Wie war das Verhältnis vom Menschen zur Natur im Mittelalter?

7 Antworten

Was hat diese Frage hier verloren? Der Kunstlehrer möchte, dass Du das, was er im Unterricht gemacht hast, aufarbeitest. In dieser Form ist die Frage nicht zu beantworten. Was is bitte DER Mensch, DIE Kunst, DAS Verhältnis und DAS Mittelalter? Aufgrund von Erdrutschen, die durch landwirtschaftliche Nutzung einiger Hochgebirsgegenden ausgelöst wurden, waren tiefergelegene Inkasiedlung verstärkt gefährdet. Noch Fragen?

Öhm, tut mir leid, dass dir meine Frage nicht gefällt. Aber ich habe sie nur gestellt, um mir in manchen Dingen sicherer zu sein. Und weil ich mich sehr für Kunst interessiere wollte ich auch gerne mal andere Meinungen/Sichtweisen hören!

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Die Menschen hatten so wenig Beziehung zur Natur wie heute. Dies wurde hauptsächlich durch die christliche Religion geprägt, die die Erde als Sündenbabel darstellte, auf der wir nur vorübergehend weilen und den Auftag erhalten hatten von Gott uns die Erde untertan zu machen und sie auszunutzen und allen Tieren das Fürchten zu lehren. (Aussage des Gottes nach der Sintflut). Die Beziehung zur Natur wurde mit den sogenannten Heiden ausgemerzt. Natürlich hielten sich Bräuche oder auch Wissen, doch musste man dabei vorsichtig sein. Auch Hildegard von Bingen lebte keineswegs ohne Gefahr, stand aber unter dem Schutz des damaligen Papstes. So ging es übrigens auch dem Pfarrer Kneip, der sonst große Schwierigkeiten bekommen hätte - und das war schon fast in unserer Zeit.

Es gab zwar den 7er-Rhythmus, dass man ein Feld alle sieben Jahre ein Jahr ruhen ließ, aber andere Dinge waren nicht oder kaum bekannt. In der Zeit der Ritter wurden die Wälder um 1/3 dezimiert, weil sie so viele Lanzen für ihre Ritterspiele brauchten und niemand an Aufforstung dachte. Die Blau, die in die Donau fließt, hat ihren Namen nicht nur von den Algen, die ihr eine bläuliche Färbung geben, sondern auch von dem hochgiftigen Blau der Färber, das einfach in den Fluss floss. Eines der Gründe des Untergangs des Römischen Reiches war ja auch das Auslaugen der Böden. Die untergegangenen Kulturen hinterließen immer ausgelaugte Böden.

Es wirkte sich nur nicht so radikal wie heute aus, weil es viel weniger Menschen gab. Als wir durch Chemie künstlichen Dünger herstellen konnten und unser gutes Herz für die ärmere Bevölkerung entdeckten, verbunden mit den Entdeckungen der Medizin, wuchs die Menschheit sprunghaft an. Aber noch 1900 hatten wir etwa 1 Milliarde Menschen und im Mittelalter eher noch etwas weniger.

Aber die Einstellung war immer die gleiche: Einige Wenige kümmerten sich darum und die große Masse nutzte es schamlos aus.

Wie stände unsere Umwelt wohl heute da, wenn sich die Naturreligionen durchgesetzt hätten, oder auch der Gott des Alten Testamentes, also der Gott der Juden, der die Herrlichkeit nicht in einem Himmel, sondern hier auf Erden versprach und auch ganz genaue Anleitung für die Bewirtschaftung gegeben hatte?

Wie stände unsere Umwelt wohl heute da, wenn sich die Naturreligionen durchgesetzt hätten, oder auch der Gott des Alten Testamentes, also der Gott der Juden, der die Herrlichkeit nicht in einem Himmel, sondern hier auf Erden versprach und auch ganz genaue Anleitung für die Bewirtschaftung gegeben hatte?

Ich würde sagen genauso. Umweltbewusstsein halte ich für eine moderne Errungenschaft, die u.a. aus Fortschritten der Wissenschaften und allgemeiner Bildung entsteht.

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@TeeEi

Ganz sicher nicht. Das weiße Krebsgeschwür breitete sich so rapide aus, weil sie von dem schmarotzten, was naturverbundene Zivilisationen geschaffen hatten. Der nordamerikanische Artenreichtum ist legendär. Ihnen war der Boden, auf dem sie gingen heilig. Die hohen Kulturen am Amazonas wurden von den Weißen zerstört. Doch entdecken wir heute wieder, wie weit sie bereits waren. Meine Erde, die ich zum Aufbau von Wüstengebieten benutze beruht zum großen Teil auf den Erkenntnissen dieser Völker. Hier einige Aussagen von Indianern. Kelten und Sachsen hatte eine ähnliche Einstellung:

Lasst uns alle hier niedersitzen in der freien Prärie, wo wir keine Straße und keinen Zaun sehen. Setzen wir uns nicht auf eine Decke. Unsere Körper sollen den Boden spüren, die Erde, den Widerstand der Stauden, die sich unserer Berührung anpassen. Das Gras soll unsere Matratze sein, damit wir seine Schärfe spüren und seine Weichheit. Lasst uns wie Steine sein, wie Pflanzen und Bäume. Lasst uns Tiere sein, lasst uns denken und fühlen wie sie.

