Wie entfernt man altes Silicon von Fliesen und Badewanne?

5 Antworten

Moin Leidensgenossen!

Silkon entfernen ist eklige Handarbeit, basta. 

Die Fugenmesser dafür sind nicht für das gut haftende Zeug gemacht (PCI).   Und nicht für den Fall, dass man unter der Stellfliese die neue Fuge setzen will.

Es gibt Cutterklingen mit Titanbeschichtung, damit tut man es sich sehr viel leichter, fast alles mit einem langsamen geraden vorsichtigen Schub anzuschneiden, so dass nur noch ein Hauch übrig bleibt.  Vor allem die kleinen 9mm tun gut, bei Amazon erhältlich zum Beispiel vom Hersteller Lutz Klingen. Die dann in Plastik-Cutter von Stanley eingesetzt. Denn Plastik macht keine Metall-Striemen an den Fliesen und die von Standley sind trotzdem recht robust. Nur nicht reinhaken / hacken ins Plastik der Wanne, den Winkel also sehr vorsichtig kontrollieren, schön flach halten. Von Zement / Fliesen mit der Spitze erst mal Abstand halten.

Ganz zum Schluss die Stellen mit den senkrechten Zement-Fliesen-Fugen bearbeiten, dort nutzt sich die Cutterspitze so ab, dass man nicht gut auf den glatten Stellen weiter kommt.  

Immer vor der Perspektive ackern, dass eigentlich nur auf der Wanne das Fugenbändchen 2mm halten muss und dann auf der Wandfliese. Im "Eck" sieht die Ackerei nie wieder jemand, also geht es nur um die "Sichtgrenze" und die je 2mm Haft-Linie.

Dazwischen, beim Neu-Verfugen, wäre es optimal, wenn man ein gleichmäßig dickes Fugenbändchen ausbilden könnte, das hinten gar nicht an der Wand haftet. Man könnte zum Beispiel mit einer frischen titanbeschichteten Klinge im Cutter einen Keil aus einer Isomatte schneiden, mit einem robusten (Alu-) Lineal auf einer Schneidmatte, und das mit der glatten Seite zur Fugenrückwand zeigend in die Ecke pappen. Mit dem Abzieher (die Dreieck-Fuge ist da sehr praktisch, ich mag sie nur nicht) kontrolliert man "trocken" einen gleichmäßigen Abstand zur Oberfläche der Isomatte... 

Dabei sollte die Fuge im Querschnitt betrachtet eher lang als dick sein, also zum Beispiel bei einer Halbrund-Kurve oder Dreieck-Fuge mit 6mm Länge des Teilkreisumfangs schaue ich, dass die Fuge nicht dicker als so 2mm wird. Dann darf sich der Kram so ca. 1,5mm heben oder senken, ohne dass es reißt.

Hat man größere Strecken zu füllen, wenn sich was gesenkt hat, dann kann es auch mal bei 1,5cm Strecke 3-5mm dick werden. 

Wenn man nicht hinterfüttert oder mit was rundem (Fliesenrundschnur), dann läuft man Gefahr, dass es eine dünnste Stelle gibt, die aber nicht sehr lang ist in Dehnungsrichtung, und dort reißt. Anfangs meinte ich es gut, bekam gesagt, Fugen hinterfüttern sei auch für die Katz, und habe die Fuge ordentlich ausgefüllt. Am Ende riss in vielen Fällen die Stellfliese von der Wand, und in zwei Ecken hat es auch die Eckfliese diagonal zur Hälfte gesprengt beim Estrich senken und sie hing mit der einen Hälfte an der Stellfliesenfuge.

(Ich habe in der Wanne zu Anfang mit Klebeband unter der Fuge experimentiert. Das tat aber nicht gut, weil es nicht (automatisiert) auf die passende Breite zu schneiden ist und dann auch nicht freiwillig präzise an der passenden Stelle "um die Kurve" zwischen waagrechter Wanne und senkrechter Fliese hängt. Fliesen sind ja auch mit Toleranz verlegt und gebrannt, dazwischen wölbte es sich. Beim Abziehen der Fuge wurde es ein mal so dünn, dass man darunter das blaue Isolierband schon durchschimmern sieht. Der Witz ist: dieses extrem dünne Silikonbändchen hält nun schon 7 Jahre in der Dusche dicht. Es ist natürlich etwas durchstichgefährdet bei scharfkantigen Sachen.)

Noch mal zu mechanisch entfernen: wird der Hauch von einem Rest der alten Fuge der von der neuen Fuge überdeckt oder man findet es gut genug (aus 1 m Abstand betrachten!), dann ist man fertig. Aber nur...

Wenn das neue Silikon auf dem alten haften will. Mal einen Stöpsel auf eine alte Fläche auftragen und aushärten lassen. Oder die Anwendungsberatung des Fugenmassenherstellers "unter der Hand" um eine Meinung bitten.

