vorher aufgehört hatten.

Wenn Du Deinem Pferd gesundheitlich was gutes tun, es bis ins sehr hohe Alter beschwerdefrei als Reitpferd haben willst und noch Eisen drauf sind, dann niete die Eisen auf, zieh sie ab, feile einfach einmal drum rum, dass die schlimmsten Ecken weg sind, aber Du nichts von der Höhe des Tragrands klaust, weil da haben beschlagene Pferde eh keinen (lass ausbrechen, was ausbricht und nimm, falls was bricht, einfach das Trumm weg, was raus gebrochen ist, die Schwachstelle wächst schon raus) und telefonier die Listen von DIfHO und DHG durch, wer in Deine Gegend fährt (ruf ruhig auch die an, die bis 100 km von Dir entfernt sind, einige fahren auch weit) und wann da jemand zu Dir kommen könnte. Sollten die Eisen noch halten, kannst das Tier auch so lange auf diesen laufen lassen, bis der Bearbeiter kommen kann oder eben eines locker wird (hörst beim Gehen).

Beim letzten Besitzer anrufen und fragen wann der letzte Huftermin war - ganz einfach.

Der Beschlagsintervall sollte 6 bis 8 Wochen nicht überschreiten - wenn man merkt das man den Hufschmied braucht ist es schon viel zu weit drüber.

Klar wird das Eisen unregelmässig auch lockerer

Na, wenn's unregelmäßig wird, dann hat der Schmied schon so richtig schlechte Arbeit gemacht. Wenigstens das sollte er hinbringen, dass das Pferd grade auf den Haxen steht. Aber gut, ich seh's ja, das bringen die nicht hin.

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