Horch auf die Luft! Du kannst sie hören, sie spüren, sie riechen und schmecken. Woniya waka, die heilige Luft, die alles mit ihrem Atem erneuert. Woniya, woniya waka: Geist, Leben, Atem, Neuwerdung – das Wort bedeutet all dies. Woniya – wir sitzen nebeneinander, wir berühren uns nicht, aber etwas ist da, wir fühlen, dass etwas in unserer Mitte gegenwärtig ist.

Das ist ein guter Anfang um über die Natur nachzudenken und über sie zu reden. Aber reden wir nicht nur ü b e r sie – reden wir mit ihr, sprechen wir mit den Flüssen, den Seen und den Winden wie mit unseren Verwandten. Lame Deer Dakotaindianer

Ich kenne keine Pflanzen-, Vogel- oder Tierart, die ausgerottet wurde, bevor der weiße Mann kam. - Für den Weißen waren die heimischen Tiere ebenso wie die eingeborenen Menschen dieses Kontinents nur „Schädlinge“, die vertilgt werden mussten. Auch Pflanzen, die dem Indianer von Nutzen waren, wurden plötzlich zu Schädlingen erklärt. Im Wortschatz der Lakota gibt es keinen Ausdruck, der der englischen Bedeutung dieses Wortes entspricht. Luther Standing Bear

Die Haltung des weißen Mannes war anders als unsere. Er verachtete die Erde und was sie hervorbrachte. Da er sich selbst für ein höheres Geschöpf hielt, nahmen die übrigen Geschöpfe in seiner Rangordnung eine niedrigere Stellung ein. Aus diesem Glauben heraus handelte er. Er maßte sich an, über Wert und Unwert des Lebens zu bestimmen und so ging er schonungslos an sein Zerstörungswerk. Luther Standing Bear

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Kulturell gesehen war das Mittelalter und danach ein Sammelpot kultureller Einflüsse, die sich vor allem darin ausdrückten, dass Tiere und Pflanzen nicht nur ihre natürliche Bedeutung im heutigen Sinn hatten. Sie waren von Gott geschaffen dem Menschen zu Diensten a) zur Daseinsvorsorge, aber auch b) zur Gesundheit (gutes Beispiel Hildegard von Bingen). C) waren Pflanzen und Tiere aber auch SYMBOLTRÄGER einer Vielzahl tradierter Werte (nicht nur christlich begründet). Daher enthalten für uns viele Bilder bis in die Romantik und Plastiken eine Art symbolische Geheimsprache. In dem Rahmen der Reihe "Bildlexikon der Kunst" gibt es einen Band (7) "Die Natur und ihre Symbole". Bei AMAZON ist die ganze Reihe abgebildet und im Text zum Buch sind auch einige Beispiele. Eine andere empfehlenswerte Quelle mit Beispielen ohne Abbildung ist:

http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_8834.html

Viel Erfolg.

gebirge und heide galten vor der romantik als wüst und bedrohlich, in zeiten der verstädterung änderte sich dies, beides wurde ästhetisch ansprechend

wikipedia -> lüneburger heide -> absatz: kunst und kultur

(wo ich das mit den gebirgen gelesen habe, weiß ich nicht mehr)

allerdings, trotz oder gerade wegen der idealisierung der natur spielte während der romantik das unheimliche der natur auch eine rolle

das mit den Gebirgen hatten wir auch im Kunstgeschichte Unterricht ;)

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@AveSuona

na dann weiß ich wenigstens, dass ichs mir nicht nur eingebildet hab :)

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Das Leben der Menschen im Mittelalter war geprägt von Sätzen wie „ora et labora“ (bete und arbeite). Nur durch harte (körperliche) Arbeit konnte der Einzelne sein spärliches Auskommen halbwegs erzielen. Aber selbst das war nicht immer möglich: In Jahren schlechter Ernten bspw. war selbst durch harte Arbeit ein Überleben nicht jedem möglich. Der Mensch war in viel stärkerem Maße als heute den zum Teil höchst widrigen Umwelteinflüssen (Wetter, Epidemien, Hungersnöte) ausgeliefert. Die Natur war nicht immer Freund des Menschen und Nahrungsmittellieferant. Sehr viel stärker als heute wurde die Natur vom Menschen als Feind empfunden.

Google mal Naturalis historia

Auch wenn ich Deinen Kommentar richtig finde möchte ich doch in einem Widersprechen: Ora et labora wurde durch Zwingli geprägt und dies prägte dann den Protestantismus. Die Katholiken, wenn sie nicht gerade in die Fänge der Launen der Oberen fielen, hatten es verhältnismäßig gut. Erstens hatte die katholische Kirche ja die heidnischen Feste übernommen und noch weitere Feiertage dazu gemacht. So hatte ein Handwerker bei 182 Feiertagen im Jahr etwa die Hälfte des Jahres frei. Dumm dran waren allgemein die Bauern, die erst unter Friedrich dem Großen mehr zu Ehren kamen und dann ein weiterer großer Sprung unter dem Mann, dessen Namen man hier nicht nennen darf AH.

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