Wie findet Ihr es, wenn jemand etwa 3 Mon. nach dem Tod des Partners wieder mit jemandem fest zusammen zieht?

12 Antworten

Warum nicht? Auch dann kann man schließlich trotzdem noch trauern, es ist jemand zu Stelle, um die Trauer etwas zu erleichtern und über den verlust hinweg zu kommen. ich denke, das sogenannte "Trauerjahr" ist in der heutigen Zeit überholt.

Hallo, ich kann nur das beschreiben wie es mir im Moment geht, mein Mann hat sich vor einem viertel Jahr das Leben genommen. Wir waren 13 Jahre zusammen und haben zwei gemeinsame Kinder von 8 und 4 Jahren. Unsere Beziehung war seit Jahren nicht merh in Ordnung und ich habe mich im April von meinem Mann getrennt und er hat sich daraufhin das Leben geneommen. Wir haben weder gestritten, noch uns um die KInder gezankt, es hat halt einfach nicht merh funktioniert mit uns. Sein Selbstmord war ein Schock und ich dachte ich wäre schuld und würde meines Lebens nicht mehr froh. Vor einem MOnat habe ich einen Mann kennengelernt, der mich und meinen KInder so nimmt wie wir sind. Der uns lieb hat und den ich sehr in mein Herz geschlossen habe. Ich glaube, dass man sich das nicht aussuchen kann was einem passiert und dass man froh sein muss, wenn es wieder bergaufgeht und man glücklich wird. Kein anderer Mensch hat das Recht darüber zu urteilen. Ich hoffe darauf wieder glücklich sein zu können und nach vorne schauen zu dürfen, egal wie hart das alles ist, für alle Beteilgten. Das Leben geht weiter und wir haben nur das eine!

Lieben Gruß Anja

Hallo zusammen... ich antworte hier mal als betroffene "neue" Partnerin.

Viele Antworten sagen das, was ich auch denke: es kommt immer darauf an und es liegt an dem Menschen selbst, wann die Zeit für eine neue Beziehung gekommen ist. Aber als neuer Partner muss man sich auch im klaren darüber sein, dass es einen grossen Unterschied zu einer Beziehung nach einer Trennung gibt gegenüber einer neuen Beziehung nach dem Tod eines geliebten Menschen. Das eine ist eine Entscheidung, die man selbst trifft, das andere wird einem genommen.

In meinem Fall war mein Partner der neue Lebensgefährte seiner Freundin für über 6 Jahre, nachdem sie durch Tod ihren Mann verloren hat (sie sind einige Monate nach seinem Tod zusammen gekommen), bevor sie letztes Jahr selbst verstorben ist. Ihre 2 Kinder sind nicht seine "biologischen" Kinder, er ist auch nicht ihr Vormund, jedoch eine Art bester Freund für sie. Die Kinder sind zwischen Teenie und Volljährigkeit. Beide sind nunVollwaise.

Ich war übrigens zu dem Zeitpunkt als wir uns kennen lernten schwanger und habe kurz später mein Kind verloren. Er hat meine Trauer verstanden, ich seine oder besser: ich versuche sie zu verstehen, nachzufühlen. Wir sind auf der einen Seite für den anderen da, wenn wir trauern, und doch leben wir beide endlich wieder – blicken in eine Zukunft die vorher zerbrochen schien.

Für mich war und ist es absolut "normal", dass ich von mir aus immer hinter der Familie zurück stecke, aber als Ansprechpartnerin da bin- aber nur wenn ich gefragt werde. Ja, das ist manchmal schwer, aber es gehört dazu. Ich hatte zu Anfang auch eine gewisse Angst vor dieser Beziehung – ich wusste nicht ob es „richtig“ sein kann – ob wir eine Chance haben, wie ich akzeptiert werde.

Ein verstorbener geliebter Mensch wird immer ein Teil des Partners sein, für den man sich entschieden hat.

Besonders schwer ist es immer zu Anlässen wie Geburtstag, Weihnachten,... ich stelle dazu nie Forderungen. Ich freue mich nur, dass ich von ihrer Familie bislang akzeptiert wurde und mag die Kinder wirklich gerne. Wenn eine neue Partnerin dies nicht akzeptiert - dann versteht sie nicht, wie weh ein solcher Verlust tut. Es ist auch nicht leicht – für keine der betroffenen Seiten – der Familie zu sagen, dass es einen neuen Menschen in dem Leben gibt. Das ist eine wirkliche Herausforderung – das wie und wann. Doch ich muss sagen, dass ich im nachhinein froh bin, dass wir auch diesen Schritt gut gemeistert haben und das es so gut gelaufen ist.

Für mich käme es nie in Frage, dort zu übernachten - das ist der Bereich, der ihrer Familie gehört. Das ist für mich eine Grenze, die ich aus respekt nicht überschreiten werde. Wenn, kommt er zu mir. Ich bin wenn „nur zu Besuch“ und fahre am Abend wieder.

Und ja, es tut mir auch manchmal weh, dass ich ihn zur Zeit noch nicht täglich sehen kann – aber auch das gehört einfach dazu. Vielleicht lässt das manchmal ein Gefühl von Zweifel aufkommen - aber das wäre verkehrt. Es gibt keine Zeit, die Trauer braucht. Der eine macht nach Wochen weiter und schaut in die Zukunft, andere brauchen Monate, Jahre... Es kommt in meinen Augen viel mehr darauf an, dass man die Kompromisse akzeptiert, zuhört, über Gefühle reden kann – uns es ist wichtig, zuzuhören und zu reden. Wir haben z.B. schon oft zusammen auf der Couch gesessen und geweint. Ein Gefühl welches immer wieder in mir aufkommt ist zum Beispiel, dass es unfair ist, dass ich wieder lieben "darf", weil den beiden ihr Glück verwehrt blieb.

