Wie kann ich besser singen?

6 Antworten

Musikschule oder jeden Tag singen üben. Viele Lieder singen, und hoch-tiefe Stimmen üben. Braucht zwar lange, aber es hilft dir deine Stimme zu üben. Wenn dir dein Hals weh tut beim singen, dann hör auf. Es ist nicht gut für die Stimmbänder. Und trink Wasser bevor du übst zu singen, oder einfach wenn du immer anfängst zu singen. Trinke KEINEN Tee, Kaffee, oder esse nichts süsses, saures. Die Stimme ist kein Körper, sondern eine Stimme, die auch mal Pausen braucht. Du musst die richtige Singhaltung lernen. Die meisten Gesanglehrer schlagen vor, im Stehen anstatt im Sitzen zu singen, um den besten Klang zu erzielen. Du solltest auch folgendes tun:
Entspanne dein Kiefer, und lass die Zunge entspannt.
Entspanne deine Schultern.
Hebe den Gaumen hinten im Mund an als ob du kurz davor bist, zu gähnen. Dies öffnet den Hals, so dass mehr Luft hindurch strömen kann. Konzentriere dich auf den Atem. Lerne, wie man richtig atmet ist eine wichtige Sache, wenn man besser singen will. Sorge dafür, dass du tief genug atmest, bevor du eine Zeile singst, so dass du genug Luft hast um jedes Wort auszuführen.

Atme tief in deinen Bauch, nicht nur in deinen Oberkörper. So verbesserst du den Klang und bekommst mehr Kontrolle über deine Stimme. Um dafür zu überprüfen, ob du richtig atmest, lege deine Hand auf deinen Bauch und sieh nach, ob er sich beim Einatmen ausdehnt.
Nimm dir täglich ein paar Minuten Zeit, um tief in den Bauch zu atmen. Du kannst das entweder im Stehen oder im Liegen üben. Sorge dafür, dass dein Belle sich dehnt, wenn du tief einatmest. Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen! (:

So oft singen wie du kannst. Ansonnsten mal Gesangsunterricht nehmen. Da gibts evtl. sorgar ne probestunnde, musst du abkklären.

Logopädenazubi und Sänger am Werk:

STUFE 1 Wichtigste Grundlage für das Tönen auf Atem (Singen, Sprechen) ist die Atmung. Das ist kein Witz, sie ist Basisgrundstein jeglicher logopädischen Therapie. Wichtig ist, dass du eine tiefe und entspannte Atmung erreichen lernst (Zwerchfell-Flankenatmung). Sie äußert sich dadurch, dass sich beim Einatmen dein Bauch und deine Flanken weiten ("Rettungsring"), deine Rippen und Brust sich weiten. Das Verhältnis von Bauch- zu Brustatmung sollte etwa 2:1 sein. Die Schultern sollten sich überhaupt nicht bewegen. Eine Hochatmung (alleine Brustatmung oder Schulteratmung) ist krankhaft und unerwünscht. Lern eine Tiefatmung, fang damit im Liegen an. Wenn du dich wirklich entspannst, solltest du diese mit deiner Hand auf dem Bauch verfolgen können. Versuch das allmählich auch im Sitzen (indem du dich in eine Kutschersitz Haltung vorn überbeugst), in Embryonalhaltung auf deinen Knien (Flanken- und Rückenatmung wird angesprochen), im Stehen, indem du die Hände auf den Bauch und den Rücken legst und die vorstellst, der ATem fällt in dich hinein oder wird in deine Hände geführt; hebe die Arme. das schränkt die Brustatmung ein. Atme auf den Vokal A ein (das heißt Mundstellung des A).

STUFE 2 Hast du die Tiefatmung, bei der das Zwerchfell, unser wichtigster Ausatemmuskel kontrahiert und sich absenkt, erreicht, übe das, was man in der Gesangspädagogik blöderweise "Stütze" nennt. Denk aber nicht, dass sei irgendwas Stabiles, ganz im Gegenteil. Es beschreibt eine Einatemtendenz. Das heißt, du versuchst beim Ausatmen bzw. beim Singen (=Ausatmen auf Ton) so lange wie möglich die Einatemstellung aufrecht zu erhalten (der Bauch sinkt langsam nach innen, die Rippen erhalten den offenen Brustkorb). Wichtig: Du darfst NICHTS fixieren, also nicht den BAuch einfach nach außen stülpen und festhalten, oder die Rippen einfach nach außen drücken. Das alles ist etwas fließendes und gleichmäßies. Falsche Spannung sorgen für Verspannung.

