Wie konnten die Mongolen damals so viel erobern?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wenn man die Waffen der damaligen Zeit in ihrer Effektivität mit einander vergleicht, dann war ein Mongole auf seinem Pferd etwa 3 bis 30 Mal so viel Wert wie alle bewaffneten Gegner in dieser Zeit.

Fangen wir mal an bei den Pferden. Jeder Krieger verfügte über mehrere Pferde. Mitten im Galopp haben sie die Pferde gewechselt und so konnten sie riesige Strecken zurück legen und vollkommen unvermittelt irgendwo auftauchen, wo niemand mit ihnen rechnete. Es war also ganz oft der Überraschungseffekt, mit dem sie die Gegner überrollten. Plötzlich waren sie da und sofort begann die Schlacht, noch lange bevor der Gegner überhaupt wusste was ihm geschah.

Organisiert waren die Mongolen in streng gegliederten Gruppen. Ein Trupp von 10 Mann hatte einen Anführer, vergleichbar mit einem heutigen Unteroffizier. 10 dieser kleinen Trupps wurden zu einer Hundertschaft zusammengefasst, die von einem Offizier geführt wurden. 10 dieser Hundertschaften ergab eine Tausendschaft. Bei einem großen Feldzug griffen die Mongolen immer mit mehreren Tausendschaften an. Damit waren sie (außer in China) so gut wie immer in der Überzahl. Allein durch ihre gewaltige Anzahl hatten sie den psychologischen Vorteil auf ihrer Seite. Oft flohen ihre Feinde auf dem Schlachtfeld, beim Anblick des riesigen Heeres. Daraus machten die Mongolen dann eine fröhliche Jagd. Sie verfolgten ihre Gegner auf ihren schnellen Pferden und machten sie nieder.

Heute ist immer nur die Rede von den Mongolen. Aber es waren nicht nur die Mongolen. Sie verstärkten ihre Reihen durch viele andere nomadisch lebende Völker wie zum Beispiel die Kasachen. Die hatten sogar ihre eigenen Offiziere. Allerdings hatte kein Kasache etwas im engsten Kreis der Heeresleitung zu sagen. Dort gab es nur den Kahn und seine Mongolischen Berater und Heerführer. Oft waren diese Leute Verwandte, aber auch die mussten sich im Kampf beweisen. Niemand wurde allein durch seine Geburt zu Heerführer. Dadurch dass die Mongolen viele Krieger aus anderen Völkern in ihren Reihen aufnahmen, konnten sie ihre Anzahl auf eine Million und mehr steigern. Niemand konnte einem Heer von Millionen standhalten. Noch nicht einmal den Chinesen mit ihrer gewaltigen Anzahl war das möglich.

Mit ihren Waffen waren sie allen Gegnern bei weitem überlegen. Jeder Reiter besaß einen Reflexbogen und mehrere Köcher voller Pfeile. Jeder Krieger konnte mehrere Pfeile in der Minute im vollen Galopp abschießen. Doch die haben die Pfeile nicht nur abgeschossen, sie haben auch getroffen. Sie konnten ebenso gut nach vorn oder zur Seite schießen, wie auch nach hinten wenn sie verfolgt wurden. Diese Krieger waren unglaublich treffsicher und die Durchschlagskraft ihrer Pfeile war enorm! Wurde so ein Pfeil aus der Nähe abgeschossen, konnte er eine schlechte Rüstung leicht durchschlagen. Bei einer guten Rüstung hatten selbst die Mongolen ihre Schwierigkeiten, aber dafür hatten sie ihre Schwerter. Die wurden im Nahkampf eingesetzt. Weil die Mongolen nur eine sehr leichte Rüstung trugen, wenn sie überhaupt eine Rüstung besaßen, waren sie sehr viel beweglicher als jeder europäische Ritter. Mit dieser Beweglichkeit glichen sie den großen Schutz den eine europäische Rüstung seinem Träger bot, wieder aus. Außerdem ermüdeten sie nicht so schnell. Dauerte eine Schlacht einen ganzen Tag, konnten sich die Ritter kaum noch auf den Beinen halten. Die Mongolen hingegen drehten dann erst richtig auf, wenn sie merkten dass ihre Gegner schwächer wurden. Konnten sie ein Heer nicht besiegen, zogen sie sich einfach zurück. Der Rückzug hatte in einem europäischen Heer immer etwas ehrloses. Es war der Moment in dem ein Heer über ein anderes siegte. Bei den Mongolen war das nicht so. Bei ihnen war der Rückzug nur ein taktisches Manöver. Sie sammelten sich danach wieder und konnten sofort danach wieder angreifen. Viele Schlachten der Mongolen wurden durch kluge Taktik gewonnen. Sie griffen an, zogen sich zurück und lockten ihre Gegner in die Falle. Die Mongolen waren absolute Meister in der Taktik!

