Wohlstandsgesellschft bei Sallust

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2 Antworten

Charakter Catilinas und Umfeld

Motive Catilinas für seine Verschwörung waren offenbar sein Streben nach Macht und Erfolg und sein zweimaliges Scheitern beim Versuch, durch Wahlen Konsul zu werden. Ziel der Verschwörung war, doch noch an die Macht/in das höchste Amt zu kommen und Konsul zu werden. Vermutlich gab es auch eine Absicht zu einer Schuldentilgung (Wahlbewerbungen waren mit Geldaufwand verbunden).

Seine Vorgehensweise war eine Verschwörung, die andere an einem Umsturz Interessierte, darunter verschuldete junge Adlige, zu gewinnen versuchte. Es soll Mordpläne gegen die Konsuln und wichtige Senatoren und Verbindungen zu Unzufriedenen in Italien (z. B. in Etrurien) gegeben haben. Vorwürfe von Verschwörungsplänen bestritt er und blieb zunächst in Rom, verließ aber nach einer Senatsrede Ciceros die Stadt. Aus bewaffneten Anhängern bildete er ein Heer, verlor aber eine Schlacht und starb dabei selbst nach hartnäckigem Kampf. In antiken Quellen stehen Darstellungen des Charakters.

Gaius Sallustius Crispus (Sallust) hat erst rund 20 Jahre nach der catilinarischen Verschwörung (63 v. Chr.) geschrieben.

Marcus Tullius Cicero schildert Lucius Sergius Catilina vor allem in seinen 4 Reden gegen Catilina (Orationes in Catilinam). Die Charakterisierungen sind nicht unparteiisch und zielen darauf, Catilina als verbrecherisch darzustellen, wobei seine Fähigkeiten ihn gefährlich machen.

Plutarch hat in seinen Biographien über Cicero und über Caesar etwas über die Verschwörung geschrieben.

In den Geschichtswerken von Appian und Cassius Dio stehen Abschnitte.

Diese Quellen und weitere aus der Antike werden behandelt bei:

Hans Drexler, Die Catilinarische Verschwörung : ein Quellenheft = Coniuratio Catilinae. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1976. 2., unveränderte Auflage 1989 (Texte zur Forschung ; band 25). ISBN 3-534-04630-7

Cicero, Oratio in Catliniam 2, 18 – 23 beschriebt verschiedene Gruppen der Anhänger Catilinas. An Stellen wie Oratio in Catilinam 3, 17 kommen als Catilina von Cicero zugeschriebene Eigenschaften wie Dreistigkeit, Bösartigkeit, Belastungsfähigkeit, Ausdauer, Leidenschaftlichkeit, Entschlossenheit, Schlauheit vor.

Der Geschichtsschreiber Sallust charakterisiert Catlina in seinem Werk De Coniuratione Catilina („Über die Verschwörung des Catilina“). In Kapitel 5 steht eine allgemeine Beschreibung Catlinas. In dem Werk hat Catilina Eigenschaften wie starken Geltungsdrang, Herrschsucht, Grausamkeit, Maßlosigkeit, Verwegenheit, Mut. Auch Sallust hat eine Darstellungsabsicht, die Catilina als beispielhaftes Ergebnis der Verdorbenheit der Zustände im römischen Staat sieht.

Gesellschaft

Die Bezeichnung Wohlstandsgesellschaft ist nicht besonders passend. Sie erweckt den Anschein allgemeinen Wohlstandes der römischen Bevölkerung. Tatsächlich gab es große soziale Unterschiede und viele Arme. Passender als Wohlstand ist der Begriff Luxus. Er bezieht sich auf Angehörige der Oberschicht.

Fast zeitgenössische Äußerungen (nur wenige Jahre später) kommen in Briefen vor, die Marcus Tullius Cicero an seinen Freund Titus Pomponius Atticus geschrieben hat. Darin schreibt er z. B. über Fischteichbesitzer (Epistulae ad Atticum 1, 18; 1, 19; 1, 20):

Sallust schildert den Ablauf der römischen Geschichte al einen Sittenverfall. Als Hauptursachen dieses Wandels versteht er Ehrgeiz (ambitio) und Habgier (avaritia). Catilinas Verschwörung wird als Folge der Verderbnis und Erscheinungsform des eingetretenen schlechten Zustandes betrachtet (Sallust, De coniuratione Catilinae 5, 8; 14, 1 - 7).

In der Einleitung (Prooemium) stehen allgemeine Bemerkungen (Sallust, De coniuratione Catilinae 2, 5 – 6). In einem Abriß der römischen Geschichte (»Archäologie«) wird der Sittenverfall nach der Zerstörung Karthagos (146 v. Chr.) dargestellt (Sallust, De coniuratione Catilinae 10 – 13). Eine Rede, die Marcus Porcius Cato im Senat über die Bestrafung verhafteter Verschwörer hält, kommen bissige Bemerkungen vor (Sallust, De coniuratione Catilinae 52, 5 – 12 und 22 - 23– 13). Sittenverfall komt auch in der Einleitung eins anderen Werkes als allgemeines Thema vor (Sallust, De bello Iugurthino 4, 7 – 9), ebenso in einem Abschnitt im »Parteienexkurs« (Sallust, De bello Iugurthino 41).

Bei einem Wunsch nach Vertiefung in das Thema können Bücher (mit Literaturhinweisen) helfen, z. B.:

Stephan Schmal, Sallust. Hildesheim ; Zürich ; New Ork : Olms, 2001 (Studienbücher Antike ; Band 8). 2. unveränderte Auflage, 2009. ISBN 978-3-487-11442-2

Bei Sallust findest Du es gleich im 2. Abschnitt des Proömiums der Coniuratio. Da gibt es die Beschreibung des geschichtlichen Abfalls von Mäünnlichkeit und Mut hin zu Dekadenz und Luxusstreben.

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