Wofür ist dieser "Atemrückhalt" (Stütze) gut? Sie reduziert den Druck, der gegen deine Stimmlippen schlägt auf das Minimum. Es klingt jetzt vllt. paradox, aber ein großer, mächtiger Ton braucht keinen hohen Anblasedruck von unten, sondern so wenig Luft wie möglich bzw. eben nötig. Wer keine richtige Stütze hat beim Singen, kompensiert dies, indem er die Halsmuskulatur missbraucht. Das äußert sich im Klang, ist stimmschädigend, macht Aua und führt irgendwann zu mir. ;)

Beuge dich vornüber, laß Kopf und Hände baumeln. Atme ein und spüre, wie sich dein Rücken auseinander dehnt und die Flanken sich weiten. Versuche beim Ausatmen diese Stellung solange wie möglich von innen heraus aufrecht zu erhalten. Atme zuerst auf einem "f" Laut aus: fffffffffffffffffff; unterstützend kann ein Mensch seine Hände mit leichtem Druck gegen deine Flanken pressen und du hälst den Druck gegen diese Hände aufrecht. Atme solange aus, wie möglich und angenehm! Gehe über zu anderen Lauten, wie Vokalen (o) etc.

Die "Stütze" oder "Unterstützung" sorgt für den optimalen Anblasedruck (notwendiges Minimum), damit für gleichmäßige Stimmlippenschwingung, für stimmliche Freiheit, Kehlkopftiefe und Atemluftdosierung.

STUFE 3: Als nächstes lern den reflektorischen Atem (reflektorische Atemergänzung). Das heißt, du atmest nicht aktiv ein, sondern läßt den Atem geschehen. Atme auf ffffffffffff aus wie in der Übung zur "Stütze" und beende das ganze mit einem "t" (nicht "te" den Buchstaben sprechen, sondern den Laut [t]). Die Laute [p] und [k] gehen auch. Wenn dein Bauch entspannt sein sollte, wirst du merken, dass bei diesem Laut zuerst eine Federung nach oben statt findet und der Bauch danach nach außen fällt und du automatisch etwas Luft einatmest. Versuch mit diesem Luftvolumen beim Singen klar zu kommen.

STUFE 4: Nun geht es an die Stimme. Es gibt im Kehlkopf einige Muskeln, die wir für die Stimmerzeugung nutzen. Ich werd dir nur die wichtigsten nennen. ;) Da hätten wir den Musculus Vocalis, den interenen Stimmlippenmuskel, der die Hauptmasse der Stimmlippe ausmacht und in der Bruststimme dominiert. Und den Musculus cricothyreoideus (Ringknorpel-Schildknorpel-Muskel), der durch Vorwärtskippung die Stimmlippen zur Höhe hin spannt und seine absolute Dominanz im Kopfregister hat. Brust- und Kopfregister erklär ich hier mal nicht weiter. Die Namen kommen von den spürbaren Schwingungen (tiefe Töne = Brust, hohe Töne = Kopf). Im wesentlichen gibt es zwei Register: Brust- und Kopfregister. Wenn du von der Tiefe in die Höhe in Zimmerlautstärke singst, wirst du merken, dass da ein Tonbereich kommt, wos mächtig wackelt (Registerbruch, Passaggio) und danach hast du eine hohe, "andere" Stimme, Kopfregister. Im Gesang wird in der Regel versucht diese Register auszugleichen. Beide haben ihre Vorzüge.

Das Kopfregister läßt sich aktivieren durch das Singen von leisen Tönen, durch das Singen von hohen Tönen, durch das Singen von Randstimmorientierten Vokalen (o und vor allem u).

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Singe erst mal nicht zu lange und zu viel in diesem Register. Die Spannung der Stimmlippen ist hoch, und ohne gute Atemanpassung und Weite im Hals wird der Ton eng und gequetscht.

Im Kopfregister spannt der Musculus CricoThyreoideus aktiv, kippt den Kehlkopf nach vorn; der Musculus vocalis spannt nur passiv (isometrische Spannung) und stellt damit lediglich den kompletten Schluß der Stimmlippen her.

Das Brustregister wird angesprochen durch Kontraktion des Vocalis Muskels. Je tiefer der Ton, desto weniger Luft wird benötigt und desto entspannter sind die Stimmlippen. Laute Töne sorgen für eine Zunahme der Masse des Vocalis Muskels durch Kontraktion und sprechen damit das Brustregister an. Ebenso das Singen auf "a" (und dem [offenen] "o"). Ganz gut läßt sich die Bruststimme auf Wechsel zwischen A-O-A-O in der Tiefe trainieren, auf "mom", auf Wörtern mit "au", und dem Vokal a in Verbindung mit Plosiven (also pa, ta, ka).