Gegen ein Heer von Fußsoldaten kämpfen die Mongolen vollkommen anders als gegen eine Kavallerie. Auf solche Heere trafen sie oft in China und diese Heere wurden aus der Entfernung bekämpft. Die Mongolen ritten auf sie zu, kamen bis auf Pfeilschussweite heran, schossen ein paar Pfeile ab und drehten dann abrupt nach Rechts, noch bevor sie mit den Lanzen und Schwertern ihrer Gegner in Berührung kamen. Auf dem Weg nach rechts konnten sie weitere Pfeile nach Links auf ihre Gegner abschießen und sie so dezimieren. Oft kamen ihre Schwerter dabei gar nicht zum Einsatz. Erst wenn das Heer sich zur Flucht umwandte, sogen sie ihre Schwerter und machten die Reste nieder.

Aber sie haben ihre Schlachten nicht nur mit Taktik sondern auch mit psychologischer Kriegführung gewonnen. Sie waren unglaublich brutal und haben Angst und Schrecken verbreitet. Hat sich eine Stadt nicht sofort ergeben, schlugen sie ihren Gefangenen die Köpfe ab und schossen die über die Stadtmauer. Oder sie ließen ihre Gefangenen vor ihren Truppen gehen und benutzten sie so als Schutzschild für den eigenen Angriff. Hatten sie die Stadt erobert, machten sie so gut wie alle Einwohner nieder. Nur ganz wenige ließen sie am Leben und ließe sie alles ansehen. Dann wurden diese Gefangenen frei gelassen, so dass sie überall berichten konnten was sie gesehen hatten. Allein durch die Angst die sie so verbreiteten, öffneten sich ihnen viele Tore. Oft mussten sie gar nicht kämpfen. Ihr Ruf reichte vollkommen aus.

41

Viele glauben, dass die Mongolen nur ein plündernder Haufen war. Doch das stimmt überhaupt nicht. In der mongolischen Armee herrschte eine unglaubliche Disziplin. Wurde diese Disziplin einmal nicht befolgt, konnte das den Tod bedeuten. Wer in der Schlacht floh, wurde hingerichtet, wer gegen einen Befehl verstieß wurde von mehreren Männern ergriffen und auf den Kopf gestellt. Einer trat ihm in den Nacken und die anderen bogen ihm die Beine so weit nach hinten bis seine Wirbelsäule brach. Die Mongolen waren absolut kein wilder Haufen! Bei der Eroberung einer Stadt waren sie oft unglaublich brutal. Es konnte sein, dass sie kaum jemanden am Leben ließen. Es konnte aber auch sein dass niemand zu Schaden kam wenn die Leute die Tore freiwillig öffneten, je nach Laune und Stimmung des Khans. Nach dem die Eroberung abgeschlossen und die Plünderungen beendet waren, herrschte Frieden in der Stadt. Kein einziger Krieger durfte sich jetzt noch an der Bevölkerung vergehen. Wer dagegen verstieß, dem wurde das Rückgrat gebrochen. So herrschte im Reich der Mongolen sehr viel größere Sicherheit für die Bevölkerung als in anderen Ländern. Händler konnten unbehelligt das ganze Land durchqueren und niemand wagte es sie zu überfallen. Wenn ein Händler sogar über einen Pass aus Holz, Silber oder Gold verfügte, dann stand er unter dem persönlichen Schutz des Khan. Wenn jemand diesen Händler überfiel und ihm seine Waren weg nahm, bekam der Händler den Wert seiner Ware vom Kahn ersetzt. Natürlich hat er seine "Bluthunde" auf die Fährte der Räuber gehetzt und sie einfangen lassen. Sie wurden zur Abschreckung öffentlich hingerichtet. Weil jeder wusste was ihm geschieht, gab es im mongolischen Reich nur sehr wenig Kriminalität.