Ich weiss, dass er sie geliebt hat und sie wird immer ein Teil von ihm sein. Das ist auch gut so. Es gibt für mich kein "Konkurrenzdenken". Ich kann und will niemanden ersetzen, nur ein neuer Partner sein.

Aber der Aufbau einer neuen Beziehung erfordert von beiden Partnern viel Kraft und Respekt vor den Gefühlen des anderen und der Familie. Im Grunde ist es die berühmte Frage nach dem „richtig“ und „falsch“ – aber die kann keiner abschliessend beantworten. Es gibt nur die Möglichkeit, seinen eigenen, individuellen Weg zu finden.

vor drei monaten ist mein partner bei einem verkehrsunfall ums leben. er war auf dem weg zu mir, wir haben in getrennten haushalten gelebt, in verschiedenen städten. wir waren zwei jahre zusammen. die nachricht, dass er nicht bei mir ankommen wird, hat mich fast um den verstand gebracht. ich habe geschrien, getobt, geweint und habe es nicht glauben wollen. ich hatte noch die möglichkeit, mich von ihm zu verabschieden, d.h., ich konnte ihn noch mal vor der beerdigung sehen. das war schlimm, aber auch wichtig, sonst hätt ich es nie geglaubt, dass er nicht mehr da ist. zusammen mit seiner familie(mutter, geschwister)durfte ich die beerdigung vorbereiten und versuchen, alles in seinem sinne zu machen, wenn das überhaupt geht, er war 42 und wir haben nicht wirklich über den tod als solches gesprochen. jedenfalls hatte ich die möglichkeit, mich ganz intensiv mit seinem tod und dem abschied von ihm zu beschäftigen. nach der beerdigung war ich erst einmal drei wochen für mich. das war wichtig für mich. mein lebensinhalt war weggebrochen, der mann mit dem ich kinder haben wollte, war nicht mehr da. für mich die liebe meines lebens. ich hab mir dann gesagt, dass er nicht mehr da ist, aber ich deswegen mein leben nicht verlieren will. auch wenn mir manchmal danach war und ist.ich habe soviel schönes von ihm in meinem herzen. er hat da ganz viel platz und vielleicht hat er auch ein stück mitgenommen.das ist okay. denn ich habe ihn geliebt und ich liebe ihn. nach meiner zurückgezogenheit habe ich mich wieder in die öffentlichkeit gewagt und in dieser zeit einen freund meines partners näher kennengelernt. er ist mir sehr wichtig geworden, wir sprechen viel über meinen verstorbenen partner, wir lachen über geschichten mit ihm, ich kann weinen und er versteht es. durch diese vertrautheit ist mittlerweile mehr geworden. im anfang war ich sehr erschrocken, weil ich dachte, dass kann doch nicht stimmen, wie kann ich solche gefühle für jemanden entwickeln, wenn ich doch noch so um meinen freund trauere?! es ist aber so, dass ich für ihn mehr empfinde, als nur freundschaft.meine liebe zu meinem freund ist geblieben, auch die trauer, das weinen und der kummer, dass er nicht wieder kommen kann. ich nehme es jetzt einfach so hin, dass da jemand ist, der mir mehr als nur umarmungen geben kann. zu dieser zeit kann man noch nicht sagen, ob es bestand haben wird, aber wir entdecken täglich neue dinge, die uns verbinden.und das wichtigste ist, dass ich nicht nur nehme, sondern auch geben kann. meine umwelt reagiert verschieden auf diese situation. meine eltern sind entsetzt, freunde und bekannte finden es eher schön, dass jemand da ist, der mir kraft,freude und halt gibt. ich akzeptiere alle meinungen dazu. an ein zusammenziehen oder ähnliches ist im moment noch überhaupt nicht zu denken.das halte ich für unangemessen und ausserdem brauche ich meine zeit allein in meiner wohnung. im allgemeinen denke ich, dass man kein patentrezept für trauerzeit abgeben kann. die trauer um den geliebten menschen wird immer bleiben. egal, ob man allein ist oder einen neuen partner hat. es gibt keine benimmregeln für ein leben nach verlust des partners. ich selber muss für mich wissen, was für mich gut ist. das kann mir kein anderer vorschreiben.schlimm ist es, wenn andere meinen, sie wissen über meine gefühle zu urteilen.

traurige und doch hoffnungsvolle grüsse mondenkind

hallo mondenkind, dein beitrag hat mich fast umgehauen, denn mir ist in diesem jahr genau das gleiche passiert. ich habe die gleichen fragen, zweifel, gefühle... gibt es dich hier noch? ich würde sehr gerne wissen wie es mit euch weiter gegangen ist und wie es dir heute geht... lg meaningoflife

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Ich denke das diese Menschen nicht alleine sein können und sich lückenfüller suchen.Als mein Freund gestorben ist habe ich sehr stark getrauert,ich konnte 4 Jahre mit niemanden zusammen sein.Ich habe es versucht und bekam ein schlechtes Gewissen,als hätte ich ihn Betrogen.Das ist nun schon fast 14 Jahre her und ich denke ab und zu immer noch an ihn.Vielleicht liegt es auch daran wie der Mensch gestorben ist,ob man sich noch veraschieden konnte usw.

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