Für den Gesang ist es notwendig, beide Register so zu mischen, dass sie nach EINEM Register klingen (zumindest im klassischem Gesang). Dies wird erreicht indem du lernst, die Muskeln zu koordinieren. Sing in der Tiefe zum Beispiel auf einem Ton leise auf "u", steigere dich in der Lautstärke und forme langsam ein "a" und gehe wieder zurück mit der Lautstärke zu einem "u". In der Höhe ist die Vokalfolge andersrum (a-u-a). Schwelltöne (leise zu laut zu leise) sind muskulär sehr anspruchsvoll.

Versuch nicht die Bruststimme in die Höhe zu zwingen. Im Gesang wird versucht die Qualität der Kopfstimme in die Bruststimme runter zu ziehen. Singe vom Kopfregister (von oben) ins Brustregister (nach unten) auf einem "wuuuuuuuu". Versuche die Töne gebunden zu singen (legato). Töne aneinander zu binden ist eine gute Voraussetzung für den Gesang. :) Falls du nicht weißt, was legato ist: das bedeutet, dass nicht jeder einzelne Ton einen Akzent erhält, sondern du von einem Ton zum anderen runterschleifst und dabei alle Töne und Halbtöne ansprichst. :)

Stell dir vor, dass sich dein Kehlkopf nach vorn kippt in der Tiefe, oder stell dir tiefe Töne hoch vor (unterstützt das mit Armbewegungen) und hohe Töne tief. Das hilft. =)

An sich trainiere ich bei meiner Stimme die Register weitesgehend einzeln (aber das nicht zu lange!) und im Verbund, für die Feinabstimmung.

Gute Stimmübungen sind Lippenflattern auf Ton oder ohne. Das sorgt für die richtige muskuläre Spanung des Gesichts (eher wenig, als zu viel ;) und erleichtert das Singen von unten nach oben. :)

Artikulationsübungen helfen dem Klang sehr und sind auch notwendig (so sehr ich sie auch hasse :( )

Sorge immer wieder für körperliche Lockerung, durch ausschütteln, dehnen und entspannen. Progressive Muskelentspannung kann auch helfen. Unnötige Spannungen verschlucken Ton und führen zu fehlerhaften Kompensationen!

STUFE 5: Widme ich dem sogenannten "Stimmsitz". Ja, die Stimme wird im Hals platziert, aber beim Singen wirst du erleben, dass du Vibrationen an so ziemlich jedem Punkte erleben kannst. Über diese Vibrationen lernst due die Qualität deiner Stimme zu lenken! Das ist wichtig, weil du damit bestimmte Klänge produzieren lernst ;) Die Platzierung der Stimme geht einher mit Resonanzübungen, da der Sitz der Stimme ein resonatorisches Phänomen ist. Wichtig ist: Der Klang darf nicht behindert werden. Die Halsmuskulatur ist entspannt, der Mundboden ebenso, die Zunge auch und deren Spitze liegt an den unteren Schneidezähnen oder am Alveolardamm. Du besitzt eine gewisse Weite im Rachen, die du durch das Einatmen auf den Vokal A erhälst. Summe auf einem bequemen Ton. Laß den Kiefer runter fallen ("Deppenblick"), den Mund geschloßen. Spitz etwas die Lippen nach vorn. Spürst du etwas vibrieren? Das ist der Stimmsitz ;)

So, welche Qualität der Stimme magst du haben? Mein Stimmsitz sieht wie folgt aus: Ich habe das Gefühl, der Ton schlägt bei mir gegen den Übergang vom harten zum weichen Gaumen. Ich spüre Vibrationen im Hinterkopf und Schädeldach (das ist für den kultivierten Klang notwendig) und in der Stirn, um und hinter den Augen (diesen Bereich nennt man "Maske" im Gesang). Mit einer entsprechenden Weite, einer ausgeglichenen Stimme und Lockerheit erzeuge ich so einen klassischen Klang.

Sehr tiefe Töne unterstützt du, indem du die Vibration in den Nacken verlagerst; ins Brustbein (Brust); scharfe, metallische Töne durch einen überteieben Sitz vorn im Mund hinter den oberen Schneidezähnen (es vibriert der harte Gaumen) - damit kann eine Kehlkopfsteigung einhergehen, was eigtl. eher ungünstig ist (zumindest für Klassik). Hohe Töne in Stirn, über der Wange, um und hinter den Augen. Ich singe tendenziell immer mit dem "Gefühl der Maske" (so als Tenor :D), verlager die Stimme aber nicht einseitig nach vorn, sondern laß sie mich durchdringen. Probier dich aus, wenn du es spürst, verstehst du es besser ;)

Ansonsten: Ein tendenziell tiefer Kehlkopf ist empfohlen (außer beim Belting, aber das ist nochmal eine GANZ andere Sache).

