Wie würdet ihr damit umgehen wenn die Tochter lesbisch oder der Sohn schwul wäre?

12 Antworten

Auch wenn es für die Eltern zunächst sicher ein Schock sein mag, so sollte man doch letztendlich das Wohl des Kindes (mein Gott, blödes Amtsdeutsch) in den Vordergrund stellen. Gleichgeschlechtliche Liebe ist genau so normal wie "außergewöhnliche" Sexpraktiken. Ich als Vater würde erst mal nachdenken, wie es wohl wäre, wenn ich meinen Eltern von meiner Neigung erzählen würde/müßte. Ich würde versuchen, mich in die Lage des Kindes hinein zu versetzen, dann kann ich auch besser verstehen (als Vater verstehen). Und ich würde mich als Vater fragen, ob ich vielleicht nicht genau so bin: Wenn ich nämlich Sex praktizieren würde, der über das Übliche hinausgeht. Wo wäre da ein Unterschied? So ein Schock ist für die Eltern relativ schnell überwunden, damit können sie fertig werden. Aber wenn sie dem Kind gegenüber nicht den richtigen Rückhalt geben, kann es massive Folgen für das Kind bedeuten.

Leider wird siese Sexuelle neigung immernoch von einigen als "Krankheit" dargestellt oder mit einer Sucht in zusammenhang genannt. Schlimm genuch, da ist auch kein Verständniss zu erhoffen, mit Glück ein zähneknirschendes Hinnehmen. Ich weiss wovon ich rede. In meinem Bekanntenkreis sind viele Schwul, lesbisch, bi, tragen Männer frauenkleider und haben sich beiderlei Geschlechter umoperieren lassen. Der Sohn meine Pateneltern ist Schwul, ich bin dadurch damit aufgewachsen und habe auch das Drame miterlebt. Wie er ausgezogen ist, der Streit, die Hilflosigkeit, alles. Viele Bekannte von mir sind in den imliegenden Dörfern gebohren und/oder Aufgewachsen, jetzt will keiner mehr da was mit ihnen zu tun haben, sie werden öffentlich angefeindet, teilweise immernoch von den Eltern. Auch wenn in den Städten schon langsam ein liberaleres Menschenbild einzug hält, auf den Dörfern ist das imernoch graue Theorie. Schade für diese Menschen, die ja immernoch die gleichen sind. Und dann wundert man sich, wenn immernoch Männer nach 25 oder 30 Jahren ehe und zwei bis drei Kindern ihre Familie verlassen um mit ihrem Freund zusammenzuziehen. Wenn mein Kind Schwul oder Lesbisch wäre, wäre das für mich kein beinbruch. Ich würde es Unterstützen so gut es ginge. Denn es soll glücklich sein/werden. Kinder sind nicht unser Eigentum, sie sind uns nur geliehen! Ich will meine Kinder zu selbstständig Denkenden, kritischen, selbstbewussten Menschen erziehen, ihnen in ihre sexuallität reinzureden, passt für mich da überhaupt nicht rein.

Ich glaube, es ist eine Sache des "Loslassens". Sicherlich wünscht man sich für Sohn/Tochter eine andere Lebensform, die womöglich auch noch Enkelchen beschert. Aber wenn man gelernt hat, die Kinder ihr Leben leben zu lassen, ohne wenn und aber, ist der Schritt zur Akzeptanz von "lesbisch" oder "schwul" auch nicht mehr so schwer. Denn daß Kinder andere Lebensmodelle als man selbst bevorzugen können, ist Lektion Nr. 1 im Leben aller Eltern.

Man muss es akzeptieren. Wenn man es nicht akzeptiert wird man sein Kind auf dauer verlieren und das ist nicht im Interesse von Eltern. Hätten meine Eltern meine Homosexualität nicht akzeptiert hätte ich den Kontakt zu ihnen abgebrochen. Mein Sohn ist übrigens Heterosexuell und ich hatte von vornerein kein Problem damit ;-)

Was willst du daran ändern? Es ist eine vorgegebene Geschlechtsausrichtung. Manchmal vielleicht nicht gefestigt und als bi bezeichnet. Obwohl das Letztere ein neuzeitliches Phänomen in Städten mit großem Singleanteil zu sein scheint. Aber es ist immer noch dein Sohn / Tochter. Dafür werde ich immer tun, was in meiner Macht steht, damit es ihnen gut geht.Punkt. LG Detlef

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