Wie gehobenes Deutsch lernen?

5 Antworten

Hilfreich dabei ist vor allem ein großer Wortschatz. Dazu kann man beispielsweise Bücher lesen, sich, wie hier bereits genannt, allerdings in anderem Kontext, Reden von Politikern anhören und ggf. helfen Serien und Dokus auch, das ist Ansichtssache, die situationsbedingt ist, würde ich meinen.

In dem Fall: viel hilft viel.

Viel lesen (am besten etwas mit Niveau) und das auch laut aussprechen. Nachrichten oder so schauen oder Reden von Politikern (sind manchmal gut)

Und zu dem gute Romane, auch durchaus ältere. Das was man daraus heute nicht mehr so sagt, wirst du schon merken. Eine tolle Sprache schrieben für mein Empfinden Fontane, Thomas Mann und Stefan Zweig.

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Viele Bücher lesen, mitunter auch ältere. Achte auf die Sprache im Buch, lies diese laut vor und versuche dein Wissen anzuwenden.

Ps: das Wort "man" zu verwenden gehört nicht zum gehobenen Deutsch. Wenn du Grundlagen beherrschst, wie den Genitiv passend einzusetzen und allgemein die Fälle zu erkennen und ein Subjekt einsetzt statt das Wort "man" zu verwenden, klingt dein Deutsch schon um einiges besser.

Das Wort "man" zeigt, dass du keine Ahnung hast wer oder was das Subjekt darstellen soll, weshalb es umgangssprachlich genutzt werden sollte (wird es leider nicht nur. Auch Experten verwenden "man" in Interviews). Selbst von den Lehren in der Schule wird das Wort ständig benutzt, leider auch in den Schulbüchern. Sehr schade

Was wäre denn statt "man" einzusetzen?

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@maedchen6923

Dann wir passiv verwendet, um kein Subjektzu nennen oder derStz umgestellt bzw ein Subjekt eingefügt

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Ein seltsamer Vorschlag: Wer liest sich Bücher selbst laut vor? Wozu? Dann kann man sich überhaupt nicht auf den Inhalt konzentrieren! Es geht doch nicht um Ausspracheübungen. Was meinst du mit "Versuche, dein Wissen anzuwenden!"?

Dein P.S. = Unsinn! In vielen Fällen gibt es keine konkrete Person, die etwas tut, es handelt sich einfach um irgendjemanden, um Leute bzw. um einen, also um "man". Wenn das Subjekt uninteressant ist, lässt sich "man" aber nicht immer vermeiden, denn nicht jeder Satz ist ins Passiv übertragbar. Im Deutschen wird das Passiv häufiger verwendet als in vielen anderen Sprachen. Das Passiv zu benutzen, ist aber nicht unbedingt gehobenes Deutsch. Es klingt oft nur bürokratisch, sachlich und damit sehr unpersönlich. Je nachdem, um welche Textsorte es sich handelt, sollte man sich entscheiden, was passender ist. Stilistisch in jedem Fall am besten ist es, zwischen Aktivsätzen (mit "man"), Passivsätzen und Passiv-Ersatzformen zu variieren.

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@spanferkel14

Wenn du dir etwas durchließt und laut sagst, werden mehr Bahnen im Gehirn gezogen und somit ist es nachher einfacher, die Sprache auch zu verwenden.

Mit "Versuche dein Wissen anzuwenden" meine ich, dass sofort angefangen werden sollte, gehobenes Deutsch gesprochen zu werden. Also nicht erst warten, bis jeder Teil des gehobenen Deutsches klar ist und beherrscht wird. Wenn der Satz nicht ins Passiv übertragbar ist, dann stell in um. Dadurch kann ein Subjekt eingesetzt oder das Passiv verwendet werden. Eine der beiden Möglichkeiten geht immer. Vielleicht ist nicht immer gleich klar, wie umgestellt werden soll, aber es funktioniert. Oder bei welchem Satz funktioniert das nicht?

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@Enduh

Du scheinst einen kleinen Passiv-Tick zu haben. Noch einmal: Nicht jeder Satz ist ins Passiv übertragbar! Häufig ist das Passiv nicht der beste Stil!

Mit "Versuche dein Wissen anzuwenden" meine ich, dass sofort angefangen werden sollte, gehobenes Deutsch gesprochen zu werden.

Im dass-Nebensatz ist das Passiv o.k., aber im Kontext persönlicher Anrede ("Versuche, dein Wissen anzuwenden!") sehr unpersönlich. Das Passiv im Infinitivsatz ist falsch. Korrekt: Mit "Versuche, dein Wissen anzuwenden!" meine ich, dass man sofort anfangen sollte, gehobenes Deutsch zu sprechen.

Wenn der Satz nicht ins Passiv übertragbar ist, dann stell in um. Dadurch kann ein Subjekt eingesetzt oder das Passiv verwendet werden.

Das ist nicht logisch! Denn: "Wenn ein Satz nicht ins Passiv übertragbar ist" bedeutet, dass der Satz nicht ins Passiv übertragen werden kann. Das heißt, er lässt sich nicht ins Passiv übertragen. Mit anderen Worten: Es ist unmöglich, ihn ins Passiv umzuformen bzw. das Passiv kann nicht verwendet werden. Eine Umstellung der Satzglieder ändert daran nichts.

