Wieso sind Lehrer oft gemein zu netten und schüchternen Schülern und so nett zu frechen schülern?

6 Antworten

Diese Erfahrung habe ich garnicht gemacht. Höchstens haben Lehrer versucht, die schüchternen Schüler*innen zu mobilisieren. Diese haben es aber manchmal falsch verstanden (jedenfalls bei mir). Die Lehrer meinen es nur gut und manchmal klappt es auch, um die Schüchternen etwas zu öffnen.

Die frechen Schüler kommunizieren insgesamt mehr mit den Lehrern, was ich so in meinen Schuljahren mitbekommen habe. Auch wenn sie manchmal frech sind, beteiligen sie sich ja am Unterricht.

Man sollte das alles nicht so auf die Goldwaage legen, wenn die Lehrer mal etwas komisch sind. Sie sind auch nur Menschen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Umweltingenieurwesen, Semester 3/7 (B. Eng.), Berlin

Hm, gute Frage. Ich kenn das auch noch so von früher; so etwa ab Mitte der 90er fing das an mit der meiner Meinung nach heillosen Überbewertung mündlicher Mitarbeit. Die Gleichmacherei bzw. Benachteiligung "ruhigerer" Schüler hat m.E. mit einem Schulsystem zu tun, das Redseligkeit und Oberflächlichkeit mit Sozialkompetenz gleichsetzt (was widerlegt ist).

Es gibt aber durchaus Lehrer, die das derzeitige Bewertungssystem mit der mündlichen Mitarbeit ziemlich kritisch sehen und wirklich unglücklich darüber sind, Schülern ein notfalls gedankenloses Drauflosreden aufzwingen zu müssen, wenn gleichzeitig Werte wie "Toleranz" zu vermitteln sind. Je nach Fach hat ein Lehrer da mal mehr und mal weniger Gestaltungsraum. Ich hatte z.B. mehrere Lehrerinnen, die ihre Freiheiten genutzt haben, indem sie z.B. mehr Referate und andere Projekte anboten für diejenigen Schüler, die bei Fragestellungen in der Klasse länger nachdenken, bevor sie sich melden und dadurch bei den mündlichen Noten oft zu kurz kommen. Diese Lehrerinnen haben uns das von Beginn an so erklärt und das Angebot wurde auch dankbar angenommen.

Meine Meinung: Die erwähnten Lehrerinnen jedenfalls hatten keine Probleme, auch stillere Schüler zu guten Leistungen zu bringen, ohne bequeme Gleichmacherei, ohne Regelverstoß und ohne Leistungsabfall. DAS nenne ich gelebte Toleranz 😊

Ich finde es traurig, dass das aktuelle System bezüglich "mündlicher Mitarbeit" nach nun ca. 30 Jahren nach wie vor nicht überarbeitet wurde. Es schadet meiner Meinung nach nämlich sowohl der schulischen als auch der persönlichen Entwicklung der Schüler. Vielleicht tut sich ja irgendwann mal was. Aber als Trost an alle, die im Unterricht "immer zu lange nachdenken, bevor sie sich melden": Im Berufsleben zählt vielerorts eher bedachtes Reden und Handeln, (wirkliche) Sozialkompetenz und gesunder Menschenverstand. Vom 7. bis zum 20. Lebensjahr muss man das dortige Theater halt mitmachen, aber das geht auch rum 😉

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Einfach. Nette Menschen geben unbewusst den Eindruck, dass sie etwas verbergen möchten bzw. dieses "zu gut um wahr zu sein " Eigenschaft haben, deshalb ensteht unterschwelliges Misstrauen.

Freche Menschen werden als Selbstbewusst wahrgenommen und da ist man aus evolutionären Gründen eher angezogen als bei netten Menschen .

Seh ich anders, aber die Menschen sind halt unterschiedlich.

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Weil schüchtern oft auch kühl und distanziert wirkt.

Ohne Interaktion ist es schwer eine sympathe zu entwickeln.

Und selbst wenn ein Schüler frech ist er hat eine Interaktion mit dem Lehrer. Und meist sind freche Schüler ja nicht nur frech und nervig. Sie sorgen für Dynamik und auch mal ein Lacher. Sind in der Regel auch Sympathie Träger weil sie ja nicht umsonst die beliebtesten in der klasse sind.

