Wissen Hochbegabte, dass sie überdurchschnittlich intelligent sind?

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6 Antworten

Etwas spät aber okay: Ich bin selbst hochbegabt. Als kleines Kind bin ich mir oft sogar ziemlich dumm vorgekommen. Schon im Kindergarten merkt man spätestens, dass man anders ist als die anderen; ich habe dies zum Beispiel erfahren müssen, als wir bilder gemalt haben. Die Erzieherinnen haben jedem Kind das Datum von heute hingeschrieben, was es gemalt hat usw. da ich schon schreiben konnte, habe ich das ganze eben darauf geschrieben, woraufhin ich von der Erzieherin gesagt bekommen habe, dass ich das noch gar nicht dürfe und auch gar nicht können dürfe. Da fühlt man sich schon ziemlich doof. In der Grundschule wird man dann auch oft als Außenseiter abgestempelt, man passt nunmal nicht in das Bild der anderen. Wenn mich etwas interessiert hat, dann hatte ich den stoff innerhalb wwenigr minuten drauf, konnte mich sehr weit in diese Materie vertiefen. Wenn mich etwas jedoch nicht interessiert hatte, dann hing es meist schon an den einfachen Dingen, wie zum Beispiel dem Lernen eines Gedichts. Es war einfach sehr schwer für mich etwas zu lernen, was mir entweder unnötig oder einfach nur leicht vorkam. Das ging dann auch weiter, als ich mit dem Querflöte spielen begann. Glücklicherweise merkte meine Lehrerin schnell, dass ich am konzentriertesten lerne, wenn mich etwas fordert. Lange Rede kurzer Sinn: ich wusste vor dem test nicht, dass ich hochbegabt bin, merkte lediglich, dass ich anders bin. Und ja ich kam mir oftmals dumm vor.

Es hängt stark von der Persönlichkeit sowie vom Umfeld des Betroffenen ab. Viele Hochbegabt werten ihre eigenen Leistungen selbst ab, zumal sie überaus selbskritisch sind während andere so von ihrem Narzissmus geblendet werden, dass sie sich für absolut vollkommen halten. Zudem bewerten Familie, Schule und Freunde ihre Leistungen schon in der Kindheit. Da kann man es beispielsweise traumhaft finden, wie eloquent sich ein (sprachlich) hochbegabtes Kind ausdrückt, oder es verhement kritisieren, weil die anderen Kinder deswegen nichts mit ihm zu tun haben wollen. In der Regel spüren Hochbegabte aber, dass sie irgendwie anders als die meisten anderen Menschen sind, und viele leiden auch sehr darunter.

Narzistische Hochbegabte scheinen dabei jedoch in geringeren Zahlen als Selbstkritische vorzukommen - meines Wissens nach.

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@fadope

Hm... Ob sich das verallgemeinern lässt, kann ich so pauschal nicht sagen. Jedenfalls sind den Bücher zufolge, die ich zum Thema Hochbegabung gelesen habe, Hochbegabte trotz einer Reihe von typischen Charakteristiken sehr verschieden. Es hängt, wie ich in meiner Antwort beschrieben habe, sehr stark vom Umfeld ab, welche Ressourcen ein hochbegabtes Individuum nutzt und welche nicht. 

Narzissmus entsteht besonders dann, wenn der Hochbegabte sich unverstanden fühlt und oft abgewertet wird oder falls man in im Gegenteil exzessiv lobt und bewundert. 

Andererseits sind Hochbegabte nicht selten so talentiert auf manchen Gebieten, dass sie vor lauter herausragenden Leistungen, nur ihre Fehler sehen. Man kann es sich in etwa wie schwarze Flecken auf einem ansonsten vollkomen reinen, weißen Hemd vorstellen.

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Es gibt wohl verschiedene Formen von Intelligenz. Das hat nicht immer mit Schulbildung und guten Noten zu tun. Mancher hat eine hohe soziale Intelligenz oder emphatische Fähigkeiten. Im Grunde ist jeder Mensch etwas besonderes und hat seine bestimmten Gaben und Talente. Manches muss sich auch erst im Laufe der Zeit entwickeln. Und wenn man eine Gabe hat, muss man auch daran arbeiten, sonst kann man sie ebenso auch wieder verlieren. Mancher Intelligente ist auch durch Drogen und Alkohol wieder auf das Normalmaß zurecht gestutzt worden. Auch das gibt es. Leider hat intelligenz nicht auch immer den Nebeneffekt einen positiven Charakter zu haben. Wer klug aber charakterschwach ist, wird meist zynisch und hochmütig. Ich persönlich halte es damit:

"Wer klug und einsichtig ist, der achte auf das, was in diesem Buch geschrieben steht! Die Gebote des Herrn weisen den Weg zu einem erfüllten Leben. Wer sie befolgt, kommt ans Ziel; aber wer sich gegen den Herrn auflehnt, kommt zu Fall".

Hosea 14,10

http://gottkennen.jesus.net/gott-hat-ihr-leben-veraendert/

Wie es ohne Test wäre weiß ich nicht.

Laut Tests bin ich hochbegabt. Mein IQ schwankt irgendwo zwischen 130 und 140.

Aber es ist ein Fluch und Segen zugleich.

Es gibt Situationen in denen stelle ich mich derart dumm an, dass man denkt ich sei ein Vollpfosten. Ich bin auch ziemlich schnell unterfordert und Tätigkeiten wie zB stumpfes Autofahren fallen mir sehr schwer. Auch gesellschaftlich bin ich nicht so wie ich mich gerne hätte. Mir sind die meisten Unterhaltungen einfach viel zu stumpf und abgedroschen, sodass ich garnicht erst versuche mitzusprechen und deshalb meist einfach nur stumm zuhöre. Ich schiesse mich damit gesellschaftlich selbst ins Aus.

Andererseits sehe ich Zusammenhänge die andere nichtmal nach langer Erklärung erkennen können und wenn ich gut drauf bin rattert mein Gehirn wie ne Eins. Wenn mich eine Sache interessiert, kann ich das Wissen dazu richtiggehend aufsaugen und mich derart in die Materie vertiefen, dass ich nach aussen abwesend erscheine.

Ich wurde in meiner Schulzeit nie gefördert, obwohl mein 138er IQ getestet wurde als ich 12 war. Ich habe Schule gehasst. Ich war ständig unterfordert und habe dementsprechend auch nie aufgepasst und ständig nur gestört. Geendet hatte es in vielen negativen Noten und dem Ausstieg aus der Schule. Ich denke keiner meiner Lehrer würde glauben, dass ich intelligent bin!

Heute wo ich selbst bestimmen kann was und wie ich lerne, lerne ich weit besser. Ich bringe mir meine Interessen Autodidaktisch bei. Anders funktioniert es nicht.

Zu deiner Frage: Dass sie Wissen, dass sie hochbegabt sind muss nicht sein. Auf jeden Fall merken sie, dass sie etwas anders sind. Und ja, sie können sich auch für dumm halten.

Aber wie man an meinem Beispiel gut sehen kann, gibts es nicht "die Intelligenz". Man kann in manchen Bereichen sehrgut sein und in anderen Bereichen richtig abstinken.

Selten. Bis sie getestet werden werden sie meistens als Sonderlinge abgestempelt, manchmal sogar als dumm oder einfältig, einfach aus dem Grund, dass sie oft falsch behandelt werden, oder unterfordert sind.

Das merken die schon dass sie anders ticken.

Und dass die anderen in ihrer normalen Umgebung nich die "hellsten" sind.

Ist halt immer aus dem Blickwinkel des Betrachters zu verstehen.

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