Windverhältnisse in einem Mischwald und Fichtenforst?

2 Antworten

Ein Mischwald ist gestaffelt, von niedrigem Gebüsch unten bis zu dichten Baumkronen oben, hält daher zuverlässig Winde ab. Fichten dagegen sind Plantagenbäume, alle gleich groß und gleich alt, oben benadelt, unten kahl weil da zu wenig Sonnenlicht einfällt, wenn da eine Sturmböe durchgeht, hebt sie die Bäume von unten her aus, deshalb verursachen schwere Stürme so schwere Schäden in Fichten- und Kiefernwäldern. Mischwälder sind resistenter. Außerdem sind Fichten Flachwurzler, die einen großen flachen Wurzelteller haben der leicht auszuheben ist wenn die Baumkrone vom Sturm gepackt wird, viele Baumarten in Mischwäldern dagegen haben Pfahlwurzeln die tief in die Erde gehen und somit auch besser im Sturm halten.


Herfried1973  15.03.2024, 16:01

Weder ist ein Mischwald automatisch Naturwald, das gibt's nämlich auch als Nutzwald, noch ist ein Fichtenwald automatisch unnatürlich.

Die Frage hätte ich eher so verstanden, wie ist Wind im Wald zu spüren. Und ein dichter Ficjtenhichwaldnim im Gebirge ist markante Berriere für Luftströmungen, unten ist es zumeist windstill. Eher lässt da der Laubwald Luftbewegung nach unten durch. Mischwald ist dazwischen.

Wenn es um Windresistenz geht, egal ob der Fichtenwald natürlich oder als Forstwald gesetzt ist, Fichten sind Flachwurzler und Weichholz. Dabei ist neben der Wurzel Art, die Bodenbeschaffenheit wichtig. Weicher, nachgiebiger Boden, der Baum kippt. Boden mit größeren Steinen, Ankerplätzen drin, der Baum bricht. Beides ab 120 km/h. Ab 150 liegt der Wald in größeren Schneise, ab 180 Totalschaden alles am Boden.

In einem Mischwald hast du zumindest anteilig Hartholz und Tiefwurzler. In Laubmischwald oft Hauptsächlich. Auch da ist es egal ob Forstwald oder Naturwald.

Tiefwurzler kippen kaum, wobei bei weichem Boden die Wurzel brechen kann, der Rest kippt. Meist brechen die Bäume und das bei viel höheren Geschwindigkeiten. Eichen, Buchen stehen bei 150. Beginnen bei 180 zu brechen, . Aber ein Totalschaden am Eichenwald zeigt 250 Plus an, wobei sogar dann noch einzelne Bäume komplett entlastet, daher sterbend, stehen.

Und im Mischwald schützen robuster Bäume schon die Schwächeren, aber so 180 km/h nimmt schön selektiv das Weichholz und die Flachwurzler raus, während tiefwurzelnde Hartholzbäume zerrupft stehen bleiben.

Immer auch zu Bedenken Standorteigenschaften lasen Bäume adaptieren. Ein Bergfichtenwald im Wind hält dann auch mehr davon aus, als derselbe Bergwald in windarmer Region, wenns doch mal Wind gibt

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Ein Fichtenwald ist dichter als ein Labwald oder Mischwald, sprich solange die Bäume stehen wird weniger Wind im Wald sein. Ein lockerer offener Gebirgsfuchtenwald nahe der Baumgrenze ist natürlich Winddurchflutet.


Bahati123 
Fragesteller
 15.03.2024, 14:55

Danke sehr!

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Daoga  15.03.2024, 15:03

Nur junge Laubwälder sind offen, und das sind bei uns alle, weil der Waldumbau weg von den Plantagenwäldern noch nicht so lange läuft. Richtig alte Bäume dagegen bilden ein so dichtes Laubwerk, daß kaum noch ein Lichtstrahl auf den Boden fällt, nur haben wir keine dieser echten Urwälder mehr in Deutschland, deshalb ist das vielen Leuten unbekannt. In Ländern wie Kanada und den Baumregionen Sibiriens findet man noch solche tiefen Wälder, die an tropische Urwälder erinnern.

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Pomophilus  15.03.2024, 15:25
@Daoga
Nur junge Laubwälder sind offen, und das sind bei uns alle, weil der Waldumbau weg von den Plantagenwäldern noch nicht so lange läuft.

Ich kenne und bewirtschafte einige über 200 Jahre alte Laubbestände...

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Pomophilus  15.03.2024, 15:29
@Pomophilus

Und ich kenne noch ältere, unbewirtschaftete Laubbestände, die in der Zerfallsphase angelangt und gar nicht mehr geschlossen sind. Das sind auch die bewirtschafteten Laubbestände, die naturverjüngt werden. Und zumindest im Winter sind alle Laubbestände, die ich bei uns kenne, tatsächlich winddurchlässiger als geschlossene Fichtenbestände.

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Daoga  15.03.2024, 15:59
@Pomophilus

In der kalten Jahreszeit müssen sie winddurchlässiger sein, weil dann die Herbst- und Winterstürme toben, die Fichten eher niederreißen als den dann kahlen Laubwald. Fichten sind halt insbesondere fürs Flachland keine ortstypischen Bäume, die wurden künstlich angepflanzt weil sie schnell wachsen und schnell Holz bringen.

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Pomophilus  15.03.2024, 16:09
@Daoga

Da sind wir uns ziemlich einig, nur dass Stürme im Winterhalbjahr vielleicht häufiger, aber leider keineswegs darauf beschränkt sind. Die allermeisten großen Bäume werden im Laufe ihres Lebens zahlreiche Gewitterstürme im Sommer erlebt haben.

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