Einige Beispiele von größtenteils intransitiven Verben, die keine Passiv-Form bilden können:

  • Wenn man arbeitsscheu und bildungsresistent ist, kommt man zu nichts im Leben und sollte sich schämen.
  • Wenn man keine Zeit hat, ist man oft hektisch.
  • Wenn man sich unsittlich verhält, verliert* man seine Würde.
  • Man wird aus Hans einfach nicht schlau. Es ist schnell dunkel geworden. Es wurde immer heißer.
  • Es regnet/schneit/hagelt.
  • Man irrt sich, wenn man glaubt, dass einem zu Haus nichts passieren/geschehen kann.
  • Vor ca. 4,5 Milliarden Jahren ist die Erde entstanden.
  • Dieser Zitronenkuchen gelingt einem immer.
  • Von verdorbenem Essen bekommt*/kriegt* man Durchfall. Zum Geburtstag erhält* man Geschenke. (*transitive Verben mit passivem Charakter)

Es gibt aber viele intransitive Verben, die im Deutschen (zumindest in der Umgangssprache) passivfähig sind. Einige Beispiele:

  • Kinder, jetzt wird aber geschlafen!
  • Am Sonntag wird nicht gearbeitet.
  • Hier wird sich nicht geärgert.
  • Es darf gelacht werden.
  • So schnell wird nicht gestorben.
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@spanferkel14

Mal ein einfaches Beispiel: "Wenn man sich unsittlich verhält, verliert man die Würde" = "Wird sich unsittlich verhalten, geht die Würde verloren"

Ich weiß, dass das Passiv des öfteren unpersönlich klingt, ein man-Satz klingt im Gegenzug aber unsachlich und teilweise auch ungebildet. Denn wie ich schon geschrieben habe kommt es dann so rüber, als ob der Schreiber/ Sprecher keinen Ahnung vom Subjekt hat und den Satz auch nicht umstellen kann. Es können auch andere Wörter eingesetzt werden oder ein komplett andere Satz mit dem gleichen Sinn

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@Enduh
  • Reflexive Verben (z.B. sich verhalten) sind zwar teilweise passivfähig, dies aber nur in der Umgangssprache. Das hat also weder etwas mit Sach- noch mit gehobener Sprache zu tun.
  • Die Würde geht verloren. = keine Passivform!

Das Passiv dient zum Ausdruck von Handlungen, bei denen der Täter (= Agens) nicht von Bedeutung ist, ggfs. aber das Objekt seiner Handlung (= Patiens).

  • In Argentinien wird viel getanzt. (Handlung => Passivform )
  • In Argentinien wird viel Tango getanzt. ( Handlung + Patiens => Passivform)
  • Die Argentinier tanzen viel. (Agens + Handlung => Aktivform)
  • Die Argentinier tanzen viel Tango. (Agens + Handlung + Objekt => Aktivform)

Wenn der Täter (Agens) von genauso großer Bedeutung ist wie alles andere, ist die Aktivform vorzuziehen.

"In Argentinien tanzt man viel Tango." ist keineswegs eine unsachliche Formulierung. Die aktivische Ausdrucksweise lässt auch keinesfalls auf Mangel an Bildung beim Sprecher schließen. Das magst du so empfinden, aber dein persönlicher Eindruck ist hier nicht maßgeblich.

Denn wie ich schon geschrieben habe kommt es dann so rüber, als ob der Schreiber/ Sprecher keinen Ahnung vom Subjekt hat und den Satz auch nicht umstellen kann.

Da reimst du dir irgendwas zusammen, was jeglicher Sachlichkeit entbehrt. Deine Gefühle haben aber in der Grammatik nichts zu suchen.

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@spanferkel14

Das Wort "man" wird aber nur in der Umgangssprache verwendet (zumindest eigentlich). Dadurch wird das "man" so oft benutzt.

Das "die Würde geht erkoren" kein Passiv ist, weiß ich. "Die Würde" ist aber ein Subjekt und das ist ein Subjekt geworden in dem ich umgestellt habe.

Gut möglich, dass wir einfach andres gelernt haben, das kann ich nicht beurteilen

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@Enduh

Bei dir läuft einiges ein bisschen durcheinander. Ich glaube, wir lassen das Thema "Passiv" lieber fallen, sonst müsste ich bei Adam&Eva anfangen, und du würdest leider doch immer wieder auf der Stelle treten bzw. dich im Kreise drehen. Keine Ahnung, was euer Lehrer euch beigebracht hat. Er scheint stark vereinfacht zu haben. Durch Vereinfachung werden oft Erklärungen, die richtig gemeint sind, an bestimmten Stellen falsch (z.B. was bei dir über den Gebrauch von "man" hängen geblieben ist, über angebliche Sachlichkeit, Mangel an Bildung etc.). Es wird auch nicht durch Umstellung aus der "Würde" ein Subjekt, sondern dadurch, dass/indem du den Modus vom Aktiv ins Passiv änderst, wird aus dem direkten Objekt des Aktivsatzes das Subjekt des Passivsatzes. (Achtung: indem = dadurch, dass = Nebensatz-Konjunktion des Mittels, der Art und Weise ≠ in dem = Präposition + Artikel oder Präposition + Relativpronomen).

Im Großen und Ganzen weißt du aber schon recht gut Bescheid, was das Passiv betrifft. Die meisten Deutschen können es nur benutzen, wissen aber überhaupt nicht, warum. Sie machen es einfach automatisch und denken nicht darüber nach. Du aber bist dir der Unterschiede bewusst. 👏🏻👍 Tschüß, schönen Abend, 🐷

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@spanferkel14

Danke das du das trotzdessen nochmal so erklärt hast, sollte jetzt auch nicht gemein wirken

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Dann solltest du viel lesen. BILD gehört nicht dazu. Gute Bücher. Auch gute Fernsehsendungen: Phönix, ZDF Info, ARTE, DreiSAt.

Und dich mit Leuten austauschen, die über einen gehobenen Wortschatz und gute Grammatik verfügen.

Und verabschiede dich von Jugendsprache. Wallah....

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