Wenn es nicht gut (genug) haftet, gibt es so fieses Zeug, Silikonprimer, als Haftungsvermittler, der die Oberflächenspannung des alten Restmaterials herabsetzt. Das ist bei mir von Obi Hausmarke Silikon in Benzol gelöst. Gut giftig, krebserregend, was weiß ich. Also am Besten Luft anhalten, Pinselstrich ziehen und das bei weit geöffnetem Fenster. Hautkontakt _unbedingt_ vermeiden, also Schutzhandschuhe. Auch Brille.

Zum Lösen von dem letzten Hauch, der mechanisch fast nie zu entfernen geht: gerade bei Ceresit gibt es so ziemlich den einzigen Silikonentferner aus der Kartusche, der (auch PCI) Silikon etwas geknackt bekommt. Es ist dann so wie Knete etwas schmierig, also abreiben, ev. mit Microfaserlappen. 

Da es aus Tensiden und organischen Säuren in Gelform besteht, ist es zu den meisten Oberflächen erstaunlich gutmütig, und ich hätte spontan keine Bedenken, es auf einer Acrylwanne einzusetzen. Bei den Zementfugen bildet sich etwas weißer Schleier, den man mit einem Wischtuch wieder weggewaschen bekommt.

Auch da gute Schutzhandschuhe, säurefest.

Wer ein Bildchen mag vom schönen Fugenquerschnitt, melden. 

Das ist nur was für privat, wenn man endlich Ruhe haben will, mit den Fugen. Denn bis man das Hinterfüttern gebastelt hat, vergeht schon Zeit. Der Profi hat die in der Regel leider nicht, da bräuchte man eine Maschine, die mit so einer Art Formwandler-Silikonkartuschenspitze schon ein Fugen-Bändchen passend und ruhig geführt an die Wand zaubert. Ich arbeite dran... ;)

Zur Haltbarkeit von Fugen: Böse ist es für Fugen, wenn sie an der auslaufende Kante ständig "berieben" werden, zum Beispiel weil die Staubsaugerdüse das Silikon berührt. Ich habe dann zufällig entdeckt, dass ich bei unserer Staubsaugerdüse bei Kurvenradius ab 8mm an der Fuge reibe, unter 6mm aber nicht mehr. So brauche ich jetzt von dem teuren Fugen-Ass leider immer nur noch die 4mm Rund-Fuge, und klebe mich von unten an die Stellfliese, ich ziehe also auch bei 2cm Abstand zum Boden bündig mit der Oberfläche der Stellfliese ab.

Ich hatte mir zur Aufgabe gestellt, für "gut" betestetes Silikon auf Wasserbasis zum Sanieren der Fugen (ca. 200m) zu nutzen. Nach Beschaffung des Materials sagte mir die Anwendungsberatung: wasserbasiert:= 0 Haftung auf Resten konventionellen (essigvernetztenden oder neutral vernetzenden) Silkondichtstoffs. Haftprimer existiert für den Fall keiner. Hurra. Man nehme eine Taschenlampe, lege sie im Fugeneck auf den Boden, und wenn dann nichts mehr glänzt oder beim Drüberfahren mit dem Finger bremst, dann hat man es geschafft. Aber das alte Zeug so klein da rauszureiben (mit dem Fingernagel, Dremel Schleifbürste 36er Korn, 3m Bristle Wheel Disk, oder doch chemisch mit Ceresit Silikonentferner) erwies sich als extrem ungesund. Zinnorganische Verbindungen (Dioctylzinn) und Pilzmittel wie Carbendazim im alten Silikon sind da das Stichwort. Auch das neue hat Pilzschutzmittel. Und immer mehr Silikon ist fast frei von Zinnorganischem Mist. Aber für das Entfernen: Staubmaske und Handschuhe und Absaugung mit Hepa-Filter wären Pflicht. Hinterher ist man schlauer. 

Viel Erfolg!

Andi

also als erstes. Der Silikonentferner ist sehr aggressiv und ich würde ihn nicht verwenden! Er kann das Acryl von der Wanne beschädigen oder auch sogar die Fliesen beschädigen!

die Einzeige Möglichkeit altes Silikon zu entfernen ist mit einem Cuttermesser, einfach rausschneiden so gut es geht. Möglichst Rückstandslos! dann die Fläche, wo das Silikon war reinigen- entweder mit einem Primer von Otto Chemie oder mit Spiritus, dies ist notwendig um eine optimale Haftfähigkeit zu erhalten und lange Lebensdauer (löst Fette, Schmutz, usw.)! Dann neues Silikon anbringen, wenn an das selber nicht kann, nur vom Fachmann! Alles andere ist murks!

Im Baumarkt gibt es Chemikalien dafür

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