Wie nannten die ehemaligen Jugoslawen ihr Land?

3 Antworten

Hallo!

Ich stamme aus einer jugoslawischen bzw. ursprünglich aus dem Kosovo (das Gebiet gehört heute zu Serbien) stammenden Familie & es heißt in vielen Familien noch heute "ich bin Jugoslawe" oder "ich bin Jugo" statt "ich komme aus dem Kosovo/ich bin Kosovare" ------> damit können die Leute in Deutschland oft auch mehr anfangen bzw. sich mehr drunter vorstellen, weil das ehemalige Jugoslawien bzw. der Vielvölkerstaat immernoch präsenter ist als die Einzelstaaten, die es seit den 90ern gibt.

Gegenüber anderen Jugoslawen/Osteuropäern die sich eher auskennen ist man da natürlich präziser mit Ortsangaben, aber ich glaube ich könnte jedem Deutschen von den Örtern erzählen in denen ich Verwandte habe und keiner würde das kennen^^ deswegen sagt man lieber Jugoslawe zu sein als Kosovare, dann ist das Thema auch durch.

Allerdings kann ich da natürlich nicht für alle Jugoslawen sprechen.

Sorry das Antwort so spät kommt. Kommst du wirklich aus dem Kosovo, denn wenn ja, dann müsstest du wissen das der Kosovo schon seit langem ein eigener Staat ist. Wo kommst du aus dem Kosovo?

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@Schlepperbrot12

Ja aber auf der Google Maps Karte ist Kosovo nicht ganz weil es zu Serbien gehört es ist ein Konflikt da er sich Illegal getrennt hatte.

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Unterschiedlich. Je nachdem, mit wem man spricht, sagen ja auch wir heute "Ich komme aus Deutschland" oder "Ich komme aus dem Saarland" oder "aus Thüringen". Das war bei Jugoslawen früher nicht anders.

Der Vergleich hinkt nun doch etwas. Alleine schon weil Saarländer und Thüringer deutlich mehr zusammen haben, als etwa Serben und Kroaten. (Und sich auch deutlich besser leiden können.)

Dazu gab es ja auch in den einzelnen Staaten richtiges Nationalgefühl, was in den Bundesländern ja nicht der Fall ist (Bayern ausgenommen). Deshalb gab es ja auch seit der Reichsgründung noch keinen "Unabhängigen Staat Saarland" oder eine "Republik Thüringen".

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@Zizizakg2

Ja klar, Vergleiche hinken fast immer, und was du schreibst, kann ich nachvollziehen. Ich wollte aber auf etwas anderes hinaus:

Es ist doch so, dass ich je nach Gesprächspartner checke, was dieser mit meinen Angaben anfangen kann. Einem Amerikaner sage ich erst mal, dass ich aus Deutschland komme. Weiß ich aber, dass er sich in Deutschland auskennt, nenne ich gleich die Gegend oder das Bundesland. Wenn ich Münchner bin, nenne ich einem Norddeutschen "München" als Herkunft, einem Münchner nenne ich gleich den Stadtteil. Und so nannten damals eben viele Jugoslawen hier erst mal "Jugoslawien" als Herkunft, weil die meisten Deutschen mit den anderen Bezeichnungen wenig anfangen konnten (in diesem Zusammenhang ist auch die Antwort von "rotesand" interessant!). Gegenüber Jugoslawien-Kennern oder Landsleuten nannten sie dagegen eher ihre Region bzw. Teil-Republik.

Und übrigens: "Nationalstolz", oder nennen wir es lieber "Stolz auf die Herkunft", haben nicht nur die Bayern, sondern auch viele Sachsen, Saarländer, Schwaben und bestimmt auch viele andere. Aber das nur nebenbei!

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Man sprach - wie schon von anderen gesagt - von Jugoslawien wie wir heute von Deutschland. Aber es gibt auch noch heute eine serbo-kroatische Wikipedia, die offenbar gleichlautende Artikel in lateinischer und kyrillischer Schrift bietet (hier ihr Artikel zu Jugolawien: https://sh.wikipedia.org/wiki/Jugoslavija).

Ob die Jugoslawiennostalgie (vgl. dte Wikipedia) pflegt, vermag ich wegen mangelnder Sprachkenntnisse nicht zu beurteilen. Denkbar wäre es. Interessanterweise gibt es dort ebenfalls dies Stichwort.

Ein Kosovare, den ich kennen gelernt habe, fühlte sich weit stärker mit Albanien als mit dem ehemaligen Jugoslawien verbunden. Vermutlich ist das eher die Regel als die Ausnahme; aber das vermag ich nicht zu beurteilen.

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