Wie läuft so eine Praktische Führerschein Prüfung ab?

9 Antworten

In der Regel triffst du dich mit deinem Fahrlehrer ganz normal und ihr fahrt zusammen zum TÜV bzw. zur Dekra.

Da parkt ihr dann und wartet bis der Fahrprüfer kommt. Dieser stellt sich kurz vor und prüft dann anhand deines Ausweises ob du auch der angemeldete Prüfling bist.

Dann können ein paar Fragen kommen. ZB wielange das Fahrzug noch TÜV hat, wo und wie man den Ölstand misst, was jene oder welche Anzeigen am Armaturenbrett zu sagen haben.

Dann folgt eine kurze Anweisung wie die Prüfung abläuft. Also dass es grundsätzlich geradeaus geht, wenn der Prüfer nichts sagt usw.

Wenn alles erklärt wurde und du auch zustimmst geht es los. Ab jetzt bist du auf dich allein gestellt, natürlich kannst du nachfragen wenn du was nicht verstanden hast.

Wenn du eigene Fehler bemerkst, nicht drüber reden sondern korrigieren.

Auch wenn der Prüfer hinten sitzt, beobachtet er genau was du machst. Also ob du den Schulterblick und die Spiegel nutzt, die Geschwindigkeit einhälst, im richtigen Gang fährst usw.

Du wirst zwischendurch einparken, eine 3-Punktwendung und eine Gefahrenbremsung machen müssen. Falls in der Nähe auch mal auf die Autobahn fahren oder in verkehrsberuhigte Zonen.

Das Ganze dauert um die 45min. Sollte es zwischendurch zu einem entscheidenen Fehler kommen und/oder der Fahrlehrer mal eingreifen muss (seine Pedale sind mit einer Vorrichtung verbunden die einen Ton abgibt sobald er sie mal berührt. Soll verhindern, dass er dir hilft), ist die Prüfungsfahrt vorbei.

Dann fährt man wieder zurück zur Prüfstelle, die Leitung übernimmt dann wieder der Fahrlehrer. Danach gibts eine Auswertung, was schief lief.

Geht (und das wollen wir hoffen) alles gut, endet die Fahrt unter Leitung des Prüfers wieder bei der Prüfstelle und sobald der Wagen korrekt abgestellt ist (Motor aus, Handbremse, Lenkradschloss) erntest du die Gratulation. Entweder bekommst du nun den Führerschein direkt oder zumindest ein Schreiben, dass dir ab jetzt erlaubt zu fahren. Dieses Schreiben gilt aber nur für Fahrten in Deutschland. Der Führerschein kommt dann ca. 2-3 Wochen später per Post.


Du redest am besten nur, wenn der Prüfer dich etwas fragt. Ansonsten ist eine Beteiligung am Gespräch durch den Fahrschüler eher unerwünscht. Das Gespräch zwischen Prüfer und Fahrlehrer dient nur dazu, die Atmosphäre aufzulockern, es ist keine Aufforderung zum Mitplaudern. Ich drückte es in einer anderen Antwort so aus: Halt's Maul und fahr! ;)

Sollte dich das Gespräch der anderen stören, dann darfst du das natürlich sagen.

Wenn du selbst einen Fehler bemerkst, die anderen aber nicht, dann hälst du natürlich auch die Klappe. ;)

Bei mir war's z.B. so, ich sollte an einer Ampel geradeaus fahren, hab auf dem Boden aber erstmal nur den Pfeil "Linksabbieger" gesehen und hatte schon den Blinker fast betätigt, bzw. es hatte schon kurz "angeblinkt" (haben die meisten Autos ja heutzutage, den "Spurwechselblinker"). Hab dann einmal "Ups..." gesagt und bin an der Ampel trotzdem geradeaus gefahren...

Wichtig zu erwähnen ist noch, dass eine Prüfung immer ein Gesamteindruck ist. Keine Prüfung ist fehlerfrei, aber du kannst kleinere Fehler durch gute Aktionen wieder ausgleichen. Also z.B. vergisst du einmal beim Spurwechsel den Blinker, dann ist das zwar nicht positiv, aber noch kein Durchfallgrund. Beachtest du aber alle rechts-vor-links-Situationen und gehst auch bei jedem Zebrastreifen vom Gas und guckst deutlich, ob da einer kommt, dann wird dem Prüfer der eine Faux Pas mit dem Spurwechsel auch egal sein.

Was du dir auf keinen Fall leisten darfst sind grobe Schnitzer wie überfahren einer roten Ampel oder überfahren eines Stoppschildes. Hier hat ein Prüfer keinerlei Spielraum, da fällst du sofort durch. Selbst, wenn du nur noch 2 Meter vom Parkplatz entfernt und ansonsten wie ein Champion gefahren bist.

EDIT: Eines noch: Als Prüfling bist du niemals ein "Anlieger". Wenn irgendwo steht "Anlieger frei", dann darfst du da nicht reinfahren, selbst wenn du in der Straße wohnst.

Bei mir war es so:

Ich habe alle eingestellt, während Prüfer und Fahrlehrer noch Kaffee getrunken und eine geraucht haben.

Dann sollte ich die Motorhaube öffnen und die Behälter benennen und kurz die Funktion erklären.

Dann sind wir losgefahren. Kurz über die Autobahn (zweite Ausfahrt wieder runter), durch die Stadt, einmal am Straßenrand parken und zurück zum TÜV.
Ich bin ca. 20 Minuten gefahren.

Fahrlehrer und Prüfer haben sich die ganze Zeit unterhalten. Bei dieser Unterhaltung solltest Du allerdings nicht teilnehmen. Das sehen die nicht gerne. Du sollst Dich voll und ganz auf den Straßenverkehr und die Anweisungen des Prüfers konzentrieren.

Du musst auch nicht antworten, sondern nur ausführen.
Außer Du hast eine wichtige Frage oder etwas nicht ganz verstanden. Dann darfst Du nachfragen. Das nimmt Dir auch keiner übel. Immerhin wollen sie Dir ja den Schein geben und nicht wieder mitnehmen. ;-)

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