Wie erkennt man Essstörungen?

8 Antworten

Einige Antworten, die hier stehen sind schon ziemlich gut. Ich steuer mal aus eigener Erfahrung bei: Eine Freundin von mir entwickelte eine Magersucht. Ich habe das daran erkannt, dass überdurchschnittlich häufig Sorgen über ihr Aussehen äußerte und bei dem Thema oft in Tränen ausbrach, obwohl sie normales Gewicht hatte. Der Punkt, an dem ich geschockt war, war als ich mitbekam, dass sie keine Milchschnitte mehr aß. Das mag vielleicht wie eine Kleinigkeit klingen, aber sie hatte quasi ein Ritual, das zu bestimmten Zeiten zu essen. Zudem fing sie an exzessiv Sport zu treiben. Das ging so weit, dass dadurch ihr Körper deutlich durch Überbelastung geschädigt wurde. Sie wurde auch immer anfälliger für Krankheiten. Das ist die Auswirkung des durch Energiemangels geschwächten Immunsstems.

Essstörungen sind bei auffälliger Änderung der Essgewohnheiten bei anderen doch erkennbar, bei einiger Aufmerksamkeit. Meist sind es Diäten, die ständig gewechselt werden. Eltern sollten das bei ihren Kindern bemerken und entsprechend reagieren.

Der Betroffene beschäftigt sich ungewöhnlich viel mit seinem Aussehen/Körper und mit Essen. Außerdem hat er ein verzerrtes Körperbild von sich selbst. Da steht dann ein spindeldürres Mädel vorm Spiegel und sieht ein dickes Mädel. Das bilden sich die Betroffenen nicht ein, sondern es konnte neuropsychologisch gezeigt werden, dass sich die eigene Wahrnehmung tatsächlich verändert! Bei der bekannten Magersucht wird wenig Essen aufgenommen, teilweise verweigert bzw fast gar nichts gegessen. Also noch ein halber Apfel und ein Joghurt am Tag, und nur Wasser getrunken. Auch alleine essen und die anderen von miamiwise genannten Symptome gibt es. Daneben wird oft viel Sport getrieben, mehrere Stunden täglich. Auch Abführ- oder Entwässerungsmittel können konsumiert werden. Übrigens können auch Magersüchtige sich nach dem Essen übergeben! Der Verzicht bzw die Einschränkung der Nahrungsaufnahme stehen hier jedoch im Vordergrund. Magersüchtige fallen durch ihr niedriges Körpergewicht früher oder später auf (sehr niedriger BMI). Bei Bulimie ist es so, dass die Betroffenen anfallsartig sehr viel Nahrung zu sich nehmen (2000 Kalorien und mehr, also manchmal eine ganze "tagesration") und anschließend erbrechen. Bulimiker haben tatsächlich meist Normalgewicht bzw. ein paar Pfunde zuviel (dies ist meist eine körperliche FOLGE der Bulimie, da der Stoffwechsel sich verändert), auch hier werden oft Abführ-und Entwässerungsmittel genommen, auch viel Sport getrieben. Die Nahrungsmittel werden oft in einer bestimmten Reihenfolge gegessen (z.B. erst die Nudeln mit Tomatensoße, dann der Spinat). So wird eine Art farbliche "Reihenfolge" erzeugt und der Betroffene kann sichergehen, dass beim Erbrechen auch alles wieder rausgekommen ist. Bulimie und Magersucht können auch als Mischform auftreten bzw tritt erst eine Bulimie auf, die dann später zur Magersucht wird oder anders herum. Die dritte Essstörung ist die sogenannte Binge Eating Störung. Hier werden ebenfalls anfallsartig große Mengen an Nahrung aufgenommen, genau wie bei der Bulimie. Der Betroffene fühlt sich anschließend schlecht und schuldig, kann aber dem Drang soviel zu essen nichts entgegenhalten. Unterschied zur Bulimie ist, dass es anschließend NICHT zum Erbrechen kommt, weswegen Binge Eater in der Regel übergewichtig bis sogar adipös sind. Die Binge Eating Störung ist noch nicht so gut untersucht wie Magersucht und Bulimie, ist jedoch fast genauso häufig. Aufgrund des Übergewichts wird sie jedoch seltener entdeckt. Eine vierte, recht "neue" und seltenen Essstörung ist die Oecotrophologie, eine Unterform der Magersucht. Der Betroffene ist nur noch biologisch angebaute, "ganz gesunde" Lebensmittel aus speziellen Lebensmittelgeschäften. Dies steigert sich dann soweit, dass möglicherweise nur noch biologische, fair gehandelte Waren eingekauft werden. Da die nicht gerade in Mengen hergestellt werden schränkt sich der Kreis dessen, was der Betroffene isst, immer weiter ein. In seltenen Fällen kann sich übrigens auch aus einer Angststörung eine Essstörung entwickeln. Ich kenne ein Mädchen, dass beim Essen von Fleisch eine Panikattacke bekam und daraufhin kein Fleisch mehr essen konnte, später dann auch bei anderen Lebensmitteln Panikattacken hatte und mittlerweile nur noch Suppe zu sich nehmen kann.

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