Wer kann mir das Zitat erklären?

9 Antworten

Man kann das Zitat auch auf das Privatleben beziehen. Sehr sehr viele Beziehungen sind Zweckbeziehungen und keine Liebesbeziehungen, wo mindestens einer der Partner sehr bedürftig ist und sein Glück vom anderen abhängig macht. Sie suchen Sicherheit in der Beziehung....und geben dafür Ihre Freiheit auf. Verdrängen diese Tatsache aber. Sobald sie jedoch vom anderen verlassen werden, oder der andere nicht so funktioniert, wie man das möchte, merken sie einen inneren Schmerz. Sie spüren, dass sie in eine Abhängigkeit geraten sind, um eine Art Sicherheit zu vom Partner zu bekommen. Geht der Partner, ist die Sicherheit weg, bleiben sie, ist die Freiheit weg. Echte wahre Liebesbeziehungen geben sich beides....Zweckbeziehungen nehmen sich beides.

Die Originalversion lautet:

Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.

(Pennsylvania Assembly: Reply to the Governor, Printed in Votes and Proceedings of the House of Representatives, 1755-1756 (Philadelphia, 1756), pp. 19-21. [November 11, 1755], http://franklinpapers.org/franklin/framedVolumes.jsp?vol=6&page=238a)

Man sieht: Beachtliche Abweichungen zwischen dem Originalzitat und der kolportierten Version.

Am wichtigsten ist vielleicht die Beobachtung, dass Benjamin Franklin “essential Liberty” (nicht Freiheit schlechthin) und “little temporary Safety” (nicht Sicherheit schlechthin) zueinander in Beziehung setzt. Das darf man bei einem Zitat nicht unterschlagen. Benjamin Franklins Sicht auf die Abwägungslage erweist sich so nämlich im Vergleich zu der Zitat-Tradition, die sich auf ihn beruft, als differenzierter. (klartext-jura.de)

Ich denke, man kann es so interpretieren:

Wenn man die Freiheit wählt, ist man unabhängig und kann auf Probleme flexibel reagieren. Man ist sich seiner Unsicherheit bewusst, sowie seiner Entscheidungen und den daraus resultierenden Folgen. 

Wer sich für die Sicherheit entscheidet, gerät aber in eine Abhängigkeit (zu denen, die eine Sicherheit gewährleisten wollen). Durch die Einschränkung der Freiheitsrechte (z.B. Briefgeheimnis, Datenschutz, ....) versucht man sich mehr Kontrolle zu verschaffen, dennoch gibt es nie vollständige Sicherheit. Es ist nur eine Täuschung. 

Wenn wir unsere Freiheiten aufgeben, ermöglichen wir es denen, die uns sichern, die geschaffenen Kontrollmechanismen zu missbrauchen. Danach sind wir weder frei, noch sicher.

wenn du dich unfrei machst, damit andere für deine sicherheit garantieren, werden sie irgendwann über dich herrschen und wenn sie vollständig über dich herrschen, bist du auch nicht mehr vor ihrer willkür sicher

Das ist auf die Gesellschaft bezogen. Man kann dies gerade sehr gut in Frankreich oder noch stärker in einigen osteuropäischen Staaten erkennen. 

Eine freie Gesellschaft kann nur existieren, wenn sie nicht permanent überwacht wird. Sobald man dem Staat dort mehr Macht in die Hände gibt, wird er diese Macht dazu verwenden die Menschen zu kontrollieren oder zu mindestens in eine gewisse Richtung zu lenken.

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