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@Sanatorio123

Drück den Kehlkopf nicht hertuner durch deinen Zungenrücken. Benutz auch bitte keine aktive Gaumensegel-Hebe-Technik ("Gähnspannung"). Du musst nicht wissen, was das ist. Aber wenn dir das mal jemand sagt, nutz es lieber nicht, es macht den Klang unfrei und gaumig, die Zungenwurzel unflexibel und sorgt für Verspannugn der Gaumenbögen und aktiviert die Halsverengende Schlundschnürermuskulatur. :3 Atmen auf einem A (und zwar einem eher säulenförmigen, klassischen A und nicht einem breitgezogenem Lächel-A) oder auf Vokalfolgen wie u-o-a ein. Das schafft die nötige Weite.

Zur Haltung: Aufrecht stehen, Schultern nach unten hängen laßen mit der Tendenz nach hinten, Brust ist offen, Bauch nicht angespannt und hat Freiraum für Atembewegungen, Beine hüftbreit auseinander, Knie nicht durchgedrückt, Kopf erhoben, Kiefer locker, kein Hohlkreuz und keine eingefallene Haltung (bei Hohlkreuz das Becken nach vorn schieben, so als würdest du Elvis immitieren beim Tanzen - das Gegenteil vom "Entenarsch" also). Unnötige Spannungen solltest du abbauen. Eine gesunde gesamtkörperliche Muskulatur ist von Vorteil.

Ich überlege gerade, was ich noch sagen könnte... Achte auf deine Stimme. Zigarette ist GIFT für sie (ich verstehe Sänge NICHT, die rauchen); Alkohol ebenso (nur geringe Maßen), kein schreien, kein tonloses Flüstern, vermeide trockene Luft, Dämpfe und Gase (Föhnen, Haarspray, Deo), Räuspern und Husten (fördert nur noch mehr die Schleimproduktion - besser hoch und runter summen und dabei aufs Brostbein klopfen; oder pleueln, dass heißt Zungenspitze hinter untere Schneidezähne legen und Zungenrücken rausdrücken, dann leicht gähnen und dann schlucken - das hebt, senkt den Kehlkopf und transportiert Sekrete ab; Schleimhautpflege, vermeide Zugluft, saure Getränke, Kohlensäure, spätes Essen, schlafe ausreichend, trink genügend, usw. ...

Am besten nimmst du dich auch auf und läßt deine Stimme(ntwicklung) von einem Experten beurteilen (dieser sollte dich allerdings dabei sehen; das hören ist mehr für dich, damit du hörst, wie du einerseits klingen kannst, wie du klingst, und wie du dirch veränderst - ich finde, das bringt SEHR viel).

Such dir einen guten Gesangslehrer. Da gibt es sicherlich viele ungute und manche mit so Esoterikkram (bipolare Atemtypen bla bla). In Hochschulen für Musik geben Studenten oft gegen wenig Geld Unterricht (meiner hat so 15 Euro die STunde gekostet). Ansonsten gibt es manchmal Studenten, die eine Stimme zum Ausbilden suchen für ihre gesangspädagogische Arbeit. Früher nahm man da wohl noch jeden, aber ich wurde damals rausgesondert, weil man offenbar schon hohe Anforderungen erfüllen musste.

Such dir gesunde Stimmvorbilder. Rockige und krächzende Stimmen mögen interessant sein, sind aber ganz sicher nicht gesund... Auch das Geplärre einiger "Stars" mit viel "Druck" aus dem Hals ist echt grenzwertig...

Bei Fragen: ich bin ja hier :)

Ansonsten, falls du gut Englisch kannst, empfehle ich:

www [punkt] singing-made-simple [punkt] com/ (das meiste davon ist gut und hilfreich; vieles gedoppelt und typisch amerikanisch übertrieben, da gibts auch ein paar Tonleitern als Background zur Begleitung als mp3s umsonst :)

http://www.youtube.com/user/TheSongbirdtree ich finde dieses gesangslehrerin gut. ich hab nur ein paar videos gesehen, aber sie benutzt keine selbstverständliche arroganz und bringt dinge auf den punkt. auf youtube findet man zu gesang auch viel schlechtes...

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