Wieso fühlt man sich unter seiner Bettdecke sicherer?

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Kinder kriechen gerne in ihr Bett, wenn sie sich fürchten; sie verstecken sich unter ihrer Decke. Auch wenn raschelnde Bäume durch das Fenster des Schlafzimmers schaurige Schatten an die Wand werfen, gibt die Bettdecke eine gewisse Sicherheit. Dieser Effekt hat verschiedene Ursachen.

Bettdecken bilden eine gefühlte Grenze

Gerade die Dunkelheit wird von vielen als etwas Bedrohliches empfunden. Denn eigentlich nehmen Sie die Mehrzahl Ihrer Sinneseindrücke über die Augen auf und die Nacht nimmt diese Möglichkeit der Orientierung. Der dadurch entstehenden Unsicherheit setzen Sie dann unbewusst ein Stück zusätzlichen Schutz entgegen, nämlich die Sicherheit, die eine Abgrenzung zu Ihrer Umgebung bietet.1

Auch evolutionär bedingt suchen Menschen Schutz durch das Aufbauen einer Grenze oder Distanz. Deswegen fühlten Sie sich auch an einer Wand sicherer als mitten im Raum - genauso wie Betten meistens in einer Ecke des Zimmers stehen und damit nicht von allen Seiten zugänglich sind. Eine Decke verstärkt diesen Effekt noch, da sie den Körper einhüllt.

Dieses Empfinden wird auch teilweise mit der unbewussten Erinnerung an die Zeit im Mutterbauch oder als Kleinkind verglichen. Das Baby ist im Bauch der Mutter vor allen Außenwirkungen geschützt. Ebenso fühlt sich ein kleines Kind beim Kuscheln mit den Eltern gut vor Einflüssen von außen bewahrt. Gerade im Schlaf, wenn sie sich nicht zur Wehr setzen können, suchen sie daher die Geborgenheit einer Decke.

Danke für den Stern!

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@Klaus1940

Die Decke hält einfach warm und es ist kuschelig darunter :D

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Die Decke ist wie eine zweite Haut.

Sie bestärkt das, was unsere Haut für uns tut: Sie gibt unserem Körper Hülle, Form und Grenze, hält die Wärme drinnen und wehrt Reizungen von außen ab so gut sie kann (sie fängt zum Beispiel Stöße ab wie ein Puffer; bei anderen Hautreizungen ruft sie "notfalls" den Körper zu Mithilfe auf: Blut, Gewebeflüssigkeit... so entstehen als Abwehrreaktionen bei offenen Wunden die verhärteten Krusten, bei chemischen oder allergogenen Angriffen die Rötungen und Schwellungen usw.). Sie lässt uns im Tasten unsere eigene Grenze spüren. Wo immer wir anstoßen, erleben wir (manchmal auch schmerzhaft) uns selbst. Unser Bewusstsein von "hier bin ICH!" wird in der Berührung verstärkt, das vermittelt uns die Haut. Durch sie merken wir auch, welcher Art eine Berührung von außen ist: scharf oder sanft, hart oder weich, warm oder kalt, liebevoll oder böswillig... Zugleich atmet sie, nimmt das auf was uns nützt und scheidet das aus bzw. wehrt das ab, was uns schadet. Sie ist also in jeder Hinsicht ein Schutz für uns.

Im Mutterleib hat uns auch der Leib und die Haut der Mutter beschützt. Es war dunkel (bzw. auch manchmal gedämpft hell) und warm, wir waren sorgenfrei und gut geborgen.

Auch eine Decke hüllt uns ein, sie hält uns warm, sie schmiegt sich an uns an (auch hier erleben wir eine Berührung, eine Art sanften, beruhigenden "Streichelns"). Sie verstärkt die Grenze nach außen, schließt viele Reize aus (zB. visuelle) und auch dadurch erleben wir verstärkt uns selbst! Das "bekräftigt" uns, sammelt unsere eigene Kraft, um schließlich dem Drohenden etwas entgegenzsetzen zu können. Wir erleben uns wieder geborgen und geschützt und dürfen, nachdem wir vor lauter Angst "außer uns" waren, nun wieder zu uns selbst kommen. Sie gibt uns Trost wie die Umarmung einer guten Mutter: "Alles ist gut!"

erhöhter CO2 wert, das führt zu entspannung und wohlbefinden (genauso wie in tüte atmen). in irgendeiner studie des kalten krieges soll sogar bewiesen worden sein, dass eine umgebung mit erhöhtem co2 wert die geistige entwicklung beschleunigt

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