Kurzum Lehrer sind auch nur Menschen mit ganz normalen menschlichen Mechanismen wie Schüler ja auch.

Und ich denke auch dass "gemein" ne frage der Sichtweise und Definition ist. Würde eher behaupten dass die wenigsten Lehrer aktiv gemein sind wie du das darstellst wenn Schüler schüchtern sind. Ausser du bist so schüchtern dass du nicht mal auf direkte Absprache vom Lehrer reagierst. Dann ist es kein Wunder

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Grundstudium Psychologie

Ich hab halt z.B. schon mehrfach erlebt, wie offensichtliche Mobber wirklich härtester Sorte von Lehrern quasi wohlwollend übersehen und als "ulkig" oder "frühreif" bezeichnet wurden, wohingegen deren meist ruhigere, aber durchaus nicht teilnahmslose, Opfer (jo, eins davon ich) als einzige Person von diesen Lehrern angesprochen und verbogen wurden mit Phrasen wie "zeig noch mehr Interesse an denen" und "red noch etwas mehr, wie die anderen, frag die mal was". Klar, weil die ja mit JEDEM immer so dynamisch und sympatisch sind *irony.off*. Gegenüber den Mobbern kam weder Ratschlag noch Tadel, die konnten offenbar so bleiben wie sie sind. Es ist schon was dran, dass auch in der Schule derjenige, der am Lautesten ist, meist mehr Respekt erfährt, heutzutage auch seitens eines Lehrers, und zwar oft zu Unrecht, sorry. Es ist auch nicht umsonst bekannt, dass z.B. etliche superwitzige, intelligente und beliebte Comedystars privat echt miese Gesellen sind. Humor und Lebhaftigkeit zeugt nicht automatisch von einem guten Charakter, genausowenig wie völlig stummes Dasitzen und Humorlosigkeit. Aber ein Lehrer sollte sich einfach soweit im Griff haben, dass er seinen Job gewissenhaft macht; das müssen auch alle anderen Berufstätigen, die täglich mit Menschen zusammenarbeiten, die zufällig nicht auf derselben Wellenlänge sind. 🤷‍♀️

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@Tageule1

Weißt du dieses rumgeheule und die Verantwortung auf andere schieben bringt einen persönlich nicht nur null.

Außerdem würde ich mir mal Gedanken machen wenn ich der einzige bin der aus einer Reihe fällt, es nicht ein Indiz ist dass ich vielleicht Dinge falsch betrachte und sehe.

Ich will mobbing, Unterricht stören und ähnliches wirklich nicht gut heißen. Wirklich nicht. Aber die Schule soll einen auf die reale Welt mit Menschen und menschlichen Mechanismen vorbereiten. Der Rat der Lehrer welches du hier als lächerlich darstellst ist also durchaus zutreffend denn die Schule ist keine spezielle simulation. Wenn man also in einer Schulklasse nicht zurecht kommt dann wird man auch wo anders nicht zurecht kommen sobald man sich den Kreis nicht aussuchen kann.

Lehrer sind nur Menschen und sicher wollen sie nichts böses. Und ganz bestimmt wollen sie ihr Unterricht in ruhe abhalten. Wenn man also trotz allem vom Lehrer bevorzugt behandelt wird wie man das hier darstellt dann hat man einfach social skills gezeigt und Ende. Das ist genau so eine gute Eigenschaft wie eine ruhige Art. Und es ist genau so wertvoll wie Höflichkeit und Nettigkeiten.

Ruhige Menschen wollen immer alles mit ihren so tollen Eigenschaften reaktivieren. Aber die Welt wäre ziemlich langweilig wenn solche eigenschaften das status quo wären.

Nein man soll sich nicht gezwungenermaßen ändern. Wenn man ruhig und schüchtern ist in Ordnung dann ist deine Art. Aber andere runter ziehen damit man besser dasteht ist genau so falsch wie das mobbing.

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@Nayes2020

Meine Erfahrung nach der Schulzeit, also ab 2003, hat mich anderes gelehrt. Aber vielleicht sind wir einfach in unterschiedlichen Branchen/Dunstkreisen unterwegs.

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Also ich weiß ja nicht welche Lehrer du hast aber unsere sind da anders

Viele Grüße Babumbel

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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