0

Die mongolische Armee besaß eine Geheimwaffe, verborgen in der DNA eines jeden Soldaten: Die meisten Mongolen sind unempfindlich gegenüber Laktose.

Dshingis Khans Krieger stärkten sich mit Pferdemilch und mit Käse. Davon profitierte nicht nur jeder einzelne mongolische Krieger, die Fähigkeit Milch zu verdauen, kam ihrer gesamten militärischen Strategie zu gute.

Nr 21. erstaunliche Fakten - faszinierende Geschichten - interessantes Wissen | Poehm

http://www.rhetorik-seminar-online.com/interessante-geschichten-faszinierende-fakten/faszinierende-geschichten-21

Woher ich das weiß:
Recherche

Du kanntest die Schwiegermütter der Mongolen nicht! Die wurden an die Front geschickt. Jede keifende, nörgelnde Schwiegermutter hat Dutzende von Feinden in die Flucht geschlagen! Als die Feinde diese Schwiegermütter sahen ergriffen sie bereits freiwillig die Flucht!

20

Boah :O

Das waren aber echt krasse Schwiegermütter

0

Kannten Europäer, Asiaten und Afrikaner vor Columbus Amerika?

Ich weiß dass zwar vor Columbus die ersten dort Skandinavier gewesen sind und später auch diverse andere Entdecker dort gewesen. Kannten diese jedoch Süd und Nordamerika als Kontinent? Oder war das irgendein Ort den man zufällig entdeckt hatte und man glaubte, dass es noch zu Europa oder Asien gehört? Und gab es Kontakte zu den Menschen, die damals über die Beringstraße rübergewandert sind. Noch vor den Wikingern müssten ja eigentlich Ostsiaten gewusst haben, dass Amerika existiert. Denn sie waren schließlich die aller ersten, die Amerika besiedelt haben. Ich könnte mir vorstellen, dass manche in Asien geblieben sind und andere nach Amerika gewandert sind und noch Verwandte und Bekannte in Asien hatten. Gibt es Forschungen dazu?

...zur Frage

Wie konnten sich die Seefahrer damals orientieren, waren die Karten nicht auf eine Flache Erde ausgelegt?

Damals dachte man doch die Erde ist flach. Wie konnten sie sich mit den damaligen Seefahrerkarten orientieren, wenn diese mit falschen Annahmen arbeiteten?

...zur Frage

Warum hat sich Afrika im Gegensatz zu den anderen Kontinenten nicht weiterentwickelt?

Es geht um die Weltgeschichte vor der Entdeckung Amerikas dutch Kolumbus. Wieso haben sich bis dahin Europa und Asien stark entwickelt, Nord- und Südamerika normal entwickelt und Afrika sich kaum entwickelt? In Amerika gab es immerhin Hochkulturen wie Inka, Maya, Azteken und andere bedeutende Stämme/Völker. Bis auf Nordafrika durch vetschiedene Eroberer blieb der Rest fast unberührt. In einer Doku von Terra X hieß es, dass eine Entwicklung für Afrika nie notwendig gewesen ist, da die Menschen dort sich herrvoragend von und mit der Natur leben konnten. Jetzt frage ich mich, warum dies in Asien und Europa nicht so funktioniert hat? Logischerweise müsste es doch funktionieren, wenn man sich die notwendigsten Dinge wie Nahrung, Fell, Kräuter usw. der Natur entnimmt? Klar heute würde es bei 7 Milliarden Menschen nicht funktionieren aber früher war die Weltbevölkerung nicht mal annäähernd so groß.

...zur Frage

War Dschingis Khan der Größte Herrscher aller Zeiten?

Hey Leute !
Ich würde gern wissen welcher Mensch die größte Landfläche erobert hat (aller Zeiten). Ich glaube es war Dschingis Khan aber ich bin mir dessen nicht 100% sicher, da es auch vielleicht Karl der Große und Co. gewesen sind könnte. Ich kenne mich in der Geschichte der damaligen Zeit nicht so gut aus und suche nach antworten. Danke im Voraus!

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?