Wie lange überleben Bakterien die an Oberflächen kleben?

4 Antworten

Es ist so, wie bereits bemerkt wurde; Je nach Bakterienart, Lebensform des Bakteriums (Sporen) und je nach Beschaffenheit der Oberfläche (mit oder ohne verwertbare mikroskopische "Nahrungspartikel" für die Bakterien) muss die Frage unterschiedlich beantwortet werden. Aber viel wichtiger: Worauf willst Du mit dieser Frage hinaus? Hast Du Dich von den dümmlichen Trends in der Putzmittelwerbung (Fa. Sagrotan ist hier federführend) in Panik versetzen lassen? Versuch das abzubauen! Die meisten Bakterien in der Umwelt sind völlig harmlos, viele Arten sogar wichtig für das gute Funktionieren Deines Organismus. Eine bewusste Desinfektions und "Verhütungs"-Aktivität ist nur sinnvoll, wenn jemand in Deiner Umgebung an einer schwerwiegenden Erkrankung (z.B. Tuberkulose, Salmonelle) leidet und diese Keime unkontrollierbar in die Umgebung ausscheidet. Dann sollte man sinnvolle Maßnahmen ergreifen, um die Mitmenschen zu schützen. Schildere doch Deine speziellen Befürchtungen etwas genauer! Ü

Bakterien überleben nicht nur, sie vermehren sich auch gerne und rasch, wenn die Temperatur stimmt und Feuchtigkeit vorhanden ist; z. B. im Putzlappen oder im Kartoffelsalat....

"99 Prozent" aller Keime die sich auf der Haut und in der Umwelt befinden sind für die Menschen im Normalfall nicht gefährlich!

Gefährlicher sind Bakterien, wenn sie sich in Lebensmitteln massenhaft vermehren können, durch falsche Produktion oder falsche Lagerung, und meist Durchfall verursachen. Selten aber besonders gefährlich sind krankkeitserregende Bakterien, wenn sie in Wunden oder die Lunge kommen. Dann braucht es eine korrekte Wundversorgung und möglicherweise längere Zeit Antibiotika.

Bei Grippeviren ist häufiges Händewaschen angebracht. Und beim Niesen verhindern, dass die Tröpfchen in die Luft gewirbelt werden.

Wer unsinnig und unnötig Flächen, Material oder Haut desinfiziert, gibt den Keimen nur die grössere Möglichkeit, gegen diese Mittel widerstandfähig zu werden. Deshalb entstehen gerade in Krankenhäusern oft besonders resisdente Keime, weil sie mit diversen Desinfektionsmitteln nur am Rand Kontakt hatten und das überlebten. Kommen dann diese Keime durch Wunden in den Körper, kann man nur hoffen, dass es noch ein Mittel gibt, welches sie stoppt.

Je nach Bakterie von einigen Sekunden bis zu Jahrhunderten. Es gibt Bakterien, die sogar im Weltraum mehrere Jahre überlebt haben.

Wenn Bakteriologen Abstriche von Türklinken oder anderen Flächen entnehmen, finden sie Tausende von Bakterien, die dort schon Wochen oder Monate kleben. Die Evolution hat diese Viecher widerstandsfähig gemacht: manche kapseln sich ein, viele bilden Sporen, die Trockenheit, Kälte, Hitze aushalten. Man muß aber vor diesen Bakterien keine Angst haben. Lebewesen sind biologisch ein "offenes System": die Bakterien gehen "durch" meist ohne Schaden anzurichten, solang man ein normales Immunsystem hat. Es kommt auch auf die Menge eingedrungener Bakterien an: wenn in eine Wunde weniger als 100 kommen, gibt das i. Allg. noch keine Entzündung, denn die werden von Immunzellen nieder gemacht. Daß es gut ist, immer wieder mal ein paar Bakterien aufzunehmen, zeigen die Kinder, die auf dem Bauernhof aufwachsen und später kerngesund sind. Univadis

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